Untenrum gut bestückt: Sieben Basslines, auf die jeder neidisch ist

Bassline

Groovy, funky, catchy, crunchy, druckvoll - Was macht die perfekte Bassline aus?

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Jetzt fehlt nur noch die Bassline

Wenn in einem Song der Bass einsetzt, beginnt die volle Freude sich zu entfalten. Bass ist das, was die Menschen in Bewegung versetzt. Jeder der Musik macht wird wissen, dass der Bass bei anderen immer besser klingt, als bei einem selbst.

Das ist ähnlich wie mit geschmierten Brötchen — den eigenen fehlt irgendwie immer etwas… Damit Du künftig genau weißt, was es bei der Produktion des Basses alles zu beachten gilt, empfehle ich diese beiden Lektionen: Hier lernst Du, wie Du es schaffst, den Bass richtig druckvoll zu gestalten. Wenn Du dich anschließend noch an dieses Tutorial zum Thema Abmischen hältst, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Aber auch hier gilt es, die Sorgen und Nöte um eine catchy Bassline beiseite zu schieben. Weniger ist oft mehr. Wichtig ist, dass der Bass die Struktur des restlichen Songs trägt. Es reichen schon eine Hand voll Noten. Richtig platziert, beginnt der Groove direkt zu rollen.

Grundsätzliches zur Bassline

Halte dich zunächst nicht mit Sounddesign auf

Um eine ansprechende Bassline zu finden, die grooved und unter Umständen auch noch melodisch daher kommt, braucht es kreative Impulse, die besser entstehen, wenn Du dich nicht zu Beginn schon um den passenden Sound bemühst. Denkbar ist zunächst auch ein sequenzierter Bass aus einem Synthesizer, den Du im Nachhinein händisch einspielst.

Zeit für den richtigen Klang

Steht die Bassline in ihrer Struktur und Melodie, kannst Du dich dran machen, einen passenden Sound zu finden, der sich gut mit den übrigen Elementen versteht.

Bring die Bassline in den Vordergrund

Prägnante Basslines zehren davon, einen Platz weit vorne im Mix einzunehmen. Um deinen Bass ordentlich voran zu bringen, empfiehlt es sich, ihn in Mono aufzunehmen.

Effekte, wenn es sinnvoll ist

Effekte in den tiefen Frequenzen sollten nicht auf Teufel komm raus angewendet werden. Hier gilt es sich zu überlegen, was der jeweilige Effekt bezwecken soll. Neben Kompression und EQing eignet sich ein Chorus hervorragend, um den Bass noch voluminöser und allgegenwärtiger erklingen zu lassen.

Zeit für ein paar Prachtexemplare des Bassbereichs. Wer es schafft, nicht auf Anhieb mit zu nicken, möge bitte einen Kommentar mit seiner liebsten Bassline da lassen.

Michael Jackson – Billy Jean

Kaum ein Bassverlauf erzielt eine bessere Wirkung, als die tiefen Frequenzen in Michael Jackson’s »Billy Jean«. Der erste Anschlag reicht schon aus und alle spitzen die Lippen und fangen mindestens an zu nicken. Die Grundidee des Basses stammt von Michael persönlich. Etwa drei Wochen verbrachte er allein mit der Komposition der Bassline. Ich finde, die Arbeit hat sich gelohnt!

Gorillaz – Feel Good Inc.

Jason Cox scheint sich gefühlt nicht lange an der Komposition aufgehalten zu haben. Nichts genaues weiß man nicht — aber »Feel Good Inc.« zeigt, dass es für eine funktionierende Bassline gar nicht so viel braucht.

The Beatles – Come Together

Das Bass Riff in »Come Together« wurde von Paul McCartney eingespielt. Ausschlaggebend für die Prägnanz dieser Bassline ist der Slide hoch zu einem A am 12. Bund. Was weiterhin die Aufmerksamkeit erregt, ist die für einen Bass ungewöhnliche Tonhöhe. Was den Frequenzbereich betrifft, wildert McCartney im Spektrum des Gitarristen.

War – Low Rider

Die treibende Bassline in »Low Rider« ist beinahe omnipräsent und spielt fast den kompletten Song über. B.B. Dickerson’s Bassspiel inspirierte noch eine ganze Reihe anderer Musiker: Unter anderem verwendeten die Beastie Boys in »Slow Ride« oder The Offspring in einer Version ihres Songs »Pretty Fly (for a White Guy)« eine signifikant ähnliche Bassline.

Queen & David Bowie – Under Pressure

Braucht es bei dieser Pracht von Bass noch viele Worte?

Chic – Good Times

Ein Bassriff, das Geschichte geschrieben hat. Die funky daher tänzelnde Bassline stammt von Bernard Edwards und sie beeinflusste noch viele weitere Künstler. Nicht zuletzt auch den folgenden Bassisten.

Queen – Another One Bites the Dust

Kaum zu verbergen, dass hier ein anderer Interpret und seine Bassline Modell standen. Bernhard Edwards sagte einst in einem Interview mit dem New Musical Express: »Also, diese Queen-Veröffentlichung entstand, weil deren Bassist mit uns eine Zeit lang im Studio herum hing.«

Was ist dein Bass-Rezept?

Wir sind gespannt, wie Du es mit der Bassline hältst. Kennst Du Tipps und Tricks für die perfekte Bassline? Welche sind deine Paradebeispiele für gelungene Low-Ends?

Lesermeinungen (4)

zu 'Untenrum gut bestückt: Sieben Basslines, auf die jeder neidisch ist'

  • Dubby Lion   24. Jul 2018   15:56 UhrAntworten

    Nur ein paar spontane Beispiele ohne bestimmte Reihenfolge:

    Wayne Smith - Under Me Sleng Teng
    Scientist - Your Teeth In My Neck (Original von Michael Prophet - Love and Unity)
    Damian Marley - Welcome To Jamrock (Original von Ini Kamoze - World a Reggae)
    Tenor Saw - Ring the Alarm
    Richie Spice - Youths Dem Cold
    Cutty Ranks - Limb By Limb

    Die Liste ließe sich natürlich noch weiterführen. Bei Dub und Reggae spielt die Bassline generell eine weitaus bedeutendere Rolle als bei den meisten anderen Richtungen. Wundert mich ein wenig, das kein entsprechendes Beispiel im Artikel genannt wurde?

  • Walter Freimut   24. Jul 2018   16:02 UhrAntworten

    The Knack - My Sharona
    Midnight Oil - Beds are burning

  • Realist   25. Jul 2018   09:37 UhrAntworten

    Lou Reed - Walk On The Wild Side

  • Peter   25. Jul 2018   10:06 UhrAntworten

    Red Hot Chili Peppers - Give it away

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