10 berühmte Jazz-Musiker, die Du kennen solltest

10 wichtige Jazzkuenstler

Hier sind 10 wichtige Jazzmusiker, die du kennen solltest

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Berühmte Jazz-Musiker – musst Du gehört haben

Wenn Menschen fragen „Welche Jazz-Musiker sollte ich mir anhören?“ oder „Welche sind die wichtigsten Jazz-Musiker?“, dann schüttelt es mich. Gerade im Jazz gibt es dermaßen viele Einflüsse von Jazz-Musikern, dass es kaum möglich erscheint, nur ein paar davon zu nennen. Es wäre nicht gerecht. Jazz ist überhaupt ein Musikgenre, das schwer zu beschreiben und zusammenzufassen ist. Es gibt unzählige zeitliche Abschnitte in seiner Geschichte, viele unterschiedliche Jazzstile und Strömungen.

Und natürlich hat der Jazz auch die Art von Musiker, die das ganze Genre vorangebracht haben – sei es musikalisch oder in der allgemeinen Bekanntheit und Popularität.

Hier ist sie: Meine subjektive Liste der 10 Jazz-Musiker, die Du kennen musst – vom New Orleans Jazz bis in die Postmoderne. Ein Klick auf die Bilder führt zu jeweils einem spannenden Album des berühmten Jazz-Musikers (Affiliate-Link).

1. Louis „Satchmo“ Armstrong

Er ist eine Jazz-Legende der ersten Stunde und bis heute einer der einflussreichsten und populärsten berühmten Jazz-Musiker. Seine Aufnahmen „West End Blues“ (1928), „Hello, Dolly!“ (1964) oder insbesondere natürlich „What A Wonderful World“ (1968) zählen zu den Evergreens des Jazz.

Die 1901 in New Orleans geborene Ikone schlug sich bereits 1918 mit kleineren Auftritten als Musiker im Rotlichtmilieu der Stadt durch und trat regelmäßig in der Band von Fate Marable auf einem Mississippi-Dampfer auf. 1922 stieß Armstrong als zweiter Trompeter zu King Oliver’s Creole Jazz Band in Chicago.

Aus dieser Zeit stammen auch erste Aufnahmen (u.a. der „Chimes Blues“ von 1923). Mit zweistimmigen Break-Improvisationen soll das Duo Oliver und Armstrong nach Zeitzeugenberichten bereits Musikgeschichte geschrieben haben. Durch einen Wechsel in die Band von Fletcher Henderson löste sich Armstrong jedoch aus dem Schatten seines Lehrmeisters Oliver. Prompt avancierte er selbst zum Starsolisten.

Auf Anraten seiner zweiten Frau Lilian „Lil“ Hardin versuchte er es nun mit einer eigenen Combo. Ab 1925 entstanden zahlreiche Aufnahmen, die Lil und Louis hauptsächlich mit Quintett – und Septettformationen machten. Louis Armstrong and His Hot Five bzw. Hot Seven produzierten einen außergewöhnlichen Sound, der die traditionellen Stilvorstellungen aus New Orleans mit den freieren Ideen der Chicago-Schule verknüpfte.

Die Aufnahmen gelten als der eigentliche Beginn des Jazz auf Schallplatte. Gleichzeitig sind sie Ausgangspunkt für Armstrongs einzigartige Karriere, die sich ab 1929 am Broadway in New York entwickelte.

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2. Glenn Miller

Glenn Miller zählte während der Zeit des Zweiten Weltkrieges zu den erfolgreichsten und berühmten Jazz-Musikern der Vereinigten Staaten. Mit seinem Glenn Miller Orchestra prägte er die Stilrichtung des Swing mit weltweit bekannten Titeln wie „In the Mood“, „Moonlight Serenade“ oder „Chattanooga Choo Choo“.

Miller wurde am 1. März 1904 in Clarida, Iowa geboren. Mit 13 Jahren kaufte er sich vom selbst verdienten Geld eine Posaune. Sein erstes Engagement hatte er 1926 in der Band von Ben Pollack, für die er auch Arrangements schrieb. 1937 gründete er seine eigene Combo, die zwei Jahre später Auftritte bei Live-Übertragungen im Radio erhielt.

Der kommerzielle Durchbruch gelang mit diversen hochrangigen Gastspielen in New York, bei denen die Besucherrekorde der jeweiligen Locations gebrochen wurden. In der Folge explodierten auch die Plattenverkäufe mit den Titeln, die Miller unsterblich machten.

Gerüchten zufolge entstand der typische Miller-Sound übrigens durch einen Zufall: Wegen einer Lippenverletzung des ersten Trompeters übernahm die Klarinette in einem der Konzerte die führende Trompetenstimme. Diese eigenwillige Klangcharakteristik prägte fortan Millers charakteristischen Swing.

3. Count Basie

Ein weiterer unvergessener Wegbereiter des Swing war der afroamerikanische Jazz-Pianist und Band-Leader „Count“ Basie (eigentlich William Allen Basie), der 1904 in New Jersey geboren wurde und schon als kleiner Junge Klavierunterricht bei seiner Mutter erhielt. In den Zwanzigerjahren wurde Williams Klavierspiel von Thomas „Fats“ Waller beeinflusst, den er regelmäßig im Lincoln Theatre in Harlem besuchte, wo Waller Stummfilme begleitete.

Am Palace Theater in Red Bank klimperte der junge William zunächst noch selbst zu Stummfilmen am Klavier und engagierte sich in einigen Bands, bis er 1935 seine eigene Combo, die Barons of Rhythm, gründete. Hier verzeichnete er erste eigene Erfolge.

In Radioaufnahmen kündigte man ihn bereits als „Count“ an. Mit „One O’Clock Jump“ stürmte die Band 1938 erstmals die Charts. Von nun an tourten Basie und seine Bigband unermüdlich durch die Staaten. Schon bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden etliche Chartstürmer aufgenommen.

Das minimalistische, auf das Wesentliche beschränkte Piano-Spiel Basies wurde zu seinem charakteristischen Markenzeichen. Auch nach dem Krieg setzte sich die Erfolgsgeschichte Basies ungebrochen fort, so dass der Swing-Musiker in den 60er Jahren zur absoluten Koryphäe avancierte, Grammy Awards en masse abräumte und – für die damalige Zeit noch unüblich – international tourte.

Fruchtbare Zusammenarbeit entstand unter anderem mit Frank Sinatra, Ella Fitzgerald und Sammy Davis Junior. Jedoch ist die Liste der Berühmtheiten, die sich mit dem „Count“ die Ehre gaben, lang.

4. Duke Ellington

Der Pianist, Komponist und Bandleader Edward Kennedy Ellington, wegen seiner weltmännischen Ausstrahlung besser bekannt als Duke Ellington, ist als einer der einflussreichsten Künstler ebenfalls der Swing-Ära zuzuordnen. Musikalisch entwickelte er sich als Spätzünder zum berühmten Jazz-Musiker. Als Teenager faszinierten ihn Pianisten wie Harvey Brooks, sodass er sich autodidaktisch in das Klavierspiel vertiefte.

Im Alter von 17 Jahren absolvierte er erste öffentliche Auftritte. Zusammen mit einigen befreundeten Musikern sowie der Sängerin Ada Smith zog Ellington nach New York. Dort gründete er die Formation The Washingtonians, die in verschiedenen Clubs auftrat.

Als der berühmte King Oliver den Cotton Club verließ, wurde Ellington der Job als Hausband des damals renommiertesten Nachtclubs New Yorks angeboten. Nach und nach wurden die Washingtonians zum Duke Ellington Orchestra, das durch Radioübertragungen zunächst nationale, später auch internationale Bekanntheit erlangte.

In dieser Zeit hatte Ellington die Möglichkeit, Musik in vielfältigen Stilvarianten zu komponieren und entwickelte durch klangliche Effekte seinen unverwechselbaren „Jungle Style“, der die Welt des Urwaldes lautmalerisch zum Klingen bringen sollte.

5. Benny Goodman

Der „King of Swing“, wurde 1909 in Chicago geboren. Schon früh erhielt er klassischen Klarinettenunterricht. Seine Jazzlehrmeister waren die Künstler der 1920er Jahre, darunter auch Louis Armstrong. 1926 machte Goodman seine ersten Aufnahmen mit dem Ben-Pollack-Orchestra. Zwei Jahre später zog er nach New York City, wo er für das Radio, als Studiomusiker sowie am Broadway arbeitete.

Seine erste Big Band formierte der Klarinettist 1934 für die Rundfunkserie Let’s Dance. Zum ersten Mal in der Geschichte des Jazz vereinte die Formation weiße und schwarze Musiker. Wegen ihrer Perfektion errang sie innerhalb weniger Jahre genreübergreifend hohes Ansehen.

Von diesem Punkt an hat der Erfolg Benny Goodman nie mehr verlassen. Einen der größten Höhepunkte seiner Künstlerkarriere erlebte er am 16. Januar 1938 bei seinem berühmten Konzert in der Carnegie Hall, die bis dahin allein klassischen Darbietungen vorbehalten war. Neben Louis Armstrong gibt es keinen Musiker, der so viel für die Akzeptanz des Jazz getan hat wie Benny Goodman.

6. Miles Davis

Miles Davis war und ist bekannt für seine Improvisationen mit wenigen, lang anhaltenden Tönen und legte konzeptionell immer wieder neue Grundsteine, indem er mit jungen Musikern experimentierte. So haben etliche Jazz-Größen ihren Durchbruch der Zusammenarbeit mit Davis zu verdanken.

Der Komponist und Bandleader wurde 1926 in Alton, Illinois in eine wohlhabende schwarze Familie geboren. Seine Jugend verbrachte er in East St. Louis am Ostufer des Mississippi in einem Viertel ohne Rassentrennung. Mit 13 Jahren erhielt er seine eigene Trompete. Zur High-School-Zeit freundete er sich mit Clark Terry an, dessen Trompetenstil ihn stark beeinflusste.

Unter dem Vorwand, die Juilliard School of Music zu besuchen, zog Davis 1944 mit dem Segen seiner Eltern nach New York City, verbrachte dort aber die meiste Zeit in Jazzclubs. Die nächtlichen Jams waren dem jungen Trompeter viel wichtiger als seine klassische Musikausbildung, die er bald schon beendete, um mit den berühmten Jazz-Musikern Charly Parker und Dizzy Gillespie in der Billy Eckstine Band zu spielen.

Ab 1945 ging er zusammen mit Eckstine auf Tournee und spielte Trompete im Charly-Parker-Quintett, wo er sich zu einem grandiosen Improvisator entwickelte. Auch machte er bei seiner ersten Schallplattenaufnahme in der Band von Herbie Fields mit.

Sein Trompetenstil war zu dieser Zeit schon ausgeprägt, doch mangelte es Davis noch an Selbstvertrauen und der technischen Virtuosität seiner Vorbilder des Bebop. Bis 1948 erlangte er aber zunehmende Bekanntheit und gründete in New York mit der Capitol Band das Miles-Davis-Capitol-Orchestra. Sein Stil wandelte sich vom Bebop zum Cool-Jazz. Eine Reihe wichtiger Alben entstand.

Trotz zeitweiliger Heroinabhängigkeit schrieb Davis noch bis in die 90er Jahre Jazzgeschichte. Er prägte diverse Stile in der zweiten Epoche des Jazz vom Bebop über Cool Jazz zum Free Jazz.

7. Ornette Coleman

Ornette Coleman gilt als wichtigster Pionier des Free Jazz. Er wurde im März 1930 in Texas geboren. Mit 14 Jahren bekam er sein erstes Saxophon. Notenlesen und Spielen brachte er sich selbst bei.

Um der Armut und Rassendiskriminierung im Süden der USA zu entfliehen, riss er mit 19 Jahren von zu Hause aus, um sich in Los Angeles mit Hilfsjobs durchzuschlagen und sein musikalisches Wissen mit Harmonielehre und Musiktheorie zu erweitern.

In der Band von Paul Bley lernte er Unterstützer kennen, sodass nach Bleys Ausstieg das Ornette Coleman Quartet entstehen konnte, gemeinsam mit Don Cherry (Trompete), Billy Higgins (Schlagzeug) und Charly Haden (Bass). Die Band bespielte zunächst kleine Clubs in Los Angeles. Auch bekam sie einen ersten Plattenvertrag.

Im Mai 1959 wechselte Coleman durch die Vermittlung von John Lewis zu Atlantic Records. Darauf folgte ein Engagement im New Yorker Jazzclub Five Spot, der dem Quartett die Aufmerksamkeit in der Jazzszene sicherte.

Das bekannteste Album Colemans entstand im Jahre 1960 und wirkte als Initialzündung des atonalen Avantgarde-Jazz: Mit „Free Jazz: A Collective Improvisation“ begründete Coleman das gleichnamige Genre mit weitgehend freier Improvisation in einem Doppel-Quartett.

8. James Carter

James Carter ist treibende Kraft der zeitgenössischen Jazz-Szene. Überdies gilt er als einer der Top-Saxophonisten unserer Zeit.

Der 1969 in Detroit geborene Künstler wurde in den 1990er Jahren durch seine unorthodoxe Herangehensweise an den Jazz bekannt. Er war Schüler von Marcus Belgrave. Seine professionelle Karriere begann als 17-jähriger in der Band von Wynton Marsalis.

Das 1993 aufgenommene Debütalbum „JC On The Set“ sorgte in der Szene für Furore. Ebenso dessen Nachfolger „Jurassic Classics“ machte ihn zu einem berühmten Jazz-Musiker.

9. Keith Jarrett

Der amerikanische Pianist Keith Jarrett ist ein stilprägender Jazzmusiker der vergangenen Jahrzehnte. Er wurde 1945 in Pennsylvania geboren, nahm seit dem dritten Lebensjahr Klavierunterricht und stand bereits als Siebenjähriger zum ersten Mal auf der Bühne.

Seine Laufbahn als Live-Musiker begann in den frühen Sechzigerjahren. Ende dieses Jahrzehnts war der musikalisch hochbegabte Jarrett bereits über Insider-Kreise hinaus bekannt.

Der eigentliche Durchbruch gelang als Mitglied der Jazzrockformationen von Miles Davis, später dann auch als Solokünstler. Bis zum Jahr 1975 spielte Jarrett rund 50 Solokonzerte in aller Welt, mit denen er motivisch geprägte Improvisationen ausbaute und kultivierte. Zu Beginn der 80er Jahre belebte er das damals verpönte Broadway- und Tin-Pan-Alley-Repertoire neu.

Nach zahlreichen Trio- und Soloeinspielungen überraschte Keith Jarrett seine internationalen Fans nochmals, als er 2010 mit dem Bassisten Charlie Haden das balladeske Duo-Album „Jasmine“ einspielte.

10. David Murray

Das Werk David Murrays gehört zu den umfangreichsten im Modern Jazz. Der im Februar 1955 in Kalifornien geborene Saxophonist und Klarinettist erlernte das Altsaxophon mit acht Jahren, spielte mit 12 in einer Rhythm and Blues Band und leitete mit 15 ein Trio aus Orgel, Saxophon und Schlagzeug.

1975 übersiedelte Murray nach New York, wo er Anschluss an die Loft-Jazz-Szene fand. 1976 nahm er sein Debütalbum auf. Noch im selben Jahr gründete das Ausnahmetalent sein „World Saxophone Quartet“, mit dem er international tourte.

David Murray ist ein Musiker der zeitgenössischen Jazz-Avantgarde, der aus allen Stilrichtungen schöpft und über ein sehr charakteristisches Saxophon- und Bassklarinettenspiel verfügt.

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Fazit zu berühmten Jazz-Musikern

Wie oben schon erwähnt, kann diese Liste nur eine subjektive Einschätzung von berühmten Jazz-Musikern darstellen. Es gibt eine ganze Menge weiterer Künstler, die den Jazz ebenfalls vorangebracht haben oder besonders wichtig für das Genre waren.

Was sind deine persönlichen Jazz-Favoriten? Schreib es uns in die Kommentare!

Lesermeinungen (2)

zu '10 berühmte Jazz-Musiker, die Du kennen solltest'

  • John   20. Jan 2019   11:03 UhrAntworten

    Wenn Jazz sich mal entwickeln würde wäre das nicht verkehrt. Man hört immer noch den gleichen Mist aus den 20 - 40er, es wird nur noch nachgespielt und neu interpretiert und die sogenannten "Impros" sind alle nach dem gleichen Schema aufgebaut und Abweichungen werden selten tolleriert.
    Wenn Jazzer nicht bereit sind sich zu entwickeln und neues zu zulassen, verdienen sie die Bezeichnung "Musiker" nicht.
    mfg, ehemaliger Jazzer

  • John   20. Jan 2019   11:17 UhrAntworten

    Jazz sollte sich mal weiter entwickeln und nicht immer nur das alte zeug spielen.
    Mal ehrlich, es werden nur noch die Sachen aus den 20 - 40 gespielt, die sogenannten "Impros" verlaufen alle nach dem gleichen Schema, abweichungen werden selten tolleriert und niemand macht sich die Mühe sich mal was neues auszudenken. Das nimmt langsam die Zustände von Klassik an wo auch nur noch Bethoven usw gespielt wird (nein, 12-Ton Musik ist keine Musik).
    Ich mag ja Jazz eigentlich, aber es nervt echt das da nichts neues mehr kommt, das macht die Musik auf dauer mega langweilig, weil man Gypsy in my Soul in gefühlten 5000 verschiedenen Versionen gehört hat, die alle sehr ähnlich klingen. Was hat das bitte mit Musik machen zu tun? Das nennt man dann Cover oder höchstens Neuinterpretation.
    Wenn Jazzer sich nicht weiter entwickeln wollen haben sie die Bezeichnung "Musiker" nicht verdient. Jazzbands sind dann nichts anderes als Coverbands die ihr Instrument beherrschen können, aber darum gehts in der Musik nicht.
    Jazzer sollten sich weiter entwickeln, dann kann ich sie vielleicht auch wieder ernst nehmen.

    MFG, ein ehemaliger Jazzer

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