Schlagzeug abmischen
Snare Drum mit dem Equalizer bearbeiten

Snare Drum EQ / Drums Mixing

Snare Drum EQ / Drums Mixing

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Snare Drum abmischen: Bearbeitung mit dem Equalizer

In diesem Artikel will ich dir einige Tipps an die Hand geben, um die Snare Drum mit dem Equalizer zu bearbeiten, damit sie sich im Mix gegen die anderen Instrumente durchsetzen kann. Beim Snare Drums abmischen gibt es vier Bereiche, in denen die meisten Bearbeitungen stattfinden. Beginnen wir mit einigen Begrifflichkeiten und dem, was wir als „Körper“ bezeichnen.

Snare Drum abmischen

Snare Drum abmischen leicht gemacht: Du brauchst nur einen Equalizer und schon kann’s los gehen.

Körper der Snare Drum

Der Körper der Snare ist im Prinzip das, was dich zum Tanzen bewegt, die Grundlage einer jeden Snare. Je nach Artung der Snare Drum kannst Du noch einiges an Körper durch Anheben der Frequenzen ab 100 Hz herausholen. Allerdings gilt es hierbei vorsichtig zu sein, da eine solche Anhebung auch schnell negative Auswirkungen auf Kick Drum und Bass haben kann. Ich selbst beginne daher etwas höher auf meiner Suche nach mehr Körper.

Tipp:
Je nach Snare Drum kannst Du auch Frequenzen deutlich höher bei etwa 200-350 Hz anheben. Oftmals bekommst Du dann ein transparenteres Klangbild, manchmal aber leider auch das genaue Gegenteil.

Für eine Anhebung in diesem Bereich nutze ich gerne einen parametrischen Equalizer mit einer kleinen Filtergüte Q von 1 bis 2. Wenn Du damit nicht genug Körper und Kraft aus der Snare Drum bekommst, versuch doch mal die Bandbreite zu vergrössern, also eine kleinere Filtergüte Q zu verwenden.

 

Der Knall

Der Knall hilft im Zusammenhang mit dem Körper, die Snare Drum im Mix zu definieren und zu identifizieren. Der größte Teil des Knalls findet zwischen 900 Hz und 2 kHz statt. Auch hier bietet sich wieder ein parametrischer Equalizer für die Bearbeitung an. Die Filtergüte darf hier ruhig zwischen 1,5 und 2 bis 2,5 liegen. Eine kleinere Filtergüte in diesem Bereich hilft dabei, den Knall gezielter zu bearbeiten und vor allem mehr Platz für die anderen Instrumente zu lassen.

» Gerade in diesem Frequenzband muss man relativ vorsichtig mit dem Anheben des Equalizers sein, da hier für gewöhnlich eine Menge Instrumente spielen.

 

Der Teppich

Der Snare-Teppich sind diese „Drähte“ unterhalb der Snare Drum. Sie erzeugen den scheppernden Klang, der die Snare zu dem macht, was sie ist: Das treibende Element des Schlagzeugs.

Auch hier bietet sich zur Bearbeitung ein parametrischer Equalizer mit einer Filtergüte Q von 1,5 bis 3 an. Eine Anhebung in diesem Bereich wirkt immer sehr präsent und holt die Snare Drum weiter nach vorne im Mix. Allerdings ist es auch sehr einfach diesen Bereich zu stark anzuheben, was zu einer Ermüdung beim Hören führen kann.

Viele Snare Drums haben durch ihre Bauart bereits eine natürliche Betonung dieser Frequenzen, so dass eine Nachbearbeitung mit dem Equalizer in diesem Frequenzbereich sogar manchmal entfallen kann (oder muss). Wenn die Snare Drum mit zwei Mikrofonen aufgenommen wurde, dann empfiehlt sich die Anhebung dieser Frequenzen auf der Spur mit der Teppichaufnahme.

 

Head

Im oberen Bereich der Snare Drum befindet sich schließlich die „Luft“ und der Teil der Snare, der die Brillianz ausmacht. In Zahlen gesprochen befinden wir uns hier zwischen 6 und 10 kHz. Eine Anhebung dieser Frequenzen sorgt für mehr Offenheit und eben „Luft“.

Ich verwende meistens einen parametrischen Equalizer für die Anhebung in diesem Bereich, ein High Shelf Equalizer ist aber genauso gut. Natürlich muss man hier auch etwas aufpassen, wenn es um eine gesamplete Snare Drum handelt, die bei einer Anhebung mit dem High Shelf vielleicht den Raum für die HiHats beeinträchtigt.

 

Snare Drum abmischen im Überblick

  • Platz schaffen für Kick Drum und Bass: High-Pass Filter ab 75 Hz (100 Hz funktioniert meistens auch)
  • Körper bei etwa 200 Hz
  • Knall bei etwa 2 kHz
  • Teppich bei 5 kHz
  • Head bei 7 kHz
  • Platz für die HiHat lassen: Low-Pass Filter ab 12-16 kHz

 

Natürliche Bearbeitung mit leichtem Boost

Schlagzeug abmischen / Snare Drum abmischen


High-Pass ab 150 Hz / +3dB bei 200 Hz / +4dB bei 4 kHz / +4dB bei 7 kHz

 

Viel Körper und Punch

Schlagzeug abmischen / Snare Drums abmischen
High-Pass ab 75 Hz / +9dB bei 200 Hz / +3dB bei 2,5 kHz / +8dB bei 8 kHz

 

Solider Klang

Schlagzeug abmischen / Snare Drums abmischen
+5dB bei 250 Hz / +6dB bei 2 kHz / +4dB bei 5 kHz / +8dB bei 10 kHz

 

Viel Körper und weicher Head

Schlagzeug abmischen / Snare Drum abmischen
+6dB bei 180 Hz / +4dB bei 250 Hz / -4dB bei 800 Hz / +6dB bei 3 kHz / +8dB bei 7 kHz

 

Fazit: Snare Drum mit dem Equalizer bearbeiten

Waren das jetzt die vier Gebote der Snare Drums abmischen-Sekte? Nein, natürlich nicht. Die oben genannten Beispiele sind nur die Startpunkte, von denen aus Du deine eigenen Einstellungen suchen musst. Jede Snare Drum wird anders fabriziert und wurde mit anderen Mikrofonen aufgenommen. Manchmal werden Snares mit einem, andere Male mit zwei Mikros aufgenommen. Da kann es nicht die eine richtige Einstellung geben.

Im Equalizer Tutorial kannst Du noch Grundlagen zum Equalizer erfahren und weitere Tipps zum Abmischen von Songs findest Du auf der Inhaltsseite Mixing Tutorial.

Passend dazu: Kick Drum abmischen »

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Lesermeinungen (13)

zu 'Schlagzeug abmischen: Snare Drum mit dem Equalizer bearbeiten'

  • Paul   02. Okt 2009   14:47 UhrAntworten

    Ich kann mir nicht helfen aber ich finde alle Klänge ohne Highpass klingen immer besser. Ich weiß es ist eine muss in Bezug auf den Gesamtklang aber deswegen widmete ich diesen Filtern immer ein paar Minuten mehr als eine Einstellung zu schnell vorzunehmen. Sich die Zeit zu nehmen lohnt sich. Den soliden Klang mag ich am liebsten!
    Werde ich direkt mal ausprobieren und im Zusammenhang anhören.

  • Carlos (delamar)   03. Okt 2009   14:56 UhrAntworten

    Beim Abmischen von Schlagzeug ist das oftmals so, Paul. Die Snare Drum klingt selbstredend etwas voller und natürlicher ohne den High-Pass-Filter. In der Mischung aber wirst Du - der richtige Einsatz des Equalizers vorausgesetzt - den Unterschied nicht mehr hören können.

  • Ramon Smith   09. Okt 2009   01:29 UhrAntworten

    Typisches Problem wenn mal die ganze Band beim abmischen dabei ist. Jeder will einen klaren und deutlichen mix. jeder will das das endergebnis 'fett' oder sonstwie klingt. aber niemand will seinen frequenzbereich einschrenken. es ist immer wieder aufwendig einem gitarristen klar zu machen das seine gitarre unter 80Hz nichts zu suchen hat und dann nicht 'kastriert' sondern 'klarer' klingt ...

  • Marcus   26. Jul 2011   13:27 UhrAntworten

    Bin ich blöd oder passen die Bilder nicht zu den Angaben? Nicht falsch verstehen... Ich bin dankbar für alles, aber wonach soll ich mich nun richten? Nach den Angaben neben/unter den dazugehörigen Bildern oder eben nach den Einstellungen, die in den Bildern zu sehen sind?

    mfG
    Marcus

    • Carlos San Segundo (delamar)   26. Jul 2011   13:56 UhrAntworten

      Hallo Marcus,
      ich habe mal die Umbrüche mal bearbeitet im Design, jetzt sollte alles soweit passen.
      Herzliche Grüße
      Carlos

      • SamTenpenny   01. Aug 2013   11:49 Uhr

        Sorry Carlos, aber die Angaben unter den EQ-Screenshots passen leider immer noch nicht zu den Bildern darüber..

  • Patrick   31. Jul 2013   09:05 UhrAntworten

    Wichtig zu erwähnen finde ich noch, dass man beim Mischen tendenziell eher etwas wegnehmen sollte, als zu viel zu boosten. Mit den Frequezen stimme ich mit Dir überein Carlos, allerdings braucht man weniger boosten, wenn man bei 400-600 etwas wegnimmt, ähnlich wie bei der Kick.

    Ansonsten ist auch 800 Hz eine beliebte Snare Frequenz.

  • delbüt   31. Jul 2013   15:19 UhrAntworten

    wenn du ein wenig von Physik verstehst,und gute Ohren hast,brauchst du nur ein Snaremic. dann schiebt diese auch.

  • Dieter   17. Okt 2013   09:54 UhrAntworten

    "wenn du ein wenig von Physik verstehst,und gute Ohren hast,brauchst du nur ein Snaremic. dann schiebt diese auch."
    ..
    Na, dann können wir diese Tip-Seite ja wieder löschen .. oder wie ?

  • Jinu   30. Dez 2013   14:00 UhrAntworten

    Ich raffs nich. Der eine sagt Frequenzen mit dem EQ zurücknehmen, der andere sagt boosten. Woher weiss man jetzt ob man anheben oder absenken soll? Wenn man absenkt, heisst das dann, dass man die Snare dann lauter machen muss?

    • TvR   09. Aug 2015   12:04 UhrAntworten

      Es ist eigentlich egal ob du anhebst oder absenkst.Wenn die Kurve die gleiche ist dann ist der Sound fast gleich und du mußt dann nur den Pegel nach regeln.Letztendlich ist es bloß eine Frage der Arbeitsweise .

      • Patrick   09. Aug 2015   13:02 Uhr

        Es ist nicht egal: Wenn man beim Mischen überall boostet hat man weniger Headroom. Daher werden beim professionellen Mischen eher die unerwünschten Frequenzen abgesenkt und nur das angehoben, was wirklich betont werden soll.

        Beispiel: Um mehr Höhen zu bekommen kann man nicht nur Höhen boosten sondern alternativ auch Bässe absenken. In beiden Fällen ändert man das Verhältnis zwischen Höhen und Bässe, beim Absenken hat man dann aber mehr Headroom.

      • TvR   09. Aug 2015   15:11 Uhr

        Ja, da geb ich dir Recht. Aber ich wollte damit auch sagen, dass es vom Sound her keinen Unterschied macht ob anheben oder absenken der Frequenzen. Daher auch Arbeitsweise ---) bei einigen Signalen pushen, bei anderen lieber absenken. Richtig ist natürlich wenn man alles pusht, dann hat man ein kleines Pegelinverno.

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