Studiokopfhörer: Homestudio einrichten – Folge 5

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Studiokopfhörer

Wichtig fürs Studio: Kopfhörer dienen dazu, deine Musik beim Abmischen & Mastern genau unter die Lupe zu nehmen … oder bei der Aufnahme unterstützendes Playback auf die Ohren zu bekommen

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Studiokopfhörer – Kaufberatung für dich!

Was ist der beste Kopfhörer für dein Studio und Budget? Welcher Kopfhörer in welcher Bauweise ist für Recording oder Mastering und Abmischen geeignet? Welche Modelle kommen also in Frage, um deine Lautsprecher zu ergänzen? Das klären wir hier für dich.

Gleich vorab: In unserem Studio tummeln sich natürlich nicht nur die im Video angesprochenen Modelle von Fostex. Auch bewährte Kopfhörer der Hersteller beyerdynamic und AKG umhüllen seit Jahren unsere Ohrmuscheln.

Profigerechte Studiokopfhörer gibt es heut zu Genüge, längst nicht nur nur im höchsten Preissegment. Neben dem Klang der Musik gibt es weitere wichtige Aspekte – Bauweise, Impedanz in Ohm und mehr.

Video Ratgeber
🎬 Studiokopfhörer

Alles zum Thema: Homestudio einrichten »

Anwendungsbereiche deiner Studiokopfhörer

Willst Du für deine Musik Sprache, Gesang oder Sprechgesang mit einem Studiokopfhörer aufnehmen? Schlagzeug? Steht generell eher Recording auf dem Programm? Oder betreibst Du Mixing, willst Du Musik also (auch) abmischen?

Unsere Wahl fiel auf die Studiokopfhörer der RP-Serie von Fostex. Sie beinhaltet drei Modelle mit Unterschieden in der Bauweise – perfekt für unseren Ratgeber. Denn je nach Anwendung bietet ist mal der eine, mal der andere Kopfhörer vor allem aufrund von Bauweise X im Studio besser geeignet. Das betrifft nicht nur die Gegenüberstellung von Recording und Abmischen oder Mastering, denn Ersteres lässt sich noch unterteilen in Modelle für Schlagzeuger, Gesang und mehr …

Bauweise der Studiokopfhörer - offen, geschlossen oder halboffen?

Offen, geschlossen oder halboffen? Die Wahl des Kopfhörers für Studio entscheidet, was Du vorhast!

Recording

Nutzt Du den Studiokopfhörer meist für Aufnahmen, ist der Fostex T40RP mk3 [Test] (geschlossene Bauweise) in seinem Preissegment zu empfehlen. Er isoliert den Schall sehr gut in beide Richtungen. Das verhindert akustisches Übersprechen: Der Clicktrack oder das Playback aus dem Kopfhörer wird nicht erneut vom Mikrofon aufgenommen.

Kopfhörervergleich: offen, geschlossen und halboffen

Schlagzeug

Bei einem Studio-Drummer kommt hinzu, dass sich der Kopfhörer-Mix gegenüber dem lauten Schlagzeug durchsetzen muss. So braucht es eine kräftige Basswiedergabe, die geschlossene Kopfhörer in der Regel eher bieten.

Gitarre

Bei Gitarre kommen wieder die isolierenden Eigenschaften zum Tragen, da würde meine Wahl auf Modelle in geschlossener Bauweise fallen. Für eine E-Gitarre, die im selben Raum wie der Amp gespielt wird, dürften aber auch offene Kopfhörer praktikabel sein.

Gesang

Bei Vocals – Gesang, Sprechgesang & Co. – sind geschlossene Modelle wie der schon der erwähnte T40RP mk3 optimal. So wird die Playback-Musik aus dem Kopfhörer nicht wieder vom Mikrofon eingefangen. Aber hier geht es auch darum, dass der Sänger sich wohlfühlt und gut intonieren kann. Das kann den entscheidenden Unterschied bei der Performance im Studio ausmachen.

Komfortseitig ist der Fostex T20RP mk3 [Test] mit seiner offenen Bauweise angenehmer, da sich in ihm weniger Wärme staut. Er ist aber nur tauglich, wenn Rapper, Sängerin & Co. mit einem sehr leisen Monitormix klarkommen.

Studiokopfhörer zum Abmischen & Mastering

Als Kopfhörer für Mastering & Mixing sind Modelle in offener Bauweise ideal. Sie geben die Musik plastischer, räumlich differenzierter wieder als geschlossene Modelle. Einzelne Elemente der Musik erklingen stärker voneinander getrennt.

Es gibt es auch Kopfhörer in geschlossener Bauweise, die mit gutem räumlichem Klang punkten, doch nach wie vor haben offene Modelle einen Vorsprung. Geschlossene Kopfhörer können allerdings das beim Abmischen störende Lüfterrauschen des Computers aussperren.

Halboffene Kopfhörer stellen einen guten Kompromiss dar.

Außerdem ist ein möglichst neutraler Frequenzgang wichtig. Nur so sind weder die Basswiedergabe, noch die Mitten oder Höhen zu stark oder schwach. Ein ausgeglichener Frequenzgang klingt am ehesten wie der Durchschnitt aller existierenden Kopfhörer- und Lautsprecher-Modelle – genau darauf kommt’s an.

Tipp: Mit Sonarworks Reference 3 [Test] lassen sich Ungereimtheiten in der Klangfarbe diverserer gängiger Kopfhörer ausbügeln.

Komfort

Für kurze Sessions ist ein Studiokopfhörer mit hohem Tragekomfort nicht so wichtig, an sehr langen Arbeitstagen aber sehr wohl.

Die Ohrmuscheln sollten sich weit genug aus dem Bügel ziehen lassen, um den Kopfhörer perfekt an die Kopfgröße und -form anzupassen. Der Anpressdruck sollte angenehm wirken, gerade auf Dauer. Und dann finden manche Menschen ohraufliegende Kopfhörer gemütlicher als ohrumschließende wie die drei Fostex-Modelle.

Auch die Wahl des Polstermaterials kann etwas ausmachen – Velours ist weniger schweißtreibend als (Kunst-)Leder.

Kopfhörerverstärker für den Studiokopfhörer - Fostex HP-A3

Schon ein kleiner Kopfhörerverstärker wie der Fostex HP-A3 [Test] entlockt dem Studiokopfhörer besseren Klang

Kopfhörerverstärker

Wer auf sehr guten Klang Wert legt, sollte in ein solches Gerät investieren. Zwar bietet praktisch jedes Audio Interfaces einen Kopfhörerausgang, doch der kann klangqualitativ selten, wenn überhaupt mit einem dedizierten Gerät mithalten.

Außerdem zu beachten: Kopfhörer mit geringer Empfindlichkeit benötigen ein stärkeres Signal. Hier spielt die Impedanz (gemessen in Ohm) eine wichtige Rolle. Die Studiokopfhörer-Impedanz reicht von rund 30 Ohm bis 250 Ohm oder gar 400 Ohm und mehr. Für letztere Modelle könnte die Musik aus einem Interface also zu leise sein. Ein Kopfhörerverstärker hat indes genug Reserven.

So ist eine niedrige Impedanz gut für MP3-Player, Smartphone & Co. Modelle mit hoher Impedanz haben wiederum das Potential für besseren Klang, auch wenn der Unterschied in den letzten Jahren kleiner geworden ist.

Alles zur Kopfhörer-Impedanz

beyerdynamic ist so ziemlich der einzige Hersteller, der für einen seiner Kopfhörer Modelle mit unterschiedlicher Impedanz anbietet … und den passenden Begleiter (mit Reserven):

  • beyerdynamic DT 770 PRO : 32 Ohm / 80 Ohm / 250 Ohm
  • beyerdynamic A 20: Verstärkt Modelle mit bis zu 600 Ohm

Studiokopfhörer – Das Fazit

Die Luxuslösung ist ein ganzes komplette Kopfhörer-Set – Modelle in geschlossener, offener und halboffener Bauweise für alle Eventualitäten vom Recording bis hin zum Mixing und Mastern. Wenn das für dein bescheidenes Homestudio nicht in Frage kommt, hilft diese Checkliste bei der Wahl:

  • Geschlossene Kopfhörer isolieren besser – gut zum Recording
  • Offene Kopfhörer klingen transparenter – gut für Mixing & Mastering
  • Halboffene Kopfhörer sind ein guter Kompromiss

Welcher Kopfhörer ziert dein Studio?

Viele delamari nutzen den beyerdynamic DT 770 PRO [Test] (geschlossen, ohrumschließend, 32/80/250 Ohm, ~150 €) – sowohl zum Recording, als auch zum Abmischen von Musik.

Zum Mixing und Mastering hat unser langjähriger Redakteur Felix übrigens seit vielen Jahren eine heiße Studio-Kopfhörer-Empfehlung: den beyerdynamic DT 880 PRO [Test] (halboffen, ohrumschließend, 250 Ohm, ~230 €).

Nutzt Du einen anderen Studiofkopfhörer, ob von beyerdynamic oder anderen Herstellern? Es gibt schließlich etliche ebenbürtige Modelle. Was hältst Du von Fostex, die in Europa (noch) als Geheimtipp für die Produktion von Musik und Klang gelten? Was kannst Du als Drummer empfehlen?

Wir freuen uns auf deinen Kommentar! 📢

Lesermeinungen (8)

zu 'Studiokopfhörer: Homestudio einrichten – Folge 5'

  • Stefan   18. Dez 2015   11:16 UhrAntworten

    Ich hab die Fostex TH-5BB und den DT 990 von Beyerdynamic. Ich bin mit beiden sehr zufrieden. Wenn es das Budget hergibt wprde ich aber immer dazu tendieren einen offenen und einen geschlossenen zu nehmen statt einem halboffenen. Kommt aber immer drauf an, was man macht. Wenn man nix kniffliges aufnimmt tuts auch einer.

    Wann kommen denn die Mikrofone?

    vg, Stefan

  • fatman   18. Dez 2015   12:33 UhrAntworten

    Für den Mix benutze ich den DT990 pro 250 Ohm, fürs akustische Aufnahmen, wie Gesang, Gitarre etc. einen Sennheiser eH2270. Außerdem wird als Zweithörer beim Mischen der AKG K240 600 Ohm (Made in Austria) eingesetzt. Und fürs Üben am Keyboard ein Hifi KH Sennheiser HD465, weil der keinen neutralen Frequenzgang hat. Bis auf den DT990 haben die KHs schon einige Jahre auf dem Buckel. Da sie aber einwandfrei funktionieren und ich mich auf sie "eingehört" habe, kann ich mich nicht entschliessen, neue zu kaufen. ( Auch ein Beitrag zur Ressorcenschonug :-) )
    Übrigens, diese halboffenen KHs würde ich nicht einsetzen, da sie für jede Situtation immer nur einen Kompromiss sind. Wenn das Budget für zwei gute KHs nicht reicht, würde ich erst einen geschlossenen kaufen und später dann einen offenen.

  • Igor   19. Dez 2015   15:19 UhrAntworten

    Ich bin sonst stets ein großer Fan von delamar gewesen. Aber die neue Rubrik "Homestudie einrichten" ist eine enttäuschende Werbeplattform. Das wird vor allem hier beim Beitrag zu Studiokopfhörern deutlich: Es ist lästig auffällig wie alle paar Sekunden Fostex genannt wird. In den anderen Beiträgen sieht es leider nicht anders aus, so wird der Beitrag zur Studiomöbel offensichtlich von Zaor gesponsert. Aber wenn es denn nur bei der offenkundigen Werbung bliebe, denn tatsächlich störe ich mich an zwei weiteren Sachen: Erstens steht in den Beiträgen eins zu eins das Gleiche wie in den Videos gesagt wird, sodass sich die beiden Darstellungen gegenseitig überflüssig machen. Eleganter wäre eine (übliche) Lösung, bei der das Videomaterial den Fließtext ergänzt. Zweitens haben diese Beiträge keinen Mehrwert an Informationen im Vergleich zu alten Beiträgen von delamar. So gab es doch bereits 2010 einen Beitrag zu der Frage nach geschlossenen, offenen und halboffenen Kopfhörern (hier: https://www.delamar.de/video-workshops/kopfhoerer-unterschied-offen-geschlossen-halboffen-8677/ ). Inhaltlich macht es also kaum Sinn inhaltlich nahezu genau den gleichen Beitrag zu posten. Aber in einem wichtigen Punkt unterscheiden sich die alten und die derzeitigen beiträge: bei den neuen wird auf penetrante Art und Weise zehn mal in einem Atemzug der gleiche Markename genannt. Das wird demensprechend der Grund für diese misslungene Neufassung sein. Das Gleiche gilt auch für andere Themen, so gab es beispielsweise doch bereits einen guten Beitrag zum Thema Audio Interfaces (hier: https://www.delamar.de/musik-selber-machen/soundkarten-test/).

    Ich weiß nicht, ob mein unerfreulicher Kommentar gelöscht wird. Jedenfalls hoffe ich, dass selbst wenn ihr den Post löscht, ihr trotzdem meine Aussage ernst nehmt. Ich werde wohl kaum der einzige genervte und enttäuschte delamar-Leser sein. Versucht euch doch über Werbeanzeigen o.ä. zu finanzieren, aber doch nicht über so offensichtliches Sponsering. Denn im Gegensatz zu euren misslungenen an den Sponseringpartner angelehnten Werbevideos haben Werbeanzeigen keinen Effekt auf den vermittelten Inhalt. So könntet ihr weiterhin sagen was ihr wollt und was ihr aufgrund eurer Expertise für richtig haltet und die Leser freuen sich darüber, dass ihr euer Wissen mit ihnen teilt. Das ist wirklich viel mal besser, als wenn ihr kaum mehr teilt als Schleichwerbung.

    Ich hoffe mit meinem offensiven Ton treffe ich nicht auf Reaktanz und dass ihr rational genug seid meine Anmerkungen zumindest ernst zu nehmen.

    • fatman   19. Dez 2015   20:18 UhrAntworten

      Hallo Igor, Deine Meinung wurde nicht gelöscht, was ja für delamar spricht! Ansonsten bin ich Deiner Meinung.
      Jedoch leben wir alle in einem Wirtschaftssystem, das auf Wirtschaftswachstum und Gewinnmaximierung angewiesen ist und uns dabei exponentielle Steigerungen vorschreibt. Dadurch werden diese "Werbeattacken" auch bei delamar zunehmen. Wenn wir delamaries hier mehr Neutralität einfordern, müssen wir auch bereit sein, diese Seite jedes Jahr mit steigenden Preisen zu finanzieren. Allerdings habe ich da wenig Hoffnung, wie ja der ADAC es uns bewiesen hat.
      Also versuche ich, hier meinen "Honig zu saugen" und ingnoriere den Werbequatsch. So bleibt delamar für mich lesenswert und die Redakteure bekommen (hoffentlich) ein angemessenes Salär!
      Außerdem machen die Kommentare der Leser mir immer wieder viel Freude.
      Wie Deiner z.Bsp.

    • Carlos San Segundo (delamar)   19. Dez 2015   21:05 UhrAntworten

      Hallo Igor,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Wir nehmen jedes Feedback hier sehr ernst, denn wir wollen die Inhalte so gut wie möglich an die Leser bringen.

      Es ist natürlich schade, wenn dir die Reihe nicht gefällt.
      Vermutlich haben wir zu Beginn nicht deutlich genug gemacht, was wir hiermit wollen.

      Die Videos sind nicht als ausführliche Ratgeber zu einzelnen Themen gedacht, denn die würden das Videoformat zeitlich sprengen.
      Vielmehr soll diese Videoreihe einen horizontalen Einblick in das Thema Homestudio einrichten liefern.
      Und zwar mit aktuellen Produkten, die es zum Zeitpunkt der anderen, vertikal angelegten Artikel noch nicht gab.

      Insofern sind die Informationen durchaus ergänzend. Die Artikel gehen in die Tiefe, die Videos geben einen ersten Eindruck, worum es geht.
      Außerdem gibt es Tipps, welche Produkte von unserer Warte aus empfehlenswert sind.
      Wer sich als Einsteiger orientieren möchte, findet hier einen Rat im Videoformat.

      Die Nennung der Hersteller ist so eine Sache. Unser Moderator spricht frei, anstatt das Skript abzulesen.
      Das ist von uns so gewünscht, um die Videos etwas lockerer in der Sprache und Modalität zu halten.
      Wenn es dann um das Produkt geht, fällt dann eben auch (fast) immer der Herstellername.

      Deine Haltung hierzu kann ich gut verstehen und nachvollziehen.
      Wenn wir Produkte empfehlen wollen, müssen wir diese eben auch benennen.
      Was mir hierzu noch einfällt ist, ein Video ausschließlich mit Produktempfehlungen zu machen.
      In diesem könnten dann viele unterschiedliche Produkte, Hersteller und vielleicht sogar Kategorien Platz finden.
      Wir werden darüber auf jeden Fall nachdenken.

      Herzliche Grüße
      Carlos

  • Igor   19. Dez 2015   23:20 UhrAntworten

    Hallo Carlos,

    Also wie es fatman bereits schrieb: Dass mein Beitrag nicht gelöscht wird, spricht wirklich für die Seite! Ich halte das für wirklich sehr nennenswert. Auch empfinde ich Deine Antwort differenziert und reflektiert und somit als hilfreich. Ich komme mir ein wenig undankbar vor so harsche Kritik zu üben, denn schließlich tu ich es fatman gleich, versuche also trotz der Werbung etwas aus den Beiträgen zu schöpfen und profitiere so von eurer Arbeit - und das ohne dafür auch nur etwas bezahlen zu müssen. Und doch möchte ich meine Kritik nicht gänzlich zurücknehmen, da ich es einfach sehr schade fände, wenn eine so gute Seite wie delamar irgendwann aufgrund von Schleichwerbung an Qualität verlieren würde. Das wäre schlicht weg zu schade und daher wollte ich eine entsprechende Rückmeldung geben.

    Trotz der Kritik möchte ich euch für all die tollen Beiträge danken! Die haben mich oftmals richtig gut weitergebracht!

    Beste Grüße
    Igor

  • Kane the MOD   15. Jun 2017   15:59 UhrAntworten

    Ich benutze Audio Technica ATH-M50x.

  • Lutz Otto   11. Jul 2017   14:20 UhrAntworten

    👍👍👍

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