Beats erstellen kostenlos

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Ein echtes Leckerli für lau hat Hersteller Sennheiser kürzlich mit der Software DrumMic’a vorgestellt, für die ein akustisches Drum Kit mit 15 unterschiedlichen Mikrofonen aufgenommen wurde. Die insgesamt 13.000 Samples formen ein virtuelles Schlagzeug mit 25 Anschlagsstufen für jede Trommel. Das Sahnehäubchen sind die 1.400 MIDI-Grooves für fast alle Musikstile. In diesem Workshop erhältst Du einen Überblick und Tipps zum Beats erstellen für deine Songs.

Übrigens: Die Audiospuren zu diesem Beats erstellen Workshop findest Du in unserem Premium-Download.

 

Und los geht’s mit dem Workshop…

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01 Herunterladen

Der Download des virtuellen Schlagzeugs steht kostenlos auf der Webseite www.drummica.de für Mac und Windows bereit. Er umfasst jeweils 4,7 GB und kommt als ZIP-Archiv (win) bzw. ISO (mac). Für die Installation werden 12 GB Speicherplatz auf der Festplatte benötigt, das Plugin steht für alle üblichen Schnittstellen zur Verfügung.

 

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02 Registrierung

Wer DrumMic’a nutzen möchte, benötigt einen Aktivierungscode für das NI Service Center. Dieser kann nach der Registrierung auf der Webseite angefordert werden. Nach Übermittlung der erforderlichen Informationen erhältst Du eine Email mit einem Link zur Bestätigung des Nutzerprofils. Nach einem erfolgreichen Login erhältst Du unter Profil  Lizenz anfordern deinen Code.

 

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03 Aktivieren

Den Code kannst Du mit der Maus markieren und kopieren. Im Service Center von Native Instruments wird der erzeugte Code als Seriennummer für DrumMic’a eingegeben. Erst jetzt lässt sich die Software wahlweise Standalone oder als Plugin in einer DAW-Software nutzen. Für einen ersten Rundgang starten wir die Standalone-Version von Kontakt Player.

 

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04 Browsen

Bei den MIDI-Grooves findest Du alle Musikgenres, die für eine Produktion von realistischen Drumspuren notwendig sind. Zunächst wechseln wir in den Reiter »Beats«, in dem sich diese sauber kategorisiert nach Stilistik, Songteil (Intro, Hauptteil, Ende) und Variationen wiederfinden. Mit Doppelklick auf die Variation wählen wir aus, ein Druck auf den Play-Knopf startet die Wiedergabe.

 

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05 Mikrofonwahl

Mit dem ins Tanzbein gehenden 4 to the Floor House Groove im Loop gehen wir jetzt wieder zurück auf den Reiter »Drums«. Hier können die zur Mikrofonierung genutzten Mikrofone ausgetauscht werden. Wir wechseln bei der Kick Drum zum Sennheiser e902, das einen knackigeren Attack hat, und bei den Overheads zum Neumann KM 184.

 

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06 Presets

Unter dem Reiter »Mixer« findet sich ein umfangreiches Tool zum Bearbeiten der Sounds mit Panning, Equalizer, Transienten-Editor, Kompressor und sogar Hall. Wir wählen zunächst mit »Funk 3« ein Preset aus, das den Klang in die richtige Richtung bringt. Die Kick Drum klingt noch zu dünn und die Lautstärkenverhältnisse passen wir gleich manuell an.

 

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07 Lautstärke

Bei der Kick Drum machen wir das rückseitige Mikrofon lauter, um mehr Bumms zu erhalten, später werden wir die Ausklingphase verkürzen. Bei der Snare Drum ziehen wir den Kanal »SD Bott« (also das Mikrofon, das die Unterseite aufnimmt) etwas auf. Bei beiden muss vorher der Knopf »Link« deaktiviert werden, um nicht beide Spuren simultan in der Lautstärke zu verändern.

 

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08 Transienten

Mit dem Tool zur Bearbeitung der Transienten verkürzen wir jetzt die Ausklingphase der Kick Drum, um den Beat insgesamt etwas knackiger zu gestalten und Raum für den Bass zu schaffen. Zunächst wählen wir den Kanal »BD Rear« aus und klicken oben dann auf »Trans Designer«. Der Attack kommt auf 0% und das Sustain auf -27,5% zu liegen.

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09 Panning

Oberhalb der Fader im Kanal findest Du einen Panning-Regler, um die Positionierung der Trommeln und Becken im Stereopanorama zu verteilen. Die Hihat kann bei elektronischer Musik wie House durchaus weiter nach außen gedreht werden und so bewege ich den Regler auf die Position von nicht ganz 3 Uhr. Kick und Snare können weiter mittig bleiben, um maximalen Druck zu entwickeln.

 

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10 EQ

Das Preset klingt von sich aus schon sehr gut, so dass nur noch kleinere Eingriffe nötig sind. Mit dem Equalizer gebe ich der Kick Drum (Kanal BD) etwas mehr Attack bei 1,2 kHz und nehme auf der Spur »BD Rear« 3 dB bei 250 Hz heraus, um Platz für den Bass zu schaffen. Dann beschneiden wir die Overheads unterhalb von 100 Hz und oberhalb von 18 kHz.

 

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11 Anfetten

Um den gesamten Beat noch mehr nach vorne schieben zu lassen, nutzen wir den Kompressor auf der Spur für die Overheads. Die Ratio steht auf 1:10, was annähernd einem Limiting entspricht. Dann ziehen wir den Threshold auf -10 dB und stellen die kürzest mögliche Release-Zeit ein. Damit der Effekt auch greift, stellen wir den Mix auf 100%. Im Trans Designer gehen wir auf -40% Sustain.

 

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12 Hall

Mit dem eingebauten Hall-Effekt können wir dem Beat noch etwas mehr Tiefe mitgeben, ohne dabei zu aufdringlich zu wirken. Zunächst stellen wir um auf das Hall-Preset »Plate 2«. Damit der etwas längere Hall nicht unten im Frequenzbereich zu viel Matsch macht, ziehen wir den zugehörigen Highpass auf etwa 9 Uhr. Dann stellen wir den Hallanteil der Snare zurück auf 12 Uhr. Fein.

 

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13 Master

Noch etwas mehr Zusammenhalt erhält das gesamte Drum Kit, indem wir alle Trommeln und Becken gemeinsam als Ganzes komprimieren. Hierzu nutzen wir eine subtile Einstellung im Kompressor auf dem Master-Kanal. Diese schweißt alles zusammen, es bleibt aber genügend Dynamik erhalten. Die Ratio steht auf 1:3, Threshold auf -3 dB und Mix auf 20%.

 

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14 Feinschliff

Durch die Kompression auf dem Master-Kanal hat sich der Klangeindruck nochmals etwas verändert. Daher legen wir ein weiteres Mal etwas Hand an das Volumen der Hihat an, das wir nur etwas verringern. Der Hall ist ebenfalls merklich präsenter geworden, deswegen ziehen wir auch hier den Regler für dessen Lautstärke nach unten.

 

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15 Einzelspuren


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Damit Du einen besseren Eindruck zu den Trommeln, Becken und Sounds aus diesem Workshop erhältst, haben wir dir alle fertigen Einzelspuren als Audiodatei exportiert. Du findest diese als Teil des Downloads und in dem entsprechenden Ordner zu diesem Workshop – siehe Infokasten rechts. Viel Spaß beim Experimentieren und Neuarrangieren!


Von Michael Kilian