Ich – ein Groupie?? Iwo! Naja, vielleicht ein bisschen…

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Groupie

Groupie, Fanboy, Getreuer, Anhänger oder Freak - nenn' es, wie Du willst.

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Eine beiläufige Begegnung

Ich werde an dieser Stelle hoch und heilig versprechen, nie wieder über kreischende, hysterische Beliebers zu lachen oder auch nur ungläubig den Kopf zu schütteln! Ehrlich, denn ich hatte kürzlich ein eigenes, kleines Nah-Star-Erlebnis:

Als es eines Abends – wie jeden Abend – Zeit wurde für einen letzten Hundi-Spaziergang, konnte ich ja nicht damit rechnen, dass ich auf einen Underground-Guru treffe, wobei »treffen« nun etwas zu hoch gegriffen wäre. Sagen wir, ich näherte mich einer von ein paar Leuten umringten, lauthals vor sich hin plappernden Person mit Shaggy-Frisur. Unsere Blicke trafen sich, meine Kinnlade klappte herunter und seine Augen schrien »Bitte mach jetzt keine Selfie-Szene«.

Tat ich natürlich auch nicht… schließlich raste mein Herz zu sehr und meine Stirn triefte schlagartig vor Schweiß! Hatte ich tatsächlich Ricardo Villalobos gesehen und einen kleinen Groupie-Anfall erlebt?! Er ist in keinster Weise mein musikalisches Vorbild, aber als Junge aus´m Kaff, wo die Celebrity-Dichte, sagen wir mal, überschaubar ist, hat das wohl ausgereicht. Die Symptome waren da, ich habe ihn gestoogelt (= via Google gestalked) und von nichts mehr anderem gesprochen. Naja, solange ich kein »Ich will ein Kind von dir«-Banner bastele, ist wohl alles im grünen Bereich ;-)

Keine Spur von Coolness oder Professionalität

Es ist schon bemerkenswert, wie der ledigliche Anblick eines Stars, DJs oder sonst einer bekannten Persönlichkeit einem unversehens einen Adrenalinrausch beschert. Der Körper geriet für einen Moment außer Kontrolle und dreht völlig frei. Dabei hielt ich mich doch immer für standhaft und souverän genug, solcherlei Begegnungen zu verkraften.

Im Nachhinein fragt man sich dann doch: Hätte man nicht einfach mal so mutig sein und denjenigen ansprechen sollen? Hätte sich vielleicht doch noch ein Gästelistenplatz erhaschen lassen? Wie dem auch sei – in einem so abrupten Augenblick geht einem vieles durch den Kopf und man wankt in einem Mix aus Aufregung, Scham und ein wenig Stolz. Inzwischen habe ich dieses Aufeinandertreffen verarbeitet und erinnere mich mit einem Schmunzeln daran. Eine letzte Frage bleibt jedoch: Wie sehr wird man ausrasten, wenn man tatsächlich mal eines seiner Idole trifft, mit ihnen spricht, feiert, tanzt oder sonst was macht?

Was waren deine aufreibendsten Begegnungen mit Stars und Sternchen aus der Musikbranche? Wie würdest Du deine Gefühlslage in so einem Moment beschreiben und hattest Du dich halbwegs unter Kontrolle?




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Lesermeinungen (4)

zu 'Ich – ein Groupie?? Iwo! Naja, vielleicht ein bisschen…'

  • mokka   10. Apr 2017   11:22 UhrAntworten

    In Berlin trifft man ja nicht selten mal ganz unverhoffter Dinge mal auf Stars und Sternchen und so begegnete ich inkognito schon so manche Hochkaräter, deren Namen ich allerdings nicht nennen möchte.
    Ich bin niemand der Autogramme oder Selfies hinterher jagt und es ist den Stars auch recht lieb, wenn sie mal wie ganz normale Menschen wahrgenommen werden.
    Mit einem Star der deutschen TV-Landschaft bin ich einmal ins Gespräch gekommen, nachdem wir durch ein lustiges Missgeschick feststellten, das wir am selben Tag Geburtstag hatten... und man sich dann ganz ungezwungen locker unterhielt, da wir uns nicht nur gleich sympathisch waren, sondern zudem auch noch das gleiche Hobby teilten, auf das wir zu sprechen kamen.
    Unterm Strich merkt man ganz schnell, das Stars im Grunde auch nur ganz normale Leute sind (oder sein können) wie du und ich ;-)
    Ich "erlebe" solche Momente auch viel lieber als im Gegensatz dazu, das Geschehen nur aufzeichnend durch ein Smartphone mitzubekommen, was mich bei Konzerten ohnehin schon so annervt, wenn da zig Leute mit ihren hochgehaltenen Smartphones einem die Sicht und das Live-Gefühl nehmen. (Dann sollen diese Leute doch bitte gleich Zuhause bleiben und sich dann eine Konzert-DVD kaufen, wenn sie eh nur die ganze Zeit am filmen sind !).

  • Herbert Gauderer   10. Apr 2017   12:19 UhrAntworten

    Als ich auf der Musikmesse 1983 oder 84 einmal von Brian May höchstselbst die Original Red Special während einer Vorführung in die Hand gedrückt bekam...leider gab's damals noch keine Smartphones (oder überhaupt Handies...). Ich könnte mir bis heute in den Hintern beißen, dass das seinerzeit nicht dokumentiert wurde!!!

  • groovehand   10. Apr 2017   14:38 UhrAntworten

    Ein Vorbild in dieser Hinsicht könnten für uns Deutsche die Iren sein. Die nehmen tatsächlich kaum Notiz von "Promis" gleich welcher Couleur. Das hab ich mehrfach dort erlebt. Man gelächelt, allenfalls wird kurz gewunken oder, wie man das in Irland manchmal sieht, der Kopf kurz zum Gruß auf die Seite gekippt und man geht seiner Wege. Na klar, das Herz schlägt einem (mir) dabei durchaus schneller. Aber das hält wirklich nicht allzulange. Alles in allem also eine entspannte Angelegenheit. Und der Lohn dieser Zurückhaltung: Die "Promis" lächeln oder Grüßen zurück, geben sich entspannt und laufen mitnichten mit einer Hochnäsigen Miene durch die Gegend.

    Und es ist schließlich auch nicht so, dass sie von einem anderen Stern wären, nur weil jeder sie kennt oder besser gesagt, glaubt sie zu kennen. Die gehen ganz normal zur Toilette, die brauchen wie jeder andere auch morgens ihren Kaffee oder Tee zum wachwerden, die gehen eben einfach ihrem Job nach und machen in mehr oder weniger gut. Und ja, sie gieren manchmal danach, als normaler Mensch wahrgenommen zu werden. Also tun wir ihnen einfach den Gefallen und lassen sie einfach Mensch sein.

  • Stephen Nawlins   04. Aug 2017   14:22 UhrAntworten

    Ich ging vor ca. 10 Jahren zum ersten Mal mit einem Freund zum Mardi Gras )Karneval) nach New Orleans.
    Einer seiner Freunde (ein Einheimischer) nahm mich mit in eine Bar und stellte mir diesen Schwarzen, voll tätowierten Rasta locken tragenden Goldzahn Junge vor...sein Name war Lil Wayne...kannte ich damals so gut wie nicht, denn obwohl ich als DJ unterwegs bin, ist Hip-Hop nicht wirklich meine Lieblingsstil.
    Wir unterhielten uns gute 20min und er merkte sofort, dass ich keine Ahnung hatte wer er war und schien es sichtlich zu geniessen nicht einen "Hof haltenden Menschen" vor sich zu haben.
    ca. 6 Monate später hatte er mit Lollipop seinen ersten Top10 Hit in Europa (zumindest der erste den ich wahrnahm) da dachte ich genüsslich zurück und wie Cool ich eigentlich gewirkt haben muss.

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