FAQ: MIDI-Soundmodule – Expander für Keyboards & Co. erklärt

MIDI-Soundmodule

MIDI-Soundmodule sind wahre Sound-Expander für Digitalpianos, Keyboards & Co. - erfahre hier alles über ihre besondere Bühnentauglichkeit und wie Du die richtige Kaufentscheidung triffst

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Was ist MIDI?

MIDI (»Musical Instrument Digital Interface«) ist ein Standard zur Steuerung von Musik-Equipment. Synthesizer und Keyboards sowie andere elektronische Klangerzeuger, aber auch Effektgeräte und Software kommunizieren darüber.

Ein einfaches Beispiel: Ein MIDI-Keyboard sendet beim Tastendruck alle nötigen Noteninformationen an einen Synthesizer – oder in unserem Kontext: ein MIDI-Soundmodul. Zu diesen Informationen gehören die Zeitpunkte für Notenstart und -stopp, die Tonhöhe sowie die Anschlaghärte.

Mehr dazu: Grundlagen MIDI & Sequencer

Soundmodule für Digitalpianos - Dexibell VIVO SX7

Soundmodule für Digitalpianos und andere Klänge wie das Dexibell VIVO SX7 erleben eine Renaissance

Was ist ein MIDI-Soundmodul?

Ein MIDI-Soundmodul ist ein kompaktes Gerät, das über eingespeiste MIDI-Daten Klänge erzeugen kann. Diese können an ein Mischpult geleitet oder direkt über Lautsprecher und/oder Kopfhörer vertont werden.

Die erzeugten Sounds können ganz unterschiedlicher Art sein. So gibt es …

  • Soundmodule für Digitalpiano,
  • E-Piano und Orgel,
  • Synthesizer,
  • Schlagzeug,
  • Gitarre und Bass
  • und vieles mehr.

Die meisten beherrschen gleich mehrere Klangkategorien. Passend dazu ist der Begriff »Expander« oder »Sound-Expander« für diese Geräte gängig.

Klangerweiterung populärer Keyboards & Workstations

Es gibt Modelle, die zur Erweiterung des Klangangebots von bestimmten populären Keyboards dienen. Ihr Vorteil ist die mehr oder minder nahtlose Einbindung in das entsprechende Instrument – die neuen Sounds können über dessen Display und Bedienelemente gewählt, gespielt, modifiziert und gespeichert werden.

Wie erzeugt ein Sound Expander Klänge?

1. Sampling

MIDI-Soundmodule erzeugen Sounds auf der Basis von Samples (Audiodateien), die intern abgespeichert sind.

Die originalen akustischen Instrumente werden dabei teils sehr aufwändig mit Mikrofonen abgenommen. Oft geschieht das in mehrfacher Ausführung sowie für unterschiedlich harte Tastenanschläge/Spielstärken. Mehr dazu im übernächsten Kapitel.

Bei Pianos kommen oft spezielle Samples für die Geräusche beim Loslassen einer Taste (»Release Samples«) und für Saitenresonanzen hinzu.

2. Modeling

Es gibt mittlerweile auch MIDI-Soundmodule, die zusätzlich zum Sampling auf Modeling setzen. Hier werden wie bei Synthesizern Oszillatoren verwendet, um bestimmte Aspekte des Klangs von Grund auf zu synthetisieren und in Echtzeit sehr tiefgreifend umformen zu können.

Das schafft höhere Flexibilität – bei der Pianonachbildung etwa für gezielte Eingriffe in Klangbestandteile wie Hammer-, Mechanik- und Dämpfergeräusche.

Nicht zuletzt lassen sich so auch originär synthetische Sounds wie die von FM-Synthesizern 1:1 kreieren.

Was Soundmodule für Digitalpianos & Co. bieten

Anzahl der Samples

Bei Sample-basierten MIDI-Soundmodulen wird gerne mit der Anzahl der Samples geworben. Aussagekräftig ist, wie viele Samples pro Programm verwendet werden:

  • Sample-Anzahl geteilt durch Programmanzahl = Samples pro Programm

So gelingt eine erste Einschätzung darüber, wie differenziert sich ein Sound spielen lässt, wie natürlich und lebendig er klingt. Einen noch besseren Einblick gewinnst Du durch Angaben zu den folgenden …

Sampling-Techniken

Authentischere Dynamik durch mehr Velocity-Layer

Je mehr sogenannte Velocity-Layer (Dynamikstufen) für einen Sound aufgenommen wurden, desto realistischer sind die klanglichen Unterschiede zwischen verschiedenen Spielstärken.

Der Klang eines echten Pianos wird nicht einfach nur leiser oder lauter bei sanfteren oder härteren Tastenanschlägen. Nuancen bei Timbre, Saitenresonanzen, Tastengeräuschen und mehr variieren stark. All das sollte eingefangen werden – je mehr verschiedene Spielstärken für jeden einzelnen Ton aufgenommen werden, desto realistischer klingt das Endprodukt bei dynamischem Spiel.

Lebendigkeit dank Round-Robin-Samples

Jeder Anschlag einer Saite oder eines Fells, jedes Blasen ins Mundstück klingt anders. Selbst wenn man versucht, Tonhöhe, Notenlänge und Intensität so gleichförmig wie möglich zu halten, ergeben sich stets mehr oder minder feine Klangunterschiede. Übrigens gibt es auch bei analogen Synthesizer und Drum Machines gewisse Fluktuationen, die zur Musikalität beitragen.

Um diese Lebendigkeit zu simulieren, kommt das Verfahren »Round Robin« ins Spiel: Von jedem Ton einer bestimmten Spielstärke und -technik werden mehrere Aufnahmen gemacht. Diese werden dann abwechselnd gespielt: Wurde Sample 1 bereits gespielt, wird Sample 2 genutzt, danach Sample 3, […] und irgendwann wieder von vorn. Je mehr Round-Robin-Samples pro Ton, desto lebendiger die Sample Library.

Konsequenterweise müssen für jeden einzelnen Velocity-Layer auch mehrere Round-Robin-Samples erstellt werden. So schnellt die Anzahl der Samples bei einem MIDI-Soundmodul natürlich in die Höhe.

Maximale Polyphonie

Fast alle MIDI-Soundmodule können nur eine bestimmte Anzahl von Stimmen gleichzeitig erklingen lassen. Wie üblich bieten Modelle in höheren Preisklassen mehr Stimmen.

Eine Polyphonie von 256 Stimmen sorgt dafür, dass auch die komplexesten, wildesten Klavierstücke gespielt werden können. Mit maximal ausklingenden Tönen, ohne dass der jeweils »älteste« noch hörbare Ton abgeschnitten wird.

128 Stimmen sind in vielen Szenarien schon genug. Gerade dann, wenn nicht permanent vom Haltepedal Gebrauch gemacht wird.

Mehr zur Vielstimmigkeit: Digitalpiano-Klang

Multitimbralität

Manche MIDI-Soundmodule können mehrere verschiedene Instrumentenklänge gleichzeitig erzeugen. Ein solcher Sound Expander wird als multitimbral bezeichnet.

Hier können mit vorgefertigten Rhythmus- und Melodiespuren im Notfall einzelne Bandmitglieder ersetzt werden. Oder Du kannst um dich als Solo-Künstler herum eine ganze »Band aus der Dose« erklingen lassen.

General MIDI

Bei MIDI-Soundmodulen an, die dem Standard »General MIDI« folgen, sind den MIDI-Programmplätzen 1-128 bestimmte Instrumentenklänge zugewiesen. Das sind die 16 Kategorien:

  • 1-8 – Pianos & andere Tasteninstrumente
  • 9-16 – Chromatische Percussion
  • 17-24 – Orgeln, Akkordeons, Mundharmonikas etc.
  • 25-32 – Akustische und elektrische Gitarren
  • 33-40 – Akustische, elektrische und Synthesizer-Bässe
  • 41-48 – Streichinstrumente, Harfe und Pauke
  • 49-56 – Orchestrale Streicher- und Gesangs-Ensembles
  • 57-64 – Blechblasinstrumente
  • 65-72 – Holzblasinstrumente
  • 73-80 – Flöten & Pfeifen
  • 81-88 – Synthesizer-Leads
  • 89-96 – Synthesizer-Pads
  • 97-104 – Synthesizer-Soundeffekte
  • 105-112 – Ethno-Instrumente
  • 113-120 – Percussion
  • 121-128 – Soundeffekte

Mindestens ein Set aus allen 128 Instrumenten ist bei einem entsprechenden Sound Expander an Bord. Durch die feste Zuweisung kannst Du sicher sein, dass stets die passenden Sounds ertönen, wenn Du General-MIDI-Dateien von Dritten lädst.

Integrierte Effekte

Alle gängigen Module haben mindestens einen Effekt – Hall (engl.: »reverb«). So lassen sich die Sounds einfach in eine Atmosphäre hüllen. Praktisch ist dabei ein eigener Drehregler für die Hallstärke. Bei den meisten Sound-Expandern lässt sich auch der Hallcharakter ändern.

Es gibt diverse weitere Effekte, die nützlich werden könnten. Nicht zuletzt diese:

  • Equalizer – Timbre anpassen im Mix und je nach Location-Akustik
  • Kompressor – für durchsetzungsvolleren, weniger sprunghaften Sound
  • Chorus – zum »Andicken« und für einen »schwebenden« Stereosound
Sound Expander - Anschlüsse

Das MIDI-Soundmodul V3 Grand Piano bietet die typischen Anschlüsse für diese Produktgattung

Anschlüsse

Haltepedal-Eingang

An jedes fortgeschrittene MIDI-Soundmodul, das (auch) Pianosounds erzeugt, lässt sich ein elektronisches Haltepedal mit großem Klinkenstecker (6,3 mm) anschließen. Das auch als Dämpfer-Pedal (engl.: »Hold« oder »Sustain«) bekannte Utensil lässt Töne auch nach dem Loslassen der Tasten vollständig ausklingen.

Gibt es dann noch eine Halbpedal-Funktion, dienen geeignete Pedale zur Variation des Sustain-Effekts – je nach Soundmodul in unterschiedlich vielen Abstufungen oder gar stufenlos.

Klinke und/oder XLR?

Standard sind Klinkenausgänge zum Output der Sounds – zwei 6,3-mm-Anschlüsse für den linken und den rechten Kanal. Manche MIDI-Soundmodule geben eine Monomischung des Stereoklangs aus, wenn nur eine der beiden Buchsen belegt ist (meist die linke).

Sofern zusätzlich XLR-Buchsen an Bord sind, ist definitiv eine symmetrische Signalübertragung möglich – Störgeräusche sind praktisch ausgeschlossen. Auch hast Du dadurch Anschlussmöglichkeiten an Equipment ohne (freie) Klinkenbuchsen.

USB Audio Interface für verlustfreies Recording

In einigen hochklassigen MIDI-Soundmodulen ist ein USB Audio Interface an Bord. Das ist praktisch für hochqualitative Aufnahmen deiner Performances auf einem Laptop ohne weiteres Equipment.

Strom via USB

Über die USB-Anbindung bei den eben genannten Modellen läuft meist auch die Stromversorgung. Es ist keine Steckdose nötig. Zudem entfällt mit dem Steckernetzteil eines der Utensilien, die bei Gig-Vorbereitungen gerne mal vergessen werden oder eine potentielle Defektquelle darstellen.

Andere Hersteller wählen den umgekehrten Weg. So erfolgt die Speisung über ein konventionelles Netzteil, doch lassen sich geeignete USB-MIDI-Keyboards (und andere Controller) über die USB-Buchse mit Strom versorgen.

FAQ: MIDI-Soundmodule für Keyboards und mehr

Was brauche ich, um mit MIDI musizieren zu können?

  1. Ein Gerät bzw. eine Gerätekombination zum Senden der Noten – z.B.:
    • Controller
    • Instrument mit MIDI-Ausgang
    • Computer mit USB-Anschluss
    • Computer mit angeschlossenem (Audio- und) MIDI-Interface
    • Smartphone oder Tablet mit Bluetooth
  2. Ein Soundmodul mit mindestens einer dieser MIDI-Empfangsmöglichkeiten:
    • Klassischer MIDI-Eingang (5-polige DIN-Buchse)
    • USB
    • Bluetooth
  3. Passendes Kabel oder etablierte Funkverbindung
    • MIDI-Kabel (5-polige DIN-Buchse an beiden Enden)
    • USB-Kabel (meist USB-A am Computer -> USB-B am Soundmodul)
    • Bluetooth-Funk

Warum nicht einfach ein MIDI-Keyboard mit guter Software?

Mittlerweile gibt es so manche hochwertige Sample Library (plus Software Sampler) oder Audio Plugins für die DAW-Software auf dem Computer.

Allerdings ist dort in Sachen Spielbarkeit, Nutzerkomfort und Live-Tauglichkeit oft viel Feinjustierung nötig. Für eine niedrige Latenz muss außerdem gutes Equipment her – sowohl was den Computer als auch die Soundkarte betrifft. Aber selbst dann ist ein reibungsloser Betrieb noch nicht garantiert: Das computergestützte Musizieren ist grundsätzlich fehleranfällig.

Ein gutes MIDI-Soundmodul erweist sich als wesentlich zuverlässiger. Das Setup ist einfacher, robuster und deutlich kompakter. Wer oft auf der Bühne steht, ist damit professioneller unterwegs.

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