Kapodaster: Gitarre transponieren, ohne nachzudenken

Kapodaster Gitarre - Ratgeber

Finde den richtigen Kapodaster für deine Gitarre.

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Was ist ein Kapodaster?

Der Kapodaster (kurz: Capo) ist eine einfache, mechanische Vorrichtung zum Transponieren eines Saiteninstruments. Transponieren bedeutet im allgemeinen Sinn, dass Du die Tonhöhe der Gitarre oder anderer Instrumente veränderst.

Durch den Zug eines einfachen Feder-/Schraubsystems oder eines justierbaren Bands werden bei der Gitarre meist alle Saiten eines Bundes heruntergedrückt. Ein einfacher Kunststoffbalken am Kapodaster senkt sich auf das Griffbrett und klemmt die Saiten am gewünschten Bund ab.

Kapodaster E-Gitarre mit Zugband - Ratgeber

Capo mit verstellbaren Band

Der Kapodaster wird dadurch dein neuer Nullbund und alle Akkorde, die Du bereits kennst, kannst Du wie gewohnt spielen. Die dadurch verkürzten Saiten erklingen allerdings auf diese Weise höher. Da die meisten Saiteninstrumente der westlichen Musik in Halbtonschritte aufgeteilt sind, kannst Du so die Tonhöhe deines Instruments um einen Halbtonschritt pro Bund transponieren.

Wann brauche ich einen Kapodaster?

Vermutlich wird dir in den allermeisten Fällen ein Kapodaster begegnen, wenn Du Lieder zur Originalaufnahme spielen möchtest. Zwar ist es immer möglich, alle Akkorde auf andere Weisen zu greifen – das klingt jedoch durch die Anordnung der Töne immer ein wenig anders als das Original.

Besonders wenn Picking-Passagen zum Original gehören, kann sich das Nachspielen ohne ein Capo als sehr schwierig herausstellen. Einige Melodien oder Akkordfolgen lassen sich unmöglich ohne Capo spielen. Vor allem wenn sie Leersaiten enthalten.

Du musst dich nicht auf eine andere Tonart umstellen

Arbeitest Du gerade mit einer Sängerin an einem Lied und die Tonart passt nicht? Durch das Capo ist die gesamte Folge vom ersten Akkord bis zum letzten Akkord im Handumdrehen höher transponiert.

Der Vorteil dabei ist, dass Du dich nicht in eine andere Tonart hineindenken musst, die an deiner Gitarre unter Umständen sehr kompliziert ist. Ein Kapodaster spart insbesondere bei der Bandprobe wertvolle Zeit und Mühe.

Auch wenn sich dein harmonisches Verständnis noch relativ am Anfang befindet und dir die Zusammenhänge des Saiteninstruments noch nicht klar genug sind, um in Sekundenschnelle zwischen Tonarten zu wechseln, wird dir der Kapodaster ein guter Wegbegleiter sein.

Der Capo gehört daher zur Grundausrüstung eines jeden Gitarristen, egal ob Anfänger oder Profi.

Capo Gitarre Griffbrett - Ratgeber

Der Capo drückt im Idealfall die Saiten so fest herunter, dass kein Schnarren zu hören ist.

Welchen Kapodaster brauchst Du?

Grundsätzlich gibt es Kapodaster in zwei verschiedenen Arten. Damit der Capo so funktioniert wie Du möchtest, gibt es einige Dinge zu beachten.

Die Wahl des richtigen Kapodasters richtet sich zunächst hauptsächlich nach dem Profil deines Grifbretts – deine Gitarre kann ein gerades oder gebogenes haben. Die Kunststoffseite deines Capos sollte demnach das gleiche Profil aufweisen, um alle Seiten gleichmäßig herunterzudrücken.

Das passende Capo für jede Art von Gitarre & Co.

Westengitarren und E-Gitarren haben in den allermeisten Fällen zumindest ein im Profil leicht gebogenes Griffbrett. Ein Kapodaster für E-Gitarren wird also auch auf dem Hals einer Westerngitarre problemlos funktionieren.

Die klassische Gitarre fällt hier heraus, denn ihr gerades Profil erfordert einen Kapodaster mit ebenso kurvenlosem Kunststoffbalken. Doch Vorsicht, denn in beiden Fällen gibt es auch Ausnahmen.

Du solltest deshalb grundsätzlich beim Kauf eines Kapodasters dessen Wölbung mit der Form deines Griffbretts abgleichen. So kannst stets einen passenden Capo für deine Gitarre finden. Das gilt natürlich auch für Bass, Ukulele oder Banjo. Kleinere Griffbretter, wie die einer Ukulele, benötigen auch meistens einen etwas kürzeren Kapodaster. Doch auch der Capo einer Gitarre dürfte – angepasst an die Griffbrett-Wölbung – funktionieren.

Kapodaster für Gitarre mit Federsystem - Ratgeber

Beispiel für einen Kapodaster mit Federsystem.

Muss ein Kapodaster teuer sein?

Bei der Preisspanne von 1 bis 50 Euro ist es nicht unbedingt einfach, sich für einen Kapodaster zu entscheiden. Meist verstellen sich günstigere Capos mit einem Band etwas schneller. Etwas teurere Modelle mit verstellbarem Druck und Federsystem sind auf lange Sicht oftmals zuverlässiger und lassen sich zudem besser an verschiedene Instrumente anpassen.

Nimm beim Kauf eines Kapodasters am besten etwas mehr Geld in die Hand. Selbst die leicht teureren Modelle bis ungefähr 20 Euro dürften niemandem ein Loch in die Brieftasche brennen. Das sind bewährte Kapodaster:

Kapodaster für E-Gitarre und Westerngitarre

Kapodaster für Klassische Gitarren

Ausgefallene Kapodaster

Experimentierfreudigen Freunden der Gitarre kann ich ein paar spezielle Kapodaster nur ans Herz legen. Mit Partial-Capos lassen sich beispielsweise nur bestimmte Saiten herunterdrücken. So kannst Du etwa die A-, D- und G-Saite in zweiten Bund verstimmen und sofort in eine offene E-Stimmung wie D-A-D-G-A-D (nur ein Ton höher) wechseln.

Mit dem Spider Kapodaster von Creative Tunings lassen sich wiederum noch exotischere Stimmungen für Gitarre & Co. kreieren. Hier hast Du die absolute Kontrolle darüber, welche Saiten in einem Bund gedrückt werden und welche offen bleiben sollen.

Wie Du einen Kapodaster benutzt

Prinzipiell musst Du beim Anbringen des Kapodasters das Gleiche beachten, wie beim Spielen eines Tons auf der Gitarre. Dein Finger sollte stets den richtigen Druck ausüben und sich immer so nah wie nur möglich am nächst höherem Bundstäbchen befinden. Gleiches gilt für einen Kapodaster.

Achte darauf, dass der Druck nicht zu niedrig ist. Dadurch könnten die heruntergedrückten Saiten nicht richtig klingen und verursachen ein unangenehmes Saitenschnarren. Zu viel Druck führt allerdings dazu, dass sich die Saiten verstimmen und kein Akkord mehr intoniert ist.

Ebenfalls solltest Du auf den Abstand zum nächsthöheren Bundstäbchen auf dem Hals der Gitarre achten. Positioniere den Kunststoffbalken, der die Saiten herunterdrückt, so parallel wie möglich Bunddraht und gleichzeitig so nah wie es geht zu diesem.

Nun ist der Kapodaster richtig eingestellt und Du kannst spielen!

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