Qobuz KI-Leitlinien
Musikstreaming-Plattform sagt KI-Musik den Kampf an

Qobuz KI-Leitlinien
Qobuz seztzt auf KI-Leitlinien gegen den KI-Musik Betrug.

Valentina Lablack Von Valentina Lablack am 03. Februar 2026

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Qobuz KI-Leitlinien setzen auf menschliche Kuratierung von Musik

Die Streaming-Plattform Qobuz hat am 3. Februar 2026 ihre KI-Leitlinien veröffentlicht. Das Unternehmen reagiert damit auf die wachsende Verbreitung von KI-generierter Musik im Streaming-Markt.

Die Leitlinien gliedern sich in drei Schwerpunkte. Sie beschreiben, wie Qobuz künstliche Intelligenz innerhalb der Plattform integriert und begrenzt. Ein zentraler Punkt ist die redaktionelle Auswahl durch Menschen.

Alle hervorgehobenen Empfehlungen werden von der hauseigenen Musikredaktion ausgewählt. Dazu gehören die Qobuzissimes, Alben der Woche und Playlists. KI-generierte Inhalte werden so von wichtigen Platzierungen ausgeschlossen.


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Auch die algorithmischen Empfehlungen basieren auf redaktionell geprüften Daten. Autoplay, Radios und Daily Mixes enthalten laut Unternehmen keine KI-generierten Titel. Echte Künstler sollen dadurch Sichtbarkeit und Vergütung erhalten.

Qobuz KI-Leitlinien: Kurz & Knapp

  • 100 % menschliche redaktionelle Auswahl für Empfehlungen
  • Ausschluss KI-generierter Titel aus algorithmischen Empfehlungen
  • Entwicklung von Tools zur Identifizierung KI-generierter Musik
  • Erkennung betrügerischer Streaming-Muster
  • Keine Generierung eigener musikalischer Inhalte für den Katalog
  • Keine Freigabe von Kundendaten für externes KI-Training
  • Halbjährliche Überarbeitung der Leitlinien

Identifizierung & Transparenz

Qobuz entwickelt spezielle Tools zur Identifizierung von KI-generierter Musik. Die Plattform arbeitet mit Industriepartnern an gemeinsamen Lösungen. Betrügerische Streams werden aus Berichten und von Tantiemenzahlungen ausgeschlossen.

KI-generierte Inhalte entfernt die Plattform bei festgestellten Verstößen. Nutzer sollen Transparenz und Wahlfreiheit erhalten. Die Zusammenarbeit mit Partnern zielt auf nachhaltige Branchenlösungen ab.

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Klare Grenzen beim KI-Einsatz

Die Leitlinien definieren verbindliche Grenzen für den Umgang mit künstlicher Intelligenz. Qobuz verpflichtet sich, niemals selbst musikalische Inhalte für den Katalog zu generieren. Redaktionelle Kuratierung wird nicht durch KI ersetzt.

Kundendaten und Musikinhalte werden nicht für externes KI-Training freigegeben. Crawling und Scraping durch externe Anbieter sind ausgeschlossen. Diese Selbstverpflichtungen gelten für alle Bereiche der Plattform.

Hintergrund: KI-generierte Musik als Branchenherausforderung

Die Musikindustrie sieht sich mit einem Zustrom KI-generierter Inhalte konfrontiert. Laut einer CISAC-Studie könnte KI-generierte Musik bis 2028 etwa 20 % der Streaming-Einnahmen ausmachen. Der potenzielle Verlust für Musikschaffende liegt bei bis zu 4 Milliarden Euro.

Eine Deezer-Studie zeigt: Bis zu 70 % der KI-Musikstreams sind unrechtmäßig. Täglich werden rund 106.000 Songs auf Plattformen hochgeladen. Bis Ende 2025 sollen es insgesamt 253 Millionen Songs sein.

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KI-Leitlinien zum Schutz der Plattform, Nutzer & Künstler

Die KI-Leitlinien richten sich an Nutzer, Künstler und die gesamte Musikbranche. Sie schaffen Klarheit über den Technikeinsatz bei Qobuz. Das Dokument soll alle sechs Monate überarbeitet werden.

Rückmeldungen von Nutzern und aus der Musikbranche fließen in künftige Versionen ein. So soll der Ansatz mit technologischen Entwicklungen und Branchenstandards Schritt halten. Qobuz war 2025 der erste Streaming-Dienst, der seine Auszahlungsraten pro Stream öffentlich bekannt gab.

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