Deezer stoppt KI-Stream Monetarisierung
Schutz für echte Künstler startet

Deezer stoppt KI-Stream Monetarisierung
Deezer stoppt die Monetarisierung vollständig KI-generierter Musik bei bis zu 85 % der Streams.

Valentina Lablack Von Valentina Lablack am 29. Januar 2026

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Deezer stoppt KI-Stream Monetarisierung – Maßnahmen gegen Streaming-Betrug

Der Musikstreaming-Anbieter Deezer hat am 29. Januar 2026 bekannt gegeben, dass täglich rund 60.000 vollständig KI-generierte Tracks auf die Plattform hochgeladen werden. Das entspricht etwa 39 Prozent aller täglich gelieferten Musikstücke.

Seit Anfang 2025 setzt das Unternehmen ein eigenes KI-Erkennungstool ein. Mehr als 13,4 Millionen KI-generierte Tracks wurden seitdem identifiziert und entsprechend gekennzeichnet.

Die Analyse zeigt ein deutliches Muster: Während KI-generierte Musik nur einen kleinen Anteil von ein bis drei Prozent der Gesamtstreams ausmacht, wurden bis zu 85 Prozent dieser Streams als betrügerisch eingestuft. Zum Vergleich: Der Anteil betrügerischer Streams am Gesamtkatalog lag 2025 bei gerade mal acht Prozent.


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CEO Alexis Lanternier erklärt, dass KI-generierte Musik mittlerweile kaum noch von menschlichen Kreationen zu unterscheiden sei. Die Strategie des Unternehmens bleibe daher klar auf Transparenz für Fans und den Schutz der Rechte von Künstlern und Songwritern ausgerichtet.

Deezer stoppt KI-Stream Monetarisierung: Fakten

  • Erkennung von 100 Prozent KI-generierter Musik generativer Modelle (Suno, Udio)
  • Automatische Kennzeichnung aller erkannten KI-Tracks
  • Entfernung KI-generierter Inhalte aus algorithmischen Empfehlungen
  • Ausschluss aus redaktionellen Playlists
  • Demonetarisierung betrügerischer Streams

Technologie wird lizenziert

Nach erfolgreichen Tests mit Branchenführern wie der französischen Verwertungsgesellschaft Sacem bietet Deezer seine Erkennungstechnologie jetzt auch zur Lizenzierung an. Das Unternehmen möchte damit branchenweit für mehr Transparenz sorgen.

Im Dezember 2024 hat der Streaming-Dienst zwei Patente für die Erkennungstechnologie beantragt. Diese konzentrieren sich auf verschiedene Methoden zur Identifizierung einzigartiger Signaturen, die synthetische von authentischen Inhalten unterscheiden.

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Funktionsweise der Erkennung

Das Tool erkennt vollständig KI-generierte Musik der verbreitetsten generativen Modelle. Die Technologie kann auf weitere Tools erweitert werden, sofern entsprechende Datenbeispiele verfügbar sind.

Zusätzlich arbeitet das Team an einem System mit erhöhter Generalisierbarkeit. Dieses soll KI-generierte Inhalte auch ohne spezifische Trainingsdatensätze erkennen können.

Deezer stoppt KI-Stream Monetarisierung
Deezers Tool identifiziert Musik, die komplett von KI erzeugt wurde.

Auswirkungen auf den Royalty-Pool

Alle erkannten betrügerischen Streams werden aus den Tantiemenzahlungen ausgeschlossen. Damit soll verhindert werden, dass massenhaft produzierte KI-Musik die Einnahmen echter Künstler schmälert.

KI-generierte Tracks erscheinen nicht mehr in algorithmischen Empfehlungen und werden nicht in redaktionelle Playlists aufgenommen. Nutzer behalten also die volle Kontrolle darüber, was sie hören.

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Branchenweite Herausforderung

Eine Studie von CISAC und PMP Strategy prognostiziert hohe Risiken für die Musikbranche. Demnach könnten bis 2028 etwa 25 Prozent der Einnahmen von Musikschaffenden gefährdet sein.

Das entspräche einem Betrag von bis zu vier Milliarden Euro.

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Ziel der Erkennungstechnologie

Die Lizenzierung der Erkennungstechnologie richtet sich an andere Streaming-Plattformen, Labels und Verwertungsgesellschaften. Sie ermöglicht, ähnliche Schutzmaßnahmen für ihre Kataloge und Abrechnungssysteme zu nutzen.

Auch Distributoren könnten die Technologie nutzen, um bereits vor der Auslieferung an Streaming-Dienste KI-generierte Inhalte zu identifizieren.

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