Künstlerportrait: Johnny Cash zum 87. Geburtstag – Der »Man in Black«

Johnny Cash Portrait

Johnny Cash und sein bewegtes Leben im Portrait | Bild: Warner Music Group (WMG)

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Kindheit und Jugend in ärmlichen Verhältnissen

Der am 26. Februar 1932 in Kingsland geborene Johnny Cash bekam seine erste Gitarre im Alter von zehn Jahren von der Mutter geschenkt. Wenngleich seine große Familie – er hatte sechs Geschwister – bei der Arbeit und in der Freizeit gerne sang, blieb für die Leidenschaft zunächst nicht viel Zeit. Bereits ab dem fünften Lebensjahr half der als »J. R.« Getaufte seiner mittellosen Farmer-Familie auf dem Baumwollfeld aus.

»Ihn zu verlieren, war wie einen Teil von mir selbst zu verlieren«
Johnny Cash zum Tod seines Bruders

1944 geriet sein zwei Jahre älterer Bruder und Beschützer Jack in eine Kreissäge und starb. Im Mai 1950 hatte Cash anlässlich der der Highschool-Abschlussfeier den ersten Solo-Auftritt als Sänger.

Erste eigene Band in Deutschland

1950 ging der Sänger mit der markanten Bassbariton-Stimme zur Air Force. Während der Dienstzeit in Deutschland gründete Cash seine erste Band, die Landsberg Barbarians, und zeigte noch ein weiteres musikalisches Talent – das Mundharmonikaspiel.

Nach der Militärzeit heiratete er 1954 die zwei Jahre jüngere Vivien Liberto, mit der er vier Töchter hatte und nach Memphis in Tennessee zog.

Karrierestart an der Seite Elvis Presleys

1955 gelang ihm endlich der Durchbruch: Johnny Cash konnte Sam Phillips, Besitzer und Produzent des Plattenlabels Sun Records, nach einigen gescheiterten Versuchen doch noch von seinem musikalischen Talent überzeugen. Gemeinsam mit der Band Tennessee Two nahm er seine erste Sun-Single »Cry! Cry! Cry!« auf, die prompt die Country-Charts eroberte. Ihren ersten großen Auftritt hatte die Band als Vorgruppe für Elvis Presley, der ebenfalls bei Sun Records unter Vertrag stand und zum großen Johnny-Cash-Fan wurde.

Musikalischer Aufbruch, persönlicher Absturz

Zum Ende der 1950er Jahre ging es mit Cashs Karriere steil bergauf und er war ständig auf Tournee, was seine Ehe stark belastete. Cash hielt dem Konzertstress nur schwer stand und nahm nach eigener Aussage 1957 während einer Tour eine erste Benzedrintablette. In der Folgezeit griff er immer häufiger zu Alkohol, Amphetaminen und Barbituraten.

»Ich würde sterben, wenn Gott die Zeit für gekommen hielt, und nicht, wenn ich es wollte.«
Johnny Cash nach seinem Suizidversuch

Anfang Oktober 1967, nachdem er mehrere Tage nicht gegessen und geschlafen hatte, zog Cash sich mit seinen Tabletten in die riesige Nickajack-Höhle in der Nähe von Chattanooga zurück und legte sich dorthin, um zu sterben. Er schrieb in seiner Autobiografie, dass ihm erst dort irgendwann klar wurde, dass er seinen Todeszeitpunkt nicht selbst bestimmen könne.

Lebensglück in zweiter Ehe

Seine Freundin June Carter und ihre Eltern standen Johnny Cash bei dem nun folgenden kalten Entzug zur Seite und schirmten ihn vor allem von Leuten ab, die ihm Tabletten besorgt hatten. Am 11. November 1967 gab Cash an der Highschool von Hendersonville sein erstes Konzert in nüchternem Zustand seit mehr als zehn Jahren. Und June Carter sollte 1968 nach mehreren erfolglosen Anträgen seine zweite Ehefrau werden, mit der er bis zu ihrem Tod im Mai 2003 zusammenblieb.

Nachdem Johnny Cash Ende der 70er Jahre einen Karriereknick hinnehmen musste, errang er mit dem letzten Album vor seinem Tod am 2. September 2003 in Nashville noch einmal großen Ruhm.

7 Dinge, die Du noch nicht über Johnny Cash wusstest

  • Seine erste selbst gekaufte Gitarre war eine deutsche und kostete nur 25 Mark
  • In den Hotels, in denen Cash und seine Band unterkamen, hinterließen sie eine Schneise der Verwüstung
  • Während der Armeezeit nahm Cash einige heute vergessene deutschsprachige Singles auf
  • Auch wenn er sein Outlaw-Image pflegte: Er war nie wirklich im Gefängnis
  • In seiner Armeezeit dekodierte er russische Funksprüche, wobei ihm vermutlich sein ausgezeichnetes Gehör half
  • Er erfuhr durch das Abfangen der Funksprüche angeblich als erster von Stalins Tod, noch vor dem amerikanischen Präsidenten
  • Er war lange Zeit der Auffassung, nach seinem Tod würde sich niemand mehr an ihn erinnern – wie man sich doch täuschen kann

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