Jimi Hendrix Künstlerportrait
Der Gitarrengott, der das moderne Spiel erfand

Jimi Hendrix - Portrait

Jimi Hendrix - Der geniale Gitarrist im Portrait

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Im Portrait: Jimi Hendrix

Jimi Hendrix zählt mit Sicherheit zu den bekanntesten Gitarrenvirtuosen und ist zudem einer der wenigen, dessen Anteil an der Musikgeschichte des Rock nicht umstritten wird. Jimi begann mit dem Spiel von Blues und wechselte Ender der 1960er Jahre zur Rock-Musik, die er stark prägte: Er spielte seine Gitarre mit der Zunge oder seinen Zähnen, rockte Soli mit der Gitarre hinter seinem Kopf oder setzte das Instrument auf der Bühne gar in Brand.

Doch wie kam es dazu, dass Jimi Hendrix so viel Einfluss auf die Rockmusik hatte?

Schwere Kindheit

Jimi Hendrix wurde im Jahr 1942 in Seattle geboren. Sein bürgerlicher Name lautete bei seiner Geburt „John Allen Hendrix“. Er wurde später in „James Marshall“ umbenannt, nachdem sein Vater 1946 aus der US-Armee entlassen wurde. Als Folge der Entlassung verarmte die Familie, da der Vater keine feste Arbeitsstelle finden konnte.

Die Eltern kämpften mit ihrer Alkoholsucht und stritten sich häufig. Jimi wurde Zeuge häuslicher Gewalt, seine Eltern ließen sich im Jahr 1951 scheiden. Die Mutter starb an einer gerissenen Milz aufgrund einer Leberzirrhose als Jimi 16 Jahre alt war. Sein Vater heiratete einige Jahre später wieder.

Das erste Musikinstrument, das Jimi Hendrix spielte, war die Mundharmonika. Er erhielt diese mit vier Jahren.

In der Grundschule erregte Jimi Hendrix Aufsehen, da er gerne einen Besen bei sich trug, um damit eine Gitarrre zu imitieren. Im Jahr 1957 fand Jimi eine Ukulele mit nur einer Saite auf dem Müll, auf der er lernte, nach Gehör zu spielen. Im Sommer desselben Jahres erhielt er eine gebrauchte akustische Gitarre (erste Band „The Velvetones“).

Seine erste elektrische Gitarre war eine „Supro Ozark 1560S“, die er geschenkt bekam. Diese Gitarre spielte er in seiner zweiten Band „The Rocking Kings“.

Jimi Hendrix trat im Mai 1961 der amerikanischen Army. Das war die Folge eines Autodiebstahls, nachdem man ihn vor die Wahl stellte, zur Army zu gehen oder zwei Jahre im Gefängnis zu verbringen. Auch in der Army fiel Hendrix wegen geringer Motivation und Insubordination auf, zumal er sich nicht auf seine Pflichten konzentrierte. Nach nur 13 Monaten wurde Hendrix vorzeitig entlassen, er hatte sich usprünglich zu drei Jahren verpflichtet.

Einigen Quellen zufolge wurde Jimi aus der Army wegen »homosexueller Tendenzen« entlassen.

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Jimi Hendrix‘ Anfänge als Musiker

Das Gitarrrespielen erlernte Jimi Hendrix auf autodidaktische Weise während seiner Schulzeit. In dieser Zeit spielte er in seinen ersten beiden Bands „The Velvetones“ und später „The Rocking Kings“.

In seiner Zeit bei der Army lernte er den Bassisten Billy Cox aus Nashville kennen, mit dem er die Band „The King Kasuals“ gründete. Als Begleitmusiker wurde er von namhaften Künstlern wie The Supremes, The Isley Brothers, Jackie Wilson oder Little Richard gebucht.

Die Isley Brothers begleitete Jimi während eines großen Teils des Jahres 1964 auf ihrer Tour durch die USA. Er war es allerdings leid, jeden Abend das gleiche Set mit Musikstücken zu spielen und verließ daher die Band. In der Tourband von Little Richard kam es zu häufigen Auseinandersetzungen zwischen den Künstlern. In diesen ging es um Verspätungen, die verwendete Bühnengarderobe und Jimis Bühnenpossen. Das Zwischenspiel endete im Juli 1965, als Jimi Hendrix aus der Band entlassen wurde.

Auch im musikalischen Umfeld tat sich Jimi Hendrix schwer mit Ansagen der Band-Leader, er mochte die Regeln nicht und beschloss, sich einen eigenen Namen zu machen. „Jimmy James and the Blue Flames“ war die erste Formation, in der Jimi Hendrix als Frontmann und Sänger fungierte – 1965. Hier beginnt die eigentliche musikalische Reise, in der er seinen eigenen Stil und ein eigenes musikalisches Repertoire entwickelt.

»Music doesn’t lie. If there is something to be changed in this world, then it can only happen through music.«
Jimi Hendrix

In dieser Band machte Hendrix mit spektakulären Soli auf sich aufmerksam, blieb jedoch nur Bestandteil der jeweiligen Gruppe. Mit einer ganz eigenen Methode notierte er sich seine Kompositionen und Harmonien, da er Noten weder lesen noch schreiben konnte.

1964 zog er nach New York in den Stadtteil Harlem und gründete 1965 seine eigene Band »Jimmy James and the Blue Flames«.

Die »Jimi Hendrix Experience«

Auf Empfehlung der damalige Freundin von Keith Richards (The Rolling Stones) sah sich Chas Chandler den Auftritt von Jimi Hendrix im Cafe „Wha?“ in Greenwich Village an. Der Bassist Chandler hatte gerade seine Band „Animals“ verlassen und war auf der Suche nach neuen Talenten. Er war sehr beeindruckt von der Kunstfertigkeit des jungen Gitarristen und bot ihm einen Vertrag zum Aufbau einer neuen Band in London an.

Chandler hatte insbesondere das Cover „Hey Joe“ von Billy Roberts gefallen und wollte daraus einen Hit mit Jimi Hendrix machen. Im September 1966 trat Hendrix unter eigenem Namen im Londoner Szeneclub „Scotch of St. James“ auf.

Chandler begann die Suche nach geeigneten Musiker für die neue Band mit dem Namen „Jimi Hendrix Experience“, die ebenfalls im September 1966 gegründet wurde. Am Schlagzeug saß Mitch Mitchell, am Bass war Noel Redding. Jimi Hendrix war zunächst nicht glücklich damit, selbst singen zu müssen – er hatte Bedenken wegen der Qualität seiner Stimme.

Die ersten Auftritte der Band wurden als Vorgruppe für Johnny Hallyday gemeistert, später folgten Auftritte in England. Darunter ein Gig im Londoner Club „Bag O’Nails mit prominentem Publikum (Beatles, The Who und Donovan).

Die ersten Songs wurden im Oktober 1966 aufgenommen, dazu gehörten »Hey Joe« und »Stone Free«. Die Single wurde im Dezember desselben Jahres veröffentlicht und schaffte es auf Platz 4 der Hitparade in England. Das erste Album der Band trägt den Titel »Are You Experienced« und erreichte Platz 2 der britischen Charts.

Zunehmende Popularität

Jimi Hendrix kehrte als englischer Rockstar zurück in die USA, wo er im Juni auf dem Monterey Pop Festival auftrat. Gerade dieser Auftritt sorgte für eine stark wachsende Popularität, nicht zuletzt durch das legendäre Anzünden seiner Gitarre nach dem letzten Songs „Wild Thing“. Er selbst sah dies als Akt der Opferung.

Es folgten weitere Auftritte in San Francisco, Santa Barbara, Los Angeles und New York. Eine Tour als Vorgruppe der „The Monkees“ wurde vorzeitig abgebrochen.

» Als ich meine Gitarre verbrannte, war das wie ein Opfer. Man opfert die Dinge, die man liebt. Ich liebe meine Gitarre.«
Jimi Hendrix

Es kommt zur Veröffentlichung des Album »Axis: Bold as Love«. Danach geht die Band im Februar 1968 auf eine Tour durch die USA. Die Veröffentlichung des Albums »Electric Ladyland« (mit »Voodoo Chile« & »All Along the Watchtower«) geschieht noch im selben Jahr. Dieser Release erreicht den ersten Platz der Billboard-Charts. Ein vorläufig letzter Auftritt der Band »Jimi Hendrix Experience« findet am 29. Juni 1969 in Denver statt.

Legendärer Auftritt auf dem Woodstock-Festival

Für das Woodstock-Festival im Jahr 1969 stellt Jimi Hendrix eine neue Band zusammen, die er „Gypsy Sun & Rainbows“ nennt. In dieser spielen Billy Cox am Bass (sein Freund aus der Armee), Mitch Mitchell an den Drums, Larry Lee an der Rhythmus-Gitarre sowie zwei Musiker an der Percussion. Der Jimi Hendrix Auftritt in Woodstock verzögert sich aufgrund widriger Witterungsverhältnisse und findet daher er am frühen Montagmorgen statt.

Zu diesem Zeitpunkt hätte das Woodstock-Festival schon vorüber sein sollen, so finden sich zu seinem Auftritt lediglich 25.000 Fans ein (von den 400.000 Besuchern insgesamt).

Legendär wird dieser Auftritt durch die Hendrix-Interpretation der amerikanischen Nationalhymne „The Star-Spangled Banner“. Jimi verfremdet auf die ihm typische Weise das Musikstück mit dem Tremolo-Hebel, Wah-Wah und Fuzz-Face. In der Wahrnehmung der Gäste entsteht dadurch ein Kommentar zum Vietnam-Krieg, so sehr erinnert die Darbieten an Kriegsgeräusche.

Welterfolg mit der »Jimi Hendrix Experience«

Im März 1970 formiert er die Band „Jimi Hendrix Experience“ neu, erneut mit Billy Cox am Bass und dem alten Drummer Mitch Mitchell. In diesem Jahr finden auch zahlreiche Sessions und Studioaufnahmen statt. Diese sind oftmals spontan und werden mit wechselnder Besetzung eingespielt.

Zusammen sollten sie ein neues Album mit dem Titel „First Rays of the New Rising Sun“. Das Album sollte erst im Jahr 1997, lange nach seinem Tod erscheinen. Zuvor erschien eine Auswahl der Songs im Jahr 1971 als „Cry of Love“.

Das Jahr 1970 markiert die letzte Tour von Jimi Hendrix, die mit einem Auftritt beim Love-and-Peace-Festival am 6. September 1970 auf der Ostseeinsel Fehmarn endet.

Jimi Hendrix‘ Tod

Jimi Hendrix stirbt am 18. September 1970. Um seinen Tod ranken sich diverse Legenden, die offizielle Todesursache wurde offiziell als „Tod durch Ersticken“ geklärt.

In seinen letzten Jahren nahm Hendrix massiv Drogen, wodurch seine Auftritte und Konzerte in Mitleidenschaft gezogen wurden – einige Zeitgenossen sprechen von teils katastrophalen Gigs.

Am Vorabend seines Todes nahm Jimi Hendrix eine Mischung aus Schlaftabletten und Alkohol, er erstickte an seinem Erbrochenem. Sein Grab befindet sich auf dem Greenwood Memorial Park in Renton bei Seattle.

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Welches Equipment nutzte Jimi Hendrix?

Jimi Hendrix spielte bevorzugt Stratocaster-Gitarren des Unternehmens Fender. Ab und an finden sich auch Fotos oder Aufnahmen mit ihm an einer Flying V und SG von Gibson.

In den 1960er Jahren waren Linkhänder-Gitarren schwer erhältlich. Daher nutzte Jimi Hendrix normale Modelle, bei denen er die Gitarrensaiten einfach in umgekehrter Reihenfolge aufzog. Du erkennst das daran, dass sich Regler und der Vibratohebel an Stratocaster bei Konzertaufnahmen auf der oberen Seite des Gitarrenkorpus befinden.

Jimi Hendrix war einer der ersten Gitarristen, der Gitarrenverstärker von Marshall mit 100 Watt nutzte. Er hatte Jim Marshall persönlich kennengelernt und war vom Klang dieser Amps begeistert. In jüngeren Jahren und auch bei vielen Aufnahmen im Studio bevorzugte er Verstärker der Firma Fender.

In Sachen Effektgeräte kamen modifizierte Geräte zum Einsatz. Darunter das »Vox Clyde McCoy« oder das »Vox v846 Wah«. Auch das von Roger Mayer entwickelte »Octavia« (ein Fuzz-Octave-Effekt) oder das Dallas-Arbiter Fuzz Face sowie das Unicord Univibe (Chorus und Vibrato) sind typisch für den Jimi Hendrix Sound. Zudem benutzte Hendrix oft ein Leslie-Kabinett für sein Gitarrenspiel und den Gesang.

6 Dinge, die Du noch nicht über Jim Hendrix wusstest

  • Seine Klamotten wurden von Chris Jagger, dem kleinen Bruder von Mick Jagger, kreiert
  • Sein Song »Voodoo Child« diente dem Wrestler Hulk Hogan jahrelang als Einlaufmusik
  • Der Akkord E7#9 ist nach Jimi Hendrix benannt, weil er in den Songs »Purple Haze« und »Foxy Lady« eine tragende Rolle spielt
  • Beim polnischen Thanks Jimi-Festival brachen im Mai 2012 mehr als 7.000 Gitarristen den Rekord für das größte »Gitarren-Ensemble« – mit einer gemeinsam gespielten Version von »Hey Joe«
  • Zu seinen Lebzeiten hat Hendrix drei Studio-Alben veröffentlicht, nach seinem Tod erschienen neun weitere Platten von ihm.
  • 2008 wurde Jimi Hendrix‘ erste Gitarre, die er in Brand setzte und angeblich jahrelang vergessen in einer Garage gelegen hatte, für knapp eine halbe Million US-Dollar versteigert

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