Das Stagepiano als Masterkeyboard

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Computer sind von der Bühne nicht mehr wegzudenken

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Definition Masterkeyboard

In meiner Jugendzeit hatte ein Masterkeyboard auf der Bühne andere Aufgaben als heute. Es lohnt sich deshalb, einmal das Rad der Zeit etwas zurückzudrehen und zu schauen, welche Entwicklung das Masterkeyboard von früher bis heute durchgemacht hat.

Masterkeyboard auf der Bühne: Die Anfänge

Meine Jugendzeit fand in den 1980er Jahren statt, also in der Zeit, in denen der Übergang von großen und schweren Analogsynthesizern zu schlanken Digitalsynthesizern stattfand. Es war die Blütezeit des Yamaha DX7 und der letzten Analogsynths mit digitalen Bedienoberflächen. Es war auch das Geburtsjahrzehnt von MIDI, des bis heute üblichen Protokolls, wenn es um die Verbindung von Klangerzeugern oder anderen Geräten geht.

Expander waren Klangerzeuger ohne Tastatur, die per MIDI gesteuert wurden

1982 hat MIDI das Licht der Welt erblickt und die bis dahin in der analogen Welt vorherrschende CV/Gate Technologie verdrängt. Plötzlich war es möglich, auf einfache Art und Weise Geräte miteinander zu vernetzen und zu steuern. Die Keyboard-Burg aus mehreren Synthesizern, die notwendig waren, wenn man mehrere Sounds innerhalb eines Songs oder gar während eines Konzerts spielen wollte, verschwand allmählich zugunsten der neuen Synthesizer mit Speicherplätzen für Sounds und einer ganz neuen Gerätegattung: dem Expander. Expander waren Klangerzeuger ohne Tastatur, die per MIDI gesteuert wurden. Schnell setzte sich auch bei den Expandern das 19 Zoll-Format durch, so dass mehrere Expander bequem in ein Rack geschraubt werden konnten. Der Keyboarder benötigte auf der Bühne dann eine Tastatur, um die Sounds der Expander zu spielen: Das Masterkeyboard.

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Der Klassiker: Das Yamaha KX88 war wegen seiner Tastatur bei Pianisten sehr beliebt. Die Programmierung und Steuerung der angeschlossenen MIDI-Expander hingegen war ein Albtraum.

Mehr als nur eine MIDI-Tastatur

Das Masterkeyboard musste damals aber noch andere Aufgaben erfüllen: Die per MIDI miteinander verbundene Expander mussten einzeln adressiert, Sounds umgeschaltet, auf der Tastatur verteilt oder gelayert werden, Controller wie Sustain- oder Expression Pedal sowie Pitch- und Modulationsrad zugewiesen werden. Zwar konnten viele Expander bereits Multi-Setups bestehend aus verschiedenen Sounds und mit mehreren Tastaturbereichen anlegen, diese an den Geräten mit ihren kleinen Displays selbst zu programmieren und dabei noch verschiedene Expander mit ihren individuellen Einstellungen miteinander zu kombinieren, wäre jedoch zu komplex geworden. Diese Aufgaben wurden also vom Masterkeyboard erledigt:

  • Tastatur-Layout mit verschiedenen Zonen anlegen
  • Programmwechselbefehle per MIDI auf verschiedenen MIDI-Kanälen an die einzelnen Expander senden
  • Controller-Zuweisungen für die einzelnen Zonen verwalten
  • Lautstärke der einzelnen Zonen und Sounds einstellen
  • Alles gesammelt in einem Patch speichern, so dass auf Knopfdruck alle Einstellungen der angeschlossenen Expander wieder hergestellt werden
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Die Keyboard-Burg der 1970er Jahre ist in den 1980er Jahren den Racks mit Expandern gewichen und diese wiederum heute dem Laptop. | Bild: Kebu fotografiert von Peter Drastrup

Ein Masterkeyboard war zur damaligen Zeit also die Steuerzentrale für das gesamte Bühnen- oder auch Studio-Setup. Neben spezialisierten Masterkeyboards wie das KX88 von Yamaha, nutzten viele Keyboarder auch einen Synthesizer oder eine Workstation mit MIDI, um darüber dann die weiteren Instrumente im Rack zu steuern. Viele Workstations verfügen über ausgeklügelte MIDI-Funktionen, so dass sie sich für den Einsatz als Masterkeyboard in Verbindung mit Expandern sehr gut eignen. Über fast drei Jahrzehnte war dies für Tour-Keyboarder das übliche Setup. Einer, der viele dieser Racks zusammengestellt und programmiert hat, ist Tour-Keyboarder und Programmierer David Rosenthal. Neben seiner Funktion als Tour-Keyboarder von Billy Joel hat er für unzählige Stars die Keyboard-Technik für die Tourneen designed und gewartet. Die vielen im Archiv seiner Internetseite aufbewahrten Presseartikel aus mehren Jahrzehnten lesen sich wie ein spannender Krimi und geben einen guten Einblick in die Entwicklung der Tour-Setups berühmter Keyboarder.

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Doepfer bietet bühnentaugliche Masterkeyboards mit 88 Tasten und Hammermechanik an.

Live-Setups heute

Expander spielen in Live-Setups heutzutage kaum noch eine Rolle. Der Computer hat als Klangerzeuger die Macht an sich gerissen und ist zugleich die Steuerzentrale des gesamten Setups. Für viele Live-Keyboarder gehört das Apple MacBook fest mit zum Keyboard-Rig. Als Software wird gerne Apple Mainstage eingesetzt. Eine ähnliche Software ist Camelot Pro, welches in Zusammenarbeit des Tastaturherstellers Fatar mit Audio Modeling entstanden ist. Allen Tools ist gemeinsam, dass sie Software Instrumente und Hardware Instrumente verwalten und steuern können. Das, was früher das Masterkeyboard übernommen hat, wird bequem am Computer erledigt und eingerichtet: Sounds auswählen oder programmieren, Tastatur-Layouts mit Zonen einrichten, Controller verwalten und zuweisen, Setlists organisieren und vieles mehr. Dabei steht nicht nur die Verbindung per physikalischer MIDI DIN-Schnittstelle zur Verfügung, sondern auch USB. Da mittlerweile die meisten Hardware-Klangerzeuger der letzten 30 Jahre als Plug-in Version existieren, lassen sich sogar deren Sounds in einem schlanken Setup mit auf Tour nehmen, ohne die Original-Hardware dabei haben zu müssen. Gesteuert wird das alles bequem von einem Masterkeyboard.

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Apple Mainstage ist weit verbreitet, wenn es um die Organisation von Software-Instrumenten für die Bühne geht. Es übernimmt die klassischen Aufgaben eines Masterkeyboards: Zonenverwaltung, Presets, MIDI-Controller, Filter.

Verändert hat sich aber die Funktion des Masterkeyboards, welches heutzutage fast ausschließlich als Tastatur und Controller dient und weniger als Schaltzentrale. Zwar gibt es nach wie vor viele Masterkeyboards am Markt, viele dieser Instrumente zielen aber eher auf den Studiosektor ab als auf die Bühne. Sie integrieren die DAW-Steuerung und dazu passende Steuerelemente mit einer Tastatur und USB als Schnittstelle, um als Zentrale im Projektstudio den Griff zu Computer-Tastatur und Maus seltener zu machen. Einige wenige Road-taugliche Instrumente wie das Studiologic SL88 Grand oder das Doepfer LMK2+ oder LMK4+ spielen bereits in einer Preisklasse, in der auch Stagepianos beheimatet sind.

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Das „klassische Masterkeyboard“ ist heute eher im Studio zuhause. Dort werden viele Kontrollelemente wie Fader und Encoder benötigt.

Das Stagepiano als Bühnenzentrale

Es gibt einige Sounds, die immer wieder als Standard für die Bühnen-Performance genannt werden: Allen voran ist das ein guter Piano oder Flügel Sound. Es folgen die Sounds von Rhodes, Wurlitzer, DX7 Piano, Clavinet. Ergänzt werden diese dann durch Hammond B3 und diverse Synth Leads, Synth Bässe oder Pads. Nicht umsonst fassen Nord genau dieses Klangmaterial in ihrer Nord Electro-Serie zusammen, einem Konzept, dem auch Yamaha nun mit dem neuen Yamaha YC61 folgt. Die klavierähnlichen Sounds lassen sich natürlich besonders gut mit einer Tastatur mit 88 Tasten und Hammermechanik spielen. Fast alle Stagepianos verfügen über eine derartige Tastatur und zugleich auch über genau den oben genannten Sound-Vorrat. Was liegt also näher, das Stagepiano gleich zur Schaltzentrale und zum Mittelpunkt der Bühnen-Performance zu machen? Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

Das Stagepiano als reines Masterkeyboard

Mit der Tastatur eines guten Stagepianos lassen sich auch Software-Pianos ausdrucksstark spielen

Die Hammermechanik-Tastatur eines Stagepianos bietet viele Möglichkeiten, um diese zum Ansteuern von Software-Instrumenten auf der Bühne zu nutzen. Natürlich lassen sich Piano und Co sehr ausdrucksstark spielen und das Spielgefühl kommt gerade Pianisten mehr entgegen als das einer leicht gewichteten Tastatur. Zudem bieten die 88 Tasten eines Stagepianos ausreichend Raum für ausgeklügelte Split und Layer Setups. So kann es ausreichend sein, mit einer einzelnen 88er Tastatur im Bühnen-Setup zu arbeiten. Manche Stagepianos verfügen auch über Spielhilfen wie Pitch- und Modulationsrad, so dass auch dem Synthie-Solo nichts im Wege steht. Pedalanschlüsse für Sustain- und Expression-Pedal gehören sowieso zur Standardausstattung fast aller Stagepianos.

Weniger wichtig sind ausgeklügelte MIDI-Funktionen, da die Programmierung im Rechner geschieht. Speicherplätze für MIDI-Setups sind ebensowenig erforderlich wie ein großes Display. Wichtig hingegen ist ein USB- oder MIDI-Anschluss, um den Computer ansteuern zu können. Viele Keyboarder bevorzugen auf der Bühne nach wie vor die altgediente MIDI-Schnittstelle. Soll USB genutzt werden, ist auf qualitativ hochwertige USB-Kabel zu achten.

Hybrid-Setup

Sehr beliebt sind auch Hybrid-Setups aus Stagepiano und Computer. In der Regel werden für Piano-Sounds die internen Klänge des Stagepianos genutzt, während alles andere aus dem Computer kommt. Besonders gut lässt sich das realisieren, wenn das Stagepiano über eine MIDI Local Off-Funktion verfügt, um die Tastatur von der Klangerzeugung zu trennen. Die Tastatur sendet nun die MIDI-Steuerbefehle an den Computer, der diese wiederum bei allen Patches, in denen die Stagepiano-Klangerzeugung eingebunden werden soll, an diese zurücksendet. Bei einer Verbindung per USB wird dazu nur ein Kabel benötigt. Nutzt man hingegen MIDI-Kabel, muss ein zweites Kabel vom MIDI-Out Port des MIDI-Interfaces am Computer zum MIDI-IN des Stagepianos verlegt werden. Der Vorteil ist, dass auf diese Weise weiterhin der Computer die Hoheit über die Steuerung aller Sounds behält und auch Tastatursplits, die die Piano-Sounds mit einbeziehen, möglich werden.

Wenn das Stagepiano gute Grundsounds bietet, ist ein Hybrid-Setup ideal.

Eine andere Möglichkeit ist es, mit dem Lautstärkeregler des Stagepianos die Piano-Sounds ein- und auszublenden und dem Stagepiano selbst die Kontrolle über seine Sounds zu überlassen. Das ist etwas anspruchsvoller in der Handhabung, weil die Patches in der Software eben nicht die Piano-Sounds mit berücksichtigen und somit daran gedacht werden muss, diese im richtigen Moment einzublenden und die Computer-Sounds auszublenden.

Backup-Lösung

Wo Computer arbeiten, muss mit Systemabstürzen gerechnet werden. Das gilt auch und insbesondere auf der Bühne. Nichts ist peinlicher als ein Systemabsturz während eines Songs. Der Neustart eines Computers und das Laden der Software samt aller Softsynths und Patches nimmt schon einige Minuten in Anspruch, peinliche Stille ist also garantiert.

Die Sounds des Stagepianos dienen im Notfall auch als Backup für den abgestürzten Computer

Anders als die großen Stars, die mit Redundanzsystemen arbeiten, also zwei identischen Computer-Setups, die im Havariefall automatisch oder manuell umgeschaltet werden, werden die meisten normalsterblichen Keyboarder auf eine günstigere Backup-Lösung zurückgreifen müssen. Diese besteht darin, die Sounds des Stagepianos als Backup-Plan zu berücksichtigen. Da wie erwähnt die meisten Stagepianos über die häufig benötigten „Brot und Butter“-Sounds verfügen, macht es Sinn, die Audio-Ausgänge des Stagepianos auch dann zu verkabeln und zu nutzen, wenn eigentlich alle Sounds der Show aus dem Computer kommen. Im Falle eines Absturzes muss lediglich die Lautstärke des Stagepianos aufgedreht werden und es entsteht keine peinliche Pause. In einer Moderationspause kann dann das Computer-Setup neu gestartet werden.

Wichtiger Hinweis

Wird ein Hybrid-Setup als Backup genutzt, bei dem per MIDI Local Off die Tastatur von der Klangerzeugung getrennt ist, muss die Local Off-Funktion im Havariefall erst ausgeschaltet werden, damit Tastatur und Stagepiano-Klangerzeugung wieder verbunden sind.

Zusammenfassung

  • Stagepianos bieten eine Tastatur mit 88 Tasten und Hammermechanik
  • Für Splits lassen sich Software-Instrumente gut über die 88 Tasten verteilen
  • Sounds des Stagepianos können gemeinsam mit Software-Instrumenten genutzt werden
  • Das Stagepiano funktioniert auch dann noch als eigenständiges Instrument, wenn der Computer abstürzt

Empfehlungen

Im Prinzip kann jedes Stagepiano, das über eine USB- oder MIDI-Schnittstelle verfügt, als Masterkeyboard eingesetzt werden. Es gibt aber einige Vertreter, die sich besonders gut für die verschiedenen Szenarien eignen, und die ich kurz vorstellen möchte:

Nord Electro 6 HP und Nord Stage 3

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Das Nord Electro 6 HP ist neben dem Nord Stage 3 eines der am häufigsten in Hybrid-Setups eingesetzte Stagepiano. Besonders bei US-amerikanischen Bands sind die Instrumente aus Schweden sehr beliebt, da sie eine Vielzahl an hochwertigen Sounds mitbringen, die sich prima durch Klänge aus dem Computer ergänzen lassen. Pianos, Hammond B3, FM Pianos, Rhodes, Wurlitzer und Clavinet sind in erstklassiger Qualität vorhanden. Die integrierten Effekte bieten die wichtigsten Parameter im Direktzugriff und im Falle des Nord Stage 3 ist sogar ein kompletter virtuell-analoger Synth mit an Bord. Da beide Instrumente sowohl über USB als auch herkömmliche MIDI DIN-Anschlüsse verfügen, eignen sie sich prima für ein Hybrid-Setup. Leider verfügt nur das Nord Stage 3 über ein Pitch-Wheel als Spielhilfe. Ganz wichtig: Beide besitzen eine Panic-Taste, um MIDI-Hängern schnell den Garaus zu machen. Das Nord Stage 3 besitzt sogar die Fähigkeit, externe Klangerzeuger direkt in seine Zonenverwaltung mit zu integrieren.

Kawai MP-7 SE

Kawai MP 7 SE

Das Kawai MP-7 SE ist ein echtes Schwergewicht. 22,5 Kilogramm wollen bewegt werden. Dafür kommt es aber mit einer erstklassigen Flügeltastatur daher und bietet alles, was man auf der Bühne braucht: Hochwertige Sounds, MIDI In/Out/Thru, USB MIDI, Modulations- und Pitch-Wheel, Panic-Taste und mehrere Anschlüsse für Controller-Pedale. Auch das Kawai MP-7 SE verfügt über alle üblicherweise benötigten Sounds und kann damit gut in Hybrid Setups oder als Backup-Klangerzeuger genutzt werden.

Kawai ES-110B

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Wesentlich günstiger und leichter geht es mit dem Kawai ES-110B. Das mit 12 Kilogramm sehr leichte Stagepiano hat eine Besonderheit: Bluetooth MIDI. Per Bluetooth kann direkt eine MIDI-Verbindung zu einem anderen Bluetooth-Gerät aufgebaut werden. Das kann ein Computer sein, aber auch ein iPad. Für das iPad sind in den letzten Jahren viele hervorragende Klangerzeuger erschienen. Wer eine einfache Möglichkeit sucht, ein iPad in das Setup zu integrieren, ist beim Kawai ES-110B deshalb an der richtigen Adresse. Doch auch eine Verbindung über die MIDI In und Out Anschlüsse ist möglich. Auf USB muss leider verzichtet werden. Ein guter Flügel-Sound gepaart mit einer in der Preisklasse sehr guten Tastatur zeichnen das Stagepiano aus. Somit eignet es sich entweder als gute MIDI-Tastatur oder auch als Stagepiano in einem Hybrid-Setup.

Kurzweil SP6 und Kurzweil PC4

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Das Kurzweil SP-6 (zum Test geht es hier lang) ist ein günstiges Instrument für ein Hybrid-Setup. Schon für sich allein genommen lässt sich mit dem Kurzweil SP6 viel anstellen. Gute Piano-Sounds, KB3 Tonewheel Emulation, VA1 Synthesizer. MIDI In und Out sowie MIDI über USB stehen selbstverständlich zur Verfügung. Drei Controller-Anschlüsse sowie Pitch- und Modulations-Wheel bieten alles, was man zum ausdrucksstarken Spiel benötigt. Das Gewicht ist mit 12 Kilogramm sehr gering. Wer noch mehr Spielhilfen und Bedienelemente benötigt, findet im Kurzweil PC4 eine sehr gute Alternative zum Kurzweil SP6. Die Tastatur sendet auch Aftertouch und zusätzlich zur üblichen V.A.S.T-Synthese von Kurzweil ist ein 6-Operatoren FM-Synth integriert. Außerdem können WAV, AIF und Samples im Kurzweil-Format gelesen werden. Zahlreiche Controller-Anschlüsse (inklusive Ribbon Controller-Eingang) bieten genügend Raum für das Steuern der integrierten Klangerzeugung und von Soft-Synths aus dem Computer. Durch die vielen Möglichkeiten und vor allem die Sample-Einbindung in die Klangerzeuger ist das Kurzweil PC4 auch das perfekte Backup-Instrument, sollte der Computer einmal streiken. Mit nur 13 Kilogramm ist auch das Kurzweil PC4 sehr leicht. Leider setzt Kurzweil auch bei den Instrumenten der Mittelklasse inzwischen auf Kunststoff, so dass das geringe Gewicht durch ein fragileres Äußeres erkauft wird. Im Vergleich zu Vorgängern wie dem PC2X ist das Kurzweil PC4 allerdings erheblich angenehmer zu transportieren.

Fazit

Stagepianos bieten heutzutage gegenüber einem reinen Masterkeyboard viele Vorteile. Neben einer guten Tastatur mit Hammermechanik verfügen sie über eine eigene Klangerzeugung, die viele der häufig genutzten Sounds abdeckt. Somit ist es möglich, mit einem hybriden Setup aus der Stagepiano-Klangerzeugung plus Software-Instrumenten aus dem Computer zu arbeiten. Auch für den „Worst Case“ eines System-Crashs steht diese als Backup zur Verfügung. Viele Funktionen, die Masterkeyboards in der Regel bieten, wie zum Beispiel DAW-Steuerung, Encoder und Fader, Patch-Verwaltung, MIDI-Zonen und so weiter, werden auf der Bühne heute gar nicht mehr benötigt, weil sie der Computer übernimmt. Für Keyboarder, die eine Piano-Tastatur bevorzugen und mit Software-Instrumenten auf der Bühne spielen möchten, sind Stagepianos also eine sehr gute Alternative zu einem Masterkeyboard.

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