Gesangsaufnahme fetter machen
So klingt dein Vocal-Mix fetter & mächtiger

vocals fetter abmischen

Wir zeigen dir alle Tipps & Tricks, um deine Vocals fetter abzumischen.

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Überblick: Deine Gesangsaufnahme fetter machen

Wenn die Gesangsspur fertig eingesungen und geschnitten ist, geht es an das Abmischen und Anfetten der Vocals. Es gibt diverse Herangehensweisen und Optionen, die Du hier für deine Produktion verwenden kannst. So lassen sich etwa die Vocals doppeln oder tunen.

Eins ist dabei immer wichtig: Den Effekt subtil unterzubringen, damit der Hörer nicht gleich mit der Nase darauf gestoßen wird. Einen sehr guten Effekt und deutlich fettere Vocals bekommst Du übrigens durch die Kombination der untenstehenden Tipps und Tricks. Diese sind nämlich gerne kombinierbar.

Überblick: Alles zum Thema Stimme abmischen »

In 5 Schritten deinen Gesang fetter machen

Um deine Vocals anzufetten, zeigen wie dir einen Trick, der in fast jeder DAW funktioniert. Diese Technik besteht aus 5 Schritten: Stimme duplizieren, Panning der Spuren, Verzögern der Vocals, Tuning der Spuren sowie zwei Power-Tipps.

Der Trick wird hier mit der unbearbeiteten Aufnahme gezeigt – es sind nur etwas Hall und Delay drauf. Der Trick funktioniert aber genauso gut und sogar besser, wenn Du deine Stimme schon mit Equalizer, Kompressor oder anderen Effekten bearbeitet hast.

Gesang fetter machen

Hier kannst Du in lila die Duplikation des Vocals sehen, das wir jetzt anfetten wollen.

#1 Stimme duplizieren

Im ersten Schritt muss die Vocal-Spur dupliziert werden. Am besten, Du duplizierst das Vocal sechs Mal. Du kannst dafür auch nur vier oder sogar acht Spuren nutzen – je nachdem, was deine Aufnahme oder dein Mix brauchen. Die Spuren werden später zum Lead Vocal hinzuaddiert.

Gesang fetter machen

Du drehst die ersten drei Spuren ganz nach links und die restlichen ganz nach rechts.

#2 Aus breit wird fett: Vocals richtig pannen

Im zweiten Schritt werden diese sechs neuen Spuren im Stereopanorama verteilt. Wir drehen die ersten drei Spuren hier ganz nach links und die restlichen drei Spuren ganz nach rechts.

#3 Verzögern der Vocals für mehr Breite

Nun wird es etwas schwieriger. Du musst jetzt alle sechs Spuren im Timing verzögern. Dabei wird jede Spur auf eine andere Art und Weise verzögert. Einige Spuren setzen später als das Lead-Vocal ein, andere früher. Die Verzögerung der Vocals ist wichtig, weil sich sonst alle Spuren aufsummieren und lauter werden würden.

Zusatz-Tipp zum Gesang fetter machen:

Am besten arbeitest Du mit Werten für die Verzögerung der Vocals zwischen 9 und 30 Millisekunden. Das ist zum einen lang genug, um schlimmen Kammfiltereffekten auszuweichen. Zum anderen ist es kurz genug, dass die Verzögerung vom menschlichen Ohr noch nicht als eigenständiges Echo wahrgenommen wird.

Indem Du jede Spur einzeln und jeweils anders verzögerst, erzeugst Du einen organischeren Klang, in dem manche Frequenzen lauter werden und sich andere Teile auslöschen oder leiser werden.

Vocal anfetten

Die Spuren werden um 9, 15 und 24 Millisekunden verzögert, so wird deine Gesangsspur schon eine Breite gewinnen.

Linke Spuren verzögern

Die erste Spur verzögerst Du um neun Millisekunden nach hinten, die zweite um 15 Millisekunden und die dritte um 24 Millisekunden. Das sind die Spuren, die links liegen. Sie laufen nun etwas später als das Lead-Vocal.

Vocals fetter abmischen

Die drei rechten Spuren verzögerst Du einmal spiegelverkehrt, also um 9, 15 und 24 Millisekunden vor.

Rechte Spuren verzögern

Jetzt verzögerst Du die drei Spuren, die rechts liegen. Dazu ziehst Du diese etwas vor das Lead-Vocal. Das bedeutet, sie spielen noch, bevor die Lead-Stimme einsetzt. Nun ziehst Du die Spuren sozusagen einmal spiegelverkehrt zu den anderen drei Add-On-Spuren auf der linken Seite vor, also um 9, 15 und 24 Millisekunden.

#4 Tuning der Gesangsspuren

Obwohl dieses Zwischenergebnis schon ganz gut klingt, musst Du zum perfekten Vocal anfetten noch zwei Schritte vornehmen. Als nächstes verstimmst Du die sechs Add-On-Spuren alle einzeln und anders als alle anderen. Dieser Schritt ist ebenfalls sehr einfach und in deinem Musikprogramm integriert.

Vocals fetter abmischen

Hier siehst Du, dass der Formant auf 100 Prozent und auf Solo-Instrumente oder Vocals stehen sollte.

Du musst als erstes darauf achten, dass dein Tuning-Algorithmus auf dem Button Solo-Instrumente oder Vocals steht. Wir lassen dir in unserem Beispiel die Formanten auf 100 Prozent stehen, damit das Ergebnis möglichst natürlich klingt.

Vocals fetter abmischen

Du kannst die linken Spuren jeweils um 6, 12 und 9 Cents nach oben ziehen.

Stimmen der linken Spuren

Jetzt verstimmst Du die erste Spur um sechs Cent nach oben. Da ein Halbton 100 Cents wären, wird die erste Spur also um sechs Hundertstel nach oben verstimmt. Die zweite Spur stimmst Du um 12 Cents hoch und die dritte Spur um neun Cents.

Vocals anfetten

Die rechten Spuren verstimmst Du dagegen um 6, 12 und 9 Cents nach unten.

Stimmen der rechten Spuren

Jetzt verstimmst Du die rechten Spuren nach unten: die vierte Spur um zwölf Cent, die fünfte Spur um sechs Cent und die letzte um neun Cent.

Tuning-Algorithmus Solo-Instrumente-/ Vocal-Regler in den verschiedenen Musikprogrammen

Bei Studio One heißt der Algorithmus „Solo“ und bei Cubase ist es „elastique Pro – Formant Pitch“. In Ableton Live findest Du den ZTUning-Algorithmus unter Warp und „Complex Pro“. Wir lassen die Formanten auf 100%, damit das Ergebnis möglichst natürlich klingt.

#5 Mehr Tipps, um deine Vocals fetter abzumischen

Wir zeigen dir abschließend noch zwei Powertipps, um deine Vocals fetter abzumischen.

Vocals anfetten

Du kannst die Spuren mehr verstimmen und zum Beispiel, wie hier zu sehen, auf -34 Cents setzen.

Der erste Tipp bezieht sich auf das Tuning der Spuren. Wir haben in unserem Beispiel die Spuren nur sehr dezent verstimmt und haben maximal zwölf Cent hoch oder runter getunt.

Du kannst deine Spuren natürlich noch mehr verstimmen und dadurch den Effekt hörbarer machen. Dadurch erklingt dieser weniger harmonisch und weniger natürlich.

Gesang fetter machen

Wenn Du dein Panning anpassen willst, ist es wichtig, das Tuning symmetrisch zu verteilen.

Der zweite Tipp beschäftigt sich mit Panning. Die Spuren in den Mixen drehst Du hier also nicht, wie im Beispiel, voll auf links oder rechts im Stereopanorama. Dagegen verwendest Du etwas weniger Breite und drehst jede Spur im Stereofeld etwas unterschiedlich ein.

Dabei ist es wichtig, das Tuning symmetrisch verteilt zu stellen, damit kein Ungleichgewicht entsteht. Natürlich kannst Du deine Spuren auch komplett außen gepannt lassen, wie in Schritt zwei beschrieben. Das klingt am Ende allerdings doch zu breit und verdrängt den Platz für die Instrumente.

Mit diesem Trick kannst Du ganz einfach auch aus dem billigsten Mikrofon deinen Gesang fetter machen und eine tolle Aufnahme zaubern.

Die 7 beliebtesten Effekte, um deine Vocals anzufetten

Wir haben dir den Trick mit der unbearbeiteten Aufnahme mit etwas Hall und Delay gezeigt. Er funktioniert aber genauso und sogar besser, wenn Du deine Stimme mit Equalizer, Kompressor oder anderen Effekten bearbeitet hast. Wir stellen dir nun die beliebtesten Effekte vor, um deinen Gesang fetter zu machen.

1. Equalizer

Bevor es daran geht, die Effektküche für eine ausgefallene und fette Gesangsaufnahme zu bemühen, wir der Equalizer vorgestellt. Allein durch das Anheben bzw. Absenken bestimmter Frequenzen kann der Gesang deutlich an Format gewinnen. Zu Beispiel wenn dein Gesang …

  • … zu harsch und hart klingt
  • … etwas luftiger und offener sein soll
  • … zu bassig ist oder Trittschall zu hören ist
  • … etwas weicher werden soll
  • … zu nasal klingt

Passend dazu: Vocals bearbeiten » mit dem EQ

2. Kompression

Der richtige Kompressor mit gut austarierten Einstellungen kann dem Gesang zur nötigen Prominenz im Mix verhelfen. Oftmals braucht es kaum mehr als Equalizer und Kompressor, um das Vocal in das rechte Licht zu setzen.

Es gibt abweichende Meinungen darüber, ob zuerst Kompressor oder Equalizer verwendet werden sollte. Am besten ist immer, beide Varianten zu testen und sich dann für die besser klingende zu entscheiden.

3. Hall / Raum

Über das Thema Hall wurden bereits einige Artikel hier auf delamar veröffentlicht. Deswegen wird an dieser Stelle nur ein kurzer Hinweis darauf gegeben, dass der richtige Einsatz von Hall auf einem Vocal schon ausreichen kann, um eine bessere Gesangsaufnahme zu machen, die die notwendige »Breite« mitbringt.

4. NYC Compression Trick / Parallele Kompression

Unser persönliche Favorit ist die parallele Kompression. Der große Vorteil hierbei iim Gegensatz zur normalen Kompression ist, dass das Vocal zwar fetter wird und nach vorne rückt, es aber nicht überkomprimiert klingt.

Alles über Parallel Compression »

5. Saturation / Overdrive

Ein leichtes Anzerren mit einer Röhrenvorstufe, einem Plugin mit simulierter Röhre oder Bandsättigung kann deine Gesangsaufnahme schön breit und rund machen.

Gesangsaufnahme fetter machen

In der Profiliga soll es tatsächlich noch vereinzelte Tonstudios geben, die die gesamten Spuren durch eine alte Bandmaschine durchlaufen lassen. In der Zwischenzeit gibt es aber einige wirklich hervorragende Plugins zur Simulation von Bandsättigung, die wahrscheinlich selbst von gestandenen Toningenieuren im Doppel-Blindtest nicht von der echten Bandmaschine unterschieden werden könnten.

6. Split Harmonizer Effekt

Wie man den Split Harmonizer Effekt für fettere Gesangsaufnahmen hinbekommt, wurde bereits früher erklärt. Mit diesem Trick kannst Du die Gesangsaufnahme in der Stereobreite strecken. Allerdings musst Du hierbei vorsichtig sein, denn schnell klingt der Effekt übertrieben.

Unser Tipp: Wenn wir den Effekt nach unserem Gusto mit den Plugins eingestellt haben, ziehen wir die gedoppelte Spur im Mixer auf unhörbar zurück. Jetzt starten wir den Mix und geben langsam mehr von der Effektspur hinzu. Meistens nutzen wir den Split Harmonizer Effekt sehr subtil, sodass Du ihn kaum wahrnimmst.

Redaktionstipp: 5 elementare Frequenzen für gute Vocals »

7. Chorus

Eine andere Art von Stereoeffekt kannst Du mit dem Chorus erzielen. Du schickst die Gesangsaufnahme zu einem Chorus und drehst den Return im Panorama nach ganz links. Diesen Schritt wiederholst Du und drehst dieses Mal das Panning nach ganz rechts. Jetzt musst Du noch die Phase des rechten (oder linken) Kanals invertieren, um die Vocals mit einem schönen Stereoeffekt zu überziehen.

Da dieser Trick nicht monokompatibel ist, darfst Du nicht zuviel davon verwenden, wenn Du nicht möchtest, dass die Gesangsaufnahme beim Abspielen auf einem Monogerät völlig verschwindet.

Gesangsaufnahme fetter machen

Mit all diesen Tipps kannst Du deine Gesangsaufnahme fetter machen | Bild: Ernest Duffoo [CC BY 2.0]

Fazit: Vocals anfetten

Wir haben dir verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie Du deine Vocals fetter abmischen kannst. Dazu haben wir dir unseren Mixing-Trick in fünf Schritten gezeigt. Der funktioniert in fast jedem Musikprogramm und die Tools findest Du da auch ganz einfach.

Zusätzlich kannst Du dein Vocal mit verschiedenen Effekte wie Equalizer, Kompressor und Hall behandeln, um den gewünschten Effekt zu erreichen und deine Gesangsaufnahme fetter zu machen.

Für eine Tiefe sind dann Delay und wieder der Hall gefragt. Nicht selten hatte ich auch schon den Fall, dass ein Lead-Vocal sich deswegen zu dünn anhörte, weil der Chor im Hintergrund zu laut war und der Gesangsaufnahme die Show stahl.

Bei allen Tricks und eigentlich auch jederzeit beim Abmischen gilt es, die Mono-Kompatibilität zu überprüfen und darauf zu achten, dass bei aller Breite nicht die Klarheit und Präsenz der Gesangsaufnahme flöten geht.

Tipp: Beim Recording Vocals mit dem Channel Strip bearbeiten

Lesermeinungen (5)

zu 'Gesangsaufnahme fetter machen: So klingt dein Vocal-Mix fetter & mächtiger'

  • Juan   22. Okt 2009   00:09 UhrAntworten

    !Hola Carlos!

    Interessanter Artikel. Für mich aber eher noch mal eine kompakte Zusammenfassung dessen, was man schon irgendwo aufgegriffen hat. Das man auch auf den Vocals NY-Style-Compression verwendet ist mir neu...
    Zum Thema anzerren, Sättigung: gibt es da vielleicht ein paar heiße Tipps von euch, welche Plugins empfehlenswert sind um die Preamp-Stufe zu simulieren? Die meisten Homerecordler (so wie ich) arbeiten fast ausschließlich mit Plugins...

  • Mr. Freeze   22. Okt 2009   09:03 UhrAntworten

    Ich habe beim Abmischen von Vocals gute Erfahrungen mit dem Voxengo Voxformer Channel Strip gemacht.

    Da hat man EQ, Kompressor, Gate, De-Esser und Sättigung direkt und übersichtlich am Start.

    Das Ganze für homerecording-freundliche 70 $.

    http://www.voxengo.com/product/voxformer/

  • R-Face   22. Okt 2009   16:51 UhrAntworten

    als röhren preamp benutz ich wenn es wirklich nötig ist rubytube von silverspike

    http://www.silverspike.com/?Products:RubyTube

    und für die bandsättigung kann ich ferox von jeroen breebaart empfehlen. ist bisher das am besten klingende bandsättigungs plugin imo.

    http://www.jeroenbreebaart.com/

  • Der mit dem wissensdurst ^^   24. Okt 2009   20:47 UhrAntworten

    Bei der NY Compression....arbeitest Du da auch mit verschiedenen Compressoren ??

    Ich habe herrausgefunden wenn man dezent 2 verschiedene also zb. ne optosimulation und ne fet simulation hintereinanderschaltet...das es so ziemlich sound macht....hört man das dann auch bei der ny compression noch so raus ??

  • Carlos (delamar)   25. Okt 2009   11:16 UhrAntworten

    Ich arbeite bei der parallelen Kompression / NY Trick hauptsächlich mit dem 1176SE aus der UAD. Manchmal passt der Sound nicht und dann suche ich einen anderen Kompressor.
    Mehrere Kompressoren hintereinander habe ich bei Vocals auch schon verwendet, das passt aber nicht immer. Beim NY Trick würde ich das aber eher lassen. Da sollen die Begleitspuren ja nicht zu weit nach vorne rücken.

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