Neil Young ruft nach einer Streaming-Revolution

Neil Young

Die Neil Young Archives sind wie ein umfangreicher Karteikasten angelegt.

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Neil Young Archives

Vom ersten bis zum letzten Stück: Neil Young Archives präsentiert alles, was er je veröffentlicht hat, in einer chronologischen Anordnung. Oben drauf gibt es zusätzlich das ein oder andere unveröffentlichte Lied und viele Informationen über den Aufnahmeprozess eines Songs.

Eine noch eindringlichere Thematik, die durch die Willkommensbotschaft Neil Young´s durchschwingt, ist die der nachlassenden Audioqualität moderner Streaming-Anbieter. Exemplarisch wird Apple Music genannt. Der Konzern habe sich nach Neil Young´s Ansicht dazu entschlossen, einer breiten Masse eine Audioqualität zu liefern, die lediglich zwischen 5 und 20% dessen liegt, was ein Master eigentlich hergibt.

»Die Leute hören nur 5 bis 20% dessen, was ich erschaffen habe«, resümiert Neil Young. Produzenten würden angesichts einer Ausgangssituation, wie sie unter anderem Apple Music darstellt, generell schlechtere Qualität produzieren. Neil Young urteilt hart: seiner Meinung nach hätten nur noch gut situierte Menschen die Möglichkeit, Musik in hoher Qualität zu genießen.

Die High-Fidelity-Streaming-Welt

Schon Jay Z´s Streaming-Dienst Tidal setzt auf hohe Qualität – als einer der einzigen Anbieter überhaupt. Music Quality Authenticated (MQA) heißt das Zauberwort. Große Medienkonzerne in den USA, darunter Musikgrößen wie Universal, Warner und Sony, aber auch der Phonoverband RIAA, Hersteller von Musikanlagen sowie die »Alles-haben-wollen«-Fraktion Google Play und Amazon, arbeiten an einem neuen Standard für hochauflösende Musik.

In einem ausgeklügelten mathematischen Verfahren werden Frequenzen in einem Musiktitel nicht einfach weg komprimiert. Frequenzen werden gefaltet und an andere Stellen verschoben, um später wieder verarbeitet werden zu können. Dazu werden Informationen über das im Studio verwendete Equipment hinterlegt, welches dann im besten Fall auch dem Hörer zur Verfügung steht. Sollte das der Fall sein, spricht man von einem authentifizierten Klang. Ganz so, wie es der Engineer im Studio zu hören bekommen hat.

Das MQA-Verfahren: schön wär´s!

Die Musikindustrie reibt sich schon die Hände: neue Musik könnte erst einmal zweitrangig werden, bietet sich doch die Möglichkeit, dem Kunden das gesamte vorhandene Portfolio einfach noch einmal anzubieten – wohlgemerkt in hoher Qualität. Neue Geräte würden vertrieben und Streaming-Plattformen könnten – vorausgesetzt, man wolle hochauflösende Titel überhaupt liefern – enorme Preise für die »bessere« Musik aufrufen.

An dieser Stelle kommt wieder Neil Young zurück ins Spiel. Nach seiner Idee dürfe man die Qualität eines Songs nicht an einen höheren bzw. niedrigeren Preis knüpfen. Der Kunde würde aller Wahrscheinlichkeit nach zum günstigeren Titel greifen. Seiner Aussage nach sollten alle Songs unabhängig von der digitalen Auflösung gleich teuer sein. Er überlässt die Entscheidung ganz den Leuten. Qualität solle keine elitäre Sache sein.

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Lesermeinungen (2)

zu 'Neil Young ruft nach einer Streaming-Revolution'

  • Hans   11. Dez 2017   20:18 UhrAntworten

    Ein wenig enttäuschend an der NY-Archiv-Seite ist die Voraussetzung: Facebook-, Google-Account oder eigene Website - die ersten beiden will ich nicht, und eine eigene Webseite hab' ich nicht. Das passt irgendwie nicht mit der beschriebenen Philosophie zusammen. ..... und ohne Loggin keine Information. ..... mag sein, dass die Seite noch 'ne Baustelle ist; allerdings könnte man ja darauf hinweisen.

  • Hans‘ Nachbar   12. Dez 2017   09:19 UhrAntworten

    Hans, wo siehst du denn das mit der eigenen Webseite? E-Mail und Passwort muss man festlegen - mehr nicht.

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