Workshop: DAW vorbereiten

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Wer gut vorbereitet ist, braucht weniger Zeit wenn es darauf ankommt. Um am Tag der Aufnahme die Band und Musiker nicht unnötig warten zu lassen, solltest Du deine DAW-Software schon vorher auf die Recording-Session einrichten und am besten gleich für alle aufzunehmenden Songs ein Template vorbereiten. Wie das geht, erfährst Du in den nächsten Seiten.

Gezeigt werden diese anhand von der aktuellsten Version von Steinberg Cubase 7. Diese eignet sich nicht nur exzellent für das Aufnehmen von Bands, sondern bietet auch eine Menge Funktionen für das Produzieren elektronischer Musik.


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In diesem Workshop fokussieren wir uns auf das Einrichten des Musikprogramms sowie der Monitormischung zur Bandaufnahme und führen dich vom Erstellen des Projekts bis zum ersten Recording. Alle Schritte sind analog und in Reihenfolge auf einfache Weise auf die von dir genutzte DAW-Software übertragbar.

In diesem Workshop führen wir dich Durch die 15 wichtigsten Schritte, um für den großen Tag gewappnet zu sein.

Workshop Arrangement

1 Arrangement

Erstelle ein neues Projekt. Einige Programme bieten dir direkt ein Menü an, in dem Du vorab die wichtigsten Einstellungen festlegen kannst. Wird dir kein Menü angezeigt, kannst Du Einstellungen unter Preferences bzw. Optionen vornehmen. Achte auch darauf, dass der Audio-Rechner nicht auf Energiesparmodus eingestellt ist, dein Rechner braucht alle Reserven.

 

Speicherort Workshop DAW vorbereiten

2 Speicherort

Projektdateien und Sessions werden von manchen DAWs nicht immer dort hinterlegt, wo die Aufnahmen gespeichert werden. Wähle einen gemeinsamen Speicherort aus, um auf alles gleichzeitig zugreifen zu können. Bei umfangreichen Sessions, kann es vorkommen, dass große Mengen (5 bis 10 Gigabyte) an Daten aufgezeichnet werden. Achte daher auf einen Speicherort mit genügend freier Kapazität.

 

Sample & Bitrate (Workshop DAW vorbereiten)

3 Sample-/Bitrate

Eine Samplerate von 44,1 kHz ist gängig bei Audioaufnahmen. Um einen möglichst großen Dynamikumfang aufnehmen zu können, wähle 24 Bit aus um deine Takes aufzunehmen. Mit diesen Werten kann professionell gearbeitet werden und Du kannst später einen hochqualitativen Mix machen. Achtung: Bei höheren Werten fallen mehr Daten an.

 

Latenz (Workshop DAW vorbereiten)

4 Latenz

Die Buffersize deines Audio Interfaces kannst Du bei der Aufnahme hoch einstellen. Werte von 1024, bzw. 2048 Samples erzeugen zwar eine hohe Latenz, dies kann aber bei reiner Aufnahme vernachlässigt werden – so entlastest Du deinen Rechner. Wer ein Kopfhörer-Monitoring allerdings über die DAW steuert, sollte auf eine geringe Latenz achten.

 

Spuren einrichten (Workshop DAW vorbereiten)

5 Spuren erzeugen

Erstelle für jedes Instrument (bzw. Mikrofon) eine eigene Spur. Mikrofone werden auf Monospuren aufgenommen, Instrumente mit Stereoausgang wie z.B. Synthesizer benötigen eine Stereospur. Dein Audio Interface bestimmt durch die Anzahl seiner Eingänge, wie viele Spuren gleichzeitig aufgenommen werden können. Schalte alle Spuren scharf, die Du gleichzeitig aufnehmen willst.

 

Routing anpassen (Workshop DAW vorbereiten)

6 Routing

Den erstellten Audiospuren muss nun noch ein Input vom Interface zugewiesen werden, damit jedes Signal separat aufgezeichnet wird. Dies kannst Du entweder am Mixer im jeweiligen Kanal oder ggf. auch mit dem Routingmanager deiner DAW einstellen. Der Master-Ausgang sollte ein Stereo Out sein, der auf den Monitorweg deines Interfaces gelegt ist.

 

Spuren beschriften (Workshop DAW vorbereiten)

7 Beschriften

Beschrifte deine Spuren mit den Namen der Instrumente. Überlege dir sinnvolle Abkürzungen und benenne die Spuren auch nach den benutzten Mikrofonen (z. B. Git Lead – MD421). Dies kann im Mix hilfreich sein, wenn z. B. eine Gitarre am Verstärker mit mehreren Mikrofonen abgenommen wurde. Eine farbliche Trennung der Spuren hilft dir nochmals mehr, den Überblick zu behalten.

 

Gruppen erzeugen (Workshop DAW vorbereiten)

8 Gruppen erzeugen

Für Drums oder Gitarren empfiehlt es sich, die Spuren in Gruppen zusammen zu fassen. Eine Schlagzeugaufnahme kann allein bis zu 10 Spuren benötigen. Willst Du diese anhören, musst Du nur die Gruppenspur auf Solo stellen. Auch den Pegel kannst Du so während der Aufnahme leichter einstellen, ohne jede Spur einzeln anpassen zu müssen.

 

Einpegeln der Instrumente (Workshop DAW vorbereiten)

9 Einpegeln

Für einwandfreie Aufnahmen solltest Du im Vorfeld alle Instrumente richtig einpegeln – dies machst Du mittels Gain am Interface. Habe aber auch immer ein Auge auf den internen Mixer der Software: Sollte es dir während der Aufnahme passieren, dass etwas übersteuert, ist die Aufnahme unbrauchbar. Ein Wert von -10 dB lässt dir genügend Luft nach oben.

 

Hinter dem Band abhören (Workshop DAW vorbereiten)

10 „Hinter Band“

Achte darauf, dass Du bei der Aufnahme hinter dem Band abhörst. Also das hörst, was auch durch deine DAW aufgenommen wurde. Nur wenn Du den Masteroutput deiner DAW abhörst, hast Du die Chance, Übersteuerungen oder andere technische Fehler zu erkennen. Das Direct-Monitoring deines Interfaces liefert dir dagegen nur den direkten Input.

 

Kopfhörermischung (Workshop DAW vorbereiten)

11 Monitormix

Route alle Spuren über einen Aux-Weg und sende das Signal an den Kopfhörerausgang deines Interfaces oder einen separaten Ausgang, um einen Kopfhörervorverstärker anschließen zu können. Wenn dein Interface Direct-Monitoring anbietet, nutze dies für den Kopfhörermix. So umgehst Du eine zusätzliche Latenz durch die Verarbeitung in der Software.

 

Effekte für Monitormix (Workshop DAW vorbereiten)

12 Kopfhörer-FX

Manchmal möchten Sänger etwas Hall während der Aufnahme, um sich besser auf die Stimmung einlassen zu können. Belege dann einen Aux-Send mit dem Halleffekt und route ihn auf die Spur des Sängers. Dies geht aber nur, wenn Du nicht das Direct-Monitoring in deinem Interface benutzt. Achte auch auf die Belastung des Rechners, wenn Du mehrere Effekte nutzen willst.

 

Klick & Metronom (Workshop DAW vorbereiten)

13 Klick/Metronom

Falls dir nicht genügend Spuren zur Verfügung stehen, um alle Instrumente gleichzeitig aufzunehmen, benötigst Du ein Metronom. Dieses gibt Takt und Geschwindigkeit vor. Bei einigen DAWs reicht es aus, das Tempo einzustellen und das Metronom im Transportfeld zu aktivieren. Bei anderen Programmen musst Du ggf. einen Klick-Track in einer separaten Spur erzeugen.

 

Vorlage speichern (Workshop DAW vorbereiten)

14 „Schablone“

Bevor Du nun auf Aufnahme drückst, kannst Du das fertig eingerichtete Arrangement als Preset abzuspeichern. So kannst Du bei anderen Songs immer wieder darauf zurückgreifen, ohne Alles von vorne einrichten zu müssen. Achte aber darauf, dass sich manche Parameter wie Sample- oder Bit-Rate nicht speichern lassen. Diese solltest Du bei jeder Session überprüfen.

 

Probedurchgang Band Recording

15 Probedurchgang

Um unerwartete Fehler zu vermeiden, nehmen wir einmal zur Probe einen Take auf. Hierbei kannst Du alle Einstellungen überprüfen und feststellen, ob wirklich alle Instrumente aufgenommen werden – am besten einzeln. Jetzt gilt es nur noch, auf den Pegel der einzelnen Spuren und auf die Performance der Musiker zu achten.

 


Von Florian Selzer