Hier spielt die Musik: die prägendsten Labels aller Zeiten

die prägendsten Labels

Chess Records, Island Records oder Mute - hier findest Du die prägendsten Labels aller Zeiten.

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Braucht es heute noch Plattenlabels?

Die Suchanfragen bei Google überschlagen sich förmlich: wie gründe ich ein eigenes Label? Plattenvertrag um jeden Preis? Brauche ich ein Label, um erfolgreich zu sein?

Meiner Meinung nach ist es gerade in Zeiten, in denen sich Technologieriesen wie Apple oder Google in den Markt für digital gespeicherte Musik drängen und die ursprünglichen Plattensammlungen ausradieren möchten, wichtig, Marken und Labels zu kennen, deren Qualitätsansprüchen man – vielleicht sogar blind – vertrauen kann.

Einige sehnen sich förmlich nach einer Revolution oder Befreiung der Musiker, die sich der Macht der Plattenbosse zu unterwerfen haben. Auch wenn sich Musiker zunehmend über soziale Medien und Co selbst verkaufen und promoten, ist es doch immer noch ein still gehegter Traum eines jeden Künstler, bei einem großen Label unter Vertrag zu kommen.

Und seien wir mal ehrlich: klar wird Musik heute weniger aufwendig produziert als damals. Aber gerade als Kreativ-Schaffender mit einer solchen Doppelbelastung zu leben, ist hart und ganz und gar nicht der Musik zuträglich. Im folgenden Teil bekommst Du eine Auswahl an Plattenlabels, bei denen mit Sicherheit jedem Musiker das Wasser im Mund zusammen läuft.

Chess Records

Chess hat die bedeutendsten Künstler des Blues unter Vertrag und falls nicht, dann mindestens maßgeblich in ihrem Schaffen beeinflusst. Angefangen beim Blues-Sänger bis zu zwei der größten Rock’n’Roller Chuck Berry und Bo Diddley – hier genügt es, Namen zu nennen: Willie Dixon, Muddy Waters, Junior Wells, Little Walter oder Etta James.

Die Geschichte begann, nachdem die Brüder Leonard und Phil Chess 1947 bei Aristocrat Records einstiegen und das Label schließlich 1950 übernahmen. 1969 entschloss man sich, den Laden für 6,5 Millionen Dollar an General Recorded Tape zu verkaufen. Leonard Chess starb noch im selben Jahr.

Mute Records

Daniel Miller gründete 1978 das Label eigentlich nur, um seine eigenen Solos zu vermarkten. »The Normal« und den Kulthit »Warm Leatherette« – der Rest ist Geschichte. Nach seiner Zerschlagung 2012 übernahm Bertelsmanns BMG Rights Management das Ruder. Die Marke Mute lebt aber weiter: lizenzierte Mute Artists finden sich unter dem Dach eines von Miller 2010 neugegründeten Independent-Labels wieder. Der Stil ist vorrangig elektronisch bis poppig geprägt. Zur Liste der Künstler zählen Namen wie Depeche Mode, Moby, Kraftwerk oder Einstürzende Neubauten.

Aftermath Entertainment

Eines der erfolgreichsten HipHop-Labels überhaupt: gegründet 1996 von niemand Geringerem als Dr. Dre. Als ein Teil von Interscope Records vereinen sich hier Shandy Records, Bendicion Records & G-Unit zu einem mächtigen Verbund im HipHop-Sektor. Zu den gesignten Musikern gehören unter anderem Eminem, 50 Cent, The Game, Busta Rhymes und Kendrick Lamar.

Island Records

Chris Blackwell hatte sich 1959 auf Jamaika zur Gründung des Labels entschlossen. Ursprünglich veröffentlichte man nur jamaikanische Musik. Unverkennbar ist das markante Logo mit der Palme, welches sich auf so einigen Alben wiederfindet. In den 70er und 80er Jahren zählte Island zu einer der wichtigsten Plattenfirmen überhaupt und war vor allem eine treibende Kraft von Reggae. Neben vielen anderen veröffentlichte Bob Marley seine Alben unter der Island-Fahne. Später folgten dann Namen wie U2, Julian Cope, Nine Inch Nails und Pulp.

Virgin Records

Die Unternehmer Richard Branson, Nik Powell, Tom Newman und Simon Draper fanden 1972, dass es mal an der Zeit ist, eine Plattenfirma aufzuziehen. Der Name ist Programm: alle Gründer waren noch Jungfrauen im Musikbusiness und daher fand man, dass Virgin perfekt passte. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und schon bald unterzeichneten Stars wie die Spice Girls, Janet Jackson, Simple Mind, Genesis und Mike Oldfield.

Atlantic Records

Atlantic war so stilprägend, wie einflussreich: die Gründungsgeschichte ist ein American-Dream-Klassiker. Ahmet und Nesuhi Ertegün, Söhne des türkischen Botschafters in den USA, gründeten das Label zusammen mit Produzent Herb Abramson. Startkapital damals: geliehene 10.000 US-Dollar.

Schnell machte man sich einen Namen in der Branche und noch heute gilt der Musikkatalog als einer der besten weltweit. My Chemical Romance, Bruno Mars oder Aretha Franklin – die Stilrichtungen sind bunt gemischt aber schwergewichtig. Übrigens: die wohl weltweit erste 8-Spur-Ampex (Ampel 5258) wurde von Atlantic Records verwendet. 1958 nicht weniger als eine Aufnahmetechnik-Revolution.

Parlophone

Parlophone wurde 1896 in Deutschland gegründet, ist jedoch nicht das älteste Label auf dieser Liste. Der Erfolg ließ zunächst auf sich warten, das Blatt wendete sich aber rasant, als A&R-Manager George Martin zum Unternehmen stieß und 1962 die Beatles unter Vertrag nahm. Zweifelsfrei waren die 60er Jahre goldene Zeiten für Parlophone. Doch auch die 80er und 90er Jahre brachten Künstler wie die Pet Shop Boys, Coldplay und Kylie Minogue hervor.

Columbia Records

Kein Markenname im Bereich der Audioaufzeichnung fand länger durchgängig Verwendung als Columbia Records. Begonnen hatte alles 1888, als die North American Phonograph Company das Licht der Welt erblickte. 1894 entsprang Columbia Phonograph daraus und erlebte seither eine Vielzahl an Besitzerwechsel. Seit 1988 gehört Columbia zu Sony Music Entertainment.

In den 40er und 50er Jahren unterzeichneten Giganten wie Frank Sinatra oder Tony Bennett. Einen Innovationsschub gab es dann in den 60ern, als Bob Dylan unter Vertrag genommen wurde. Über die weiteren Jahre haben unter anderem The Clash, Simon and Garfunkel, Calvin Harris, The Offspring und Jeff Buckley Singles und Alben auf dem Label veröffentlich.

Lesermeinungen (1)

zu 'Hier spielt die Musik: die prägendsten Labels aller Zeiten'

  • Perfektionist   25. Apr 2018   15:36 UhrAntworten

    Das spannendste und inspirierendste Platten-Label aller Zeiten wird wohl immer das englische Label Z(ang) T(uum) T(umb) bleiben, mit ihren beiden Machern PAUL MORLEY (Marketing-Papst) und TREVOR HORN ( DER Produzenten-Gott) .

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