Electronic Press Kit für Bands erstellen
Das perfekte EPK für Musiker

EPK Electronic Press Kit erstellen
Electronic Press Kit erstellen: Ultimativer Ratgeber zum EPK

Was ist ein Electronic Press Kit (EPK)?

Ein Electronic Press Kit (EPK) ist die digitale Pressemappe eines Musikers oder einer Band. Es bündelt die wichtigsten Informationen und Medien rund um den Künstler an einem zentralen Ort – von der Biografie über Musik und Pressefotos bis hin zu Videos, Erfolgen und Kontaktdaten.

Das EPK richtet sich vor allem an Journalisten, Booker, Veranstalter, Festivals, Labels und Managements. Sie sollen damit schnell erfassen können, wer die Band ist, wie sie klingt und ob sie für eine Berichterstattung, ein Konzert oder eine Zusammenarbeit interessant ist.

Ein gutes EPK ist deshalb weniger Selbstdarstellung als eine professionelle Informationsquelle, die alle relevanten Inhalte schnell zugänglich macht.


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Wofür brauchen Musiker und Bands ein EPK?

Ein EPK brauchst Du immer dann, wenn jemand schnell entscheiden soll, ob deine Band interessant ist.

Statt sich Musik, Fotos, Biografie und Kontaktdaten selbst auf verschiedenen Plattformen zusammensuchen zu müssen, bekommt der Empfänger alles gebündelt an die Hand. Genau das ist der wichtigste Zweck eines guten Press Kits.

Ein EPK nimmt Arbeit ab und macht eine Entscheidung leichter.

Typische Einsatzgebiete eines EPK

  • Booking: Veranstalter und Booker können Musik, Live-Videos, bisherige Auftritte und relevante Eckdaten prüfen.
  • Presseberichterstattung: Journalisten finden Bio, Pressefotos, Musik, Hintergrundinformationen und einen direkten Ansprechpartner.
  • Festivalbewerbungen: Ein EPK liefert Veranstaltern kompakt die Informationen, die sie für die Auswahl einer Band benötigen.
  • Labels und Management: Musik, Positionierung, bisherige Entwicklung und Erfolge lassen sich an einem Ort beurteilen.
  • Neue Releases: Bei Singles, EPs oder Alben kannst Du Medien und andere Branchenkontakte gezielt mit aktuellem Material versorgen.

Das Electronic Press Kit soll den Empfänger also nicht mit möglichst vielen Informationen beeindrucken. Es soll ihm ermöglichen, deine Band möglichst schnell einzuordnen und die für ihn relevanten Informationen sofort zu finden.

Was ist der Unterschied zwischen EPK, Pressemappe & One-Sheet?

Die Begriffe EPK, Pressemappe und One-Sheet werden im Musikbusiness nicht immer trennscharf verwendet.

Entscheidend ist weniger die Bezeichnung als die Frage, wie umfangreich die Informationen sind und wofür ihr sie einsetzen wollt.

Ein Electronic Press Kit ist in der Regel die zentrale und ausführlichste digitale Informationsquelle über eure Band. Hier finden Presse, Booker oder Veranstalter neben der Biografie beispielsweise Musik, Videos, Pressefotos, Erfolge, Termine und Kontaktdaten.

Die Pressemappe verfolgt grundsätzlich denselben Zweck. Früher bestand sie häufig aus gedruckten Unterlagen, heute wird der Begriff auch für digitale Pressematerialien verwendet.

In der Praxis werden Pressemappe und EPK deshalb häufig synonym gebraucht.

Ein One-Sheet ist deutlich kompakter. Es fasst die wichtigsten Informationen auf einer einzigen Seite zusammen und eignet sich beispielsweise dafür, einen neuen Release, eine Band oder ein konkretes Booking schnell vorzustellen.

Die Grenzen sind dabei fließend und Du musst nicht gleich drei unterschiedliche Dokumente erstellen.

Für die meisten Bands reicht ein gutes EPK als zentrale Basis, aus dem sich bei Bedarf eine kompakte Ein-Seiten-Version ableiten lässt.

EPK Electronic Press Kit erstellen
Was gehört in ein gutes Electronic Press Kit

Was gehört in ein gutes EPK?

Ein gutes EPK enthält nicht möglichst viel Material, sondern die besten und für den Empfänger relevantesten Inhalte.

Niemand möchte sich durch zehn Songs, zwanzig Fotos und eine seitenlange Bandgeschichte arbeiten.

Das deklarierte Ziel ist, dass sich Presse, Booker oder Veranstalter innerhalb kurzer Zeit ein klares Bild von deiner Band machen können.

1. Kurzprofil & Musiker-Biografie

Die Musiker-Biografie beantwortet zuerst die wichtigsten Fragen: Wer seid ihr, welche Musik macht ihr und was zeichnet euch aus?

Nenne daher die musikalische Richtung, Herkunft und den Punkt, der deine von anderen Bands oder Musikern unterscheidet. Das kann ein ungewöhnlicher musikalischer Ansatz, die Entstehungsgeschichte oder eine besondere Verbindung innerhalb der Band sein.

Konzentriere dich dabei auf das, was für Außenstehende tatsächlich interessant ist.

Dazu gehören beispielsweise wichtige Auftritte, Auszeichnungen, bemerkenswerte Kooperationen oder andere relevante Erfolge. Nennt außerdem, woran die Band gerade arbeitet: etwa eine neue Single, ein kommendes Album oder eine Tour.

Das Ergebnis sollte keine vollständige Chronik eurer Bandgeschichte sein.

Ein Leser sollte nach wenigen Sätzen verstehen, wie deine Band klingt, wofür sie steht und warum es sich lohnt, sich näher mit dir und der Band zu beschäftigen.

Kurze & lange Bio vorbereiten

Bereitet die Band-Biografie am besten in mindestens zwei Längen vor.

Eine kurze Version von wenigen Sätzen eignet sich für Booker, Veranstalter, Festivalprogramme oder Ankündigungstexte.

Die längere Version liefert Journalisten mehr Hintergrund zur Bandgeschichte, eurer Musik und aktuellen Projekten. Unterschiedliche Empfänger können so genau die Fassung verwenden, die sie benötigen.

Schreibt beide Fassungen in der dritten Person:

„Die Darmstädter Band XY verbindet …“ statt „Wir sind eine Band aus …“.

Formuliere die Bio außerdem so, dass sie direkt übernommen werden kann: Je weniger ein Veranstalter oder Redakteur umschreiben, recherchieren oder nachfragen muss, desto besser funktioniert das EPK.

Nutzt Du beim Schreiben KI-Unterstützung, solltest Du den Text anschließend selbst redigieren und kannst ihn zusätzlich mit einem sogenannten AI text detector überprüfen.

Idealerweise funktioniert bereits der erste Absatz des Electronic Press Kits für sich allein.

So kann ein Redakteur bei Bedarf nur die Kurzfassung übernehmen, während die ausführlichere Bio danach zusätzliche Hintergründe liefert.

2. Die beste Musik

Die Musik ist das Herzstück des Band-EPK. Trotzdem gehört dort nicht die komplette Diskografie hinein.

Wähle lieber wenige Songs aus, die deine Band aktuell am besten repräsentieren und einem Booker, Journalisten oder Label schnell zeigen, wofür die Band musikalisch steht.

Setze den stärksten Song an die erste Stelle.

Neue oder aktuell beworbene Releases sollten ebenfalls prominent vertreten sein, sofern sie die musikalische Ausrichtung gut widerspiegeln.

Am bequemsten ist ein direkt eingebetteter Player, über den die Songs ohne Umwege abgespielt werden können.

Alternativ kannst Du gut sichtbare Links zu Spotify, Bandcamp, SoundCloud oder einer anderen Streaming-Plattform anbieten.

Möchte die Band noch unveröffentlichte Songs präsentieren, stelle diese nicht öffentlich ins EPK. Nutze dafür einen privaten Streaming- oder Download-Link, den Du gezielt an ausgewählte Empfänger weitergeben kannst.

3. Professionelle Pressefotos & Artwork

Zu deinem EPK gehören aktuelle, professionelle und hochauflösende Pressefotos, die Medien direkt für ihre Berichterstattung verwenden können.

  • Stelle nicht nur ein einziges Motiv bereit
  • Sinnvoll sind mehrere ausgewählte Aufnahmen: Porträts, Bandfotos oder Live-Bilder
  • Idealerweise gibt es Motive im Hoch- und Querformat
  • Stelle auch Bilder zur Verfügung, die sich problemlos quadratisch zuschneiden lassen

Zeige auf der EPK-Seite eine Vorschau, biete die hochauflösenden Originaldateien aber zusätzlich direkt zum Download an.

So muss ein Redakteur weder Bilder von deiner Website speichern noch per E-Mail nach einer druckfähigen Version fragen.

Wenn Du gerade eine Single, EP oder ein Album bewirbst, gehört auch das zugehörige Cover-Artwork in dein EPK.

Die richtigen Dateinamen

Auch die Dateinamen sollten professionell sein.

  • Statt: IMG_4827.jpg oder final_neu.jpg
  • Besser: Bandname_Pressefoto_01.jpg oder Bandname_Single_Titel_Cover.jpg

So lässt sich eine Datei auch dann noch eindeutig zuordnen, wenn sie längst aus deinem Download-Ordner herauskopiert wurde.

Bildrechte & Credits

Bei Pressefotos zählt nicht nur die Qualität, sondern auch die rechtssichere Nutzung.

Stelle in deinem Electronic Press Kit deshalb nur Bilder bereit, bei denen eindeutig geklärt ist, dass Journalisten, Veranstalter oder andere Medien sie im vorgesehenen Zusammenhang verwenden dürfen.

Nenne bei jedem Pressefoto den Fotografen und den gewünschten Bildcredit.

Am besten steht der Credit direkt beim Download oder zusätzlich im Dateinamen beziehungsweise in einer kurzen Begleitinformation. So weiß ein Redakteur sofort, welche Quellenangabe verwendet werden soll.

Klare Formulierungen helfen ebenfalls: Du kannst beispielsweise vermerken, dass die bereitgestellten Pressefotos zur redaktionellen Berichterstattung über dich oder deine Band genutzt werden dürfen.

Besondere Einschränkungen solltest Du direkt dazuschreiben.

Veröffentliche im EPK außerdem keine Fotos oder Grafiken, deren Nutzungsrechte Du nicht sicher geklärt hast.

Dass ein Bild von deiner Band aufgenommen wurde oder bereits auf Instagram steht, bedeutet nicht automatisch, dass Du es beliebig an Medien zur weiteren Verwendung geben darfst.

4. Musikvideos & Live-Videos

Videos zeigen mehr als ein Song allein: Sie vermitteln, wie Du und deine Band wirken, auftreten und eure Musik präsentieren.

Beschränke dich im EPK deshalb auf dein bestes und aktuell relevantes Material. Ein starkes Video ist hilfreicher als eine Sammlung mittelmäßiger Clips.

Welche Art von Video Du an erste Stelle setzt, hängt vom Zweck deines EPK ab.

Für die Promotion einer neuen Single oder eines Albums bietet sich das aktuelle Musikvideo an.

Geht es dagegen um Booking oder Festivalbewerbungen, ist ein echtes Live-Video besonders wertvoll. Veranstalter können damit einschätzen, wie deine Band auf der Bühne klingt, aussieht und mit dem Publikum wirkt.

Zeige dabei möglichst eine tatsächliche Performance und nicht nur einen aufwendig geschnittenen Trailer aus kurzen Konzertausschnitten.

Gute Bildqualität hilft, noch wichtiger sind aber verständlicher Ton und ein realistischer Eindruck deiner Live-Show. Das Video solltest Du nach Möglichkeit direkt in dein EPK einbetten, damit es ohne zusätzlichen Umweg abgespielt werden kann.

5. Pressestimmen, Erfolge & Kennzahlen

Pressestimmen und Erfolge liefern deinem EPK Belege dafür, dass deine Musik bereits Aufmerksamkeit bekommen hat.

Wähle dafür nur Aussagen und Referenzen aus, die für Presse, Booker oder andere Branchenkontakte tatsächlich etwas aussagen. Besonders gut funktionieren kurze Zitate aus bekannten oder thematisch passenden Medien.

Auch relevante Meilensteine gehören hierher: Das können Auftritte auf bekannten Festivals oder in renommierten Venues, Support-Shows für etablierte Künstler, Awards, Chart-Erfolge oder Platzierungen in wichtigen Playlists sein.

Konzentriere dich auf wenige Highlights, die deine bisherige Entwicklung nachvollziehbar machen.

Zahlen aus Social Media & Streaming

Ergänzend kannst Du aussagekräftige Streaming- und Social-Media-Kennzahlen nennen – aber eine hohe Zahl allein ist noch kein Qualitätsmerkmal.

Interessanter sind Zahlen, die tatsächliche Reichweite oder Entwicklung zeigen und sich sinnvoll einordnen lassen. Dazu gehören beispielsweise stark gewachsene monatliche Hörer oder eine besonders aktive Community.

Schwache Zahlen solltest Du nicht künstlich groß wirken lassen.

Wenn eine Kennzahl keinen positiven Eindruck hinterlässt oder keinen Kontext liefert, lässt Du sie besser weg.

6. Aktuelle Releases & Tourdaten

Wenn Du gerade eine neue Single, EP oder ein Album veröffentlichst, sollte dieser Release in deinem EPK sofort erkennbar sein.

Nenne den Titel, das exakte Release-Datum und verlinke die Musik direkt.

Tipp: Bei einem noch unveröffentlichten Release kannst Du zusätzlich einen privaten Hörlink für Presse oder andere ausgewählte Empfänger bereitstellen.

Auch wichtige kommende Konzerte gehören ins EPK: Gib dafür mindestens Datum, Ort und Venue an.

Besonders relevant sind größere Festivals, Shows als Support anderer Bands, Release-Konzerte oder weitere Termine, die deine aktuelle Entwicklung unterstreichen.

Wichtig ist dabei vor allem die Aktualität, denn vergangene Tourdaten und längst erschienene „kommende“ Releases wirken unprofessionell.

Prüfe diesen Bereich deines Electronic Press Kit deshalb regelmäßig und entferne etwaige abgelaufene Termine. Dein EPK sollte immer nur das zeigen, was bei dir gerade passiert und was als Nächstes ansteht.

7. Kontakt, Links & technische Unterlagen

Am Ende muss klar sein, wen ein Booker, Veranstalter oder Journalist kontaktieren soll.

Nenne deshalb einen eindeutigen Ansprechpartner und eine direkte E-Mail-Adresse. Wenn Du mit Management, Booking oder einer PR-Agentur arbeitest, kannst Du diese Kontakte zusätzlich nach Zuständigkeit trennen.

Stelle zudem Links zu deiner Website sowie den wichtigsten Social-Media- und Streaming-Profilen bereit.

Aber konzentriere dich dabei auf Plattformen, die Du tatsächlich pflegst und die für deine Musik relevant sind. Ein voller Block mit zehn kaum genutzten Profilen hilft niemandem.

Für Streaming eignen sich beispielsweise Spotify, Apple Music, YouTube oder Bandcamp.

Bei Social Media solltest Du vor allem die Kanäle verlinken, auf denen deine Band aktiv ist und sich ein realistischer Eindruck von deiner Reichweite und deiner aktuellen Arbeit gewinnen lässt.

Halte diesen Bereich bewusst einfach.

Kontaktieren, weiterklicken und Musik finden muss ohne Suche möglich sein.

Stage Plot & Tech Rider für Booking

Wenn Du dein EPK für Bookings oder Festivalbewerbungen nutzt, solltest Du auch die wichtigsten technischen Unterlagen bereitstellen. Dazu gehören vor allem ein Stage Plot und ein Tech Rider.

Der Stage Plot zeigt übersichtlich, wie deine Band auf der Bühne aufgebaut ist:

  • Wo stehen Schlagzeug, Gitarrenverstärker, Keyboards und Musiker?
  • Wo werden Mikrofone, Monitore oder Stromanschlüsse benötigt?

Ergänze außerdem die Besetzung deiner Band, damit die Produktion sofort weiß, mit wie vielen Musikern und Instrumenten sie planen muss.

Der Tech Rider geht stärker ins Detail und beschreibt die technischen Anforderungen deiner Show. Typische Angaben sind beispielsweise:

  • benötigte Eingänge
  • Mikrofone
  • Monitoring
  • Backline
  • Stromversorgung
  • besondere Anforderungen an PA und Bühne.

Stelle den Tech Rider als separaten PDF-Download bereit.

Ist dein EPK hauptsächlich für Journalisten, müssen Stage Plot und Tech Rider dagegen nicht prominent platziert sein. Diese Informationen sind in erster Linie für Booker, Veranstalter und deren Technikteams relevant.

EPK Electronic Press Kit erstellen
So sieht ein Stage Plot und Tech Rider im EPK Electronic Press Kit aus

EPK erstellen: Schritt für Schritt zum fertigen Press Kit

Ein gutes EPK entsteht dann, wenn Informationen für den jeweiligen Empfänger wichtig sind und er sie schnell findet.

Mit den folgenden Schritten baust Du dein Press Kit deshalb gezielt auf.

1. Ziel & Empfänger festlegen

deine erste Frage beim EPK erstellen lautet: Wen möchtest Du damit überzeugen? Ein Journalist sucht nach anderen Informationen als ein Veranstalter oder ein Label.

Für die Presse stehen vor allem eine gute Story, eine brauchbare Bio, professionelle Pressefotos und Informationen zum aktuellen Release im Vordergrund.

Ein Veranstalter oder Booker möchte dagegen schnell hören und sehen, wie deine Band klingt und live funktioniert. Musik, Live-Videos, bisherige Auftritte und wichtige Booking-Informationen sollten deshalb prominent platziert sein.

Bei einer Festivalbewerbung zählt zusätzlich, ob deine Band zum Festival passt und bereits Bühnenerfahrung mitbringt. Ein überzeugendes Live-Video, relevante Referenzen und aktuelle Informationen zur Besetzung helfen bei der Einordnung.

Ein Label oder Management interessiert sich stärker für deine Musik, deine Positionierung und deine bisherige Entwicklung. Erfolge, Reichweite und belastbare Kennzahlen können hier wichtiger sein als technische Unterlagen für die Bühne.

Du brauchst dafür keine komplett unterschiedlichen EPKs.

Häufig reicht eine zentrale Version, bei der Du die für den jeweiligen Empfänger wichtigsten Inhalte nach oben stellst oder direkt auf den passenden Bereich verlinkst.

2. Material sammeln & aussortieren

Sammle alle potenziell relevanten Inhalte an einem Ort. Dazu gehören deine Bio, Pressefotos, Musik, Videos, Pressestimmen, wichtige Erfolge, aktuelle Kontaktdaten und – wenn Du das EPK für Bookings nutzt – Stage Plot und Tech Rider.

Danach kommt der wichtigere Schritt: das Aussortieren.

Ein EPK ist kein Archiv deiner gesamten Karriere. Verwende nur Material, das aktuell ist, professionell wirkt und dich oder deine Band wirklich gut repräsentiert.

Wähle deshalb lieber zwei starke Songs statt acht durchschnittlicher Tracks, einige wenige hervorragende Pressefotos statt einer kompletten Galerie und ein überzeugendes Live-Video statt fünf mittelmäßiger Mitschnitte.

Auch ältere Erfolge und Pressestimmen solltest Du kritisch prüfen. Sie dürfen weiterhin ins EPK, wenn sie heute noch relevant sind. Veraltete Kontaktdaten, längst vergangene Termine, nicht mehr funktionierende Links oder Material aus einer früheren musikalischen Phase solltest Du dagegen entfernen.

Die entscheidende Frage: Hilft der Inhalt dabei, dich schneller und besser einzuschätzen?

3. Das richtige EPK-Format wählen

Eine eigene EPK-Webseite bzw. Landingpage ist die beste Lösung für die meisten Musiker und Bands. Hier bündelst Du alle wichtigen Inhalte unter einer einzigen URL, die sich unkompliziert per E-Mail an Journalisten, Booker, Veranstalter oder Labels schicken lässt.

Der größte Vorteil: Du kannst dein EPK jederzeit aktualisieren, ohne anschließend neue Dateien verschicken zu müssen.

Musik und Videos lassen sich direkt einbetten, Pressefotos können zum Download angeboten werden und der Empfänger kann sich auch auf dem Smartphone schnell durch die Inhalte bewegen.

Idealerweise liegt das Electronic Press Kit als eigene Seite auf deiner Website, zum Beispiel unter deineband.de/epk. Die Seite muss dabei nicht unbedingt über die normale Navigation erreichbar sein. Du kannst sie gezielt über den direkten Link weitergeben.

Electronic Press Kit als PDF

Zusätzlich kann ein EPK als PDF sinnvoll sein – wenn ein Veranstalter oder Festival ausdrücklich ein Dokument verlangt oder Informationen intern weitergeleitet werden sollen.

Als einzige Lösung hat ein PDF jedoch Nachteile: Eingebettete Medien funktionieren nur eingeschränkt und jede Änderung erzeugt eine neue Version. Alte PDF-Dateien können deshalb schnell veraltet sein.

EPK in der Cloud

Als Ergänzung kannst Du noch einen Cloud-Ordner bei Google Drive, Dropbox oder einem ähnlichen Dienst nutzen.

Dieser eignet sich für hochauflösende Pressefotos, Artwork, Tech Rider oder andere größere Dateien.

Als eigentliches EPK ist ein Ordner dagegen nicht geeignet: Der Empfänger muss sich selbst durch Dateien arbeiten und bekommt deine wichtigsten Informationen nicht automatisch in der richtigen Reihenfolge präsentiert.

Optimal: Eine EPK-Webseite für die Präsentation, ergänzt durch Downloads und PDF.

4. Das Wichtigste nach oben stellen

Der Empfänger deines EPK sollte nicht erst suchen müssen, um zu verstehen, wer Du bist, wie deine Musik klingt und warum Du relevant bist.

Eine sinnvolle Reihenfolge ist:

  • Bandname und kurze Beschreibung
  • stärkster Song oder bestes Video
  • Kurz-Bio
  • Pressefotos
  • Highlights und Pressestimmen
  • aktuelle Releases und Shows
  • Downloads wie Stage Plot oder Tech Rider
  • Kontakt

Für Booker sollte beispielsweise ein starkes Live-Video weiter oben stehen, während für Journalisten aktuelle Releases, Bio und Pressefotos wichtiger sind.

5. Dateien, Downloads & Nutzungsrechte

Bereite alle Downloads so vor, dass sie ohne Rückfragen verwendet werden können.

Nutze dabei eindeutige Dateinamen wie Bandname_Pressefoto_01.jpg statt kryptischer Bezeichnungen wie final_final_neu2.jpg.

Bei Pressefotos sollten Fotograf und gewünschter Bildcredit klar angegeben sein. Prüfe außerdem vor dem Versand jeden Downloadlink und stelle sicher, dass die Dateien tatsächlich erreichbar sind.

Besonders bei Google Drive, Dropbox oder ähnlichen Diensten solltest Du die Freigabe- und Zugriffsrechte kontrollieren. Der Empfänger sollte Dateien öffnen und herunterladen können, ohne erst eine Zugriffsanfrage stellen zu müssen.

6. EPK vor dem Verschicken testen

Prüfe am Ende noch einmal alles aus Sicht eines fremden Empfängers.

Stelle dir dafür drei Fragen:

  • Verstehen alle innerhalb weniger Sekunden, welche Musik Du machst?
  • Kann man deine Musik sofort hören?
  • Findet man Ansprechpartner, Pressefotos und Downloads ohne Umwege?

Teste dein EPK zusätzlich auf dem Smartphone, prüfe alle Links und Downloads und achte auf möglichst kurze Ladezeiten.

Besonders eingebettete Videos, große Bilder oder externe Dateien können sonst schnell zum Hindernis werden.

EPK für Presse, Booker & Labels anpassen

Nicht jeder Empfänger sucht in deinem EPK nach denselben Informationen. Passe deshalb vor allem die Gewichtung und Reihenfolge der Inhalte an dein Ziel an.

EmpfängerBesonders wichtig
PresseBio, Story, Pressefotos, aktueller Release, Pressestimmen
Booker / VeranstalterLive-Video, Genre, bisherige Shows, Publikum und Erfolge, Stage Plot, Tech Rider
Labels / ManagementMusik, Positionierung, bisherige Entwicklung, Kennzahlen, Erfolge

Diese EPK-Fehler solltest Du vermeiden

Viele Electronic Press Kits sind wenig nützlich für den Empfänger, weil sie zu umfangreich, veraltet oder schlecht organisiert sind.

Diese Fehler solltest Du vermeiden:

  • Zu viele Songs und Bilder: Zeige eine gezielte Auswahl deiner stärksten Inhalte statt deiner kompletten Diskografie oder Fotogalerie.
  • Veraltete Informationen:
    Entferne vergangene Termine, alte Releases und überholte Bandinformationen.
  • Schlechte Pressefotos:
    Niedrig aufgelöste, unscharfe oder unprofessionelle Bilder erschweren eine Veröffentlichung.
  • Fehlende Bildcredits:
    Gib bei Pressefotos klar an, wer sie aufgenommen hat und wie der Credit lauten soll.
  • Riesige E-Mail-Anhänge:
    Verschicke lieber einen Link zu deinem EPK und stelle größere Dateien dort zum Download bereit.
  • Unübersichtliche Cloud-Ordner:
    Niemand möchte sich durch Dutzende schlecht benannte Dateien arbeiten. Strukturiere Downloads klar und reduziere sie auf das Wesentliche.
  • Kaputte oder gesperrte Links:
    Teste regelmäßig, ob Musik, Videos und Downloads ohne zusätzliche Freigabe erreichbar sind.
  • Keine direkte Kontaktmöglichkeit:
    Ein Ansprechpartner und eine funktionierende E-Mail-Adresse müssen schnell zu finden sein.
  • Eine komplette Lebensgeschichte als Bio:
    Konzentriere dich auf die Informationen, die deine Musik, deine Positionierung und deine aktuelle Story erklären.
  • Kennzahlen künstlich aufblasen:
    Nenne nur Streaming- oder Social-Media-Zahlen, die tatsächlich etwas über deine Reichweite oder Entwicklung aussagen.

Der häufigste Fehler: Das EPK einmal erstellen und nicht mehr aktualisieren.

Prüfe es deshalb regelmäßig und aktualisiere Musik, Fotos, Termine, Erfolge, Links und Kontaktdaten, sobald sich etwas Wesentliches verändert.

EPK-Checkliste: Ist dein Press Kit fertig?

  • Kurz- und Lang-Bio vorhanden
  • Beste und aktuell relevante Songs ausgewählt
  • Hochauflösende Pressefotos verfügbar
  • Aktuelles Single-, EP- oder Album-Artwork vorhanden
  • Starkes Musikvideo oder Live-Video eingebunden
  • Relevante Pressestimmen und Highlights aufgeführt
  • Aussagekräftige Kennzahlen ergänzt
  • Aktuelle Releases und Termine eingetragen
  • Ansprechpartner und E-Mail-Adresse gut sichtbar
  • Social-Media- und Streaming-Profile verlinkt
  • Bei Booking: Stage Plot und Tech Rider verfügbar
  • Bildcredits und Nutzungsrechte geklärt
  • Alle Links und Downloads getestet

Kannst Du jeden Punkt abhaken, ist dein EPK bereit zum Verschicken.

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