11 deutsche Rapperinnen, die Kerle alt aussehen lassen

deutsche Rapperinnen

Deutsche Rapperinnen sind auf dem Vormarsch.

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Deutsche Rapperinnen im Fokus

Worauf zielen weibliche Raptexte ab? Betrachten wir das einmal exemplarisch anhand von Juju, die bis April dieses Jahres zusammen mit Nura das Rapduo SXTN bildete. Der Introsong ihres Debütalbums »Bling Bling« bietet sofort eine harte Kante:

Manche denken, ich bin assi, weil ich sauf und kiff
Ich denke mal, ich bin die Beste hier im Augenblick
Und während du wieder monatelang auf mich wichst
Hab ich 20 neue Songs und dein‘ Traum gefickt

Der Ton ist zwar rau, Kiffen und Saufen werden ebenfalls thematisiert, dennoch scheint es, als wolle die weibliche Rapszene nicht länger tatenlos mit ansehen, wie all die egophilen Männer sich den Deutschrap einverleiben. Frauen wie Juju geben ganz klar zu verstehen, dass sie auch eine Berechtigung haben, im Rap-Zirkus mitzumischen. In Ihrem Song »Schule« spricht Julu ganz unverblümt von ihren Antrieben:

Es fing an, als ich damals bei Kumpels war
Und gemerkt hab, ich rappe viel besser als die
Jeder Part war ein Treffer und sie
Ha’m gesagt: ‚Du bist echt ein Genie!‘

Hohes Selbst- und Pflichtbewusstsein

Die Frauen im Deutschrap scheinen nur so vor Selbstbewusstsein zu strotzen. Sie zeigen, dass das Rapgeschäft längst keine Männerdisziplin mehr ist – ganz im Gegenteil, wie diese elf Paradebeispiele unter Beweis stellen.

Nura und Juju (ehemals SXTN)

Nura und Juju bildeten bis April 2019 das Duo SXTN (gesprochen: Sikstn). 2014 begannen die beiden, mit ihren teils provokanten Texten die Deutschrapszene um eine weibliche Seite mehr zu bereichern. Ihre Sprache ist dabei derbe und verroht. Die thematische Ausrichtung: Prostitution, Mobbing, aber auch Rassismus, Drogen und Party machen. Während Juju gebürtige Berlinerin ist, ist Nura eritreischer Herkunft.

Ebow

Die deutsche Rapperin Ebow lebt in Wien und stammt einer Familie von Gastarbeitern ab. Ebow erlangte größere Aufmerksamkeit, nachdem sie 2012 ihr selbstproduziertes, halbstündiges Mixtape »Habibi’s Liebe und Kriege« veröffentlichte. Ihr Sound ist orientalisch beeinflusst und bedient sich auch elektronischer Aspekte. Ihre Texte gelten als angriffslustig und behandeln unter anderem die Geschlechterrollen in der türkischen Gemeinschaft.

Eunique

Rapperin Eunique heißt bürgerlich Eunique Cudjo Berkeley. Sie lebte in einer Pflegefamilie im Hamburger Stadtteil Poppenbüttel. Bereits ihr Vater war als Musiker mit der Supergroup Gravediggaz bekannt. Ihre Karrie kam in Fahrt, als sie 2015 einen Freestyle-Rap auf YouTube veröffentlichte.

Leila Akinyi

Leila Akinyi kommt mit sechs Jahren aus Afrika nach Deutschland und wächst in Köln auf. Schon als Kind soll sie Texte geschrieben haben, die sich ab ihrem 13. Lebensjahr in Rap transformierten. Ihren ersten Song veröffentlicht sie schließlich im Jahr 2016. Getreu ihrer Herkunft steht sie auch als Künstlerin zu ihren Wurzeln und singt daher eine Mischung aus Deutsch und Swahili.

Lumaraa

Sabine Gerling ist vielen besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Lumaraa. Auch sie erhielt erste Aufmerksamkeit und Achtung nach der Veröffentlichung ihres Mixtapes »Der Anfang einer neuen Zeit«. Mehrfach tritt sie danach bei »Rap am Mittwoch«, ein Internet-TV-Format, auf. Ihr Album »Gib mir mehr« hielt sich eine Woche auf Platz 27 der deutschen Charts.

Antifuchs

Nach Sido und Cro nun auch eine Rapperin mit Maske: Antifuchs steht bei Warner Music unter Vertrag und verbirgt ihr Gesicht hinter einer schwarzen Fuchsmaske. 2015 veröffentlichte sie ihre Debüt-EP »Willkommen im Fuxxxbau«. Die Platte gab es zum kostenlosen Downlaod. Ihr erstes Studioalbum »Stola« erschien 2018.

Pyranya

Anja Käckenmeister hat sogar 2006 am Bundesvision Song Contest teilgenommen. Zum Hip Hop kommt sie schon in früher Jugend, mit 16 beginnt sie, eigene Texte zu schreiben. Mit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums »Frauen und Technik« gründet sie sogleich ihr eingenes Plattenlabel Pyranja Records.

Ace Tee

Hinter Ace Tee verbirgt sich die Hamburgerin Tarin Wilda, die mit ihrem Lied »Bist du down« einen viralen Hit in den Vereinigten Staaten landen konnte. Sie sammelte tausende Shares und Likes sowie Hunderttausende Aufrufe. US Medien sprachen daraufhin von »the Cool New German R&B Singer«. Auf dem Album »tru« des Rappers Cro war sie als Gastmusikerin vertreten.

Fanstasma Goria

»Sie ist eine fantastische Erscheinung, ein Traumbild, ein Trugbild, eine Illusion – Fantasma Goria steht für extravagante Pop-Geschichten«,heißt es in der Selbstbeschreibung der Hamburgerin. In ihren Texten behandelt sie ihre eigene Gedankenwelt aus »Begierden, Dramen, Selbstfindung und Selbstüberschätzung«.

Namika

Namika ist arabischer Abstammung und lebt in Frankfurt am Main. Die junge deutsche Rapperin erreichte weite Bekanntheit durch ihren Song »Lieblingsmensch«, der im Jahr 2015 erschienen ist und es auf Platz eins der deutschen Single-Charts schaffte. Das ist ein Privileg, dass vor ihr noch nicht viele weibliche Hip Hop-Acts geschafft haben.

Sabrina Setlur

Sabrina Setlur darf gut und gerne als deutsches Urgestein der Rapszene bezeichnet werden. Zwischen 1995 und 2007 war sie die erfolgreichste deutsche Rapperin. Sie war die erste Rapperin überhaupt, die einen Nummer eins Hit in den deutschen Single-Charts platzierte. »Du liebst mich nicht« dürfte vielen noch im Kopf herum schwirren. Musikalisch ist es ruhiger um sie geworden. Zuletzt sah man sie bei Auftritten in Formaten wie »Grill den Henssler« im TV.

Lesermeinungen (9)

zu '11 deutsche Rapperinnen, die Kerle alt aussehen lassen'

  • Hans Otto Wurstmann   07. Aug 2019   13:59 UhrAntworten

    Sexismus mit Sexismus zu bekämpfen war noch nie eine gute Idee...
    Vielleicht wäre es sinnvoller Künstler als Künstler wahrzunehmen und sich nicht am Geschlecht abzuarbeiten.

    • Katja Köhler   09. Aug 2019   13:42 UhrAntworten

      Ja, aber warum nicht? Ist ja nicht als Kampf gegen Sexismus wahrzunehmen, sondern vielmehr als: Es gibt wieder Bewegung in der Szene, die es schafft an der Chart-Spitze zu landen. Da kann man ruhig mal sowas raushauen. Ist ja auch wichtig für die Wahrnehmung der Frauen in der Szene.

    • Hans Otto Wurstmann   09. Aug 2019   13:44 UhrAntworten

      Katja Köhler Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Ich frage mich nur, warum man dafür Geschlechter gegeneinander ausspielen muss...

  • Bernd Shiba Schölzel   07. Aug 2019   14:11 UhrAntworten

    Keine davon lässt irgenwen alt aussehen. Außerdem sind das nicht alles Rapperinnen. Komische Auswahl.

  • Stefan Gorden   07. Aug 2019   18:55 UhrAntworten

    "Rapperinnen"

  • El Maximus   08. Aug 2019   07:21 UhrAntworten

    Davon mal abgesehen das die garnicht alle rappen muss ich ehrlich sagen das bis auf ca. 4 Künstlerinnen alles Scheiße war in der Liste aber über Geschmack lässt sich ja nicht diskutieren.
    Lumara und Pyranja ham echt gute Texte und nicen Flow
    Nura und Juju sind auch killer
    Namika singt verdammt schön
    Und ja der Rest is halt nen Abklatsch eines Abklatschs.
    Korrigiert mich falls ich wenn vergessen hab.

  • Oliver Fischer MX   08. Aug 2019   10:16 UhrAntworten

    Schwesta Ewa ist die einzig wahre. 😎

  • Mirko   09. Aug 2019   08:45 UhrAntworten

    Ich finde, dass Sookee in der Liste fehlt. Sie thematisiert Sexismus neben anderen Alltagsdiskriminierungen auf andere Art und Weise, irgendwie schlau und mit Erkenntnisgewinn. Musikalisch habe ich keine Ahnung von Rap und Hip Hop, die Texte sind halt wichtig, und da gewinnt sie und ist quasi eine Antagonistin JuJu oder Haiyti (hat die nicht auch eine Daseinsberechtigung auf dieser Liste?)

  • Katja Köhler   09. Aug 2019   13:41 UhrAntworten

    Musik ist Geschmackssache! Ich finde die Auswahl super gewählt. Es sind verschiedenste Artists dabei und btw die meisten dieser Musikerinnen lassen viele andere tatsächlich "alt" aussehen. Immerhin ist da Flow und Text drin und nicht nur Geräusche, die mit Autotune belegt wurden 😅

    Ebenfalls positiv ist, dass die dt. RapperINNEN wieder wahrgenommen werden - auch im Mainstream. Da war's sehr lange verdammt ruhig.

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