Die 11 besten Signature Gitarren
Fender, Gibson, Ibanez, Gretsch & Schecter

Die 11 besten Signature Gitarren
Diese 11 Signature Gitarren musst Du gesehen haben.

Valentina Lablack Von Valentina Lablack am 07. Mai 2026

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Die 11 besten Signature Gitarren

Großer Sammlerwert und Seltenheit, ja. Aber gute Signature Gitarren sind keine Fanartikel mit Promi-Namen. Sie lösen konkrete Probleme: mehr Sustain, bessere Stimmstabilität, schnellere Wechsel auf der Bühne oder einen Sound, den ein Serienmodell so nicht liefert.

Hinter diesen Modellen stecken die eigenen Ideen der Künstler. Die einen wollten einen bestimmten Sound, die anderen eine andere Pickup-Schaltung oder eine spezielle Halsform.

Wie konkret so etwas sein kann, zeigt Kurt Cobain: Er klebte den Schiebeschalter seiner Fender Jaguar live mit Tape ab, damit er ihn nicht versehentlich verstellte. Die spätere Signature-Version griff dieses Bühnenproblem mit einer vereinfachten 3-Wege-Schaltung auf.


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Was ist eine Signature Gitarre?

Eine Signature-Gitarre ist ein Gitarrenmodell, das mit einem bestimmten Musiker verbunden ist und dessen Stil, Vorlieben, Instrument oder Klangideal aufgreift. Teilweise wurden die Modelle zusammen mit dem Künstler entwickelt.

Schecter Synyster Gates Custom
  • Band: Avenged Sevenfold (A7X)
  • Gitarrist: Synyster Gates
  • Marke: Schecter

Schecter Synyster Gates Custom

Die Synyster Gates Custom ist eine Signature Gitarre des gleichnamigen Leadgitarristen der US-Metal Band Avenged Sevenfold.

Sie ist klar auf moderne Metal-Spielweise ausgelegt: auffällige Optik à la Avenged Sevenfold, leichter Zugang zu hohen Bünden und eine Pickup-Kombination, die schnelle Soli, harte Riffs und kontrolliertes Feedback unterstützt.

Auf der Kopfplatte und dem Griffbrett findet sich das „Death Bat“ Logo. Ein Schädel mit Fledermausflügeln, den Avenged Sevenfold laut M. Shadows (Sänger) schon in den ersten Bandjahren als festes Erkennungszeichen entwerfen ließ.

Eine Sonderversion der Signature-Gitarre trägt den Schriftzug „REV“ und ist dem verstorbenen Avenged Sevenfold Schlagzeuger The Rev gewidmet (James Owen Sullivan). Synyster Gates spielte sie beim Tribute-Song „So Far Away“, um seinem verstorbenen Freund und Bandkollegen zu gedenken.

Die Signature Gitarre ist auf den Spielstil von Synyster Gates angepasst. In Songs wie „Afterlife“, „Bat Country“ oder auch „Beast and the Harlot“ spielt er schnelle Soli, die weit oben auf dem Griffbrett gespielt werden.

Das passt auch zu seiner eigenen Aussage, dass er beim Schreiben immer wieder an die Grenzen seines Spiels geht und Parts wie das Solo von „Beast and the Harlot“ live regelrecht erarbeiten muss. Ein schlanker Hals und der leichte Zugang zu den hohen Bünden sind dafür die Basis.

Am Steg sitzt bei diesem Modell der Seymour Duncan Invader – genau der Pickup, den Gates jahrelang live gespielt hat.

Wichtiger für dieses Modell ist der Sustainiac am Hals. Der wurde bei der Vorstellung der Signature Gitarre ausdrücklich als Gates’ „secret weapon“ beschrieben, weil er kontrolliertes Feedback und sehr lange stehende Töne ermöglicht. Gemeint ist also nicht einfach nur mehr Sustain, sondern ein Effekt, den Gates ganz bewusst in seinem Spiel einbauen will.

Während der Hail to the King-Tour verwendete Synyster Gates laut Premier Guitar die Kombination aus Invader am Steg und Sustainiac am Hals. Und genau das spiegelt seine Signature Gitarre wider.

Gibson Slash Les Paul Standard
  • Band: Guns N’ Roses
  • Gitarrist: Slash
  • Marke: Gibson

Gibson Slash Les Paul Standard

Die Slash Les Paul Standard ist die Signature Gitarre von Slash (Saul Hudson), dem Gitarristen von Guns N’ Roses. Kaum ein Gitarrist ist so eng mit einer Les Paul verbunden wie Slash. Mit Zylinder, Sonnenbrille und Les Paul ist er seit den späten Achtzigern einer der bekanntesten Gitarristen der Rockgeschichte.

Bei der Gibson Slash Les Paul Standard geht es um den Nachbau einer 1959er Les Paul, den der Gitarrenbauer Kris Derrig extra für Slash angefertigt hat. Das Derrig-Modell spielte Slash bei den Aufnahmen zu „Appetite for Destruction“ und genau diese Gitarre wurde später zur wichtigsten Vorlage für seine folgenden Signature Modelle.

Auf der Rückseite der Kopfplatte ist sein „Scully“-Symbol eingraviert. Der kleine Totenkopf mit Zylinder, der zu seinem persönlichen Erkennungszeichen gehört. Auf dem Trussrod-Cover steht außerdem sein Name. Wer es schlichter mag, bekommt im Koffer auch eine neutrale Abdeckung ohne Schriftzug.

Der Hersteller Gibson lehnt sich mit der Slash Collection 2020 an seine echten Bühnen- und Arbeitsgitarren originalgetreu an.

Die Gitarre ist klassisch gehalten und verzichtet auf moderne Gewichtsreduktion. Hintergrund ist Slashs bevorzugter Typ Les Paul und der Nachbau eines 1959er Modells von Kris Derrig, der für seinen Sound auf der Appetite for Destruction prägend wurde.

Slash erzählte selbst in einem Interview mit Total Guitar (2023), dass diese Gitarre bei den Aufnahmen zu „Appetite for Destruction“ erst in letzter Minute zum Einsatz kam, nachdem andere Modelle nicht seinen Vorstellungen entsprochen hatten.

Deshalb sollte seine Signature nicht die moderne Leichtigkeit haben, sondern ein spürbares Gewicht, eine direkte Ansprache und langes Sustain ermöglichen.

Gibson Jimmy Page 1969 EDS 1275
  • Band: Led Zeppelin
  • Gitarrist: Jimmy Page
  • Marke: Gibson

Gibson Jimmy Page 1969 EDS-1275 Doubleneck

Die Gibson Jimmy Page 1969 EDS-1275 Doubleneck ist eng mit Jimmy Page und seiner Arbeit bei Led Zeppelin verbunden.

Die Gitarre wurde für genau den Zweck bekannt, für den Page sie auf der Bühne brauchte: Schnelle Wechsel zwischen 12-saitigen Passagen und den 6-saitigen Leadparts.

Der SG-ähnliche Mahagonikorpus hat zwei Hälse, oben einen 12-Saiter und unten einen 6-Saiter.

Gerade bei einem Song wie „Stairway to Heaven“ konnte Jimmy Page mit diesem Doppelhals live direkt zwischen der zwölfsaitigen Einleitung und den verzerrten Soloparts wechseln, ohne die Gitarre tauschen zu müssen.

Beide Hälse besitzen jeweils 20 Bünde, eigene Sättel und eigene Stege. Dazu kommen pro Hals zwei Humbucker mit separaten Volume- und Tone-Reglern.

Die Neuauflage aus dem Jahr 2024 hält sich an Jimmy Pages Original von 1969. Gibson hat die Vintage-Gitarre dreidimensional gescannt und im Custom Shop eine streng limitierte Serie von 50 Nachbauten gefertigt. Auch das gealterte Finish, die sichtbaren Gebrauchsspuren und kleine Eigenheiten des Originals wurden genau übernommen.

Auch Pages eigene Anpassungen wurden berücksichtigt. Er hatte bei seinem Instrument das Schlagbrett entfernt – wahrscheinlich um etwas Gewicht zu sparen.

Fender Jimi Hendrix Stratocaster
  • Band: The Jimi Hendrix Experience
  • Gitarrist: Jimi Hendrix
  • Marke: Fender

Fender Jimi Hendrix Stratocaster

Jimi Hendrix wurde mit Songs wie „Purple Haze“ und Auftritten wie beim Monterey Pop Festival weltberühmt. Bis heute ist er vor allem für seinen „verkehrten“ Umgang mit seiner Fender Stratocaster bekannt.

Das Grundelement ist die gespiegelte große Kopfplatte im Stil der späten Sechziger – denn Hendrix spielte als Linkshänder die Stratocaster einfach umgedreht.

Der Korpus besteht aus Erle und ist je nach Modell in Olympic White oder Schwarz lackiert. Dazu kommen cremefarbene Pickup-Kappen und ein Porträt von Jimi Hendrix auf der Halsplatte.

Die umgedrehte Kopfplatte soll das Spielgefühl etwas verändern. Der umgekehrt eingebaute Bridge-Pickup verändert die Position der Polepieces unter den Saiten. Dadurch kann die Ansprache anders wirken als bei einer normalen Stratocaster: Die tiefen und hohen Saiten werden nicht exakt so betont wie beim Standardmodell.

Der Steg-Pickup wurde umgekehrt angewinkelt, wodurch sich die Ansprache der Gitarre leicht verändert. Die Basssaiten bekommen mehr Definition und Obertöne, während die hohen Saiten etwas voller wirken können.

Fender Eric Clapton Stratocaster
  • Band: Cream / solo
  • Gitarrist: Eric Clapton
  • Marke: Fender

Fender Eric Clapton Stratocaster

Eric Clapton gehört zu den bekanntesten Gitarristen im Bluesrock. Er spielte bei den Yardbirds, bei John Mayall’s Bluesbreakers und bei Cream. Später war er auch solo sehr erfolgreich.

Clapton wollte damals eine Stratocaster, die mehr Druck und Mitten hat als das klassische Vintage Modell des Herstellers.

Die Gitarre basiert auf der Idee, das Spielgefühl seiner „Blackie“-Gitarre in ein Standardmodell zu übertragen. Dafür bekam sie einen Erlekorpus, einen Soft-V-Hals, 22 Vintage-Bünde und einen 9,5-Zoll-Radius.

Claptons Tremolo war blockiert, weil er keine klassischen Vibrato-Effekte über den Hebel wollte. Er wünschte sich eine Stratocaster, die stabil gestimmt bleibt und sich im Bandkontext besser durchsetzt.

Die ersten Modelle waren mit drei Lace Sensor Gold Pickups ausgestattet. Seit 2001 verbaut Fender bei diesem Modell Vintage Noiseless Pickups, die das Design der Stratocaster beibehalten, aber mit weniger Nebengeräuschen arbeiten.

Entwickelt wurde die Clapton-Strat zusammen mit Eric Clapton selbst. Die frühen Prototypen arbeiteten mit einer Mid-Boost-Schaltung.

Die Clapton Stratocaster ist keine auffällige Signature-Gitarre und sollte es auch nicht sein. Sie sollte Claptons Wunsch nach mehr Mitten und Durchsetzungskraft erfüllen, ohne das Vintage-Design zu zerstören.

Fender Kurt Cobain Jaguar
  • Band: Nirvana
  • Gitarrist: Kurt Cobain
  • Marke: Fender

Fender Kurt Cobain Jaguar

Kurt Cobain war Sänger, Gitarrist und Songwriter von Nirvana. Mit Songs wie „Smells Like Teen Spirit“ wurde er Anfang der Neunziger zum bekanntesten Künstler des Grunge.

Die Fender Kurt Cobain Jaguar basiert auf einer Jaguar von 1965, die Cobain 1991 kaufte – der Künstler baute sie selbst fast komplett um.

Statt der normalen Jaguar-Singlecoils hatte seine Gitarre zwei Humbucker (die schon beim Kauf verbaut waren). Am Hals sitzt ein DiMarzio PAF 36th Anniversary, an der Brücke ein DiMarzio Super Distortion. Dieser soll die Gitarre deutlich lauter und verzerrter klingen lassen als eine normale Jaguar aus den Sechzigern.

Die Signature Gitarre bekam einen Gibson-Style Tune-o-Matic-Steg, ein zusätzliches Volume-Poti, verchromte Regler im Telecaster-Stil und eine 3-Wege-Toggle-Schaltung statt dem originalen Jaguar-Schiebeschalter.

Cobain klebte den Schalter live sogar mit Tape fest, damit er ihn auf der Bühne nicht aus Versehen verstellen konnte.

Fender griff diese bekannten Umbauten 2011 in der Signature-Version auf: Humbucker, Adjust-O-Matic-Steg mit Stop-Tailpiece, gebundenes Palisandergriffbrett und Gotoh-Mechaniken.

Es blieb auch die kurze 24-Zoll-Mensur erhalten. Dazu kommen ein 9,5-Zoll-Radius und ein eher schlanker Hals. Optisch lehnt sich das Modell mit schwarzer Lackierung und leicht gealtertem Look an Cobains Original an.

Diese Signature-Gitarre bildet das Modell nach, mit dem Kurt Cobain seinen eigenen Sound gefunden hat.

Gretsch Brian Setzer Signature Nashville
  • Band: Stray Cats / Brian Setzer Orchestra
  • Gitarrist: Brian Setzer
  • Marke: Gretsch

Gretsch Brian Setzer Signature Nashville

Brian Setzer wurde in den 1980er-Jahren mit den Stray Cats bekannt und war einer der wichtigsten Musiker des Rockabilly. Später hatte er auch mit dem Brian Setzer Orchestra Erfolg und brachte den Swing- und Big-Band-Sound wieder in die Charts. Sein Gitarrenspiel ist eng mit der Gretsch 6120 verbunden.

Und das ist die Idee hinter der Brian Setzer Signature Nashville. Sie basiert auf den Gitarren, die Setzer in seiner Karriere gespielt hat.

Die Grundlage ist ein großer Hollowbody. Der Korpus besteht aus laminiertem Ahorn beziehungsweise Flamed Maple und hat die für den Hersteller bekannten F-Löcher. So klingt die Gitarre heller und lebendiger als andere Modelle.

Wenn man einen Akkord anschlägt, wirkt er klar – typisch für Brian Setzers Stil, bei dem der Anschlag oft deutlich zu hören ist.

Bei den Pickups gibt es je nach Version Unterschiede. Die „Smoke“-Variante ist mit zwei TV Jones Ray Butts Ful-Fidelity Pickups ausgestattet, während die „Nashville“-Version Setzer-Signature-Filter’Trons hat.

Zur Ausstattung gehören außerdem ein Adjusto-Matic-Steg mit festem Palisanderfuß und ein Bigsby B6. Mit diesem Hebel kann man Töne leicht schwanken lassen. Das hört man bei Brian Setzers Parts sehr oft, zum Beispiel in Songs wie „Rock This Town“ oder „Stray Cat Strut“.

Das Design ist an alte Gretsch Vorbilder angelehnt: Die „Smoke“-Lackierung in Smoke Orange, die Kopfplattenform, das Schlagbrett und die Bedienelemente lehnen sich deutlich an ein 1959er-Modell an.

Epiphone DG 335
  • Band: Foo Fighters / ehemals Nirvana
  • Gitarrist: Dave Grohl
  • Marke: Epiphone

Epiphone DG-335

Dave Grohls Signature Gitarre erzählt weniger die Geschichte von Nirvana als die der Foo Fighters, bei denen er als Sänger, Gitarrist und Songwriter bekannt wurde. Sein Gitarrensound ist eng mit einer halbakustischen Gitarre verbunden, die auf dem Trini Lopez Modell von Gibson basiert.

Genau daran orientiert sich auch die Epiphone DG-335, sie ist die günstigere Version von Dave Grohls Gibson-Signature-Modell.

Die Gitarre hat einen Semi-Hollow-Korpus im Stil einer ES-335. Sie ist keine komplett massive E-Gitarre, hat aber auch keinen ganz hohlen Korpus wie manche Jazzgitarren.

Auffällig sind vor allem die diamantförmigen Schalllöcher. Sie unterscheiden das Modell sofort von einer normalen ES-335 und gehen direkt auf die Trini-Lopez-Vorlage zurück, die Dave Grohl seit vielen Jahren spielt. Auch die Kopfplatte greift diese Form auf.

Am Hals der Gitarre sitzt ein Burstbucker 2, an der Brücke ein Burstbucker 3. Für Grohls harte offene Akkorde liefert die halbakustische Bauweise mehr Körper, während die Humbucker den Sound druckvoll halten. Ein hart angeschlagener, offener Akkord soll voll und druckvoll klingen, ohne dabei matschig zu werden.

Die Geschichte hinter dem Modell ist eng mit Dave Grohls eigener Gitarre verbunden. Anfang der 1990er-Jahre kaufte er eine Gibson Trini Lopez von 1967, weil ihm die Form gefiel und sie ihn an eine ES-335 erinnerte, nur eben mit den auffälligen Diamant-Schalllöchern.

Die Signature übernahm die Grundidee der alten Trini-Lopez-Gitarre, war aber so abgeändert, dass sie kräftiger klang und die Töne länger hielt.

Epiphone Kirk Hammett Greeny 1959 LP Standard
  • Band: Metallica
  • Gitarrist: Kirk Hammett
  • Marke: Epiphone

Epiphone Kirk Hammett „Greeny“ 1959 Les Paul Standard

Die Epiphone „Greeny“ ist die Signature Gitarre von Kirk Hammett (Metallica), basiert aber nicht auf irgendeiner alten Les Paul, sondern auf einer der berühmtesten überhaupt: Der 1959er „Greeny“.

Das Besondere an dieser Gitarre ist, dass sie eigentlich drei große Gitarristen auf einmal verbindet. Zuerst gehörte sie Peter Green, der sie bei Fleetwood Mac spielte.

Danach wurde sie zu Gary Moores Les Paul, seit 2014 gehört sie Kirk Hammett. Genau diese Besitzerkette macht den Reiz der Gitarre aus: Man denkt bei „Greeny“ nicht nur an eine Gitarre, sondern sofort an Peter Green, Gary Moore und heute auch an Kirk Hammett.

Kirk erzählte später, dass ihm ein Händlerfreund das Instrument anbot und er erst gar nicht besonders scharf darauf war. Erst als Jimmy Page ihm sagte, dass man so ein Angebot nicht ausschlägt, hat er die Gitarre an sich genommen. James Hetfield hatte vorher selbst die Chance auf die „Greeny“ und nannte sich später einen Idioten, weil er sie dann doch nicht gekauft hatte.

Der charakteristische Greeny-Sound entsteht durch die besondere Mittelstellung mit „Out-of-Phase“ der beiden Humbucker. Dadurch klingt die Gitarre hohler und nasaler als eine normale Les Paul. Genau dieser Ton ist auf Fleetwood-Mac-Stücken wie „Black Magic Woman“, „Oh Well“ und „The Green Manalishi“ so prägend, weil er eben nicht nach einer normalen Les Paul klingt.

Hammett sagte 2023, die Gitarre stehe nur wenige Schritte von seinem Bett entfernt – ein enormer Stellenwert für das Instrument.

Die „Greeny“ hat geradezu ein Eigenleben entwickelt: Hammett kommentierte, die Gitarre habe inzwischen eine Fangemeinde, die komplett unabhängig von ihm sei.

Er zählte dabei in einem Interview mit MusicRadar (2021) eine ganze Reihe Gitarristen auf, die die Gitarre im Laufe der Jahre in der Hand hatten, darunter Jimi Hendrix, Rory Gallagher, Jeff Beck und George Harrison.

Das ist bei Signature Gitarren verdammt selten: Hier hängt die Geschichte nicht nur an einem Künstler. Bei der Greeny ist die Gitarre fast berühmter als der Künstler selbst. Sie steht für mehrere Künstler und hat dadurch einen eigenen Mythos entwickelt.

Deshalb ist die Epiphone „Greeny“ eine bezahlbare Version des Gitarrenmythos.

Ibanez Steve VAI PIA 3761
  • Band: Solo / u. a. David Lee Roth, Whitesnake, Frank Zappa
  • Gitarrist: Steve Vai
  • Marke: Ibanez

Ibanez Steve Vai PIA (PIA 3761)

Die Ibanez PIA 3761 ist die Signature Gitarre von Steve Vai. Die PIA ist keine einfache Neuauflage der JEM. Die JEM gehört seit den Achtzigern fest zu Vai und er hat selbst klargemacht, dass sie nicht eingestellt werden sollte.

Die PIA war eher als nächster Schritt gedacht, also nicht als Bruch mit der JEM, sondern als eine Art elegantere Weiterentwicklung. Genau deshalb wirkt sie auch weniger verspielt als die älteren Vai-Modelle.

Bei der JEM war der Griff im Korpus immer dieses kantige, aggressive „Monkey Grip“-Loch. Bei der PIA wurde daraus eine weichere, blütenartige Form. Vai sagte selbst, dass man bei der neuen Gitarre künstlerischer werden wollte.

Das neue „PIA Blossom“-Inlay zeigt ein Blütenmuster über das Griffbrett statt der alten, eher comicartigen JEM-Einlagen. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie sehr Vai bei dieser Gitarre auf Wirkung achtet. Bei ihm geht es live nicht nur um die Spieltechnik, sondern immer auch um die Inszenierung der Gitarre selbst.

Bei den Pickups steckt auch mehr des Klangcharakters des Künstlers drin, als man auf den ersten Blick sehen kann. Die DiMarzio UtoPIA-Pickups wurden laut Ibanez nach Vais Klangvorlieben abgestimmt: Weichere Höhen, ausgedünnte Mitten und ein kräftigeres Bassfundament.

Vais Soli sollen fließend und fast schwebend klingen, dabei aber klar und sauber bleiben. Auch wenn er viele Effekte mit Vibrato und Tremolo benutzt, sollen die Töne nicht matschig wirken. Ein normaler Humbucker hätte aggressiver geklungen.

PRS Santana Retro
  • Band/Künstler: Santana
  • Gitarrist: Carlos Santana
  • Marke: PRS

PRS Santana Retro

Die PRS Santana Retro ist die Signature-Gitarre von Carlos Santana und eng mit der frühen Geschichte des Herstellers verbunden.

Der entscheidende Punkt bei diesem Modell ist, dass Santana nicht erst dann eine Signature bekam, als PRS schon eine große Marke war. Er war schon sehr früh dabei, als Paul Reed Smith noch weit davon entfernt war, ein millionenschweres Unternehmen zu führen.

Die Gitarren, auf die sich die Santana Retro bezieht, stammen genau aus dieser frühen Phase des Herstellers.

Deshalb wirkt die Santana Retro auch anders als viele moderne Signature-Modelle. Sie soll nicht einfach eine aktuelle PRS mit prominentem Namen sein, sondern bewusst an die Zeit erinnern, in der sich die Verbindung zwischen Carlos Santana und Paul Reed Smith überhaupt erst entwickelt hat.

Das Modell greift also nicht irgendeinen Santana-Sound auf, sondern bezieht sich gezielt auf die frühen PRS-Gitarren, die noch vor der eigentlichen Serienfertigung entstanden.

Santanas Spiel lebt von langen, singenden Linien. Die kürzere Mensur unterstützt genau diese Spielweise, weil Bendings leichter ansprechen und das Vibrato weicher wirkt. Ihm ging es nicht um viele Noten, sondern um das Gewicht des einzelnen Tons.

Die kürzere 24,5-Zoll-Mensur macht die Saiten etwas weicher, Bendings gehen leichter und die Gitarre reagiert insgesamt geschmeidiger. Für einen Gitarristen wie Santana, der so stark von Sustain, Vibrato und gesanglich wirkenden Phrasen lebt, ist das ein sehr passendes Detail.

Auch das Design bezieht sich auf diese frühe Zeit. Die doppelt geschwungene Form, die flachere Decke, der alte Halsansatz und die Kopfplatte mit dem früheren PRS-Schriftzug verweisen ganz bewusst auf die Pre-Factory-Zeit.

Die Gitarre steht damit nicht einfach für einen berühmten Namen auf der Kopfplatte, denn der Künstler profitierte nicht einfach vom Namen der Marke. Santana half dabei, PRS in den Anfangsjahren sichtbar und glaubwürdig zu machen.

Die 11 besten Signature Gitarren aller Zeiten

Die besten Signature Gitarren zeigen, was berühmte Gitarristen spielen. Und worauf es dem Künstler bei einer Gitarre wirklich ankommt: stabile Stimmung, passender Hals, kontrollierbares Sustain, bessere Bühnentauglichkeit und ein Sound, der zur eigenen Spielweise passt.

Jimmy Page brauchte zum Beispiel eine Gitarre, mit der er live sofort zwischen 12- und 6-saitigem Sound wechseln konnte, statt mitten im Song das Instrument zu tauschen. Kurt Cobain wollte eine Jaguar, die nicht wie eine alte Vintage-Gitarre klingt, sondern lauter und bühnentauglicher ist.

Eric Clapton brauchte keine Show-Gitarre, sondern eine Stratocaster, die stabil stimmt und sich im Spiel mit der Band besser durchsetzt.

Diese 11 Signature Gitarren unterstreichen, wie unterschiedlich Künstler ihre Instrumente einsetzen: Was stört auf der Bühne? Welcher Sound fehlt im Studio? Und welche Details entscheiden darüber, ob eine Gitarre nur gut aussieht oder im Einsatz funktioniert?

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