Beat Maker Programme

380
SHARES

Moderne Beat Maker Programme liefern dir alle nötigen Werkzeuge zur Produktion mitreißender Tracks und Instrumentals auf deinem Rechner. In diesem Artikel findest Du einen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten und die interessanteste Musiksoftware, um mit virtuellen Instrumenten, Plugins und Drum Machines an deinem Computer fette Beats machen zu können.

Drum Sampler

Der Sequenzer bzw. die DAW-Software (»Digital Audio Workstation«) ist das Herzstück vieler Produktionsumgebungen. Neben Rhythmen basteln und Beats erstellen kannst Du in einem Sequenzer auch alle sonstigen Elemente aufnehmen, arrangieren und abmischen, also Songstrukturen und schließlich ganze Tracks kreieren.

Viele dieser Musikprogramme liefern von Haus aus virtuelle Instrumente (»Plugins«) mit, die in eine veritable Beat-Station aus deinem Rechner machen können. Hier möchten wir dich insbesondere auf die Kategorie der Drum Sampler bzw. Grooveboxen hinweisen:

  • Cubase – Groove Agent One
  • Studio One – Impact
  • FL Studio – FPC
  • Ableton Live – Impulse

Die in diese Plugins geladenen Samples lassen sich mit einem Controller rhythmisch abfeuern, in der DAW aufzeichnen und bei Bedarf nachbearbeiten. Zum schnellen Einstieg werden fertige Drum Kits mit zueinander passenden Samples in diversen Genres mitgeliefert. In allen diesen DAW-eigenen Mini-Grooveboxen stehen zumindest die wichtigsten Werkzeuge zur Bearbeitung der einzelnen Samples bereit, etwa für die Lautstärke oder die Link/Rechts-Verteilung im Stereopanorama. Damit kommst Du schon recht weit, doch nun findest Du Empfehlungen für Plugins, mit denen noch mehr möglich ist.

 

Groovebox / Drum Sampler

Grooveboxen gibt es nicht nur in Form von Hardware à la MPC und Maschine, auch Plugins können die Funktionalität dieser Geräte stemmen, von der haptischen Kontrolle mal abgesehen. Alternativ wird für Plugins dieser Art der einfache Begriff »Drum Sampler« verwendet, da es sich um Sampler (siehe unten) handelt, die auf Drums fokussiert sind. Hier dreht sich alles um die virtuellen Pads, die zentralen Bedienelemente, in die beliebige Samples geladen und zugewiesen werden.


anzeige


Statt nun mit dem Finger an die Stelle zu tippen, an der auf deinem Monitor ein solches virtuelles Pad dargestellt wird, lassen sich die zugewiesenen Samples über eine ganz bestimmte MIDI-Note abspielen (»triggern«). Beispielsweise C1 für das Pad, dem ein Bass-Drum-Sample zugeordnet ist, D1 für eine Snare und so weiter. So können die in der DAW gesetzten MIDI-Clips den Rhythmus vorschreiben, in dem die Samples vom Groovebox-Plugin abgespielt werden sollen.

Alle uns bekannten virtuellen Grooveboxen werden mit einer eigenen Sample Library ausgeliefert, somit bist Du in jedem Fall sofort startklar.

 

MOTU BPM

MOTU BPM

Die Oberfläche von MOTU BPM ist konsequent im Stile einer Hardware-Groovebox gestaltet. Oben findet sich ein Fenster, in dem Du unter anderem den internen Step-Sequenzer programmieren kannst. Speziell für Beats taugliche Effekte wie Vinylknistern oder Verzerrung sind integriert. Der stolze 23 GB umfassende Sample-Katalog (über 10.000 Samples) spannt einen Bogen über legendäre Drum Machines und mehr, es gibt viel zu entdecken.

269,- Euro

 
 

Native Instruments Battery

Native Instruments Battery

Bereits in vierter Generation stellt Battery einen ausgereiften Drum Sampler dar, der ebenfalls mit internen Effekten und einer immerhin noch 4 GB großen Library aufwartet. Zur Organisation der Samples kannst Du diese mit Tags (Schlagwörtern) versehen. Schlicht, aber nützlich: Die Pads lassen sich unterschiedlich einfärben, was für einen wesentlich schnelleren Überblick über verschiedene Klangkategorien innerhalb eines Drumsets sorgt.

199,- Euro

 
 

SONiVOX PULSE

SONiVOX PULSE

Auch diese Groovebox kommt mit eigener Sample Library und der Möglichkeit, MPC-Dateien zu importieren. Das Multimodus-Filter und die Modulationssektion sind vielseitig bestückt, dazu gibt es EQ, Delay & Reverb. Sehr schön: Wie von den anderen SONiVOX-Plugins gewohnt, erhältst Du per Rechtsklick auf ein Bedienelement Zugriff auf die MIDI-Learn-Funktion für den dahintersteckenden Parameter.

199,- US$

 
 

Virtuelles Schlagzeug

Wenn Du ein echtes Drumset mit all seinen Einzelinstrumenten wie Tom, Snare etc. nachbilden möchtest, greifst Du am besten zu einem virtuellen Schlagzeug. Diese Software-Instrumente werden von meist aufwändig mikrofonierten Sample-Archiven gespeist, wobei jede Trommel eines (oder mehrerer) kompletten Sets in mehreren Schlaghärten aufgenommen werden – multipliziert mit Aufnahmen in verschiedenen Spielweisen und Artikulationen wie Trommelwirbel und andere klangliche Kapriolen.

Gute virtuelle Drumsets bieten zudem eine Mixer-Sektion, in der Du jedes Instrument auf einem eigenen Kanal in seiner Lautstärke und dem Panning (Links/Rechts-Verteilung im Stereopanorama) regulieren kannst. Auch gibt es oft Effekte wie Kompressoren und Equalizer. Ebenfalls zu finden sind mitgelieferte MIDI-Rhythmen, mit denen Du die verschiedensten Genres rhythmisch untermalen kannst.

 

Toontrack Superior Drummer

Toontrack Superior Drummer

Eine ausgefeiltes Multi-Drumset mit 20 GB Samples, aufgenommen unter anderem in den New Yorker Avatar Studios; mittlerweile gibt es sieben Erweiterungen, zudem Dutzende von Presets für den Mixer und die Effekte. Alle Trommeln wurden in mehreren Artikulationen aufgenommen und das Humanizing mit fünf Parametern sorgt für einen sehr menschlich anmutenden Sound. Nicht nur im Testbericht auf delamar hat die Software exzellent abgeschnitten…

259,- Euro

 
 

XLN Audio Addictive Drums

XLN Audio Addictive Drums

Aus drei kompletten Drum Kits kannst Du dir hier ein hybrides Schlagzeug deiner Wahl basteln. Über 100 Presets sowie Tausende von MIDI-Rhythmen stehen bereit und sollten genug Stoff zur Inspiration bieten. Mit den Erweiterungen hast Du Zugriff auf noch mehr Sounds und/oder zusätzliche Rhythmen. Wie es sich für ein gutes virtuelles Schlagzeug ziemt, stehen interne Effekte zur Verfügung.

179,95 Euro

 
 

Toontrack EZdrummer

Toontrack EZdrummer

Die abgespeckte Variante von Superior Drummer bietet immerhin noch 7.000 Samples (16 Bit & 44,1 kHz) im Umfang von 5 GB; gepaart mit den 8.000 MIDI-Patterns wird durchaus auch für preisbewusste, aber anspruchsvolle Musiker etwas geboten, auch wenn die Möglichkeiten zur Klang- und Rhythmusgestaltung nicht so ausgefeilt sind wie beim großen Bruder. An Bord sind ein Humanizing-Regler und ein einfacher Mixer.

119,- Euro

 
 

Drum Machine / Drum Synthesizer

Synthese statt Sampling ist hier die Devise. Elektronische Drum Sounds, wie sie aus den seit Jahrzehnten bewährten Drum Machines von Roland und anderen Herstellern erklingen, sind synthetischen Ursprungs. So liegt es nahe, dass Du für elektronische und elektro-akustische Musik, Pop & Co. deine Drum Sounds mit entsprechenden virtuellen Instrumenten selbst erzeugst. Dabei gibt es ausgereifte Plugins, die sich ganz konkret auf die Synthese von Drums spezialisiert haben bzw. klassische Drum Machines emulieren, siehe unsere drei Produktempfehlungen.

Prinzipiell ist jedoch jeder virtuelle Synthesizer geeignet, der eine Handvoll bestimmter Features bietet. Zum Beispiel sollte er in der Lage sein, den Tonhöhenverlauf der Oszillatorwelle mit einer Hüllkurve zu modellieren. Für Percussion Sounds sind wiederum Noise-Oszillatoren nützlich, also solche, die ein Rauschen erzeugen, welches dann mit einer Hüllkurve für die Lautstärke zu einem kurzen, knackigen Impuls wie bei einer Snare Drum oder einem Shaker skulpturiert werden kann.

 

D16 Nepheton

D16 Nepheton

In diesem Plugin stehen 17 synthetische Instrumente zur Verfügung, die zur Weiterbearbeitung in der DAW jeweils zu einem der 17 Outputs geroutet werden können. Alle Parameter sind per MIDI-CC ansteuerbar, MIDI-Learn gibt’s auch. Ein integrierter Step-Sequenzer macht das Gerät unabhängig von externem MIDI-Noten-Input. Zudem gibt es einen Zufallsgenerator sowie den Im- und Export von Sequenzer-Patterns über XML-Dateien.

99,- Euro

 
 

Sonic Charge Microtonic

Sonic Charge Microtonic

Hier haben wir einen Drum Synthesizer mit Step-Sequenzer – »Drum Machine« würde den hier gebotenen klanggestalterischen Möglichkeiten nicht ganz gerecht. So stehen weitaus mehr Parameter für die Erstellung synthetischer Schlaginstrumente bereit, als es bei 808 & Co. der Fall ist. Dem Plugin gelingt es oft, schroffe und unverwechselbare Sounds zu erzeugen. Interessant für alle, die tief in die Materie einsteigen wollen.

99,- Euro (zzgl. MwSt.)

 
 

LinPlug RMV

LinPlug RMV

Das größte Multitalent der hier aufgeführten Instrumente – ein umfangreicher Drum Synthesizer und Drum Sampler mit 48 Pads in einem. Enthalten sind Effekte wie Distortion und Bit-Crusher, ein Multimodus-Filter, ein 4-Band-EQ, drei LFOs, eine Modulationsmatrix und Möglichkeiten zum Humanizing. Weiterhin wird Sample-akkurates Timing geboten und fast alle Parameter lassen sich via MIDI kontrollieren. Eine Wollmilchsau.

119,- Euro

 
 

Sampler

Ein Sampler diente ursprünglich dazu, Audio aufzunehmen und wiederzugeben. Heute sind eher Sample Player im Umlauf, die die umfangreiche Bearbeitung von Samples ermöglichen. Gute Modelle bieten die Möglichkeit, ein Sample in einem bestimmten, mehr oder weniger eng gesteckten Tonhöhenbereich abzuspielen. Dabei wird die Tonhöhe der gespielten MIDI-Note entsprechend angepasst, ohne dass sich die Abspielgeschwindigkeit ändert.

Ein weiteres typisches Feature ist die gleichzeitige Zuweisung mehrerer Samples zu einer einzigen MIDI-Note. Fähige Programme können auch so eingestellt werden, dass stets nur das Sample abgespielt wird, das einem bestimmten Bereich der Anschlaghärte (»Velocity«, die Stärke, mit der Du ein Pad oder eine Keyboard-Taste spielst) zugewiesen wurde. Ein Beispiel: Sample X, Y und Z werden einer gemeinsamen MIDI-Note zugewiesen – dabei erklingt Sample X nur bei einer Velocity zwischen 1 und 63, Sample Y ausschließlich im Bereich von 64 bis 95 und Sample Z erst ab 96 bis hin zum Maximum von 127.

Ausgewachsene Sampler für das Abspielen von Drums zu nutzen ist ein bisschen wie mit Kanonen auf Spatzen schießen, daher gibt es auch die in der Regel einfacher und zielgerichteter konzipierten Grooveboxen bzw. Drum Sampler, siehe oben.

 

Steinberg HALion

Steinberg HALion

Ein umfangreicher und in seiner fünften Generation sehr ausgereifter Sampler & Synthesizer mit zahlreichen integrierten Instrumenten und MIDI-Modulen – darunter ein flexibler Arpeggiator bzw. Sequenzer. Als einer der wichtigsten Sampler wird er von den Libraries zahlreicher Dritthersteller unterstützt. In der neuesten Version wurde Slicing implementiert, so können wir die Software nun auch allen Loop-Fetischisten ans Herz legen.

329,- Euro

 
 

Native Instruments Kontakt

Native Instruments Kontakt

Der Sampler des etablierten Berliner Unternehmens punktet vor allem damit, dass für ihn die mit Abstand meisten Libraries und Sample-Instrumente von Drittherstellern erhältlich sind. Es gibt auch eine kostenlose Version (»Kontakt Player«), mit der sich die Libraries abspielen lassen, doch fehlen hier die meisten Stellschrauben zur Bearbeitung von Samples.

399,- Euro

 
 

Magix Independence

MAGIX Independence

Hier handelt es sich um die Basisversion des Samplers, der vom deutschen Hersteller MAGIX übernommen wurde. Sie kommt mit lediglich 2 GB Samples daher, doch lassen sich Klangbibliotheken im Umfang von 12 bzw. 70 GB zusätzlich erwerben. Der Funktionsumfang der Software selbst ist ähnlich wie bei den Angeboten von Steinberg und Native Instruments, so ergibt sich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

58,31 Euro

 
 

Kostenlose Beat Maker Programme

Wenn Du knapp bei Kasse oder einfach auf der Suche nach kostenloser Software zum Beat Making bist, haben wir hier vier bemerkenswerte Gratis-Plugins für dich herausgesucht. Mit diesen werden praktisch alle Einsatzbereiche beim Beats machen abgedeckt.

 

DrumMic’a

DrumMic’a

Für die Vertonung von Beats mit den Klängen eines echten Schlagzeugs bietet sich DrumMic’a an. Dabei handelt es sich um ein kostenlos erhältliches virtuelles Drumset mit einer fast 13.000 Samples à 24 Bit und 48 kHz umfassenden Library. Das Tool ist für die Erstellung ausdrucksstarker Drum Patterns in großer Vielfalt geeignet.

Alle Einzelinstrumente wurden in 25 Anschlaghärten gesampelt, zudem gibt es jeweils sechs alternative Samples aller Einzelinstrumente, die dem gefürchteten Maschinengewehr-Effekt vorbeugen. Die einzelnen Trommeln und Becken wurden jeweils mit unterschiedlichen Mikrofonen aus dem Hause Sennheiser bzw. Neumann abgenommen – so kannst Du den für dich passenden Sound bequem auswählen. Außerdem an Bord: eine komplette Mixer-Sektion mit stufenlos hinzumischbaren Hallanteilen der einzelnen Drums, Kompressor, EQ und Transienten-Formung.

Die Software läuft auf der Basis des Software-Samplers Native Instruments Kontakt; Du musst jedoch nicht die Vollversion besitzen, der gratis zu habende Kontakt Player funktioniert ebenso.

 

VR-08

VR-08

Eine virtuelle 808 für Windows, gespeist von gut 500 MB Sample-Material einer Roland TR-808 – das klangliche Spektrum der synthetischen Instrumente wird hier minutiös nachgebildet. Es gibt auch eine Pro-Version mit Samples in höherer Bit-Tiefe und den Klängen einer 909, auf die beim Plugin-Start in einem für einige Sekunden lang eingeblendeten Fenster verwiesen wird; angesichts der gebotenen Qualität ist das verschmerzbar.

 

CWITEC TX16Wx

CWITEC TX16Wx

Für einen kostenlosen Sampler wird hier Erstaunliches aufgetischt. Alle Basics plus erweiterte Features wie Multimodus-Filter, Velocity-Layering, Recording, Slicing mit anschließend automatischem Mapping, Modulation mit LFOs, Hüllkurven und Step-Sequenzern, Modulationsmatrix, Hot-Swapping beim Blättern durch die Samples und mehr. Eine echtes Pfund, das da im letzten Jahr auf der Bildfläche auftauchte. Für PC und Mac.

 

Illformed Glitch

Illformed Glitch

Der Klassiker unter den kostenlosen Plugins schlechthin – Glitch ist fabelhaft geeignet, um Beats zu zerschnipseln, Taktabschnitte rückwärts abzuspielen und verschiedenste Effekte zu nutzen. Lass dich von den Zufallsgeneratoren überraschen oder setze ganz gezielt eigene, temposynchronisierte Steps, um bestimmte Effekte an gewissen Stellen im Beat erklingen zu lassen. Dabei gibt es viele Parameter und Modulationsmöglichkeiten, mit denen Du dich austoben kannst.

 


Von Felix Baarß