Studio-Lautsprecher (aktiv): Homestudio einrichten – Folge 3

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Studio-Lautsprecher (aktiv)

Du suchst Studio-Lautsprecher, aktiv und mit genug Zoll für ausreichend Bass? Hier sind die besten Tipps für Nahfeldmonitore, um deinem Ohr aussagekrfätige Informationen zu liefern!

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Studio-Lautsprecher (aktiv) gesucht?

Sie sind enorm wichtig für dein Studio: die Studiomonitore, Nahfeldmonitore oder einfach kurz Monitore. Mit ihnen kannst Du deine Abmischungen überhaupt erst richtig beurteilen.

Alle Entscheidungen, die Du im Studio triffst, werden durch die Boxen beeinflusst. Je besser sie sind, desto zielführender sind deine Handgriffe und desto besser wird der Klang deiner Abmischungen.

Es gibt sehr viele Hersteller mit vielen verschiedenen Modelle in unterschiedlichen Größen für Regieräume aller Art. Mit dem Video werden wir dir beim Finden passender Boxen helfen. Dabei lernst Du auch zwei empfehlenswerte Studiomonitore (genauer: Nahfeldmonitore) des Herstellers KS Digital kennen, die wir für unser Studio ausgesucht haben.

Video Ratgeber
🎬 Studio-Lautsprecher (aktiv)

Alles zum Thema: Homestudio einrichten

Was müssen aktive Studio-Monitore leisten?

Ein guter Studiomonitor ist einer, dem Du seiner Neutralität wegen vertrauen kannst und den Du richtig gut kennst – also weißt, wie sich deine Referenz-CDs darauf anhören. Weiterhin ist wichtig, dass deine Ohren bei langen Sessions nach vielen Stunden Arbeit nicht ermüden.

Natürlich brauchen gute Studiomonitore auch genügend Reserven, um deine Anforderungen in Sachen Lautstärke und Frequenzgang (Frequenz X im Bass bis Frequenz Y in den Höhen) liefern zu können. Dazu gehört, dass er gut mit extremen Pegelspitzen (»Peaks«), Poppgeräuschen und rohem Audiomaterial umgehen kann.

Wie schon erwähnt, sind Nahfeldmonitore für fast jedes kleinere Studio am besten geeignet – sie sind darauf ausgelegt, dass sie auf geringen Entfernungen gut klingen. Und damit sind solche Studiomonitore auch sehr gut geeignet für Regieräume, die nicht akustisch optimiert wurden.

Das Budget für deine Lautsprecher

Es gibt genügend Studio-Monitore für jedes Budget. Und in jedem Segment gibt es mindestens einen Nahfeldmonitor, der aus der Masse herausragt. Es ist auch wahr, dass sich Musik selbst auf kleinen Computer-Brüllwürfeln oder dem Küchenradio produzieren lässt. Doch das ist beileibe keine dauerhafte Lösung für ambitionierte Musiker und Produzenten.

Aktive Lautsprecher KS Digital

Wir haben uns für aktive Lautsprecher von KS Digital entschieden. In der engeren Auswahl stehen nun die D-60 und die D-80.

Gerade Studio-Monitore bieten sich als Langzeitinvestition an. Ihr Kauf kann locker mit dem eines Autos verglichen werden. Ein guter Nahfeldmonitor hält sehr lange Jahre, im besten Falle sogar Jahrzehnte – länger als ein Auto, zudem kommt er niemals aus der Mode oder muss ein Update erhalten. Es lohnt sich also definitiv, auf gute Boxen zu sparen.

In diesem Rahmen empfiehlt es sich, genügend Zeit für die Recherche und Auswahl der passenden Studiomonitore aufzubringen. In den Testberichten auf delamar findest Du alles über Klang und Ausstattung – auch der hier vorgestellten Boxen.

Infos & Testberichte zu Lautsprechern

Anwendungsgebiet für die Studio-Lautsprecher

Wie so oft kommt es darauf an, was Du am häufigsten in deinem Studio machen wirst. Bist Du Singer-Songwriter, nimmst also nur deine Gitarre und Stimme auf? Dann reichen auch schon kleinere Nahfeldmonitore. Machst Du elektronische Musik oder Hiphop? Dann brauchst Du relativ große Nahfeldmonitore, vielleicht sogar zusätzlich noch einen Subwoofer – größere Mengen an Luft bewegst Du nur mit einem größeren Tieftöner.

Wer viel mit Rockbands arbeitet oder mit vielen unterschiedlichen Talenten, sollte ebenfalls darauf achten, nicht zu kleine Nahfeldmonitore für sein Studio auszusuchen und genügend Leistungsreserven für alle Fälle bereithalten.

Die richtige Größe

Wie groß darf es denn sein? Die KS Digital D-60 haben einen Tieftöner (»Woofer«) mit einem Durchmesser von 6,5 Zoll, während die D-80 mit 8 Zoll aufwarten. Das sind übliche Dimensionen für Monitore, die zur Musikproduktion im Studio geeignet sein wollen.

Im Gegensatz dazu sind die Hochtöner bei beiden Modellen gleich groß; wie groß der Hochtöner ist, spielt dagegen praktisch keine Rolle für die klangliche Kompetenz der Studio-Nahfeldmonitore.

Je mehr Zoll ein Woofer durchmisst, desto weiter reicht er in der Regel in den Bassbereich hinab und je großflächiger die Membran, desto präziser der Bass.

Was taugen Studiomonitore mit kleinen Woofern?

Natürlich finden sich auch Studio-Lautsprecher mit Woofer-Durchmessern von 4 Zoll oder 5 Zoll – doch diese reichen meist nicht weit genug in die Tiefe, um den Bass abzuhören. Diese Modelle empfehlen sich vor allem für das Abhören von Sprachaufnahmen, für reine Singer-Songwriter oder für den Videoschnitt. Allerdings kannst Du jederzeit noch einen Subwoofer für die ganz tiefen Frequenzen dazustellen. Pimp deine Studiomonitore!

Aktive Lautsprecher

Bei aktiven Lautsprechern sind Raumgröße und Hörposition ganz entscheidend. Deine Lautsprecher sollten nicht zu groß dimensioniert sein im Verhältnis zum Raum und deiner Position.

Welche Rolle spielt der Raum in deinem Studio

Wie groß ist der Raum in deinem Studio? Wenn Du nur wenige Quadratmeter in deiner Regie zur Verfügung hast, dann können 8-Zoll-Monitore schon zu viel des Guten sein. Und zwar gleich zweifach: Zum einen nehmen diese vielleicht zu viel Platz weg, zum anderen können die tiefen Frequenzen übermächtig im Raum wirken. Und je kleiner der Raum, desto eher kommt es zu Dröhnen aufgrund der Raummoden.

Aktive Lautsprecher richtig aufstellen

Am besten ist es, die Studio-Nahfeldmonitore auf eigenen Ständern zu positionieren. Somit lassen sich viele Reflexionen und damit Kammfiltereffekte vermeiden. Wenn sie doch auf dem Studiotisch oder der Konsole stehen müssen, helfen Schaumstoff-Pads oder eine solche Gummierung, die Übertragung von Körperschall zu verhindern.

Studio-Monitore sollten möglichst feststehen und sich nicht bewegen können. Jedes Mal wenn eine Kick Drum wiedergegeben wird, hat die Box die Tendenz, sich nach hinten zu bewegen.

Die passende Aufstellung

Beim Positionieren ist es wichtig, genügend Platz zu den Wänden deiner Regie zu lassen. Je näher sich die Studiomonitore an Wänden befinden, desto schneller werden die Reflexionen zurückgeworfen – bestimmt kennst Du diesen aufgebauschten Bass. Deswegen sind die Raumecken auch kein geeigneter Platz. Zu den Studio-Seitenwänden sollte in etwa gleich viel Abstand sein, weil ansonsten die Raumabbildung und das Panorama darunter leiden.

Im Übrigen kannst Du nicht alle Studiomonitore auf die Seite legen oder zu dir drehen – die Bedienungsanleitung deiner Boxen gibt in der Regel Aufschluss und im Zweifel fragst Du beim Hersteller nach.

Hörposition vor den Studiomonitoren

Um im so genannten Sweet Spot zu sitzen, solltest Du darauf achten, dass der Hochtöner in etwa auf Höhe deiner Ohren ist.

Bei Nahfeldmonitoren für dein Studio ist eine Distanz von 1 bis 2 Metern zwischen den beiden Boxen ausreichend. Du selbst solltest dann jeweils in derselben Entfernung zu beiden Boxen sitzen – es bildet sich ein gleichseitiges Dreieck.

Das ist sehr wichtig beim Abhören im Studio, denn sonst leidet nicht nur die Stereoabbildung, sondern auch die Tiefenstaffelung erheblich. Die Tiefenstaffelung bestimmt, wie stark der Kontrast zwischen einem nah und einem entfernt wirkenden Klang erscheint.

Passend dazu: Lautsprecher richtig aufstellen

Bei einem guten Nahfeldmonitor – so auch bei den hier vorgestellten – ist selbst bei größerem Abstand zueinander die Monomitte immer noch definiert zu hören. Viele andere Studiomonitore verhalten sich so, dass die Mitte mit zunehmender Entfernung stärker in den Hintergrund gedrängt wird.

Fazit zum Studio-Lautsprecher (aktiv)

Fassen wir noch einmal kurz zusammen:

  • Studimonitore sind eine Langzeitinvestition
  • Es lohnt sich, zu sparen
  • Die Größe hängt von Musikstil, Anwendung und Raumgröße ab
  • Die Boxen sollten möglichst weit weg von den Wänden aufgestellt werden
  • Den Sweet Spot der Boxen findest Du in einem gleichseitigen Dreieck

Dein Feedback ist gefragt!

Und jetzt zu dir: Welches Modell passt für dich am besten? Hast Du dich aufgrund unserer Testberichte für bestimmte Monitore entschieden? Welchem Hersteller vertraust Du? Welche Studio-Nahfeldmonitore nutzt Du zurzeit für deine Abmischungen? Wieviel Zoll hat er und ist der Bass dafür kräftig genug?

Und schließlich noch eine Frage für Fortgeschrittene: Haben wir deiner Erfahrung nach ein Kriterium vergessen, das für die Wahl der passenden Studiomonitore wichtig ist?

Schreib uns! Wir freuen uns auf deinen Kommentar. :)

Lesermeinungen (3)

zu 'Studio-Lautsprecher (aktiv): Homestudio einrichten – Folge 3'

  • birkholz joachim   01. Jan 2017   11:34 UhrAntworten

    hallo . ich habe ein Yamaha DGX640 und seit weihnachten einen mac . ich soll bei einer Feier spielen mit etwa 35 Leuten im Saal einer Gaststätte . Das Keyboard ist zu leise glaub ich . was brauch ich für ein interface und welchen Lautsprecher soll ich kaufen . mag Birkholz Joachim.

  • oboe   06. Mrz 2017   17:28 UhrAntworten

    Moin moin Joachim,

    die Frage ist, was möchtest Du (auch langfristig) machen, was für ein Budget hast Du?

    Bei dem Wort "Veranstaltung" denke ich sofort an PA-Lautsprecher und nicht an Studio-Lautsprecher. Bei 35 Leuten hingegen kann man fast beides verwenden, wobei der "Sweet-Spot" und die Maximalleistung von Studio-Lautsprechern nicht vergleichbar ist mit denen von PA-Lautsprechern. Du kannst ohne Probleme 15.000 Euro ausgeben für eine schöne, kleine L-Acoustics-Anlage, die relativ fein klingt, aber kannst auch für 2.000 Euro Dir zwei KS-digital D-80 mit Interface hinstellen, die für 35 Leute zum Piano hören reichen. Du kannst auch für 1.000 Euro eine Billig-PA hinstellen.

    Ersteres: ermöglicht Dir, Veranstaltungen bis ca. 200-300 Leute zu beschallen. Zweiteres ermöglicht Dir, nach dem Gig im Studio/Zuhause Spaß zu haben. Beides sind langfristig gesehen komplett unterschiedliche Konzepte. Dritte Lösung ist die schlechteste: Du wirst vermutlich langfristig mit dem Klang nicht glücklich, dafür ist Dein Geldbeutel im ersten Moment nicht so geschockt.

    Es gibt auch aktive Studiomonitore für je 300 Euro, die an sich kein grottenschlechtes Bild machen und laut genug sind, um einen 20 -40 qm-Raum (35 Leute) laut genug zu beschallen, dass man überall das Piano hört. Natürlich setze ich bei Veranstaltungen keine Studio-Lautsprecher ein, aber bei einer einmaligen Veranstaltung im fast schon privaten Kreis lohnt es kaum, sich dafür extra eine PA zuzulegen, da sollte man sich lieber etwas für die dauerhafte Musikproduktion gönnen und zu diesem einen Termin mit Kompromissen leben.

    Gute PAs gibt es z. B. von
    - d&b (nicht zu verwechseln mit db technologies)
    - Meyer Sound
    - Nexo
    - Seeburg
    - L-Acoustics
    - Foohn

    Womit ich nicht gerne arbeite:
    - HK Audio
    - Bose
    - Electro Voice (EV)
    - Eigenbauten

    Man darf aber auch nicht die Preisunterschiede vergessen...

    So, dann mal zur fröhlichen Diskussion :-)

  • Lutz Otto   28. Jun 2017   11:57 UhrAntworten

    Ich benutze M-Audio Carbonoptik BX 5,BX 6,BX 8

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