Was sind Audioformate & welche gibt es?

Audioformate Überblick

In diesem FAQ geben wir einen Audioformate Überblick.

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Was heißt Audioformat?

Ein Audioformat ist ein Datenformat, das Audioinformationen beinhaltet und wiedergeben kann. Es beschreibt den Aufbau der Datei und enthält sämtliche Tonsignale.

Eine wichtige Rolle bei Audiodateien spielen die Samplerate und die Bitrate. Mit der Samplerate wird angegeben, wie oft der Pegel pro Sekunde abgespeichert wird. Bei einer CD beträgt die Samplerate üblicherweise 44.100 Hz. Das heißt pro Sekunde wird der Pegel 44.100-mal abgespeichert.

Mit der Bitrate wird festgelegt, welche Datenmenge pro Sekunde verarbeitet wird. Dabei kann sie konstant oder variabel sein. Mit ihr wird der Grad der Komprimierung bestimmt.

Welche Audioformate gibt es?

Grundsätzlich lassen sich Audioformate in drei Kategorien einordnen: Unkomprimierte Audioformate; komprimierte, verlustfreie Audioformate und komprimierte, verlustbehaftete Audioformate. Diese unterscheiden sich vor allen in Kompressionsgrad, Dateigröße, Kompatibilität und Einsatzgebiet.

Nachfolgend stellen wir dir in jeder Kategorie aktuelle Audioformate vor und vergleichen sie. Dadurch kannst Du dir selber ein Bild machen, welches Audioformat für dich am geeignetsten ist.

Bestes Audio Format Qualität

Unkomprimierte Audioformate werden vorrangig beim Bearbeiten von Musik verwendet.

Unkomprimierte Audioformate

Unter unkomprimierten Audioformaten versteht man in der Regel die unbearbeiteten Rohdaten nach Aufnahmen. Ein unkomprimiertes Audioformat bildet die Schallwellen genauso ab, wie sie im wirklichen Leben zu hören sind. Hier werden sämtliche Daten einer Audiodatei gespeichert. Dazu gehören auch Informationen, die vom menschlichen Ohr nur kaum oder gar nicht wahrgenommen werden.

PCMWAVAIFF
Abkürzung für
  • Pulse-Code Modulation
  • Waveform Audio File Format
  • Audio Interchange File Format
Vorteile
  • Sehr hohe Bitraten
  • Sehr hohe Qualität
  • Kommt der analogen Quelle am Nächsten
  • Klarer, knackiger Sound
  • Mit fast allen Systemen kompatibel
  • Lässt sich mit vielen Playern abspielen
  • Kompatibler als PCM-Dateien
  • Klarer, knackiger Sound
Nachteile
  • Sehr speicherintensiv
  • Lässt sich nicht mit allen Programmen abspielen
  • Spezielles Programm für die Bearbeitung der Rohdatei wird benötigt
  • Sehr speicherintensiv
  • Etwa 4 mal größer als MP3-Dateien
  • Metadaten können nur sehr rudimentär hinterlegt werden
  • Sehr speicherintensiv
  • Metadaten können nur sehr rudimentär hinterlegt werden
  • Nur mit Apple-Systemen kompatibel
Einsatzgebiete
  • Musikindustrie
  • Präsentieren von eigener Musik (bspw. für eine Plattenfirma)
  • Top Audioqualität im Hausgebrauch
  • Brennen von Tracks auf CD
  • Top Audioqualität für Apple-User
Hochauflösende Audioformate Qualität

Verlustfreie Audioformate eignen sich auch für den Hi-Res Audio Heimgebrauch. | Bild: Yamaha MusicCast MCR-N870D

Komprimierte, verlustfreie Audioformate

Normalerweise werden beim Komprimieren einer Sounddatei Informationen unwiederbringlich gelöscht, um Speicherplatz zu schaffen. Es gibt aber auch komprimierte Formate, die alle Informationen behalten. Hier entsteht die Komprimierung durch die Umstrukturierung der Informationen. Das kann man sich wie Tetris vorstellen.

Audiodateien bearbeiten: Die beste DAW für Einsteiger

Bei einer unkomprimierten Datei werden die Teile einfach fallen gelassen. Dadurch sind zwar alle Informationen vorhanden, diese nehmen aber sehr viel Platz ein. Bei einer verlustfreien Komprimierung werden dann die Teile so angeordnet, dass nach Möglichkeit nur wenige oder sogar gar keine Lücken übrigbleiben.

Es wird deutlich weniger Platz benötigt, aber die Informationen können trotzdem alle erhalten bleiben. Hier kann die Komprimierung allerdings nur bis zu einem gewissen Grad erfolgen. Dieser ist dann erreicht, wenn alle Informationen optimal angeordnet sind.

FLACALACWMA Lossless
Abkürzung für
  • Free Lossless Audio Codec
  • Apple Lossless Audio Codec
  • Windows Media Audio Lossless
Vorteile
  • Verringert die Dateigröße um bis zu 60%
  • Verbraucht weniger Speicherplatz
  • Alle Informationen bleiben erhalten
  • Plattformübergreifend kompatibel
  • Mehr Metadaten als in WAV
  • Immer mehr Player unterstützen FLAC-Dateien
  • Verringert die Dateigröße um bis zu 60%
  • Verbraucht weniger Speicherplatz
  • Alle Informationen bleiben erhalten
  • Mehr Metadaten als in WAV
  • Verringert die Dateigröße
  • Verbraucht weniger Speicherplatz
  • Alle Informationen bleiben erhalten
  • Mehr Metadaten als in WAV
Nachteile
  • Lässt sich nicht in Apples iTunes verwenden
  • Immer noch speicherintensiv
  • Nur mit Apple Systemen kompatibel
  • Immer noch speicherintensiv
  • Für Windows Systeme entwickelt
  • Keine hohe Kompatibilität
  • Wird kaum noch genutzt
Einsatzgebiete
  • Weitergabe von Dateien, die noch weiterbearbeitet werden sollen
  • Hi-Res Audio für den Heimbedarf
  • Weitergabe von Dateien, die noch weiterbearbeitet werden sollen für Apple-Systeme
  • Hi-Res Audio für den Heimbedarf für Apple-Systeme
  • Weitergabe von Dateien, die noch weiterbearbeitet werden sollen
Alle Audioformate Vergleich

Mit verlustbehafteten Audioformaten kannst Du deine Musikbibliothek auch unterwegs abrufen. | Bild: Sennheiser CX 350BT

Komprimierte, verlustbehaftete Audioformate

Bei folgenden gängigen Audioformaten werden bei der Komprimierung Informationen unwiederbringlich gelöscht. Die vom Menschen kaum oder gar nicht wahrnehmbaren Informationen werden hier zuerst gelöscht. Dadurch wird es möglich, die Dateien deutlich kleiner zu komprimieren.

Diese kleinen Dateigrößen haben neben dem offensichtlichen Vorteil, dass sie wenig Platz wegnehmen, auch den Vorteil, dass sie sich beispielsweise online schneller übertragen lassen.

Musik schneiden: 3 kostenlose Schnittprogramme um Audiodateien zu bearbeiten

Ein großer Nachteil ist allerdings, dass der Originalzustand der Dateien bei verlustbehafteten Audioformaten nicht wieder hergestellt werden kann. Das Komprimieren lässt sich im Gegensatz zu den verlustfreien Audioformaten nicht wieder rückgängig machen.

MP3AACWMAOGG VORBISOPUS
Abkürzung
für
  • MPEG-1 Audio Layer-3
  • Advanced Audio Coding
  • Windows Media Audio
Vorteile
  • Weit verbreitetstes und gängigstes Audioformat
  • Deutlich kompakter
  • Nimmt weniger Platz weg
  • Wird von nahezu allen Abspiel-
    Geräten und Systemen unterstützt
  • Plattform-
    übergreifend kompatibel
  • Metadaten können hinterlegt werden
  • Nachfolger des MP3-Formats
  • In der Regel höhere Audio-
    Qualität als MP3-Dateien
  • Genauere Fehler-
    Behebung
  • Dateien lassen sich einfach mit Merkmalen für die digitale Rechte-
    Verwaltung kenn-
    zeichnen
  • Kleine Dateien bei dennoch exzellenter Qualität
  • Vergleichbar mit MP3
  • Klingt in niedrigen Bitraten etwas besser als MP3
  • Können Zertifikats-
    Schlüssel enthalten, um Raubkopien zu verhindern
  • Audio in möglichst hoher Qualität bei kleiner Größe
  • Alternative zu MP3
  • Eignet sich zum Streamen
  • Mehrkanal-tonfähig
  • Bitrate wird noch einmal deutlich reduziert bei trotzdem guter Qualität
  • Eignet sich zum Streamen
  • Kann Meta-
    Daten enthalten
  • Niedrige Latenz
Nachteile
  • Bei zu starker Kompri-
    mierung schnell hohe Qualitäts-
    Einbußen
  • Nicht so verbreitet wie MP3
  • Für Windows Systeme entwickelt
  • Keine hohe Kompati-
    bilität
  • Wird kaum noch genutzt
  • Kompati-
    bilität auf Abspiel-
    Geräten nur mittel-
    mäßig
  • Noch nicht so verbreitet
Einsatz-
Gebiete
  • Mobile Wiedergabe von Musik
  • Platz-
    sparendes Speichern der privaten Musik-
    Bibliothek
  • Mobile Wiedergabe von Musik
  • Platz-
    sparendes Speichern der privaten Musik-
    Bibliothek
  • Platz-
    sparendes Speichern von Musik
  • Musik auf Spotify
  • Klang-
    Beispiele auf Wikipedia
  • Musik-
    Streaming
  • Platz-
    sparendes Speichern der privaten Musik-
    Bibliothek in guter Qualität

Audioformate: Weitere FAQs

Was ist das kleinste Audioformat?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich lassen sich komprimierte, verlustbehaftete Audioformate alle auf sehr kleine Größen komprimieren.

Spotify benutzt das Format OGG Vorbis.

Hierbei musst Du aber beachten, dass, umso kleiner eine Datei komprimiert wird, umso schlechter wird auch die Klangqualität. Dies gilt für alle komprimierten Audioformate.

AAC und OPUS haben leicht die Nase vorn, wenn es darum geht, bei kleinster Größe noch eine ordentliche Klangqualität zu erreichen.

Was ist MQA?

Wenn Du Tidal-Nutzer bist, ist dir sicher schon der Begriff MQA begegnet. MQA ist eine Abkürzung für Master Quality Authenticated. Dabei handelt es sich im weitesten Sinne auch um ein Audioformat. Genau genommen ist es aber ein Codec System bestehend aus Encoder und Decoder.

Mit diesem soll es möglich sein die ursprüngliche Studio-Master-Qualität wiederzugeben ohne massig Platz zu benötigen. Dies ermöglicht eine hohe Soundqualität der bei Tidal verfügbaren Titel.

Der große Nachteil ist allerdings, dass Du eine passende Hardware benötigst, die MQA auch decoden kann, um das volle Klangpotential zu entfalten. Der Klang soll aber auch ohne volles Decoding schon sehr gut sein.

Was ist das beste Audioformat?

Auch diese Frage lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Hier kommt es immer auf das Anwendungsgebiet an, für das Du die Audiodateien verwenden möchtest. Sollen deine Audios ungeachtet der Dateigröße die höchste Klangqualität und Kompatibilität besitzen, empfiehlt sich das WAV-Format.

Möchtest Du deine Dateien zum Weiterbearbeiten weiterreichen oder als Hi-Res Audio für den Privatgebrauch nutzen, solltest Du das FLAC-Format in Erwägung ziehen, da die Dateien hier deutlich kleiner, aber trotzdem noch sehr kompatibel und verlustfrei sind.

Lies weiter: FAQ: Audio Export – Welches Format ist das richtige?

Geht es dir hauptsächlich darum eine möglichst große Musikbibliothek zu pflegen, die nicht so viel Platz wegnimmt und, die Du beispielsweise auch unterwegs nutzen kannst, ist entweder das MP3- oder das AAC-Format genau das Richtige für dich.

Und jetzt Du…

Hast Du noch eine Frage zum Thema? Was sind deine Erfahrungen mit den unterschiedlichen Audioformaten? Welches benutzt Du am häufigsten und warum? Von welchem kannst Du eher abraten? Schreib es uns in die Kommentare.

Sag uns deine Meinung!

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