5 Erfindungen von Fender
Ohne diese Ideen gäbe es keine moderne Gitarre

Fender Erfindungen
Diese 5 Erfindungen von Fender prägen den heutigen Gitarren-Standard.

Valentina Lablack Von Valentina Lablack am 01. Januar 2026

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Fünf Fender-Erfindungen, die heute Standard sind

Von der ersten Solid-Body Gitarre bis zur Standard-Mensur in der Gitarrenwelt: Fender hat Grundlagen definiert, an denen sich die gesamte Gitarren-Branche bis heute orientiert.

Viele dieser Erfindungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär – aber genau deshalb sind sie so erfolgreich. Sie funktionieren zuverlässig und sind praxisnah gedacht.

Hier sind fünf Fender-Erfindungen, ohne die moderne Gitarren und Bässe nicht existieren würden.


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Was macht eine Fender-Erfindung zum Standard?

  • Praxisorientierte, technische Lösung statt reiner Tradition
  • Industrie-taugliche Fertigung und Wartung
  • Übernahme des Standards durch andere Hersteller
Fender Erfindungen Solid Body

1. Erste seriengefertigte Solid-Body E-Gitarre

Mit der Fender Telecaster brachte der Hersteller die erste massenproduzierte Solid-Body E-Gitarre auf den Markt.

Die Gitarre hieß 1950 noch Esquire (ein Pickup) bzw. Broadcaster (zwei Pickups). Der Name „Telecaster“ folgte erst im Jahr 1951 nach einem Rechtsstreit mit Gretsch.

Es gab einige Vorläufer mit Solid-Body (Rickenbacker Frying Pan, Slingerland Songster, Bigsby) – aber Fender war der erste mit echter Massenfertigung.

Der massive Korpus sorgte für ein Ergebnis, das heute begehrt ist: Mehr Sustain, höhere Lautstärken, weniger Rückkopplung und eine deutlich robustere Konstruktion.

Diese Bauweise wurde zum Grundprinzip moderner E-Gitarren – unabhängig vom Hersteller oder Musikstil.

Lies auch: Fender Telecaster Geschichte

Fender Erfindungen Mensur

2. Standardisierung der Mensur: 25,5 Zoll

Sowohl die Telecaster als auch die Stratocaster wurden von Anfang an mit einer Mensur von 25,5 Zoll ausgeliefert.

Leo Fender hat diese Länge von klassischen Akustikgitarren (wie beispielsweise den Martin OM-Modellen) übernommen. Leo hatte keine Tradition im Gitarrenbau und nutzte einfach verfügbare Maße.

Er etablierte die 25,5″-Mensur jedoch so erfolgreich für E-Gitarren, dass sie heute von unzähligen Herstellern genutzt wird. Als Gegenpol ist die Gibson-Variante mit 24,75 Zoll ebenfalls weit verbreitet.

Die Mensur beeinflusst:

  • Saitenspannung
  • Attack und Ansprache
  • Tondefinition und Klarheit

Durch die längere Mensur im Vergleich zu vielen anderen Gitarrentypen entstehen straffere Bässe und ein präziser Anschlag. Diese Eigenschaften machten die 25,5″-Mensur besonders beliebt für Rock, Funk, Country und moderne Spielweisen.

Lies mehr zur Mensur Gitarre

Fender Erfindungen Bolt-on Neck

3. Der Bolt-On Neck (geschraubter Hals)

Fender standardisierte den Gitarrenbau mit dem verschraubten Hals. Statt auf eine eingeleimte Konstruktion (wie beispielsweise bei der Les Paul) zu setzen, entwickelte Leo Fender ein modulares System, bei dem Hals und Korpus separat gefertigt und verschraubt werden.

Geschraubte Gitarrenhälse gab es zuvor schon bei günstigen Kaufhausgitarren oder Banjos. Leo Fenders Leistung war die Präzision in der Serienfertigung, sodass diese Bauweise für professionelle Instrumente taugte.

Vorteile:

  • leichter Austausch bei Defekten
  • konstante Qualität in der Serienfertigung
  • einfachere Justage und Reparatur

Lies auch: Fender Stratocaster Geschichte

Fender Erfindungen Bass-Bünde

4. Der elektrische Bass mit Bünden: Precision Bass

Mit dem Fender Precision Bass (1951) erfand Fender den modernen E-Bass.

Paul Tutmarc (Audiovox 736) hatte das Konzept zwar schon in den 1930er Jahren entwickelt, blieb aber kommerziell erfolglos.

Leo Fender machte den E-Bass massentauglich und etablierte mit dem Namen „Precision“ den neuen Standard für saubere Intonation.

Zum ersten Mal konnten Bassisten:

  • stehend spielen
  • präzise intonieren (durch Bünde)
  • sich problemlos verstärken

Der Precision Bass verdrängte den Kontrabass in vielen Bands und wurde zur Grundlage für Rock, Pop, Funk und Jazz.

Fender Erfindungen Elektronik

5. Modulare Elektronik

Statt die Elektronik kompliziert durch die F-Löcher zu fädeln, montierte Fender alles auf ein Bauteil – das Pickguard oder Schlagbrett.

Nicht die Schaltung selbst, sondern die konstruktive Integration war die Revolution für die Serienfertigung und Wartung:

  • Komplette Elektronik auf dem Schlagbrett (Stratocaster) oder einer Metallplatte (Telecaster)
  • Vorverdrahtung außerhalb der Gitarre möglich
  • Austausch der gesamten Einheit in Minuten

Diese Konzepte machten Gitarren benutzerfreundlich, wartbar und modifizierbar – ein Ansatz, der heute selbstverständlich ist.

Viele moderne Gitarren- und Basslayouts orientieren sich immer noch direkt an diesen Fender-Konstruktionen.

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Fünf Fender-Erfindungen für einen Standard in der Gitarrenwelt

Ob Solid-Body Design, 25,5″-Mensur oder Bolt-On-Neck: Fender hat Standards geschaffen, die sich nicht aus Marketing, sondern aus praktischer Überlegenheit durchgesetzt haben.

Diese Erfindungen sind bis heute die technische Basis moderner Gitarren und Bässe – auf Bühnen, im Studio, im Proberaum und bei dir Zuhause.

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