Beat Maker Studio

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Beats selber machen kannst Du im einfachsten Fall schon mit einem einzigen (Software-)Instrument oder allein mithilfe von Samples und Construction Kits. Doch erst mit einem etwas größeren Setup wirst Du so richtig produktiv arbeiten können und professionelle Ergebnisse schaffen. Deswegen erfährst Du im Artikel »Beat Maker Studio« alles Wissenswerte zum Setup, um deine Sounds professionell aufnehmen und abmischen zu können und am Ende einen kompletten Track zu präsentieren.

Beats selber machen

Beats selber machen

Die Zentrale im Tonstudio bildet der Audiorechner, der aufgrund seiner Leistungsreserven, der angeschlossenen Peripherie wie Tastatur und Maus sowie seiner Erweiterbarkeit der Musikproduktion praktisch keine Grenzen setzt. Das Angebot an Musiksoftware, Audio-Editoren und Plugins ist zahlreich und bietet alle Freiheiten für das Beat Making.

Die Frage nach Windows PC oder Mac bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Beide Betriebssysteme bieten genügend Optionen und Ressourcen, für kleineres Budget empfiehlt sich sicherlich eher die Variante mit Windows. Andere Betriebssysteme klammern wir aus, da es für diese zu wenig Software und selten passende Gerätetreiber gibt.

Ab acht Gigabyte Arbeitsspeicher hast Du für die meisten Musikprogramme genug Reserven. Der Prozessor muss keineswegs in der Oberklasse angesiedelt sein, so kannst Du auch hier einige Euro sparen. Bei der Grafikkarte kannst Du die günstigste Variante wählen, falls Du nebenher keine Spiele zockst oder in der Videobearbeitung tätig bist.

 

Audio Interface

Audio Interface

Im Audio Interface laufen alle Strippen zum Musikmachen zusammen, hier werden Audiorechner, Lautsprecher und Kopfhörer miteinander verbunden. Zwar kann prinzipiell auch ein in den Rechner integriertes Interfaces genutzt werden, doch diese bieten meist eine geringere Klangqualität und reagieren oftmals träger als ein für die Musikproduktion ausgelegtes Gerät.

Wir empfehlen ein externes Audio Interface für die USB-Schnittstelle, das über zwei Ausgänge und am besten über mindestens zwei Eingänge für externe Klangerzeuger verfügt.

 

Lautsprecher

Annähernd neutral klingende Lautsprecher (Studiomonitore) sind für das Abhören, Abmischen und Verfeinern wichtig, hier darfst Du ruhig etwas Geld in die Hand nehmen. Für das reine Jammen und Einspielen der Beats ist die Klangqualität untergeordnet.

Woofer ab 8″ liefern den nötigen Bass

Basskräftige Boxen sind für viele Musikstile besonders spaßig, ein Anhaltspunkt kann der Frequenzgang sein. Hersteller geben eine Reichweitenangabe von beispielsweise 42 Hertz (Hz) bis 28 Kilohertz (kHz) wie bei den weiter unten vorgestellten Yamaha HS8 an. Deine Wahl sollte auf Lautsprecher fallen, die mindestens noch die 50 Hz wiedergeben können. Ein weiterer Anhaltspunkt ist die Größe des Woofers – in der Regel bieten Modelle mit 8-Zoll-Woofer mehr Bass als die mit kleineren Abmessungen.

Beim Aufstellen der Boxen solltest Du mindestens 50 Zentimeter zu jeder Wand einhalten, um einen möglichst guten Klang zu schaffen. Auch bieten sich im Musikalienhandel erhältliche Untersetzer aus Schaumstoff an, um die Lautsprechervibrationen vom Schreibtisch zu entkoppeln.

Ein linearer Frequenzverlauf der Lautsprecher ist gut beim Abmischen der eigenen Musik. Man spricht davon, dass die Studiomonitore dann neutral klingen, also nichts schönfärben. Im Gegensatz dazu färben gerade Hifi-Boxen den Klang der gespielten Musik sehr stark, sie betonen Bass und Präsenz. Wer nicht lange nach einem passenden Verstärker suchen möchte, kauft sich aktive Lautsprecher wie die im Folgenden beschriebenen.

Yamaha HS8

Ein dieses Jahr auf dem Markt eingeführtes Modell, das sich gut eignet, ist etwa der Yamaha HS8. Mit seiner charakteristischen weißen Tieftönermembran stellt er den Nachfolger eines unter Musikern, Produzenten und Toningenieuren beliebten Referenzlautsprechers dar. Der Frequenzgang reicht von 42 bis 28.000 Hz, wobei zuschaltbare Filter zur Anpassung des Sounds an die Raumakustik zur Verfügung stehen. Der Straßenpreis für ein einzelnes Exemplar liegt bei rund 275 Euro, bleibt also in einem erschwinglichen Rahmen.

Kopfhörer

Kopfhörer sind nicht nur mobil unerlässlich, im Homestudio schonen sie die Nerven deiner Nachbarn. Modelle in geschlossener Bauweise dämpfen die Umgebungsgeräusche im Vergleich mit halboffenen oder offenen Kopfhörern stark ab – so störst Du niemanden und niemand dich. Der Sound geschlossener Kopfhörer ist etwas gepresster als bei offenen Modellen und die räumliche Darstellung nicht ganz so differenziert, dem kreativen Schaffen steht das aber nicht im Weg.

Kopfhörer

Für die größtmögliche Mobilität bieten sich etwa DJ-Kopfhörer mit faltbarem Bügel und/oder dreh- bzw. klappbaren Ohrmuscheln an. Manche Modelle sind so kompakt, dass sie in zusammengeklappten Zustand in deine Hosentasche passen!

Abnehmbare Kabel sind immer von Vorteil – bei Kabelbrüchen können sie leicht ausgetauscht werden, zudem bist Du flexibel bei der Wahl der Kabellänge und der Ausführung (ob glatt oder in Spiralform).

 

Klangerzeuger

Gerade für das Beats selber machen eignet sich eine so genannte Groovebox, die alles zum Erstellen eines Beats mitbringt und auch live genutzt werden kann. Streng genommen brauchst Du hier keinen Audiorechner und kein Interface mehr, doch einige neueren Modelle arbeiten hybrid als Controller mit Software.

Beat Kangz Beat Thang

Diese speziell zum Beats machen konzipierten Instrumente bringen eine Menge geeigneter Samples und Voreinstellungen mit sich, zudem lassen sich über ihre eigenen Bedienelemente sehr direkt steuern.


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Alternativ bieten praktisch alle Geräte dieses Typs MIDI-Eingänge, wodurch sie auch über Controller oder per Musikprogramm angesteuert werden können. Umgekehrt fungieren die Bedienelemente vieler Klangerzeuger auch als Controller. In unserer Marktübersicht erfährst Du mehr über die Groovebox und alle sonstigen Arten von Klangerzeugern.

 

Controller / Keyboard

Ein Controller ist als Schnittstelle zwischen Musiker und Computer geeignet, mit diesem werden Töne, Noten und Rhythmen eingespielt. Wer Beats selber machen will, ist mit Drum Pads gut beraten, denn sie sorgen für eine unmittelbare Kontrolle über Rhythmus und Dynamik der Klänge.

Akai MAX49

Alternativ sind auch die Klaviaturen von MIDI-Keyboards geeignet, um Beats einzuspielen. In diesem Fall sollten die Tasten anschlagsdynamisch und nicht zu klein ausfallen.

In den letzten Jahren erscheinen mehr und mehr multifunktionale Controller auf dem Markt, die sowohl eine Klaviatur als auch Drum Pads sowie Dreh- und/oder Schieberegler bieten. Das Gegenstück wäre eine modulare Lösung aus mehreren spezialisierten, teils sehr kompakten und gut tragbaren Geräten. In unserem Artikel »Controller zum Beats machen« erfährst Du mehr!


Von Felix Baarß