Mobil Beats produzieren

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Für Tablets und Smartphones steht mittlerweile eine Vielzahl ausgereifter Apps zur Verfügung, die zum Jammen bis hin zur ausgefeilten Musikproduktion dienen. Auf der anderen Seite gibt es batteriebetriebene Klangerzeuger, die für das haptische Vergnügen Drehregler, Knöpfen & Co. bieten. So oder so: In deinen Rucksack oder gar deine Manteltasche passt alles, was zum Beats produzieren benötigt wird.

Smartphones mit ihren florierenden Ökosystemen aus Apps sind einfach zu praktisch – immer in der Hosentasche parat, bilden sie die kompakte Kommandozentrale für das tägliche Leben und sind somit auch für das Musikmachen auf Achse attraktiv.

Mobil Beats produzieren mit Smartphone & Tablet

Mit den größeren Bildschirmen von Tablets kannst Du komfortabler arbeiten, komplexe Bedienoberflächen fortgeschrittener Apps zur Musikproduktion können erst auf geräumigeren Displays gut umgesetzt werden.

Tablets und Smartphones werden auch zunehmend in das Studiogeschehen integriert, etwa mit Apps, die zur DAW-Fernsteuerung dienen oder vollwertige virtuelle Klangerzeuger beinhalten. Projekte aus diversen Apps kannst Du mittlerweile in ausgewachsener DAW-Software am Studiorechner weiterbearbeiten. Schließlich lassen sich Tablets und Smartphones mit Docking-Stationen oder speziellen MIDI-Keyboards koppeln, wodurch sie die (semi-)professionelle Studioarbeit bereichern.


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Ein Nummer größer: Im Proberaum oder bei allen Auftritten, für die kein geräumiger Tourbus bereitsteht, kannst Du schon fast eine ausgewachsene Produktionsumgebung auf die Beine stellen. Zum Beispiel aus Laptop oder Tablet, Audio Interface, kompaktem Controller und portablem Klangerzeuger. Das ist auch für den Urlaub oder gar für längere Zugreisen im Abteil eine spannende Option.

 

iOS vs. Android vs. Windows Phone

Mit iOS von Apple, Googles Android und Windows Phone von Microsoft ringen die drei beliebtesten mobilen Betriebssysteme um die Gunst der geneigten Musikerschar. Bei den Apps zum Musik machen hat iOS die Nase weit vorn, denn iPhone, iPod und iPad erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit bei der Käuferschaft.

Android holt auf, aber iOS ist noch der Primus

Musikproduktion Android holt in dieser Beziehung allerdings schnell auf, da immer mehr Entwickler dem stetig wachsenden Marktanteil folgen. Windows Phone bewegt sich in der Nutzerstatistik noch weit unter zehn Prozent und so sehen die meisten Hersteller keine Notwendigkeit, ihre Apps dafür zu entwickeln.

Kurz: In der Gunst der Entwicklergemeinde ist iOS nach wie vor König, Android rüttelt zusehends energischer am Thron und Windows Phone erwacht nur sehr langsam aus seinem Halbschlaf. Auf der nächsten Seite findest Du Apps zum Musik machen unterwegs für iOS und Android.

Im Folgenden stellen wir dir neun Apps für iOS und/oder Android vor, mit denen Du mobil Beats produzieren kannst. Darunter sind virtuelle Grooveboxen bzw. Drum Machinesm, Synthesizer mit Step-Sequenzer und einigermaßen ausgewachsene DAW-Software.

Akai iMPC

Akai iMPC – iOS (iPad)

Verwandle das iPad in eine kleine MPC – über 1.200 Samples stehen zur Verfügung, wobei die klassische MPC Sample Library enthalten ist. 50 Programme und 80 Sequenzen sind editierbar, zudem erwartet dich laut Akai der typische Workflow einer MPC. Alles in allem steckt in dieser App fast der gesamte Funktionsumfang der legendären Hardware-Vorbilder.

5,99 Euro

 
 

Steinberg Cubasis

Steinberg Cubasis – iOS (iPad)

Um Ideen etwas umfangreicher festzuhalten, findest Du mit Cubasis eine kleine DAW für das mobile Musikmachen. Es gibt Möglichkeiten zum Aufnehmen, ein Grundstock an Effekten, diverse Instrumentenklänge, Samples sowie Loops, die auf den Sounds von HALion Sonic basieren. Besonders interessant: die mit der App erstellten Projekte können am Rechner in Cubase 7 geladen werden.

29,99 Euro

 
 

Image-Line FL Studio Mobile

Image-Line FL Studio Mobile – iOS & Android

Die einzige App für iOS und Android. Erstelle Projekte mit bis zu 128 Spuren und nutze die klassischen Tools einer DAW, etwa den bewährten Step-Sequenzer, die Pianorolle oder Effekte (Filter, EQ, Delay, Reverb, Verstärkersimulation, Limiter). Image-Line beschreibt die App als musikalischen Notizzettel für Song-Ideen, mit dem Projekte zuhause in FL Studio geladen werden können.

17,99 Euro (iOS ) / 14,95 Euro (Android)

 
 

Apple GarageBand

Apple GarageBand – iOS

Der Klassiker für iPad, iPhone und iPod Touch. Als schnell zu erlernende und doch ansehnlich ausgestattete DAW-Software mit 8-Spur-Aufnahme darf GarageBand in unserer Auflistung nicht fehlen. Die Drum Kits sind spaßig, dazu gibt’s noch eine Handvoll weiterer virtueller Instrumente. Wie man es von Apple erwarten kann, glänzt die App mit Feinschliff und einer einfachen Bedienung.

4,49 Euro

 
 

Propellerhead Figure

Propellerhead Figure – iOS

Die App für alle mobilen Geräte von Apple ist in drei Bereiche für Bässe, Leads und natürlich Drums unterteilt. Für Letztere steht die Klangerzeugung aus der Drum Machine Kong bereit, welche schon in Reason, dem DAW-Flaggschiff des Herstellers zum Einsatz kommt. Die Oberfläche ist konsequent für die Touch-Bedienung ausgelegt und ahmt nicht auf Teufel komm raus Vintage-Equipment nach.

0,99 Euro

 
 

Native Instruments iMASCHINE

Native Instruments iMASCHINE – iOS

Die begleitende App für die populäre Maschine. 16 Pads laden zum Spielen der gut 400 Samples ein. Über das Mikro des iPhone bzw. iPod Touch kannst Du Samples aufnehmen und im Keyboard-Modus spielst Du Melodien, Akkorde und Bassläufe mit den Pads. Delay, Chorus, Flanger und diverse Filter sind an Bord, außerdem kannst Du die Projekte mit der Maschine (Mikro) finalisieren.

4,49 Euro

 
 

Korg iElectribe

Korg iElectribe – iOS (iPad)

Fast alle Funktionen des Korg Electribe in virtueller Form auf deinem iPad. Hier kannst Du Drum Samples im PCM-Format laden und mit der Röhrenemulation Wärme in deine Tracks bringen. Acht Effekte stehen bereit, darunter Filter, zwei Delays, Reverb, und ein Chorus/Flanger. Dazu gibt’s Tap Tempo und Swing, während Du per »Motion Sequencing« alle Reglerbewegungen in einem Pattern aufzeichnen kannst.

17,99 Euro

 
 

PLANET-H G-Stomper Beat Studio

PLANET-H G-Stomper Beat Studio – Android

Step-Sequenzer, Grid-Sequenzer für Beats & Melodien, Pianorolle, 24 Drum Pads – diese App ist üppig ausgestattet. Dazu ein Rack für bis zu drei von 28 Effekten, ein Mixer für 24 Kanäle, das Arrangement von maximal 64 Patterns…die Liste könnte noch ewig weitergeführt werden, belassen wir es bei den mitgelieferten Drum Kits: 909, S09, 808, 707, 606/CR8000, 505, RZ-1, Electro, Linn und Rock.

5,70 Euro

 
 

BOOM APPZ Supreme MPA

BOOM APPZ Supreme MPA – Android

Eine Drum Machine mit klassischem Flair, 16 Pads, virtuellem Keyboard, Sample-Editor und Sequenzer. Samples werden mitgeliefert, alternativ lassen sich Audiodateien in den Formaten WAV/AIFF und MP3 laden. Mit dem Song-Editor lassen sich die Patterns zu einem Song arrangieren. Die App wurde übrigens von keinem Geringeren als Supreme (Sunz of Man, Wu-Tang Clan) gestaltet.

4,49 Euro

 
 

Tragbare Klangerzeuger

Portable Klangerzeuger liefern klassische Bedienkonzepte mit Drehregler, Knöpfe und Co. Wir haben uns ganz konkret auf die batteriebetriebenen Grooveboxen und Drum Machines konzentriert, die
keinen Audio PC für den Betrieb benötigen. Andernfalls gibt es auch schlanke Pad-Controller wie die Akai MPC Element, die sich zusammen mit einem Laptop bestens zum mobilen Beat Making eignet.

Beat Kangz The Beat Thang

Beat Kangz Beat Thang

Vollständige Groovebox mit 13 Pads im Oktav-Layout angeordnet. Beats kannst Du auf 16 Spuren programmieren, wobei stolze 60 Effekte zur Verfügung stehen. Ungewöhnlich und dem professionellen Anspruch entsprechend: Ein Fußschalter-Anschluss sowie Mod- und Pitch-Wheels sind integriert, zudem gibt’s ein Interface mit zahlreichen Audio- und MIDI-Anschlüssen. Über 3.200 Sounds werden mitgeliefert.

679,- Euro

 
 

Akai XR20

Akai XR20

Die Oberfläche der kompakten Groovebox wirkt aufgeräumt, dennoch werden komplexe Bearbeitungsmöglichkeiten geboten. Steck ein Mikro in das Gerät und singe, rappe oder beatboxe. Die 700 Samples umfassende Library ist für Hip Hop und R&B konzipiert. Reverb, EQ und Kompressor sorgen für den nötigen Punch und Atmosphäre. Praktisch: Es gibt einen Modus, mit dem Du per Pad ganze Patterns abfeuern kannst.

299,- Euro

 
 

Akai MPC 500

Akai MPC 500

Eine tragbare Groovebox mit zwölf Pads, deren Beats im Sequenzer mit 48 Spuren und dem 32-stimmigen Stereo-Sampler bearbeitet werden können; wie üblich sind für den Start bereits einige Samples enthalten. Der interne Speicher kann auf 128 MB erweitert werden, zudem finden sich Ports für USB und CompactFlash. Ein- und Ausgänge für Audio und MIDI komplettieren das Bild.

399,- Euro

 
 

Korg Volca Beats

Korg Volca Beats

Eine preiswerte analoge Drum Machine mit einem MIDI-In und kleinen Klinkenbuchsen zur Synchronisation. Es gibt sechs Drum Sounds: Kick, Snare, zwei Toms, sowie eine geschlossene und eine offene Hihat; für jeden dieser vier Instrumententypen gibt es je drei dedizierte Regler zur Klangformung. Zudem lassen sich vier PCM-Sounds wie Claps oder Crash-Becken abfeuern. Ein 16-Step-Sequenzer bringt Bewegung in die Bude.

139,- Euro

 
 

Korg monotribe

Korg monotribe

Ein superkompaktes Gadget, in diesem Fall eine spielerisch veranlagte Kombination aus Groovebox und Analogsynthie. Die Eckdaten der Klangerzeugung: Ein Oszillator, ein LFO, drei Drum Sounds sowie ein Step-Sequenzer. Die Folientastatur erfordert Eingewöhnung, ermöglicht dafür aber stufenlose Tonhöhenübergänge. Wie bei den Volcas geschieht die Synchronisation per Miniklinke. Schließlich kannst Du noch externe Signale durch das Filter jagen.

159,- Euro

 
 

Korg Kaossilator 2

Korg Kaossilator 2

Mit dem handtellergroßen Gerät lassen sich Drum- und Synth-Sounds erzeugen sowie Loops aufnehmen, die Bedienung läuft hauptsächlich über das Touchpad – horizontale Bewegungen kontrollieren die Tonhöhe, vertikale hingegen Effektparameter. Das kleine Display zeigt Einstellungen und Parameterwerte an. An Bord sind ein Micro-SD-Kartenslot, ein Mikrofon, ein Lautsprecher und ein Kopfhörerausgang. Die Batterie liefert für ca. fünf Stunden genug Saft.

139,- Euro

 
 

Audio Interfaces für mobile Geräte

In den letzten Jahren tauchten mehr und mehr Audio Interfaces auf, die sich mit Smartphones und Tablets nutzen lassen und diese auf ein zumindest semiprofessionelles Niveau heben. Auf diesem Sektor ist Apples iOS geradezu übermächtig: Es gibt kein einziges Audio Interface, das sich ohne Umwege auch nur rudimentär unter Android nutzen lässt.

Erst mit einer App namens USB Audio Recorder PRO lassen sich Audiodaten über das Interface abspielen und umgekehrt analoge Signale einspeisen, wandeln und digital aufzeichnen. Doch funktioniert das nicht wie ein Treiber, der diese Funktionalität anderen Audio-Applikationen zugänglich macht, sondern einzig und allein mit den Playback- und Recording-Funktionen innerhalb der Applikation.

Mobile Audio Interface Apogee ONE

Für iOS-Gadgets gibt es hingegen eine stattliche Anzahl von Audio Interfaces, die in den Apps als Audioein- und -ausgabegeräte implementiert werden können. Beispiele wären die hochwertigen Interfaces aus dem Hause Apogee (One, Duet, Quartet und JAM) bzw. RME (Babyface und Fireface UFX bzw. UCX), die zwei Modelle der Reihe Roland DUO-CAPTURE oder das Focusrite iTrack Solo.

Darüber hinaus finden sich diverse größere Geräte, bei denen das Audio Interface für iOS nur einen Teil der Funktionalität darstellt, etwa die Keyboard Controller aus der Serie Akai SynthStation mit iPad- bzw. iPhone-Halterung.

Oder die Docking-Stationen von Alesis für Apples Flunder – iO Dock, DM Dock und iO Mix. Oben im Bild ist das iO Dock zu sehen, das als Halterahmen und Audio Interface für ein iPad fungiert.

iPad Docking Station Alesis iODock


Von Felix Baarß