Fingerstyle Gitarre lernen: Die Technik zum Einstieg ins Fingerpicking [Video]

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Fingerstyle Gitarre lernen

So kannst Du Fingerstyle Gitarre lernen - erfahre im Video die Technik zum Fingerpicking

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Was bedeutet Fingerstyle-Gitare?

Einerseits wird der Begriff gleichbedeutend mit »Fingerpicking« verwendet, es geht also um das Lernen von Techniken zum Zupfen des Instruments und damit das Gitarrenspiel ohne Plektrum. Andererseits bezeichnet Fingerstyle auch Gitarrenmusik, die (grĂ¶ĂŸtenteils) ohne Gesang auskommt.

So ĂŒbernimmt die Gitarre in der modernen Spielart die Funktionen einer ganzen Band – Rhythmus, Bassbegleitung und Melodie werden miteinander vereint. Das klingt ungefĂ€hr so wie in unserem Video 


Video Tutorial
🎬 Fingerstyle-Gitarre lernen

Fingerstyle Basics + Download

In den anschließenden Vorbemerkungen und den vier Praxiskapiteln lernst Du die Technik in Sachen Fingerstyle bzw. Fingerpicking – Zupfen ohne Plektrum. Gemeinsam betrachten wir die verschiedenen Bestandteile unserer kleinen Vier-Akkord-Sequenz aus dem Intro des Videos fĂŒr ambitionierte Gitarristen.

Welche Gitarre brauche ich fĂŒr Fingerstyle?

Gute Nachricht: Du kannst jede Art von Gitarre nutzen – egal, ob Konzert-, Western- oder E-Gitarre. Die meisten Fingerstyle-Gitarristen nutzen eine Westerngitarre mit Stahlsaiten, ich selbst habe eine sogenannte Dreadnought-Gitarre vom Typ Shadow JMS-50E NS. Dreadnoughts haben einen großen Korpus – der Klangcharakter ist sehr voll und die LautstĂ€rke ist krĂ€ftig.

Gut fĂŒr Fingerstyle & Fingerpicking - Shadow JM-30E NS

Auch empfehlenswert fĂŒr Fingerstyle & Fingerpicking: Die Shadow JM-30E NS

Mehr dazu: Shadow JM-30E NS Test.

Auch eine klassische Nylongitarre ist denkbar fĂŒr den Fingerstyle, keine Frage. Im Video ↑ hörst Du ein Klangbeispiel.

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Die richtige Handhaltung

Je nach Musikstil, Tradition oder Vorliebe sind verschiedene Haltungen der Hand bei der Fingerpicking-Technik möglich. Manche Gitarristen platzieren ihre rechte Hand (natĂŒrlich ist es die rechte bei RechtshĂ€ndern) in der NĂ€he des Stegs. Dabei liegt der Daumen fast parallel zu den Saiten und die fieferschwingenden Saiten werden leicht abgedĂ€mpft. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Hand in der Luft zu halten.

Und dann gibt es noch diese Option: Du kannst den kleinen Finger der Fingerpicking-Hand stĂŒtzend auf den Korpus drĂŒcken. So bleibt die Hand immer an derselben Stelle und die Finger finden nach dem Anspielen der Saite leichter wieder ihre Position.

Die FingerstĂŒtze kann fĂŒr manche Gitarristen eine hilfreiche Technik sein, fĂŒr andere fĂŒhlt es wiederum unangenehm an. Probiere alle Varianten aus und entscheide dich fĂŒr die, die dir am ehesten liegt.

Tipps & Tricks fĂŒr entspannten Fingerstyle

Extreme KrĂŒmmungen des Handgelenks sollten Gitarristen beim Fingerpicking definitiv vermeiden, da das auf Dauer sehr schmerzhaft werden kann. Achte auch darauf, dass deine Schulter nicht zu weit nach vorne oder hinten geht.

Außerdem ist es wichtig, dass deine Hand ganz entspannt und locker bleibt. Ich persönlich finde es am angenehmsten, wenn meine Hand beim Fingerstyle in der Luft ist, eine natĂŒrliche VerlĂ€ngerung des Arms bildet und die Saiten ungefĂ€hr ĂŒber dem Schallloch anspielt. Die Bewegung sollte am besten aus dem ganzen Finger kommen und nicht nur aus dem ersten oder zweiten Fingerglied. Zudem sollte das Handgelenk in der Regel immer an derselben Stelle bleiben.

LÀngere FingernÀgel können beim Fingerpicking helfen, da sie etwas mehr »Attack« liefern (perkussiver Sound mit stÀrkeren Akzenten auf den SaitenanschlÀgen). Du kannst aber genauso gut deine Fingerkuppen nutzen, was den Klang beim Fingerpicking etwas »weicher« macht.

Tabulatur – Download

Hier kannst Du dir die Tabs zu den Lektionen kostenlos herunterladen:

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Fingerstyle-Gitarre lernen – 4 Schritte

1. Wechselbass mit dem Daumen

Wir starten in die Praxis mit einem wesentlichen Bestandteil der Fingerstyle-Technik. Abwechselnd werden der Grundton (auf der 1 und 3) und eine Terz oder Quinte (auf der 2 und 4) gespielt.

Unser Beispiel: Wir wechseln zwischen dem Grundton G im dritten Bund der E-Saite und dem Quintton D, also der leer gespielten D-Saite hin und her. Das geht am besten so:

  1. Daumen auf die tiefe E-Saite legen
  2. G-Dur-Akkord greifen
    • Wie bei G7, aber ohne Zeigefinger
    • Ringfinger: 3. Bund der E-Saite
    • Mittelfinger: 2. Bund der A-Saite
  3. Mit dem Daumen die tiefe E anspielen
  4. … und dann mit diesem auf die D wechseln (A-Saite ĂŒberspringen)

Theoretisch brauchst Du den Finger auf der A-Saite gar nicht, da sie nicht gespielt wird. Aber falls Du sie versehentlich erwischst, klingt es angenehmer, als wenn Du sie leer lÀsst.

Es wird vermutlich ein paar Wiederholungen brauchen, bis der Daumen deiner Picking-Hand sich an seine Rolle gewöhnt hat und Du die Saiten richtig triffst.

Diese Technik ist die Grundlage fĂŒr viele verschiedene Fingerstyle-Varianten. Eine davon ist das »Folk Picking«, bei dem die Saiten in verschiedenen Kombinationen mal miteinander, mal nacheinander gespielt werden. Genau so geht’s weiter …

2. Spiel mit drei Fingern

Um uns an die Akkordfolge aus dem Video ↑ anzunĂ€hern, nehmen wir zunĂ€chst einen weiteren Finger hinzu. Leg den mittleren Finger unter die H-Saite, also in den Zwischenraum zwischen H- und hoher E-Saite. Greife hierfĂŒr den G-Dur-Akkord, wie in der vorigen Übung beschrieben.

  • Auf der 1: Mit Daumen und Mittelfinger gleichzeitig die Saiten anspielen
  • Auf der 2: Mit dem Daumen auf die D wechseln
  • Auf der 3: … auf die E wechseln
  • Auf der 4: … und wieder zurĂŒck auf die D

Um das Muster fast komplett zu machen, brauchst Du jetzt den Zeigefinger. Dieser ist fĂŒr die G-Saite zustĂ€ndig, die auf der ZĂ€hlzeit »2 « angespielt wird.

Als letztes Element kommt noch einmal dein mittlerer Finger zum Einsatz, diesmal allerdings alleine, und zwar auf »3 und«.

Übe zunĂ€chst das gesamte Pattern oder die einzelnen Elemente langsam, bis Du dich sicher fĂŒhlst. Dann kannst Du nach und nach die Geschwindigkeit erhöhen.

3. Picking mit Akkordwechseln

Bei diesem nĂ€chsten Meilenstein fĂŒr alle, die Fingerpicking lernen wollen, starten wir abermals auf G-Dur. Zum Ablauf: Das Muster wird bei jedem Akkord zweimal komplett durchgespielt.

Nach dem G-Akkord setzt Du den Mittelfinger auf dem Griffbrett auf den 2. Bund der tiefen E-Saite und spielst das Ganze zweimal.

Dann wechselst Du zu E-Moll. Jetzt wird es ein bisschen knifflig, da Du beim C-Dur mit dem Daumen zwischen A- und D-Saite wechseln musst. Hier kann es hilfreich sein, mit dem Daumen der linken Hand die untere E-Saite etwas abzudĂ€mpfen. Damit schwingt die Saite nicht aus Versehen weiter, was den Klang stören wĂŒrde.

Jetzt heißt es wieder Üben. Wenn Du das GefĂŒhl hast, dass die Wechsel flĂŒssig funktionieren, erhöhst Du nach und nach das Tempo.

4. AusschmĂŒckung mit einer simplen Melodielinie

Um die Akkordfolge etwas interessanter zu gestalten, ergĂ€nzen wir sie um eine einfache Melodie. Den Zeigefinger und den kleinen Finger brauchen wir gleich fĂŒr die Melodie. ZunĂ€chst bleibt die H-Saite leer.

Wir beginnen diese Übung mit einer simplen Variation. Und zwar spielst Du das Pattern auf G-Dur einmal durch. Wenn die Melodie zum zweiten Mal gespielt wird und Daumen und Mittelfinger gleichzeitig auf der 1 die Saiten anspielen, drĂŒckst Du mit deinem kleinen Finger den 3. Bund der H-Saite nieder und bleibst hier bis zum Schluss.

Das machst Du jetzt mit jedem Akkord bis zum C-Dur. Diesen greifst Du dann normal mit dem Zeigefinger im ersten Bund der H-Saite und wechselst dann wie gewohnt beim zweiten Durchgang der Melodie mit dem kleinen Finger auf den 3. Bund. Dadurch kriegt die Geschichte mehr Pep.

Auflockerung der Melodie

Um noch etwas mehr Abwechslung ins Spiel zu bringen, kannst Du Folgendes machen: Zupfe das Pattern auf G-Dur bis zur ZĂ€hlzeit 3, nachdem der Daumen wieder die E-Saite angespielt hat. Jetzt greifst Du zusĂ€tzlich mit dem Zeigefinger den 1. Bund der H-Saite und spielst diese – dem Muster folgend – mit dem Mittelfinger an. Dann, wie gewohnt, beim zweiten Mal den kleinen Finger auf den 3. Bund.

Diese ErgÀnzung spielst Du auch bei jedem anderen Akkord bis zum C-Dur. Hier angelangt, variieren wir die Melodie noch ein kleines bisschen. Hier greifst Du zunÀchst, wie Du es gewohnt bist, mit dem Zeigefinger auf dem 1. Bund der H-Saite. Wenn jetzt der Mittelfinger der Picking-Hand zum zweiten Mal an der Reihe ist, lÀsst Du den Zeigefinger los und gehst dann beim zweiten Takt auf den dritten Bund.

Wie gesagt, erhöhe erst das Tempo, wenn Du in allen Details sicher bist. Wenn deine Picking-Hand wehtut, mach lieber eine Pause oder ĂŒbe am nĂ€chsten Tag weiter. Die Haltung kann nĂ€mlich erstmal sehr ungewohnt sein, auch wenn Du alles richtigmachst.

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Fazit - Fingerpicking & Fingerstyle Gitarre lernen

Fazit zum Fingerstyle & Fingerpicking

Die erste Expedition ins Reich der Fingerstyle-Gitarre hast Du gemeistert. Du kennst jetzt die grundlegenden Tipps zur Haltung der Zupfhand, den Wechselbass, die Dreifingertechnik, den Akkordwechsel beim Zupfen und die AusschmĂŒckung der Akkorde mit einer einfachen Melodielinie.

Es gibt zahlreiche Tabulaturen speziell fĂŒrs Fingerpicking, die Gitarristen helfen, ihre Finger unabhĂ€ngig voneinander einzusetzen. Erst wenn Du diese beherrschst, ohne groß darĂŒber nachzudenken, solltest Du dich von den Mustern lösen und dich ans Solospiel wagen, bei dem Du Bassbegleitung, Harmonien, Melodien und Rhythmen flexibel miteinander kombinieren kannst.

Es gibt noch viele andere Techniken, mit denen Du deinen Fingerstyle bereichern kannst. Zum Beispiel »Hammer-On«, »Pull-Off«, »Tapping« oder perkussive Elemente, bei denen die Gitarre quasi als Cajon fungiert. Das Picking im Fingerstyle ist also sehr vielschichtig und komplex, was den besonderen Reiz daran ausmacht.

Welcher Teil ist dir beim Fingerstyle-Lernen am leichtesten gefallen? Und welcher am schwersten? Lass es uns wissen und schreib in die Kommentare. Ich bin sehr gespannt auf deine Fragen, Anregungen und Erfahrungen zum Fingerstyle, ganz ohne Plektrum!

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