Die eigene PA-Anlage, das ist immer wieder ein Thema für alle DJs, die auch als Veranstalter unterwegs sind oder für kleine Events komplett ausgestattet sein wollen. Natürlich ist es eine tolle Sache, mit dem eigenem Equipment jederzeit die Kontrolle über den Sound zu haben und ihn quasi auf die Playlist und das Publikum maßzuschneidern. So eine Anschaffung bringt jedoch auch viele Fragen mit sich – hier findest Du die Antworten zum PA-Anlage Aufbau.

PA-Anlage Aufbau

QSC K-Serie

Welche Anlage passt zu welchem Musik-Genre? Wie viele Leute muss oder kann ich überhaupt beschallen? Habe ich immer gleichviele Gäste am gleichen Ort oder veranstalte ich in wechselnden Locations, mal auf einer Hochzeit mit 100 Personen und mal in einer Scheune mit 500 tanzwütigen Kids? Bediene ich immer nur ein Genre oder wechselt auch dies? Und schließlich: Lohnt sich der ganze Aufwand für den PA-Anlage Aufbau auch finanziell und organisatorisch?

Die Antworten dazu in diesem mehrteiligen Workshop.

Workshop PA-Anlage Aufbau

Die eigene Anlage will nicht nur bezahlt, sondern auch gelagert, transportiert und gewartet werden. Und nach hoffentlich ganz vielen erfolgreichen Veranstaltungen ohne technische Ausfälle soll mindestens so viel im Geldbeutel übrig bleiben, dass man dann wieder eine neue PA kaufen kann. Im besten Falle natürlich eine, die noch mehr Spaß macht als der Vorgänger.

Der folgende Workshop soll dabei helfen, die richtigen Endscheidungen zu treffen, wenn es um den Aufbau der eigenen Beschallungsanlage geht. Dazu erklärt und entwirrt er technische Begriffe, hinterfragt die tatsächlichen Anwendungsbedingungen und erarbeitet Kriterien für ein individuell passendes Anforderungsprofil. Eine schlechte Nachricht gleich vorweg: Die ultimative PA für DJs gibt es nicht, auch wenn das Marketing der einschlägigen Hersteller das manchmal anders sieht.

Es gibt für alle Anwendungen die richtige Lösung

Jetzt die gute Nachricht: Mittlerweile ist der Markt für Beschallungsanlagen so breit aufgestellt, dass es für nahezu jede Anwendung und jedes Budget brauchbare Lösungen und Alternativen gibt, wenn man weiß, was man will. Der Workshop PA-Anlage aufbauen soll auch dazu beitragen, dass aus dieser großen (Aus-)Wahl keine Qual wird und Du in der Lage bist, gute Entscheidungen zu treffen.

 

Das PA-Grundprinzip

»Public Address«, so bezeichnete man in englischer Sprache Beschallungsanlagen, die sich via Lautsprecher an ein zahlenmäßig großes Publikum wenden. Daraus abgeleitet wird im deutschsprachigen Raum das gesamte Beschallungs-Equipment als PA-Anlage bezeichnet, mit dem der Sound von der Bühne verstärkt zum Publikum transportiert wird. Die Aufgabe einer solchen PA: Klangereignisse lauter zu machen, damit sie in einem größeren Raum für mehr Menschen und auch in einiger Entfernung von der Schallquelle noch gut hörbar sind.

In unserem Fall ist das Klangereignis Musik und der Musiker ist ein DJ. Sein Sound kommt als Mischung aus dem Hauptausgang (»Main Out«) des DJ-Mischpultes. Für uns ist also der Mixer die Signalquelle und ab hier werden wir die Sache untersuchen.

PA-Anlage Aufbau

QSC TouchMix-16

Das Funktionsprinzip einer PA-Anlage ist immer gleich. Das Tonsignal aus dem Mischpult, meistens aufgeteilt in zwei Stereokanäle, wird in einen oder mehrere Verstärker geleitet und dort verstärkt. Von da geht das verstärkte Signal in einen oder verschiedene Lautsprecher und diese verwandeln das elektrische Signal in Schall. Dabei wird im Regelfall mittels elektromagnetischem Feld über Schwingspule und Magnet eine Membran angetrieben und gezielt in Schwingungen versetzt. Diese Schwingungen bewegen wiederum die Raumluft und das führt zu einer dynamischen Veränderung des Luftdrucks.

Das Funktionsprinzip einer PA-Anlage ist immer gleich

Die dynamische Veränderung des Luftdrucks nehmen wir in einem bestimmten Bereich als Schallereignis, als Geräusch wahr – wir hören es. In einem komplizierten Zusammenspiel zwischen Ohren und Gehirn können wir dabei zum Beispiel sehr gut verschiedene Schallereignisse voneinander unterscheiden. Aus dem Abstand der Ohren und dem dadurch bedingten kleinen Unterschied, wann uns die Druckveränderung links bzw. rechts erreicht, orten wir außerdem ziemlich genau die Richtung, aus der ein Geräusch kommt.

 

Hoch und Tief

Bei der Schallerzeugung durch Lautsprecher versetzen unterschiedliche Membranen die Luft wellenförmig in Bewegung. Ein gesundes menschliches Ohr kann die Frequenz dieser Schwingungen in einem bestimmten Bereich, nämlich zwischen 20 und 20.000 Hertz hören. Diese physikalische Einheit ist nach Ihrem Entdecker Heinrich Hertz benannt. 1 Hertz ist die Maßeinheit für einen Schwingungsdurchgang (Perioden) pro Sekunde. Die tiefste hörbare Frequenz liegt demnach bei ca. 20 Perioden pro Sekunde, die höchste hörbare Frequenz bei ca. 20.000 Perioden pro Sekunde. Je schneller eine Schwingungsperiode durchlaufen ist, desto höher empfinden wir den Ton, während die tiefen Töne von langwelligen Schwingungen herrühren.

PA-Anlage Aufbau

QSC KW181

Für die Wiedergabe tiefer Frequenzen (etwa zwischen 30 und 180 Hertz) sorgen bei der PA-Anlage die so genannten Subwoofer. Kleine PA-Anlagen für Hochzeiten, Geburtstage, Firmenfeiern, Lesungen, Bandauftritte bei Veranstaltungen in kleinerem Rahmen und dergleichen werden neben zwei bis vier Mittel-/Hochtönern meist mit einem bis zwei Subwoofern bestückt. Wenn jedoch Konzerte, Parties in Discos, Veranstaltungen in großen Zelten, Theatervorführungen & Co. beschallt werden sollen, werden zusätzlich zu mindestens sechs Mittel-/Hochtonlautsprechern wenigstens vier Subwoofer benötigt.

Als Beispiel haben wir oben den QSC KW181 abgebildet, einen Subwoofer mit einem Membrandurchmesser 18 Zoll, der für mittelgroße Veranstaltungen bereits ausreichend Leistung liefert, wenn mehrere Exemplare eingesetzt werden.

PA-Anlage Aufbau

QSC K10

Zur Wiedergabe mittlerer und hoher Frequenzen kommen Mittel-/Hochtöner zum Einsatz, die bei der Kombination mit einem Subwoofer »Satelliten« genannt werden. Zwar liefern sogenannte Full-Range-Lautsprecher auch einen gewissen Bass (meist bis zu ca. 50 Hz hinab), aber wenn sie wie in der Abbildung auf eine Distanzstange montiert werden, soll der der am unteren Ende dieser Stange sitzende Subwoofer für die tiefen Frequenzen zuständig sein. Diese Zusammensetzung wird Säulensystem (engl. »column array«) genannt.

Eine Sonderform stellt der so genannte Monitorlautsprecher dar. Er zählt strenggenommen nicht zur PA-Anlage, da er nicht zur Beschallung des Publikums dient; zur Abgrenzung von der PA-Anlage und als wichtiger Bestandteil der Veranstaltungstechnik wollen wir ihn dir dennoch kurz näherbringen. Ein Monitorlautsprecher dient den Musikern auf der Bühne, den Sound abzuhören. So bekommen Musiker einen ähnlichen Klangeindruck wie das Publikum können das Zusammenspiel innerhalb der Band besser koordinieren.

PA-Anlage Aufbau

QSC K10 als Monitor

Als Beispiel siehst Du hier einen QSC K10 – er ist so konstruiert, dass Du ihn einerseits als aufrecht montierten oder hängenden PA-Lautsprecher für das Publikum, andererseits als Monitorbox für die Künstler auf der Bühne nutzen kannst.

Laut und Leise

Schallwellen sind Druckwellen. Die Stärke der dynamischen Luftdruckveränderung, die durch die Bewegung der Lautsprechermembrane erzeugt wird, erzeugt in uns, abhängig von den auftretenden Frequenzen, unser Lautstärkeempfinden. Unser Ohr verarbeitet dabei winzig kleine Druckschwankungen. Diese Schwankungen werden mit einem wechselnden Schalldruckpegel (engl. »Sound Pressure Level«, meist abgekürzt mit »SPL«) dargestellt.

Gemessen wird der Schalldruckpegel in Dezibel (kurz »dB«). Dieser Messwert steht aber nicht einfach für laut oder leise, sondern bezieht sich zunächst nur auf die messbare Luftdruckveränderung, wie sie bei einem Schallereignisses auftritt. Um die Veränderung messbar zu machen, hat man eine Bezugsgröße definiert. Es ist der Druck, der dann herrscht, wenn man einen Ton mit einer Schwingung von 1000 Hertz (1 kHz) gerade eben zu hören beginnt. In der logarithmisch angelegten Dezibel-Skala entspricht dieser Zustand einem Wert von 0 dB. Er bezeichnet die Hörschwelle. Mehr Schalldruckpegel bedeutet also eine höhere dB-Zahl.

PA-Anlage Aufbau

Bild: FGH

 

Lautstärke subjektiv

Abhängig von der Entfernung zur Schallquelle, der Richtung und Breite der Schallabstrahlung sowie den Frequenzen, aus denen sich die Musik zusammensetzt, empfinden wir mit steigendem dB-Wert diese Musik als immer lauter.

Als Faustformel gilt, dass ein Unterschied von 10 dB Schalldruck etwa als doppelte (+) bzw. halbe (-) Lautstärke wahrgenommen wird. Aber die Erkennbarkeit von Schalldruckpegeländerungen ist auch vom Ausgangspegel abhängig und das Gehör wird mit wachsendem Schalldruck immer empfindlicher gegenüber Amplitudenänderungen.

Hinzu kommt, dass das subjektive Lautstärkeempfinden auch stark kulturell geprägt ist. Was als laut gilt und was als leise, führt deshalb regelmäßig zu Kontroversen, die jeder DJ schon mal erlebt hat. Sicherlich liegen da die subjektiven Geschmäcker weit auseinander. Ein Drum-‚n‘-Bass-Abend stellt ganz andere Herausforderungen da als die nette Kellerparty, wo gefälliger Pop plätschert. Dazu kommen natürlich auch noch die subjektiven Hörgewohnheiten der Gäste.

PA-Anlage Aufbau

QSC K10 geneigt

Zur Anpassung des Abstrahlwinkels stehen übrigens mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Neben der allein durch die Gehäuseform verursachten Winkelung bei der Nutzung als Monitor können die meisten Boxen auch im montierten bzw. aufgehängten Zustand geneigt werden. Im abgebildeten Beispiel ist der QSC-Lautsprecher auf einer Distanzstange bzw. einem Stativ befestigt und nach unten gekippt, um besser auf das Publikum ausgerichtet zu sein. Alternativ kann der Lautsprecher mithilfe eines an Decke oder Wand montierten Schwenkbügels (engl. »yoke«) angewinkelt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Aufhängung an einer Decke oder einer Traverse mit unterschiedlich langen Drahtseilen.

 

Lautstärke objektiv

Unabhängig von der subjektiven Wahrnehmung von Lautstärke: Hohe Schalldruckpegel über die Belastungsgrenze der komplizierten Ohr-Physiologie hinaus schädigen das Hörvermögen nachhaltig und irreparabel!

PA-Anlage Aufbau

Angaben ohne Gewähr

Spätestens hier übernimmt auch jeder DJ beim Betrieb einer PA eine Menge Verantwortung – für sich, aber vor allem auch für seine Gäste. Damit haben wir schon einen klaren und wichtigen Eckpunkt für eine gute DJ-PA definiert. Ihr Leistungsvermögen muss und darf die medizinisch vertretbaren Schalldruckwerte keinesfalls überschreiten. Guter Sound hört auf jeden Fall immer da auf, wo die Schmerzgrenze anfängt. Schließlich will man ja, dass die Gäste außer einem Hörschaden noch etwas haben von der Mucke, die man auflegt.


Von Max von Behring