Was macht eigentlich Dr. Dre?

Dr. Dre - Hip-Hop-Produzent

Dr. Dre - Produzent, Rapper, Schauspieler und Wegbereiter des Hip-Hop! [Foto: Universal Music]

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Dr. Dre – Kindheit und Jugend

Dr. Dre (bürgerlich André Romell Young) ist der erste Sohn von Verna und Theodore Young. Mit drei Jahren trennten sich seine Eltern. Von dort an wuchs er bei seiner Mutter auf und hatte kaum Kontakt zu seinem Vater.
Schon früh legte er seinen Fokus auf die Musik und vernachlässigte die Schule. Aufgrund von schlechter Leistung besuchte er mehrere High Schol´s. Geboren ist Young in der berüchtigten Gangsta-Rap Hauptstadt Campton, ein Vorort der kalifornischen Millionenstadt Los Angeles. Campton ist bekannt für eine hohe Kriminalitätsrate. Vor allem Bandenkriege zwischen Crips, Bloods und mittlerweile auch Sureños führen zu einer niedrigen Lebenserwartung und Lebensqualität. Viele Hochkaräter des Gangsta-Raps kommen aus dem Vorort. Unter anderem Tyga, The Game, Dj Mustard, YG, Lil Eazy, Roddy Rich, ICE Cube, Kendrick Lamar, Eazy-E uwm.

Dr. Dre – Anfänge seiner Karriere

Dre hat früh angefangen Musik zu machen und legte schon mit 19 Jahren in Nachtclubs als DJ auf. Mit seinem Freund und Partner DJ Yella zog er von Club zu Club und arbeitete Tag und Nacht an seinen Beats und seiner Musik.

Zu dieser Zeit begann die Zusammenarbeit mit der World Class Wreckin´Cru (WCWC).

World Class Wreckin´Cru

Mit seiner neuen Crew setzte Dr. Dre mit den Singles Surgery (1984) oder Juice (1985) Akzente und verkauften über 50.000 Einheiten. Von dort an war die WCWC eine der wichtigsten Größen des amerikanischen Hip-Hop´s. Ein 100.000 Dollar Plattenvertrag bei CBS Records folgte.

Zusammen mit dem damaligen Freund und Kollegen DJ Yella hatte Young allerdings andere Pläne. Sie verließen die Gruppe und sagten sich ab von glitzernden Pailletten Klamotten und Electro-Hop Musik. Dre und Yella arbeiteten von nun an bei dem Radiosender KDAY in Los-Angeles und waren unter anderem an dem Programm „Mixmasters“ von dem Rapper Ice-T beteiligt.

N.W.A.

Ein Jahr später lernte Dre die Rapper Ice Cube und Eazy-E kennen. Er fing an für das Label Ruthless Records zu arbeiten. Von nun war der Sound härter. Inspiration war das Straßenleben in Compton. DJ Yella und MC Ren schlossen sich der Crew an und somit gründeten sie 1986 die Gruppe N.W.A. (kurz für „Niggaz with Attitudes“). Dr. Dre war selbst auch am rappen und hatte vereinzelt Parts auf mehreren Tracks. Im Fokus stand für ihn allerdings immer die Produktion von Musik.

N.W.A. – Alben

  • 1987: N.W.A and the Posse (Debütalbum)
  • 1988: Straight Outta Compton
  • 1990: 100 Miles and Runnin‘
  • 1991: Niggaz4Life

Das erfolgreichste und bahnbrechendste Album der Crew ist „Straight Outta Compton“. Produziert wurde es in sechs Wochen mit einem Budget von 8000 US-Dollar. Das Low Budget Album ging durch die Decke und war mit 2,5 Millionen Einheiten die erste wichtige Produktion von Dr. Dre. Dies war Dres Durchbruch.

Der Bekanntheitsgrad von N.W.A. sowie des Albums „Straight Outta Compton“ stieg enorm durch Ermittlungen des FBI. Durch die Kontroverse um den Song „Fuck tha Police“ standen die Rapper im Fadenkreuz der Ermittler trugen somit enorm viel zur Popularisierung des Gansta-Raps bei. Sie sind bis heute eine Ikone der Westcoast.

Das Leben und die Anfänge von N.W.A. wurden 2015 in dem Film „Straight Outta Compton“ dargestellt. Drei Jahre nach der Gründung stieg Ice Cube aus der Gruppe aus und begann seine Solokarriere. Zwei weitere Jahre später gab es Streitigkeiten zwischen Dre und Eazy-E. Das Resultat aus all dem war die Auflösung der Crew

Dr. Dre – Der größte Hip-Hop-Produzent

Dr. Dre gründete, mit seinem damaligen Bodyguard und Produzenten Suge Knight, ein eigenes Label „Death Row Records“ und produzierte unter diesem Namen das erste Album des Rappers The D.O.C. „No One Can Do It Better“. Dies war Dres erste Auftragsarbeit als Produzent. In den Folgejahre Produzierte Young die Musik von Rappern wie 2Pac, Nate Dogg und Snoop Doggy Dog.

Produzierte Alben über „Death Row Records“

ErschieinungsjahrInterpretAlbumname
1992Dr. DreThe Chronic
19932. Snoop Doggy DoggDoggystyle
1994SoundtrackAbove the Rim (soundtrack)
1994SoundtrackMurder Was The Case
20002PacThe Marshall Mathers LP
2001The WashSoundtrack
1995Tha Dogg PoundDogg Food
19952PacAll Eyez On Me
19962PacThe Don Killuminati: The 7 Day Theory
1996Snoop Doggy DoggTha Doggfather

2pac feat Dr.Dre – California Love

1996 entschloss sich Dr. Dre dazu, sein komplett eigenes Label zu gründen. Es gab Streitigkeiten mit seinem Partner Suge Knight und dem Rapper 2Pac. Seine Zeit bei der WCWC wurde in jedem Beef, vor allem mit 2Pac und Eazy-E, gegen ihn verwendet. Man bezeichnete ihn aufgrund seiner glizernden pailletten Kleidung und dem Lippenstift als Homosexuellen.

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Er ging also seinen eigenen Weg und löste sich von jeglichen Partnern und Freunden. Anschließend gründete er das berühmte Label „Aftermath Entertainment“, welches unter Interscope lief. Unter Aftermath Entertainment produziert Dr. Dre bis heute Musik.Größtenteils Hip-Hop mit Künstler und Rapper wie Kendrick Lamar, Anderson. Paak oder Eminem stehen unter Vertrag. Ehemalige Künstler sind 50 Cent, The Game, Busta Rhymes uvm.

Produzierte Alben über „Aftermath Entertainment“

ErschieinungsjahrInterpretAlbumnameZusammenarbeit
1996Dr. DreDr. Dre Presents: The Aftermath
1997The FirmThe Album
1999Dr. Dre2001
1999EminemThe Slim Shady LP
2000EminemThe Marshall Mathers LP
2001The WashSoundtrack
2002Truth HurtsTruthfully Speaking
2002EminemThe Eminem Show(Shady / Aftermath)
2002Eminem8 Mile – Soundtrack(Shady / Aftermath)
2002Truth HurtsTruthfully Speaking
200350 CentGet Rich or Die Tryin’(Shady / Aftermath)
2004EminemEncore(Shady / Aftermath)
2005EminemCurtain Call: The Hits(Shady / Aftermath)
200550 CentThe Massacre(Shady / Aftermath)
200550 CentThe Massacre – Re-Release(Shady / Aftermath)
2005The GameThe Documentary(G Unit / Aftermath)
2006Busta RhymesThe Big Bang
2006EminemEminem Presents: The Re-Up(Shady / Aftermath)
2007Bishop LamontNigga Noize (Mixtape)
200750 CentCurtis(Shady / Aftermath)
2009EminemRelapse(Shady / Aftermath)
200950 CentBefore I Self Destruct(Shady / Aftermath)
2010EminemRecovery(Shady / Aftermath)
2012Kendrick LamarGood Kid, M.a.a.d. City
2013EminemThe Marshall Mathers LP 2(Shady / Aftermath)
2015Kendrick LamarTo Pimp a Butterfly
2015Dr. DreCompton
201750 CentBest of 50 Cent(Shady / Aftermath)
2018EminemKamikaze(Shady / Aftermath)
2018Anderson.PaakOxnard(Aftermath / 12 Tone Music)

Eminem, Dr. Dre – Forgot About Dre ft. Hittman

Dr. Dres Rap-Karriere

Young brachte unter anderem drei Hip-Hop Soloalben raus. Sein Debütalbum lief unter dem Label „Death Row Records“. Es wurde 3 Millionen Mal verkauft. Das heißt dreifach Platin und stieg auf Platz 3 der Billboard-Charts ein. Für die Single „Let Me Ride“ gewann Young 1994 einen Grammy. Der Rapper Snoop Doggy Dog war an 12 von 16 Liedern beteiligt und lieferte Gangsta-Rap Parts ab.

Dre popularisierte mit seinem Soloalbum den Stil des G-Funk, der weniger aggressiv als der vorherige N.W.A. Stil war. Dre liebte es den neuen Synthesizer in seine Produktion mit einzubinden. Sein zweites und drittes Album erschien über sein Label „Aftermath Entertainment“.

Dr. Dre – Soloalben

  • 1992: The Chronic (Debütalbum)
  • 1999: 2001
  • 2015: Compton: A Soundtrack by Dr. Dre

Die erfolgreichsten Hits von Dr. Dre

Dr. Dres Schauspielrollen

Young probierte sich auch als Schauspieler aus. Den großen Durchbruch schaffte er allerdings nicht. Unter anderem spielte er eine Nebenrolle im Actionfilm „Set IT Off“. Jahre später folgten Nebenrollen in zwei weiteren Kinofilmen. Zu einen spielte er einen korrupten Polizisten im Film „Training Day“. Zum anderen einen Angestellten einer Autowaschanlage im Film „The Wash“.
Seine vermeindliche Hauptrolle erhielt er 2018 in der Netflixdokumentation „The Defiant Ones“, über den Werdegang von ihm selbst und Jimmy Iovine.

Das macht Dr. Dre heute

Dr. Dre ist heute neben der Musik vor allem als Unternehmer tätig. Die Jüngere Generation wird ihn vermutlich nicht wegen seiner Musikproduktion oder als Rapper kennen. Eher wegen seiner Dr Dre Kopfhörer. 2006 gründete er den Audiotechnik Hersteller Beats Electronics zusammen mit Jimmy Lovin.

Beats by Apple

Foto [modifiziert] von Matthew Raymundo [CC BY 2.0]

Einen Prototypen gab es im selben Jahr zu sehen. Dieser erschien im Musikvideo des Songs „You Don´t Know“ von Eminem. Auf dem Markt erschien das Produkt allerdings erst 2008. In Kooperation mit der Firma Monster Cable wurden die bekannten Kopfhörer Beats by Dr Dre ins Leben gerufen. Die Dr Dre Kopfhörer boomten enorm. Es dauerte nicht lange, dass sich die Dr. Dre Beats etablierten und eine bekannte Marke schufen.

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Apple Inc. kaufte 2014 Beats Electronics für drei Milliarden Dollar. Young soll satte 500 Millionen Dollar an dem Verkauf verdient haben. Apple plant für die Zukunft in Zusammenarbeit mit Young einen Streaming-Dienst „Vital Signs“. Das Projekt soll direkter Konkurrent von Netflix und Co. werden. Allerdings kommt es immer wieder zu Streitigkeiten, da Apple sein sauberes Image nicht mit Drogenexzessen und exzessivem Sexleben von Young beschmutzen will.

Was macht Dr. Dre heute?

Mit seiner Ehefrau Nicole Young lebt er mittlerweile in Brentwood, einem ruhigen Stadtteil von Los Angeles, mit den gemeinsamen Kindern Truly Young und Truice Young. Dr. Dre hat mittlerweile vier Söhne und drei Töchter von drei verschiedenen Frauen.

Traurige Fakten

Seinen ersten Sohn (Curtis Young) bekam er schon mit 16 Jahren und lernte ihn erst 20 Jahre später kennen, da er bei seiner Mutter aufwuchs. Sein Zweiter Sohn (Andre Young Jr.) starb im Alter von 20 Jahren an einer Überdosis Heroin. Er wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden.

Anlässlich des tragischen Todes von Kobe Bryant produzierte Dr. Dre einen Tribut für den Verstorbenen.

Außerdem brodelt die Gerüchteküche: Es wird gemunkelt dass Dre gemeinsam mit Allen Hughes (er war zb Director beim Musikvideo zu I Need A Doctor) an einer Dokuserie über Tupac und seiner Mutter Afeni Shakur arbeitet. Titel der 5-teiligen Dokuserie ist „Outlaw: The Saga of Afeni and Tupac Shakur“. Wir sind gespannt was wir noch von ihm hören oder sehen werden!

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