Aussterbende Musikberufe: Sieht deine Zukunft auch so beschissen aus?

Musikberufe

Viele Musikberufe sind vom Aussterben bedroht. In wenigen Branchen hilft unterdessen, zu kämpfen.

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Aussterbende Musikberufe

Schon heute gibt es Berufe, die aus Sicht einer kapitalistisch-denkenden Wirtschaft nicht mehr benötigt werden. Einer Studie der US-Jobdatenbank »Career Cast« aus dem Jahr 2014 nach, werden bis 2022 gar vier Prozent weniger Finanzbeamte eingestellt.

Der Staat verzichtet auf einen Teil seiner Geldeintreiber. Das sind bezeichnende Entwicklungen, die einem, angewandt auf die ohne hin schon bedrohte Musikbranche, Angst machen können. Ein Forschungsbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stellte die These auf, dass rund 4,4 Millionen Jobs bereits jetzt durch Roboter oder Computer ersetzt werden könnten. Eine Zahl, die selbstverständlich branchenübergreifend zu verstehen ist.

Dabei ist die Nähe von Mensch und Arbeit etwas, das es seit Jahrtausenden gibt. Dennoch vollzieht die Arbeitswelt seit mehr als 200 Jahren kontinuierlich einen Wandel. Aus einer Agrargesellschaft erwächst die Industrienation. Kaum jemand wirtschaftet mehr für den Eigenbedarf, außer, man hat ein Rezept. Stattdessen herrscht die arbeitsteilige Produktion vor. Neue Berufe entstanden, andere hatten ausgedient. Im Grunde ein natürlicher Prozess.

Nimm’s bitte mit Humor

Die weitläufige Meinung besagt, dass Globalisierung und Computerzeitalter mehr Chancen als Risiken bieten. Dennoch gilt es, sich bei den folgenden Berufen Gedanken um ein zweites Standbein zu machen. Besser wär’s!

Instrumentenbauer

Hatten es Instrumentenbauer je leicht außerhalb des Mittelalters? Nein, ohne Spaß. Außer im östlichen Vogtland, wo es selbst dem Böttcher, Bogen- und Hutmacher noch blendend geht, scheint es dieser Berufsspezies zunehmend schlechter zu gehen. Die Gründe dafür liegen im Dunkeln. Oder sind sie doch ganz offensichtlich? Verrate Du es uns. Dieses Handwerk an sich ist jedoch höchst faszinierend.

Musikalienhändler ohne Onlineshop

Hier und da gibt es sie noch, aber zusehends verschwinden auch sie von der Bildfläche: Musikalienhändler kämpfen heute mehr denn je um ihre Kunden. Kaum eine Branche spürt die zunehmende Abwanderung ins Netz stärker, als die kleinen, alt eingesessen Musiklädchen. Dennoch trotzen viele dem Untergang und investieren in frische Dekoration.

Grammophonspezialisten

Ist noch irgendwer im Besitz eines historischen Plattenspielers, genannt Grammophon? Falls der mal gewartet werden müsste, wird’s kompliziert. Mein Tipp: In der Altstadt Neu Delhis bei »Shah Music Centre« nach Syed Zafar Shah fragen. Er ist ohne Bedenken der Richtige für den Job.

Organist

Organisten, wie Johann Sebastian Bach, segnen so langsam aber sicher das Zeitliche. Selbst er verließ sich nicht allein auf das Komponieren und hatte ein zweites Standbein: Als Orgelinspektor reiste er von Eisenach nach Ohrdruf, durch die Lüneburgerheide nach Weimar und über Arnstadt bis nach Mühlhausen und Köthen. Alles nur, um Orgeln zu inspizieren.

Klavierstimmer

Eines vorweg: Wir sind uns bewusst, dass die Menschen, die einen der hier aufgeführten Berufe ausüben, in einer gewissen Misere stecken. Umso tragischer aber ist es, wenn dein Job von einer App übernommen wird! Der Markt ist voll von elektronischen Geräten und Software, die Klaviere stimmen.

Dein Glück: Mit professionellen menschlichen Klavierstimmern konnten diese bislang nicht konkurrieren. Der Mann im Video weiß absolut Bescheid und hat im Übrigen noch einen weiteren, wichtigen Tipp parat – unbedingt ansehen!

Wie steht es um deine berufliche Zukunft?

Übst Du einen dieser Berufe aus und möchtest deine Erfahrungen aus erster Hand mit uns teilen? Kennst Du weitere Berufe, von denen Du an dieser Stelle explizit abraten möchtest?

Lesermeinungen (1)

zu 'Aussterbende Musikberufe: Sieht deine Zukunft auch so beschissen aus?'

  • Thomas Jödicke   10. Jun 2018   18:28 UhrAntworten

    Ähnlich geht es auch uns privaten Musikschulen und Musiklehrern. Zum Einen deshalb, weil sich viel zu viele gut spielende Musiker als Lehrer (ohne Studium oder ähnliche Ausbildung!) auf den Markt gedrängt haben, die oftmals auch die Preise und die Qualität nach unten treiben und zum anderen auch deshalb, weil Musik - oder Kunst generell von vielen Familien als ein ablömmlicher Luxus angesehen wird. Dies bemerkt man immer dann, wenn es den Bürgern schlechter geht. Sofort steigen die Kündigungen bspw. für den Klavierunterricht, sprunghaft an. Kleine Musikschulen haben dann schon echt zu kämpfen. Wir sterben zwar nicht aus, aber wir müffeln schon! :-D

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