Künstlerportrait: Jimi Hendrix – Der Gitarrengott

Jimi Hendrix - Portrait

Jimi Hendrix - Der geniale Gitarrist im Portrait

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Zerrüttete Familienverhältnisse

Jimi Hendrix wurde 1942 unter dem bürgerlichen Namen John Allen Hendrix in Seattle geboren. Nachdem sein Vater 1946 aus der US-Armee entlassen wurde, änderte er den Namen in James Marshall um. Bereits im Alter von vier Jahren wurde Jimis musikalischer Grundbaustein mit einer Mundharmonika gelegt.

Allerdings wuchs Hendrix unter sehr zerrütteten Familienverhältnissen auf. Nach der Armee war sein Vater arbeitslos, die Familie mittellos und beide Eltern alkoholsüchtig. Nach der Scheidung kam Jimi Hendrix in die Obhut seines Vaters.

Immerhin erkannte dieser irgendwann das Potenzial des Sohnes und schenkte ihm eine akustische und später eine elektrische Gitarre.

Anfänge als Musiker

Während seiner Schulzeit lernte Jimi Hendrix autodidaktisch das Gitarrespielen und spielte in der Band »The Rocking Kings«. 1961 meldete er sich bei der Army, aus der er bald schon wegen »homosexueller Tendenzen« wieder entlassen wurde. Von nun an lebte er nur für die Musik. Er bekam diverse Angebote als Begleitmusiker, unter anderem von BB King und später von Künstlern wie Tina Turner und Little Richard.

»Music doesn’t lie. If there is something to be changed in this world, then it can only happen through music.«
Jimi Hendrix

Hier machte Hendrix mit spektakulären Soli auf sich aufmerksam, blieb jedoch nur Bestandteil der jeweiligen Gruppe. Mit einer ganz eigenen Methode notierte er sich seine Kompositionen und Harmonien, da er Noten weder lesen noch schreiben konnte.

1964 zog er nach New York in den Stadtteil Harlem und gründete 1965 seine eigene Band »Jimmy James and the Blue Flames«.

Die »Jimi Hendrix Experience«

Als Hendrix gemeinsam mit seinen Begleitmusikern am 3. August 1966 im »Cafe Wha?« in New Yorks Künstlerviertel Greenwich Village auftrat, war auch der ehemalige »Animals«-Bassist Chas Chandler anwesend, der von Hendrix’ Kunstfertigkeit beeindruckt war. Er bot ihm einen Vertrag an, dem zufolge Hendrix in London eine neue Band aufbauen sollte. Für diese neue Funktion wurde Hendrix’ Pseudonym »Jimmy James« aufgegeben. Hendrix sollte künftig unter eigenem Namen auftreten.

Chandler flog mit ihm nach London, um dort Musiker für eine klassische Trio-Formation, die »Jimi Hendrix Experience«, zusammenzustellen. Der erste gemeinsame Auftritt der neu gegründeten Formation war als Vorgruppe für Johnny Hallyday im Pariser Olympia.

Die ersten Songs, »Hey Joe« und »Stone Free«, wurden Ende Oktober 1966 aufgenommen. Die Single wurde noch im Dezember 1966 veröffentlicht und platzierte sich im Februar 1967 in England auf Platz 4 der Hitparade. Das erste Album, »Are You Experienced«, erreichte Platz 2 der britischen Charts.

Zunehmende Popularität

Am 18. Juni 1967 trat Hendrix mit seiner Band auf dem Monterey Pop Festival auf, wodurch seine Popularität sehr gesteigert wurde. Bekannt wurde der Auftritt auch dadurch, dass er am Ende nach dem Song »Wild Thing« seine Gitarre anzündete.

» Als ich meine Gitarre verbrannte, war das wie ein Opfer. Man opfert die Dinge, die man liebt. Ich liebe meine Gitarre.«
Jimi Hendrix

Nach der Veröffentlichung von »Axis: Bold as Love« startete die Band im Februar 1968 eine längere Tour durch die USA, auf der sie unter anderem auch im Fillmore West in San Francisco auftrat.

Noch im selben Jahr veröffentlichte sie »Electric Ladyland« mit den Songs »Voodoo Chile« und »All Along the Watchtower«. Das Album erlangte Platz 1 der Billboard-Charts. Der vorläufig letzte gemeinsame Auftritt der »Jimi Hendrix Experience« fand am 29. Juni 1969 in Denver statt.

Legendärer Auftritt auf dem Woodstock-Festival

Im Sommer 1969 stellte Hendrix für das Woodstock-Festival mit »Gypsy Sun & Rainbows« eine neue Band zusammen. Zugehörig waren Mitch Mitchell am Schlagzeug, ein alter Armee-Freund Namens Billy Cox am Bass, Larry Lee an der Rhythmusgitarre und zwei Perkussionisten.

Bei diesem Auftritt präsentierte Hendrix seine Version der umstrittenen und nachfolgend weltbekannten Interpretation der US-amerikanischen Nationalhymne. Durch seine Spieltechnik mit exzessivem Einsatz des Tremolohebels der Gitarre und Effekten (vor allem Wah-Wah und Fuzz-Face) verfremdete er die Hymne und nahm damit auf akustische Weise Stellung zum Vietnam-Krieg.

Welterfolg mit der »Jimi Hendrix Experience«

Nachdem Gypsy Sun & Rainbows einen Monat lang zusammen aufgetreten waren, formierte Hendrix im März 1970 die »Jimi Hendrix Experience« neu.

In diesem Jahr ging die Band auf ihre letzte US- und Europa-Tournee. Auftakt in Europa war das Isle of Wight Festival am 30. August 1970. Nach anschließenden Auftritten in Stockholm, Kopenhagen und Berlin absolvierte Hendrix beim Love-and-Peace-Festival am 6. September 1970 auf der Ostseeinsel Fehmarn seinen letzten Auftritt.

Lies auch: Die besten Gitarristen aller Zeiten

Welches Equipment nutzte Jimi Hendrix?

Hendrix spielte bevorzugt Stratocaster-Gitarren der Firma Fender, selten auch Instrumente von Gibson, wie die Flying V und SG. Weil er Linkshänder war, entsprechende Gitarren aber Ende der 1960er schwer erhältlich und teuer waren, nutzte er Rechtshänder-Modelle, bei denen er die Saiten in umgekehrter Reihenfolge aufzog. Deshalb befinden sich die Regler und der Vibratohebel bei Konzertaufnahmen auf der oberen Seite des Gitarrenkorpus.

Als Verstärker kamen die meiste Zeit seiner Karriere 100-Watt-Amps von Marshall zum Einsatz. Hendrix war einer der ersten Gitarristen, die Marshall-Verstärker nutzten. Er lernte Jim Marshall persönlich kennen und war vom Klang seiner Amps begeistert. In jüngeren Jahren und im Studio bevorzugte Hendrix allerdings auch Verstärker der Firma Fender.

An Effektgeräten hatte er oft modifizierte Geräte wie das »Vox Clyde McCoy« und »Vox v846 Wah«, das von Roger Mayer entwickelte »Octavia« (ein Fuzz-Octave-Effekt), das Dallas-Arbiter Fuzz Face und das Unicord Univibe (Chorus und Vibrato) verschiedener Hersteller im Einsatz. Zudem benutzte Hendrix oft ein Leslie-Kabinett für sein Gitarrenspiel und den Gesang.

6 Dinge, die Du noch nicht über Jim Hendrix wusstest

  • Seine Klamotten wurden von Chris Jagger, dem kleinen Bruder von Mick Jagger, kreiert
  • Sein Song »Voodoo Child« diente dem Wrestler Hulk Hogan jahrelang als Einlaufmusik
  • Der Akkord E7#9 ist nach Jimi Hendrix benannt, weil er in den Songs »Purple Haze« und »Foxy Lady« eine tragende Rolle spielt
  • Beim polnischen Thanks Jimi-Festival brachen im Mai 2012 mehr als 7.000 Gitarristen den Rekord für das größte »Gitarren-Ensemble« – mit einer gemeinsam gespielten Version von »Hey Joe«
  • Zu seinen Lebzeiten hat Hendrix drei Studio-Alben veröffentlicht, nach seinem Tod erschienen neun weitere Platten von ihm.
  • 2008 wurde Jimi Hendrix‘ erste Gitarre, die er in Brand setzte und angeblich jahrelang vergessen in einer Garage gelegen hatte, für knapp eine halbe Million US-Dollar versteigert

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