Musiker-Dokus, die Du unbedingt kennen solltest

Musiker-Dokus

Vorhang auf für die besten Musiker-Dokus.

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Die sehenswertesten Musiker-Dokus

Im Netz stößt man schnell auf Musiker-Dokus, die die üblichen Verdächtigen behandeln. Menschen und Musiker, dessen Leben tragisch verliefen und die nicht zu Unrecht in Vergessenheit geraten dürfen.

Wir sehen glorifizierte Persönlichkeiten, faszinierende Geschichten – was mich persönlich aber besonders anzieht, sind Geschichten die uns nahe liegen – relevante Themen und Geschehnisse. Längst vergangene Legenden üben keinen geringeren Einfluss auf uns und unser Schaffen aus. Doch sind es in meinen Augen besonders Geschichten und Handlungen aus der – im weiten Sinne – Gegenwart, die uns beeinflussen.

Viele einflussreiche Menschen im Musikgeschäft prägten das, was wir heute als wichtig erachten. Doch was die Musik heute wirklich ausmacht und nachhaltig zu dem macht, was sie ist und immer bleiben wird, ist das Hier und Jetzt. Was wir täglich erleben und spüren, beeinflusst das, was wir in Musik verarbeiten.

Nachfolgend findest Du meine persönlich Auswahl an Musiker-Dokus, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Ich hoffe, Du findest ebenso Freude daran, wie ich.

Denk ich an Deutschland in der Nacht …

… dann bin ich um den Schlaf gebracht. Was Heinrich Heine schon dichtete, wird hier vom Filmemacher Romuald Karmaker auf die Leinwand gebracht. Die Protagonisten Ata Macias, Ricardo Villalobos, Roman Flügel, Sonja Moonear und Move D sind alle samt Pioniere der elektronischen Musikszene. Sie lassen sich über die Schultern blicken und zeigen, warum Musik für sie zum Lebensmittelpunkt geworden ist. Geographisch bewegt sich die Dokumentation in Berlin und Frankfurt und zeigt tiefgründige Einblicke in Deutschlands aktuelle Club-Szene.

Amy

Amy Winehouse schaffte es mit ihrer unvergleichlichen Soul-Stimme schnell zur Beehive-Ikone. Genauso schnell verlief jedoch auch ihr Absturz. Schlagzeilen über Drogenexzesse und volltrunkene Auftritte gingen um die Welt. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte dieser Ausnahmekünstlerin. Mit viel Sensibilität wird ein Bild über die unendliche Leidenschaft zur Musik, aber auch über Amy´s Unsicherheiten und Zwänge gezeichnet.

Angefangen auf kleinen Festivals, bis hin zum plötzlichen Ruhm: der Filmemacher Asif Kapadia erhielt für seine Arbeit Einblicke in persönliche Videos, Notizbücher und Tonaufnahmen und lässt Menschen zu Wort kommen, die nah an Winehouse dran waren, ihr Glück beeinflussten, aber ebenso ihre Schattenseiten kannten.

Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit

Die Doku »Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit.« zeigt, dass es alles andere als leicht ist, in heutigen Zeiten als unabhängiger Musiker seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Auf der einen Seite die völlige Hingabe zur Musik, auf der anderen Seite ein Brotjob, um irgendwie über die Runden zu kommen. Eine nachdenklich stimmende Dokumentation des Film- und Kunstkollektivs »relativ kollektiv«.

Die Regisseure André Klar und Benjamin Büttner begleiteten ein Jahr lang die Protagonisten des Labels und Netzwerks »Analogsoul« in Leipzig, Berlin, Jena und Erfurt. Genauer sind das »Arpen« (Leipzig), »earnest and without you« (Berlin), »Klinke auf Cinch« (Jena), »Lilabungalow« (Erfurt), »Wooden Peak« (Leipzig) sowie Fabian Schuetze und Andreas Bischof vom Label »Analogsoul« (Leipzig). Entstanden ist dabei ein Film, der Musiker in ihren Lebenswelten vorstellt.

Summer of Rave

Summer of Rave ist eine hervorragend recherchierte Doku der BBC über Großbritanniens Acid-House-Bewegung. Neben unvergleichlichen Bildern ausgelassen feiernder Menschen, enthält der Film auch viele interessante Aspekte und Fakten. Hättest Du gewusst, dass sich Londoner Hooligans durch Raves befrieden ließen? Der Film zeigt heute mehr denn je, dass Musik mehr kann, als Menschen zum Tanzen zu bewegen.

Daft Punk Unchained

Es ranken sich viele Mythen um das französische Elektro-Pop-Duo Daft Punk. Die Doku zeit den Aufstieg Guy-Manuel de Homem-Christos sowie Thomas Bangalters – besser bekannt als Daft Punk. Ein Massenphänomen, das einen enormen Einfluss auf die elektronische Musikszene hat. Hier bekommst Du rare Archivaufnahmen und spannende Interviews mit Menschen, die zusammen mit Daft Punk im Studio waren, zu sehen.

Darunter Giorgio Moroder oder Nile Rodgers, die über ihre Arbeit mit dem Duo sprechen. Wer nicht getrieben vom Selfie- und Selbstdarstellungsdrang gesteuert durchs Leben rennt, kann von Daft Punk, die bis heute ihr wahres Aussehen bewahren konnten, viel lernen.

Cobain: Montage of a Heck

Der amerikanische Dokumentarfilm stammt aus dem Jahre 2015 und behandelt Kurt Cobains Leben angefangen bei seiner Geburt 1967 bis hin zu seinem Tod. Dazu gibt es Eindrücke seiner schwierigen Teenager-Jahre sowie seines krassen Aufstiegs als Frontmann von Nirvana. Gedreht wurde die Doku von Brett Morgen, der mit seinen Arbeiten bereits 2007 begann. Sie entstand in Zusammenarbeit mit Cobains Familie – Zugang zu den gesamten persönlichen Archiven inklusive.

B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin

Musik, Kunst und Chaos: West-Berlin in den 80er Jahren. B-Movie besteht größtenteils aus dokumentarischem Filmmaterial dieser Zeit und dreht sich um den Protagonisten und Musik-Nerd Mark Reeder. Ende der 70er Jahre zieht er – angeregt von musikalischen Einflüssen durch Kraftwerk, Neu! oder Tangerine Dream – in ein besetztes Haus nach West-Berlin und taucht vollends in die Musikszene ab.

Später arbeitet er als Tontechniker für die Toten Hosen oder synchronisiert Pornos. Die Szenerie des Films ist dabei immer vielseitig, wobei das Hauptaugenmerk auf die popkulturelle Entwicklung von New Wave bis hin zu Techno gerichtet ist.

Grace Jones: Bloodlight and Bami

Eine Dokumentation über die jamaikanische Sängerin Grace Jones, die besonders für ihre spektakulären Auftritte im androgynen Gewandt bekannt ist. Sophie Fiennes begleitet die Ikone der Gay-Community unter anderem während der Aufnahmen ihres Albums »Hurricane«. Zwischen unveröffentlichtem Interviewmaterial wird immer wieder auch die tragische Vergangenheit der Künstlerin beleuchtet.

Last Days Here

2011 erschien mit Last Days Here eine Dokumentation über den Frontmann der Band Pentagram, Bobby Liebling, der anfangs im Keller seiner Eltern lebt, Drogen konsumiert und in alten Erinnerungen schwelgt. Der Film begleitet ihn in seinen verschiedenen Phasen: Aufstiege und Abstürze des talentierten Musikers werden gnadenlos dargestellt. Vom gescheiterten Junkie, seinem Entzug, bis hin zum Comeback – eine spannende Verfilmung eines Musikerlebens.

Keith Richards: Under The Influence

Der Leadgitarrist der Rolling Stones wird in dieser Dokumentation aus vielen Blickrichtungen beleuchtet: Angefangen bei seiner Kindheit, über seine Anfänge bei den Stones, bis hin zu gegenwärtigen Projekten, gibt es hier tiefe Einblicke zu sehen. Dazu wirft der Film einen Blick auf die Personen, die Richards maßgeblich beeinflussten und inspirierten. Der Film von Morgan Neville verläuft entspannt und handelt von der Liebe zur Musik und der großen Leidenschaft, die Keith Richards unsterblich zu machen scheint.

Raving Iran

Filmemacherin Susanne Regina Meurers begleitete für ihren Film zwei iranische DJs in ihrem Alltag in Teheran. Protagonisten des Films sind Anoosh und Arash, die unter dem Namen Blade & Beard Musik produzieren und auflegen. In einem Land, in dem »westliche« Tanzmusik verboten ist, veranstalten sie illegale Raves inmitten der Wüste. Der Film begleitet die beiden außerdem auf der Flucht in die Schweiz, wo sie für ein Musik-Festival gebucht wurden und schließlich um Asyl bitten.

The Defiant Ones

Jimmy Iovine und Dr. Dre haben den Deal ihres Lebens abgeschlossen: die Überproduzenten des Hip Hops verkauften ihr Kopfhörerunternehmen Beats an Apple und kassierten Milliarden. The Defiant Ones erzählt die Geschichte der Rapper, die es aus der von Gewalt geprägten Stadt Compton und dem New York der 70er Jahre hinaus zu Weltruhm gebracht haben.

Regisseur Allen Hughes schafft es – nicht zuletzt wegen eines überragenden Drehbuchs -, die Geschichte zweier Menschen, die kaum unterschiedlicher sein könnten, geschickt miteinander zu verbinden, Parallelen zu finden und ein Bild zu zeichnen, das sich weit weniger um den Beats-Deal dreht, als man es im ersten Moment vermuten würde.

Blumentop 1992 – 2016

Ende 2015 ging es für die Münchner HipHop-Crew in den wohlverdienten Ruhestand – nach 24 Jahren entschloss man sich dazu, das Mic an den Nagel zu hängen. Einen allerletzten Gig sollte es nochmal geben. Doch der Andrang war so überwältigend, dass es letztlich doch noch zu einer kleinen Abschluss-Tour kam.

Die Filmemacher von PULS begleiteten Blumentopf auf ihrer letzten Reise, erhielten exklusive Einblicke und verpackten ihr Material in einer 90-minütigen Doku. Der Film zeigt, worum die Gedanken von Cajus, Roger, Schu, Holunder und Sepalot im Schlusskapitel einer Deutschrap-Geschichte kreisten.

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Lesermeinungen (2)

zu 'Musiker-Dokus, die Du unbedingt kennen solltest'

  • Dirk   16. Apr 2018   11:19 UhrAntworten

    Besonders sehenswert fand ich "Some Kind Of Monster" über Metallica und ihr schwierige Zeit bei der Produktion von St. Anger. Da gibt es viele Einblick in eine erfolgreiche Band und Runden mit dem Psychiater: https://www.youtube.com/watch?v=LFX6IA_4hH8

  • Carsten   17. Apr 2018   13:37 UhrAntworten

    Habe gleich 2 Empfehlungen, die man unbedingt gesehen haben sollte. Cash (Film über die Countrylegende Johnny Cash mit einem tollen Darsteller) und Ray (es geht natürlich um Ray Charles).

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