Ratgeber: Piano für Kinder – Akustisches Klavier oder Digitalpiano?

Piano für Kinder Ratgeber

Gesucht: Ein Piano für Kinder und Einsteiger - darf es ein akustisches Klavier oder ein Digitalpiano sein? Was besser ist und wie Du beides in einem bekommst.

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Erwartungen an sich und das Piano für Kinder

Eltern und Interessierte sollten sich zunächst die Frage stellen, welchen Anspruch sie an sich beziehungsweise ihr Kind haben. Zum Einstieg in diesen Elternratgeber hilft es, die nachstehenden Fragen zu beantworten:

  • Soll das Musizieren einen Ausgleich schaffen und ein Ventil sein, Erlebnisse des Alltags zu verarbeiten?
  • Wünscht sich die Großmutter ein kleines »Privatkonzert« zum runden Geburtstag?
  • Vielleicht möchte der Spross eine Beethoven-Sonate spielen und ist bereit, hart dafür zu üben?
  • Ist das Ziel, handwerklich und technisch Klavierstücke zu spielen?
  • Oder soll das Verständnis und Gefühl für Musikalität vermittelt werden?

Am Anfang können spieltechnische Grundlagen und ein Verständnis für Musikalität – also wie Töne betont werden – besser an einem Klavier mit herkömmlicher Klangerzeugung vermittelt werden. Diese Fähigkeit kann im fortgeschrittenen Stadium auf das digitale Musikinstrument übertragen werden, doch andersherum ist das nicht möglich.

 

Brillante Klangqualität

Bis heute ist das Aushängeschild des Klaviers das Klangbild. Der volle und brillante Klang resultiert aus dem Resonanzkörper des Instruments und der feinen Hammermechanik. Das wesentliche Kriterium bei einem akustischen Piano (für Kinder) ist die Beziehung zwischen dem Spiel auf den Tasten und dem entstehenden Ton.

Die Art, wie die Tasten angeschlagen werden, bestimmt den Klang des Tons und seine Lautstärke.

Diese feine und kontrollierbare Art der Klangerzeugung stellt die größte Herausforderung für digitale Nachahmer dar. Somit ist die Tongestaltung ein wesentliches Merkmal, mit dem das akustische Klavier punkten kann – der Nachahmer kann im besten Fall so gut wie das Original werden.

Ein Gespür für das Instrument entwickeln

Bleibt man dem Klavierspiel über Jahre hinweg treu, wird sich beim Jugendlichen oder musikalisch fortgeschrittenen Erwachsenen ein besonderes Spielgefühl einstellen. Mit den Jahren entwickelt sich ein ausgeprägtes Gespür und Gehör für das Musikinstrument.

Der Spieler fühlt, wie das Klavier auf Impulse wie den Tastenanschlag oder die Betätigung des Klavierpedals reagiert und kann das Instrument auf diese Weise feinfühlig kontrollieren.

Mit den Hämmern ist es möglich, auf diverse Arten einen Ton zu erzeugen und Klänge zu gestalten. Der Musiker spürt die unmittelbare Reaktion des Instruments durch das Anschlagen des Hämmerchens auf den Saiten. Dazu zählt das Vibrieren des Resonanzkörpers und wie der Spieler den Ton anschlägt und ausklingen lässt.

Auch für Anfänger wichtig

Für den Anfänger sind diese beiden Aspekte relevant. Auch wenn anfangs die gesamte Konzentration abverlangt wird, Hände und Finger überhaupt richtig zu koordinieren und alle Noten fließend zu lesen.

Ein gut klingendes Musikinstrument fördert die Freude am Spiel und stellt die Weichen für langjähriges Musikmachen am Klavier. Gerade wenn die Leidenschaft zum Klavierspiel über Jahre konstant bleibt, lohnt es sich, das Feingefühl am echten Klavier weiter zu schulen und zu fördern.

Hier hat ein akustisches Klavier leicht die Nase vorn, doch ein gutes Digitalpiano für Kinder, Jugendliche und Anfänger jeden Alters kann durchaus mithalten.

Seele vs. Vielfalt: Klänge entdecken

Das Spielgefühl am akustischen Klavier ist einzigartig, denn kein Musikinstrument gleicht dem anderen. Das liegt unter anderem daran, dass Holz ein organisches Material ist. Es atmet, dehnt sich aus, zieht sich zusammen und altert. All diese Faktoren beeinflussen letztendlich die Klangcharakteristik des Instruments mit. Ein Piano mit altbewährter Klangerzeugung ist lebendig und viele Musiker sprechen von der Seele des Klaviers.

Ein digitales Musikinstrument ist hingegen besonders flexibel durch die unterschiedlichen Instrumental-Sounds und eingespeicherten Playbacks, zu denen gespielt werden kann. Das Klavierspielen im Bunde mit einer virtuellen Band – das kann auf Anfänger sehr motivierend und animierend wirken. Schon im frühen Stadium hat der Spieler das Gefühl, richtig Musik zu machen und kann coole Stücke im virtuellen Ensemble spielen.

Anschaffung fürs Leben oder »nur« ein Piano für Kinder?

Ein akustisches Klavier muss schon aufgrund der finanziellen Investition als Anschaffung für das ganze Leben gesehen werden. Aber auch die Größe und das Gewicht spielen eine Rolle – ein Flügel beispielsweise hat was von einem Möbelstück. Das Klavier ist ein Gegenstand, zu dem sich eine Verbindung aufbauen lässt. Es wird zum Begleiter.

Auch ein Digitalpiano kann einem lieb und teuer werden. Je nach Modell hinkt die Technologie nach einigen Jahren hinterher. Die Hemmschwelle, sich von einem Digitalpiano zu trennen, ist oft geringer als das bei einem Klavier der Fall ist. Es scheint austauschbarer.

Wer sich nicht sicher ist, ob das Klavier überhaupt das richtige Instrument ist, sollte sich anfangs eines mieten oder mit einem Digitalpiano einsteigen.

Transport in die Wohnung

Ein akustisches Klavier wiegt eine Menge. Sind die Räumlichkeiten nicht im Erdgeschoss, muss man als Käufer mit saftigen Aufpreisen seitens des Transportunternehmens rechnen. Pro Stockwerk steigen die Kosten für den Transport. Aufgrund des enormen Gewichts kann ein Klavier nicht selbst getragen werden.

Für die Anschaffung eines Digitalpianos sprechen also praktische wie auch finanzielle Gründe.

Lautstärke kann zum Verhängnis werden

Wer in einer Wohnung oder im Reihenhaus lebt, ist an gesetzliche Ruhezeiten gebunden. Nachbarn und Mitbewohner können sich durch den lauten, kraftvollen Sound eines akustischen Klaviers unter Umständen gestört fühlen.

An nächtliches Üben – eine Zeit, zu der gerade bei Jugendlichen die kreativen Schübe häufig zu Tage treten – ist nicht zu denken. Auch am Tag ist das Klavier ein Instrument, dessen Klang durch Decken und Wände hörbar ist.

Anders beim Digitalpiano: Hier kann die Lautstärke per Knopfdruck reguliert werden und auch das Klavierspielen über Kopfhörer ist möglich.

Digitalpiano für Kinder - Yamaha Arius YDP-143

Ein Digitalpiano für Kinder bietet einen Kopfhörerausgang … und Lernfunktionen, auch ist es günstiger und kompakter

Unterhaltung

Ein »echtes« Klavier ist bereits bei der Anschaffung kostspielig. Ein gutes Instrument kostet oft das Fünf- bis Zehnfache im Vergleich zu einem digitalen Klavier.

Dazu kommen Kosten für die Pflege. Ein Klavier sollte einmal jährlich von einem Klavierstimmer/Klavierbauer gestimmt werden. Vielleicht musst das Klavier nach einem Jahrzehnt gewartet oder restauriert werden.

Selbst bei pfleglicher Behandlung können schwankende Raumtemperaturen und die langfristige Beanspruchung der Hammermechanik bzw. Pedale dazu führen. Als analoges Musikinstrument unterliegt es nutzungsbedingtem Verschleiß.

Doch dies trifft auch die Eigner eines Digitalpianos, das ebenfalls mit der Zeit verschleißt. Nicht selten passiert es, dass die Tasten nach ein paar Jahren locker werden und beim Klavierspielen leicht klappern. Und wie weiter oben erwähnt, ist die Lebensspanne eines Digitalpianos aufgrund alternder Technologie womöglich kürzer.

Allerdings kann sich ein Digitalpiano aufgrund der Elektronik nicht verstimmen. Da man hier – anders als bei dem Klavier – auf einen Klavierstimmer verzichten kann, lässt sich langfristig Geld sparen.

Kombi-Lösung TransAcoustic & Silent Piano

Eine von der Firma Yamaha entwickelte Technologie ermöglicht es, das akustische Klavier um eine digitale Klangwiedergabe zu ergänzen. Beim Silent Piano oder TransAcoustic entsteht der Klang ursprünglich über das Auftreffen der Hämmerchen auf den Saiten.

Im Gegensatz zu einem akustischen Klavier ist es allerdings möglich, das Instrument stumm zu schalten und stattdessen mit Kopfhörern zu musizieren. Der Spieler bekommt einen digitalen, sehr gut klingenden Klavier-Sound auf die Ohren. Der digitale Klavierklang reagiert dabei auf die Anschlagstärke beim Spiel und die Gesamtlautstärke ist individuell einstellbar.

Die sogenannten Silent Pianos sind echte Klaviere mit Hammermechanik und müssen daher jährlich gestimmt werden.

Piano für Kinder - Yamaha U1TA

Das Yamaha U1TA kostet knapp 13.000 Euro – der Einstieg in die Sparte »Anspruchsvolles Piano für Kinder« mit TransAcoustic für digitale Klänge mit echtem analogem Sound über den Resonanzkörper

Echtes Spielgefühl zu nächtlichen Stunden

Eine Besonderheit des TransAcoustic und der Silent Pianos ist, dass die Mechanik und das Spielgefühl des akustischen Klaviers weitestgehend erhalten bleiben. Die innige Verbindung mit dem Musikinstrument besteht dadurch weiterhin, während die akustische Klangerzeugung ausbleibt und durch den digitalen Klang auf den Kopfhörern ersetzt wird.

Aufgrund der Möglichkeit, vom lauten akustischen Klang zum internen digitalen Klang auf Kopfhörern zu wechseln, kann zu Tag- und Nachtzeiten ernstzunehmend und mit nahezu gänzlich originalgetreuem Spielgefühl geübt werden.

Darüber hinaus kann das Ständchen zum Geburtstag dennoch für alle akustisch hör- und erlebbar im Wohnzimmer gespielt werden. Diese Modelle bieten das Beste aus analogem und digitalem Piano – für Kinder, Jugendliche und Anfänger.

TransAcoustic: Alternative zum normalen Digitalpiano für Kinder

Das TransAcoustic Piano hat einen besonderen Clou. Es kann nicht nur den natürlichen, akustischen Klavierklang über den Resonanzkörper des Klaviers wiedergeben. Auch die digitalen Instrumental-Sounds werden auf Wunsch über dessen Resonanzkörper verstärkt. Alle Töne und Sounds erklingen dann über den Korpus des Instruments.

Zusätzlich kann der Klavierklang mit verschiedenen digitalen Sounds kombiniert werden. Die Regulierung der Gesamtlautstärke ist unter diesen Voraussetzungen natürlich auch möglich. Dass bei all diesen Funktionen auch Kopfhörer eingestöpselt werden können, versteht sich fast von selbst … und passt bestens zu einem Piano für Kinder, Jugendliche und Anfänger.

Einen Wermutstropfen gibt es bei dieser hybriden Lösung dann leider doch noch. Preislich sind sowohl die Silent Pianos als auch die TransAcoustic Pianos – je nach Qualität und Umfang der zusätzlichen Funktionen – leicht bis stark über dem Kaufpreis eines normalen akustischen Klaviers angesiedelt.

Anspruchsvolles hybrides Piano für Kinder - Das Innere des Yamaha U1TA mit TransAcoustic

Das hybride Piano für Kinder – Der TransAcoustic-Technologie unter den Rock geschaut

Fazit im Elternratgeber: Akustisches vs. digitales Piano für Kinder

Der akustische Eindruck, das Gefühl und die Freude sind bei Klavierspielen enorm wichtig. Auch wenn das bei Einsteigern anfangs oft nur unterbewusst wahrgenommen wird. Das Erlebnis, an einem gut klingenden akustischen Klavier mit ausgefeilter Mechanik und sensibler Anschlagdynamik zu spielen, ist unvergleichlich und gerade für Kinder ein Erlebnis.

Für die Lernkurve ist vielleicht eher dies wichtig: Schon im Anfängerstadium findet eine Sensibilisierung für das eigene Spielempfinden und die Klangvorstellung statt.
Die meisten Interessenten werden gerade in der Einstiegsphase dazu neigen, ein digitales Piano für Kinder zu kaufen. Der Anschaffungspreis ist gegenüber einem gewöhnlichen Klavier für Kinder deutlich günstiger und es fallen keine Wartungskosten an. Auch animieren die integrierten Instrumental-Sounds und Cover-Songs Anfänger sehr gut. Jedoch müssen hierfür in Sachen Klang und vor allem beim Gefühl Abstriche gemacht werden – je nach Modell mehr oder weniger.

Wer lieber das Beste aus analoger und digitaler Welt vereint, schaut sich beim TransAcoustic Piano um. Dieses weist alle charakteristischen Merkmale eines gewöhnlichen Klaviers auf und bietet gleichzeitig eine Fülle an technologischen Extras.

Ein großer Vorteil ist hier – genauso wie beim Digitalpiano – das von der Wohnsituation unabhängige Musizieren zu jeder Tages- und Nachtzeit. Mit dem Erwerb eines dieser Modelle kauft man ein Universalpaket: Sowohl die musikalische Entwicklung des Musikers als auch die Freude am Experimentieren mit digitalen Instrumental-Sounds und sehr soliden Aufnahmemöglichkeiten ist gewährleistet.

So beschließen wir unseren Elternratgeber zum passenden Klavier für Kinder und Anfänger. Wer sich der in diesem Ratgeber geschilderten Unterschiede bewusst ist, findet das passende Musikinstrument für sich – und dabei muss man sich dabei mittlerweile nicht mehr exklusiv für die eine oder die andere Art der Klangerzeugung entscheiden.