Native Instruments Insolvenz
Was wird aus Komplete, Maschine & Traktor?

Native Instruments Insolvenz
Native Instruments Insolvenz: Droht das Ende einer Ära für Produzenten?

Thorsten Sprengel Von Thorsten Sprengel am 27. Januar 2026

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Native Instruments Insolvenz erschüttert die Musikbranche

Das Berliner Unternehmen Native Instruments GmbH hat laut offiziellen Dokumenten ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet. Prof. Dr. Torsten Martini wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Seine Aufgabe besteht in der Restrukturierung des Unternehmens.

Die Kontrolle über wesentliche Entscheidungen liegt nun beim Insolvenzverwalter. Das betrifft auch mögliche Verkäufe von Geschäftsbereichen oder geistigem Eigentum. Die bisherige Unternehmensführung hat in diesem Prozess nur noch eingeschränkte Befugnisse.

Seit 2021 hält die Private-Equity-Firma Francisco Partners die Mehrheitsbeteiligung an Native Instruments. Wie es zu dieser Situation kommen konnte, bleibt bislang unklar. Das Unternehmen selbst hat noch keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.


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Die Restrukturierung kann verschiedene Formen annehmen. Denkbar sind der Verkauf von Unternehmensteilen, Personalabbau oder Neuverhandlungen von Verträgen. Auch eine Fortführung der Marke in reduzierter Form unter neuer Eigentümerschaft wäre möglich.

Betroffene Produkte und Ökosysteme

Die Auswirkungen dieser Entwicklung könnten erheblich sein. Nutzer von Maschine, Komplete und Traktor haben in integrierte Hardware-Workflows investiert. Diese Produkte sind eng mit der Software-Infrastruktur des Unternehmens verknüpft.

Reaktor und Kontakt bilden eigenständige Ökosysteme für zahlreiche Entwicklungsstudios. Viele Drittanbieter haben ihre Produkte auf diesen Plattformen aufgebaut. Partnervereinbarungen mit anderen Herstellern sind ebenfalls betroffen.

Akai hat beispielsweise kürzlich Sound-Content von Spitfire für seine MPC-Reihe hinzugefügt. Zahlreiche Anwender haben zudem viel Zeit in eigene Reaktor-Kreationen investiert.

Entwicklungen der vergangenen Jahre

Native Instruments durchlief im letzten Jahrzehnt mehrere Eigentümerwechsel und Strategieänderungen. Nach einer kurzen Phase unter dem Markennamen Soundwide kehrte das Unternehmen 2023 zur Marke Native Instruments zurück. Als Begründung wurde die stärkere Markenbekanntheit genannt.

Der Sample-Abonnementdienst Sounds.com stellte 2023 seinen Betrieb ein. Der Service hatte Schwierigkeiten, sich am Markt zu etablieren. Erst im vergangenen Monat erschien noch Absynth 6 als Update des beliebten Synthesizers.

Was bedeutet das Insolvenzverfahren?

Ein vorläufiges Insolvenzverfahren ermöglicht es Unternehmen, den Betrieb unter Gläubigeraufsicht zu stabilisieren. Eine direkte Liquidation ist damit nicht zwingend verbunden. Dennoch markiert dieser Schritt einen bedeutenden Wendepunkt für ein Unternehmen dieser Größenordnung.

Der Insolvenzverwalter bewertet nun Vermögenswerte, Schulden und Geschäftsabläufe. Das Ziel ist eine Stabilisierung unter neuen Bedingungen. Alternativ wird das Unternehmen für einen Verkauf oder eine Schließung vorbereitet.

Betroffene Nutzergruppen

Musiker, Produzenten und DJs weltweit nutzen täglich Produkte von Native Instruments. Für sie stellt sich die Frage nach zukünftigen Updates und Support. Auch Entwickler, die auf Kontakt oder Reaktor als Plattform setzen, müssen die Situation jetzt genau beobachten.

Die Mitarbeiter des Unternehmens sind unmittelbar von der Entwicklung betroffen. Das Team aus Entwicklern und Kreativen hat die Firma über Jahre zu ihrer heutigen Bedeutung geführt.

Native Instruments Insolvenz: Aktuelle Lage

Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine Informationen über konkrete nächste Schritte vor. Native Instruments hat sich bisher nicht öffentlich geäußert. Wie sich das Verfahren rund um die Native Instruments Insolvenz weiterentwickelt, bleibt abzuwarten.

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