Unheilig-Produzent Henning Verlage im Portrait

Henning Verlage

Henning Verlage beim Amphi Festival 2009. © Exoport CC BY-SA 4.0

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Henning Verlage fand früh seine Berufung

Henning Verlage stammt aus Greven bei Münster und man kann gerne behaupten, dass er es geschafft hat. Als Keyboarder in Schülerbands begonnen, spielt er nun auf den großen Bühnen und feierte nicht zuletzt mit Unheilig große Erfolge.

Für das Produzieren konnte er sich schon vor seinem Studium begeistern. Er besaß die technischen Mittel und wurde schnell für die Demoaufnahmen verantwortlich gemacht. Stück für Stück entwickelte sich dann daraus eine Produzententätigkeit. Während seines Studiums arbeitete er als Studiomusiker, spielte Keyboard und kam mehr und mehr mit der Materie in Berührung.

Bevor er sich in den Principal Studios in Senden einquartierte, arbeitete er von seinem Elternhaus aus. Sein Zimmer damals war Studio und Repräsentanz zugleich. Dem Magazin »Teleskop« schilderte er, warum es ihm irgendwann zu bunt wurde und er sich entschloss auszuziehen: »Ich habe Kunden am Flughafen Münster-Osnabrück abgeholt und bin mit ihnen in mein Kinderzimmer gefahren. Da dachte ich: Jetzt wird es Zeit für Veränderungen.«

Von Neuroticfish zu Unheilig

Zu Unheilig stieß er im Jahr 2006. Während des Studiums spielte Henning Verlage in der Band Neuroticfish, dessen Management ebenfalls Unheilig betreuten. Als der Graf eines Tages ohne Band da stand, wurde die Zusammenarbeit immer enger. Was zunächst mit Remix-Projekten begann, führte letztlich zur Produzententätigkeit inklusive Songwriting.

Eine Aufgabe, die von natürlichem Wachstum zu profitieren scheint und in die Henning viel Leidenschaft stecken kann. Er macht keinen Hehl darum, dass er ein Studio-Typ ist und es liebt stundenlang am Rechner in Songs einzutauchen. Auch auf Tour wird stetig an neuen Ideen gefeilt. Der Computer ist immer dabei und überbrückt die Zeit vor dem Auftritt.

Nach und nach kann auf diese Weise die Idee für einen neuen Song entstehen, wie Henning im Interview mit »Teleskop« verrät: »Durch das Hantieren mit Sounds kamen wir auf neue Ideen — und so wachsen Lieder zusammen. Songs und Playbacks konnten innerhalb von wenigen Tagen fertig sein, aber es kam auch vor, dass es Titel nicht auf ein Album geschafft haben, weil sie nicht ins Konzept passten.«

Neustes Projekt: Fealder und Sotiria

Die neueste Formation, in der Henning eine tragende Rolle spielt, wurde auf den Namen Faelder getauft. Eine »Dark-Pop-Supergroup«, wie es in der Selbstbeschreibung heißt. Auch hier nimmt Henning Verlage neben Sebastian Lange und Florian Speckhardt von In Extremo, Kai Niemand sowie Adrian Kehlbacher, die Rolle des Produzenten ein.

»Der mitreißende Rock und der atmosphärisch arrangierte Pop Noir bildet die perfekte Schnittstelle zwischen alternativer Musik und Mainstream.«, heißt es in der Kritik von Sonic-Seducer. Ebenfalls begab sich Henning mit der deutschen Sängerin Sotiria Schenk ins Studio, die mit der Band Eisblume bekannt wurde. Ihr neues Album »Hallo Leben« steckt voll von persönlichen Geschichten und enthält die Essenz einer intensiven Studiophase.

Songwriting für Helene Fischer

Bis heute ist Henning Verlage in viele Projekte involviert. Durch das Unheilig-Management haben sich viele Kontakte und Möglichkeiten ergeben. So schreibt er beispielsweise Songs für Schlagerqueen Helene Fischer oder Beatrice Egli. Für die Zukunft macht er sich keine Gedanken, einmal nicht ausgelastet zu sein.

Neben regelmäßigen Musikworkshops, gibt Henning Verlage Vorlesungen für Popularmusik an der Uni Münster. »Teleskop« gegenüber verriet er: »Die Woche ist immer gut gefüllt. Ich falle auf keinen Fall in ein Loch, wenn Unheilig beendet ist. Ich freue mich darauf, an vielen weiteren Projekten arbeiten zu können.«

Lesermeinungen (1)

zu 'Unheilig-Produzent Henning Verlage im Portrait'

  • Franz – Hermann Schmidt   05. Mai 2019   22:46 UhrAntworten

    Ein Mann , der in die heutige moderne Musik Welt passt.
    Ich bin nicht so ein Typ, der kreischend am Bühnenrand steht, und einen
    Künstler vergöttert.
    Jedoch man darf auch mal jemanden bewundern, und das tue ich.
    Genau so würde ich sein wollen, wenn ich ein zweites Leben hätte.
    Ich mache auch seit meiner Kindheit Musik, jedoch lief zu unseren Zeiten alles
    ein bisschen anders. Heute bin ich 75 Jahre alt, und blicke fast ein wenig
    wehmütig auf die heutigen Musiker und Produzenten, die den Ton angeben
    und somit auch wirklich etwas zu sagen haben.

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