Plagiate in der Musik: Vier bekannte Fälle

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Es wird sie immer wieder geben: Plagiate in der Musikwelt.

Es wird sie immer wieder geben: Plagiate in der Musikwelt.

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Plagiate: Musiker am Pranger

Ob nun Pharrell Williams in Zusammenarbeit mit Robin Thicke, Megastar Beyoncé Knowles oder die Beach Boys: Die Liste der Musiker, die sich schon einmal anderswo zu sehr haben inspirieren lassen, könnte noch weit fortgeführt werden.

Im Musikgeschäft häufig gang und gäbe, müssen sich nicht selten auch die Gerichte mit dem Thema Song-Diebstahl befassen. Aktuellster Fall: Gegen Queen Bey wurde kürzlich (zum nun insgesamt sechsten Mal) Klage eingereicht. Eine prägnante Zeile ihres Songs »Formation« solle vom toten Rapper Messy Mya abstammen.

Speziell in der sich immer mehr spiegelnden Pop-Musik, die teils mit drei Akkorden auskommt, bleiben Ähnlichkeiten nicht aus. Wie eindeutig müssen Plagiate sein, um nicht gleich dem Vorwurf des 432-fachen Diebstahls ausgesetzt zu sein?

Im Folgenden habe ich eine kleine Auswahl an bekannten, vielleicht auch überraschenden Plagiaten für dich zusammengestellt, die meiner Meinung nach an Doofheit nicht oder nur sehr schwer zu überbieten sind. Denke daran: Gute Komponisten leihen, großartige stehlen.

Nirvana vs Killing Joke

Jeder kennt es, jeder liebt es auch irgendwie – doch bestimmt nicht jeder ist sich des schon sehr dreisten Kopierens Nirvanas bewusst. Ihr Hit »Come As You Are« wurde sogar von Musikwissenschaftlern als eindeutiges Plagiat erkannt.

Das Original stammt von der britischen Punk-Band Killing Joke und heißt in ihrem Repertoire »Eighties«. Die Ähnlichkeit kann man nicht bestreiten. Eine Klage gegen Kurt Cobain wurde nie erlassen, stets wurde seitens Nirvana betont, man sei große Fans von Killing Joke. Schwein gehabt!

Robin Thicke & Pharrell Williams vs Marvin Gaye

»Blurred Lines« avancierte zum Super-Hit und erklomm die Charts. Robin Thicke und sein musikalischer Partner Pharrell Williams heimsten eine ordentliche Stange Geld ein. Schade nur, dass sich die Erben Marvin Gayes einmischten, einen gerichtlichen Streit anstrebten und letztlich 7,4 Millionen US-Dollar Entschädigung zugesprochen bekamen.

Man darf der Rechtsprechung nur Zustimmen. Beide Songs ähneln sich doch ziemlich stark. »Blurred Lines« wurde eindeutig vom Song »Got To Give It Up« aus dem Jahre 1977 kopiert, befand das Gericht im sonnigen LA.

Ray Parker Jr. vs Huey Lewis And The News

Ich verspürte doch ein klein wenig Entsetzen, als ich während meiner Online-Recherche auf dieses offensichtlich plagiierte Schmuckstück stieß. Das Titellied zum gleichnamigen Film »Ghostbusters«, ein Nummer eins Hit in den USA und Frankreich, sollte tatsächlich doppelt existieren.

Kein Wunder also, dass es nicht lange dauerte und Huey Lewis wegen der frappierenden Anlehnung an seinen Song »I Want A New Drug« gegen Ray Parker Jr. klagte. Später gaben die Ghostbusters-Produzenten zu, Lewis’ Lied vorübergehend als Hintergrundmusik in zahlreichen Szenen verwendet zu haben. Letztlich einigte man sich außergerichtlich.

Bruce Springsteen vs Tommy Tutone

Einer, der es auch erfahren musste, ist Bruce Springsteen mit seinem Song »Radio Nowhere«. Die eigentlichen Urheber, die britische Pop-Band Tommy Tutone, konnten mit ihrer Version mit dem etwas sperrigen Titel »867-5309/Jenny« sogar einen Top-10-Hit in den Billboard Hot 100 verzeichnen. Das hinderte Springsteen jedoch nicht daran, dezent abzukupfern.

Ja, ja, es ist und bleibt schwer sich bei der begrenzten Anzahl an Akkorden noch ausreichend von seinen Musikerkollegen abzugrenzen. Zu einem echten Streit zwischen den Künstlern ist es hingegen nie gekommen: Bruce Springsteen sei nunmal der »Boss«, wurden die Bandmitglieder von Tommy Tutone einst zitiert. Sie fühlten sich geehrt.

Forensisch-musikologische Gutachten

Für die gerichtsfeste Ermittlung der Originalität eines Songs gibt es Experten, die Lieder ganz genau unter die Lupe nehmen und analysieren. Eindeutigstes Merkmal ist fast immer die Melodie eines Musikstücks. Daneben gilt es, zu bestimmen, welche Töne benutzt wurden und wie sich der rhythmische Verlauf abzeichnet.

Die Tonart, in der ein Lied geschrieben wurde, spielt dagegen fast keine Rolle. Zusätzliche Indizien können Harmonien, Stilistiken und Interpretationen liefern. Eigens entwickelte Software kommt auch zur Anwendung: Am Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie wurde das Programm »Song2see« entwickelt, mit dessen Hilfe sich automatisch Transkriptionen von Liedern erstellen lassen.

Sogar ein spezieller Detektor für Plagiate wird verwendet, der anhand von eingestellten Parametern (Rhythmus, Intervalle usw.) einen Ähnlichkeitsindex erstellt. Das letzte Wort haben aber weiterhin immer die Gerichte.

Kennst Du weitere bekannte Plagiatsfälle unter Musikern? Schreib‘ uns in die Kommentare.

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Lesermeinungen (3)

zu 'Plagiate in der Musik: Vier bekannte Fälle'

  • Peggy   13. Feb 2017   08:52 UhrAntworten

    »Eindeutigstes Merkmal ist fast immer die [Melodie ?] eines Musikstücks.«

  • Kalle Peng   13. Feb 2017   12:53 UhrAntworten

    Das schreibt ja gerade der richtige...
    Für Leute, die RSS-Feeds von 'Ableton', 'Bonedo' und 'Buenas Ideas' aboniert haben, liest sich jeder zweite Beitrag von Herrn Schölzel wie ein alter Bekannter.

    Aber: Wer alles genau wissen möchte, dem sei folgende Seite empfohlen:
    http://www.whosampled.com

    LOL

  • fatman   19. Feb 2017   19:30 UhrAntworten

    Komisch, aber die Plagiate gefallen mir in der Regel besser.
    Ein Meister seines Fachs war da für mich Joe Cocker (RIP). Nur waren seine Plagiate keine! So gehts auch.

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