Schlagzeug abmischen
Kick Drum mit dem Equalizer bearbeiten

Schlagzeug abmischen Kick Drum

Schlagzeug abmischen Kick Drum

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Kick Drum abmischen: So geht’s!

Es gibt eigentlich keinen Grund, weswegen die Kick Drum in deinen Mixen sich nicht auch bestens mit richtig Druck durchsetzen können sollte. Dazu gehört eigentlich nicht viel. Achte darauf, dass Du die Kick Drum in Mono vorliegen hast und diese auch in die Mitte des Stereopanoramas positioniert hast. Darüber hinaus kannst Du mit einem Kompressor und/oder einem Transienten-Modeller den Anschlag der Kick noch hervorholen, damit sie ihrem Namen Ehre macht. Zu guter Letzt benötigst Du einen Equalizer, um die Kick Drum so abzumischen, dass sie sich im Mix durchsetzen kann.

In diesem Artikel werde ich ausschliesslich auf die Einstellung des Equalizers eingehen und die anderen Aspekte aussen vor lassen. Alleine beim Equalizing der Kick Drum beim Abmischen gibt es so zahlreiche Möglichkeiten, dass ich dir hier und heute nur einige wenige vorstellen möchte, die ich selbst in meinen Mixen verwendet haben. Es ist natürlich wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass jedes Instrument und jede Aufnahme anders geartet ist. Die Tipps in diesem Artikel sind daher nur als Ausgangspunkt zu sehen und können (müssen aber nicht) auf deinen eigenen Spuren bestens klingen.

Kick Drum abmischen

Keine Scheu beim Kick Drum abmischen: Es darf gerne Druck drauf sein!

Um die Tipps zum Abmischen von Schlagzeug, hier die Kick Drum, aus diesem Artikel umzusetzen brauchst Du eigentlich nicht viel mehr als eine Kick Drum Spur und einen parametrischen Equalizer.

Beginnen wir mit den vier Bereichen, in die sich der Klang einer Kick Drum exemplarisch einordnen ließe: Körper, Kick, Matsch und Klick.

Körper der Kick Drum

Der Körper der Kick Drum ist das, was Du in deinem Bauch in lauten Abhörsituationen spüren kannst. Hier kommt der „Bumms“ und die Kraft der Bass Drum her. Relativ modern ist es, die Kick Drum so um die 50-60 Hz anzuheben. Ebenfalls möglich ist ein Boost im Bereich um die 100 Hz – klingt vielleicht etwas traditioneller. Für die Bearbeitung bietet sich ein parametrischer Equalizer mit einer Filtergüte Q rund um die 1,5 an. Die Verwendung eines Low-Shelf Filters führt meistens zu Problemen mit dem Bass, kann in einigen Fällen allerdings weiterhelfen.

Matsch

Ich schreibe den Matsch oder Mumpf hier rein, da er sich an dieser Stelle im Frequenzspektrum befindet. Diese Frequenzen sind die, die deinen Mix sehr undefiniert wirken lassen können und die Du inbesondere beim Abmischen der Kick Drum unbedingt vermeiden solltest. Die Rede ist von den Frequenzen zwischen 250 Hz und 800 Hz. Hier kannst Du mit einem Peak-EQ und einer Filtergüte rund um die 1-2 ruhig mal etwas kräftiger zupacken.
Nimmst Du dieses Frequenzspektrum zu breit oder zu intensiv heraus, klingt die Kick Drum dünn und leblos. Lässt Du es drin, klingt sie relativ undefiniert.

Kick

Der Kick ist im Prinzip nichts anderes als der Anschlag der Bass Drum, der durch den Beater (Klöppel) beim Auftreffen auf das Fell verursacht wird. Dieser Bereich findet sich je nach Mikrofonierung irgendwo zwischen 2 kHz und 4 kHz. Der Anschlag hilft der Kick Drum sich auch in einem vollen Mix durchsetzen zu können. Beim Anheben dieses Bereiches empfiehlt sich eine breite Filtergüte so im Bereich von 1-1,5.

Klick

Etwas über dem Kick findet sich noch ein weiterer Aspekt einer Kick Drum, der ebenfalls dem Klöppel und dem Anschlag zuzuordnen ist. Im Bereich zwischen 4 kHz und 5 kHz kann dem Anschlag noch eine zusätzlich „Klick“-Qualität hinzugefügt werden, die eine noch bessere Definition der einzelnen Anschläge des Instruments bringt. Auch hier bietet sich eine Filtergüte zwischen 1 und 2,5 an. Übrigens ist es auch eine sehr gute Idee einen High-Cut Filter ab spätestens etwa 10 kHz einzusetzen – denn da oben hat die Kick Drum nichts mehr zu bieten und ist nur den anderen Instrumenten im Weg.

Kick Drum abmischen im Überblick

  • Mehr Körper in der Tiefe bei 50Hz-60Hz oder
  • Mehr Körper / Bumms bei etwa 100 Hz
  • Mehr Anschlag bei 2.5 kHz
  • Mehr Klick bei 4,5 kHz

Moderner Kick Drum Mix für Rock

Kick Drum EQ Einstellungen beim Drums abmischen


High-Pass ab 31 Hz / +6,5 dB bei 56 Hz / -7 dB bei 410 Hz / +10 dB bei 2480 Hz / +3 dB bei 3,9 kHz / Low-Pass bei 10,1 kHz

 

Moderne Kick Drum für Rock-Musik (extrem)

Kick Drum EQ Einstellungen beim Schlagzeug abmischen
High-Pass ab 31 Hz / +12 dB bei 56 Hz / -9 dB bei 410 Hz / +13 dB bei 2480 Hz / +4,5 dB bei 3,9 kHz / Low-Pass bei 10,1 kHz

 

Kick Drum traditionell abgemischt

Kick Drum EQ Einstellungen beim Drums abmischen
High-Pass ab 34 Hz / +6 dB bei 102 Hz / -7 dB bei 359 Hz / +5,5 dB bei 2550 Hz / +3,5 dB bei 3,8 kHz / Low-Pass bei 10,1 kHz

 

Passend dazu: Snare Drum abmischen »

Wie sind deine Erfahrungen beim Abmischen der Kick Drum? Hast Du Tipps für unsere Leser oder möchtest Feedback da lassen? Wir freuen uns darüber, wenn Du diesen Artikel teilst und weiterempfiehlst.

Lesermeinungen (7)

zu 'Schlagzeug abmischen: Kick Drum mit dem Equalizer bearbeiten'

  • Sib   14. Feb 2010   01:24 UhrAntworten

    Danke mal dafür! Die Kick Drum finde ich echt am schwersten zum mischen.

  • nevi   11. Mrz 2010   03:35 UhrAntworten

    Man kann auch das Anti-Matsch-Loch (ab den 220 Hz) mit einem schmalen(!) EQ an einer Stelle wieder etwas aufzufüllen. Z.B. bei 330 Hz, um die Kick bei einem Rap etwas pappiger klingen zu lassen.

    Trotzdem finde ich, dass es keine allgemeinen Regeln - insbesondere genre-übergreifend - gibt, um eine Kick zu EQen.

    Es gibt übrigens noch eine Möglichkeit, die Kick mit einem Lowshelv und einem Kompressor über Parallelkompression in einer Subgruppe anzufetten. Ich finde das klingt besser und sauberer, als um 100 Hz eine Frequenz einfach nur reinzuballern.

    Also:
    - Send auf die Subgruppe
    - EQ auf den Bass (sollten schon ein paar dB sein, +7/8 oder so, ausprobieren)
    Achtung! EQ vor den Kompressor! Am besten einen Insert-EQ nehmen und nicht den Channel-EQ vom Host-Sequenzer.
    - Kompressor: Attack auf 0 und Ratio schön aufdrehen (z.B. 10:1)
    Der Kompressor kann ruhig eine richtig satte Gain Reduction anzeigen, das Parallelsignal SOLO klingt dann total kaputt
    - Parallelsignal zum Original-Kick-Sound dazumischen
    - Release ans Songtempo anpassen (sind meist ein paar 100ms)

    Euer Host sollte hierzu eine automatische Kompensation der Latenzen haben für die VST-Effekte. Wenn der das nicht hat, müsst ihr das Original-Signal auf eine Gruppe mit einem kurzen Delay routen.

    Ihr könnt das übrigens alternativ auch auf der gesamten Drum-Subgruppe machen und noch einen Highshelv mit dazunehmen.

  • Lale   31. Jul 2013   14:17 UhrAntworten

    Mein absoluter Lieblings-Trick für Kick-EQing: genau nur die Frequenz sehr steil rausnehmen, die tonart-abhängig im Bass am meisten vorkommt (in der Regel die Tonika, Grundton...). Wirkt Wunder, funktioniert aber freilich nicht bei jedem Song.

  • Mex   02. Aug 2013   09:18 UhrAntworten

    Imgrunde stimmt die altbewährte Methode in vielen Fällen mit dem "undefinierten Matsch" bei 200-300 Hz...was auch "humming" genannt wird. Allerdings ist die Verwendung von Stil zu Stil auch unterschiedlich und auch die Art der Kick, insbesondere elektronische (wie TR-Kicks) oder klassische "Naturkicks", eine tragende Rolle diverser EQ-ing Methoden spielt.

    Hier einmal (m)ein Beispiel für eine klassische "Naturkick":
    Manchmal ist gerade die deutliche Anhebung der "Matsch-Frequenz" um die 200 Hz (mit steilen Q und etwas satterer Kompression)des Rätsels Lösung, wenn man eine Kick in ihrem Volumen fühlbar über das Playback gesetzt- nach vorne haben möchte, wie z.B. bei sehr vollen Poprock-Arrangements mit Streicher ähnlichen, schwebenden Pads etc. oder Vintage- Sound. Bei 3 kHz dann noch die Attack der Kick nach und nach hervorheben. Damit die Kick insgesamt nicht zu sehr nach "Dose" klingt, kann man bei Bedarf die Frequenzen bei 500 Hz noch etwas absenken.
    Setzt sich die Kick im Körper mit ihrem Druck im gesamten Mix(mit diversen Kompressoren) noch nicht so ganz durch, kann man vorsichtig noch die Frequenzen der Kick (Spur) ab 60 Hz leicht anheben.

  • Marsi   12. Aug 2013   10:19 UhrAntworten

    Basis ist immer die richtige Positionierung des Mikrofons an/um/in der BassDrum. Ohne das geht meiner Meinung nach gar nichts. Und auch die Wahl des Mikrofones passend zur Bassdrum sollte gut getroffen werden.

    Seit einiger Zeit mein ultimativer Tipp und Trick beim Kick-Drum-EQing ist der Einsatz des SonEQ oder PullTec(-Derivat). Im LowEnd-Bereich z.B. bei 30Hz gleich viel pushen wie pullen/Boost und Attenuate.
    Dann etwas Humming weg bei etwa 500 hz und bei 6k war rein zur Ortung.

    Für Hardware und Analogrecordler ist das aber eine etwas kostspieligere Methode, denn diese EQs sind nicht so einfach zu finden und nicht wirklich günstig in der Anschaffung ;-)

  • Ingo   05. Feb 2017   10:14 UhrAntworten

    Hallo zusammen, cooler Beitrag! Wir sind noch recht in den Kinderschuhen und arbeiten uns gerade mit unserer neuen Band in die faszinierende Welt ein ;) Was genau ist die Güte und wie setze ich die EQ Einstellungen am Mischpult genau um? Die hier dargestellten sind ja von einer DAW. Wir haben an unserem Yamaha MG 24: 4 EQ Potis. Danke für die Infos. Wäre vielleicht für den Anfänger hilfreich einen Potiverlauf auf der Mischpultebene darzustellen wobei mir durchaus bewusst ist, dass nicht jedes Mischpult gleich ist.

  • Alex Stark   18. Jun 2019   08:19 UhrAntworten

    Super Bericht. - Für mich ist es sehr wichtig, dass man die Kickdrum auch auf dem Handy noch im Mix hören kann. Gibts da irgendwie nen Trick wie man das im Studio auf Studioboxen austesten/simulieren kann?

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