Aria Charts Australien verbannt KI-Musik
Sollte Deutschland nachziehen?

Aria Charts Australien, Keine KI-Musik
Aria Charts Australien verbannt KI-Musik: Wichtiges Signal gegen Fake-Hits

Anke HarteVon Anke Harte am 25.08.2026

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Aria Charts Australien: Klare Grenze für generative KI-Musik

Die Australian Recording Industry Association (ARIA) hat ihren Code of Practice geändert und schließt vollständig KI-generierte Aufnahmen aus den offiziellen Charts aus. Aufnahmen, die KI nur unterstützend nutzen, bleiben chartberechtigt. Für Produzenten und Musiker gilt damit eine trennscharfe Regel.

Die ARIA ist der Branchenverband der australischen Musikindustrie. Sie vertritt Labels und Produzenten, erstellt die offiziellen ARIA Charts und vergibt unter anderem Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Grundlage für die neuen Regeln sind die globalen Prinzipien der IFPI, dem internationalen Dachverband der Tonträgerindustrie mit Sitz in London. Ein Song muss laut ARIA im Wesentlichen von Menschen gemacht sein und darf keine Chart-Manipulation aufweisen.


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Für die Zielgruppe ist die Unterscheidung zentral: Es geht nicht um ein generelles KI-Verbot im Studio, sondern um Musik, die vollständig durch KI-Dienste entsteht.

Die neuen KI-Regeln der ARIA im Überblick

  • Vollständig KI-generierte Tracks sind nicht mehr für die ARIA Charts zugelassen.
  • Musik, die KI nur unterstützend nutzt, bleibt chartberechtigt.
  • Bedingung: Ein Werk muss im Wesentlichen von Menschen gemacht sein & darf keine Chart-Manipulation aufweisen.
  • Die verwendeten KI-Tools müssen legal beziehungsweise lizenziert sein.
  • ARIA kann Chart-Positionen & Auszeichnungen rückwirkend aberkennen.
  • Künstler können über einen aktualisierten Einspruchsprozess Widerspruch einlegen.
  • Die Regeln gelten ab der ARIA-Chart-Woche vom 31. August 2026.

Der Auslöser: Ein KI-Cover erreicht die Top-Ränge

Anlass für das Handeln der ARIA war unter anderem ein Cover von Madonnas „Like a Prayer“ des australischen DJs und Produzenten Josh Fawaz. Der Song erreichte die oberen Ränge der ARIA Charts und lief über Wochen erfolgreich im Radio.

Später wurde bekannt, dass Gesang und Schlagzeug mithilfe von KI erzeugt wurden. Nach den neuen Regeln könnte ein solcher Einsatz dazu führen, dass ein Titel nicht für die Charts zugelassen wird.

KI als Werkzeug im Studio bleibt zulässig

Für Produzenten und Musiker bleibt der Einsatz von KI im Produktionsprozess möglich. Nach den IFPI-Prinzipien müssen Menschen beim Songwriting und bei der Performance jedoch die Hauptrolle spielen.

Zusätzlich verlangt die ARIA, dass die eingesetzten KI-Tools legal und lizenziert sind. Damit richtet sich die Regel vor allem gegen Dienste, die auf den Aufnahmen von Künstlern trainiert wurden, ohne dass Rechteinhaber zugestimmt haben.

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Sanktionen & Einspruchsweg

Die ARIA kann unzulässige Aufnahmen aus der Erhebung und den Charts entfernen sowie die Platzierungen entsprechend korrigieren. Auch bereits verliehene Auszeichnungen wie ein ARIA #1 Award können zurückgefordert werden.

Künstler und ihre Vertreter können gegen einen Ausschluss Einspruch einlegen und Belege für die Zulässigkeit einer Aufnahme vorlegen. Den entsprechenden Dispute Process hat ARIA im Code of Practice aktualisiert.

Signalwirkung: Kommen KI-Regeln auch für die deutschen Charts?

Die neuen Chart-Regeln greifen ab der ARIA-Chart-Woche vom 31. August 2026 und sollen laut Verband weiter an die technische Entwicklung angepasst werden.

Da die Bestimmungen auf den Prinzipien der IFPI beruhen, die die globale Musikindustrie vertritt, liegt die Frage nach ähnlichen Regeln für den deutschsprachigen Raum nahe. Ob die Offiziellen Deutschen Charts ebenfalls diesen Weg gehen, ist derzeit offen.

Klar ist jedoch, dass die Aria Charts Australien einen frühen Präzedenzfall für die aktive Durchsetzung internationaler KI-Prinzipien in Chart-Regularien markieren.

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