Video Top 10 Fehler beim Kauf eines Audio Interfaces

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Transkript zum Video Top 10 Fehler beim Kauf eines Audio Interfaces

Beim Audio Interface kaufen ist es leider sehr einfach, sich auf die falschen Dinge zu fokussieren. Und noch schlimmer: am Ende fehlen dir dann die wirklich wichtigen Funktionen und Du musst nach kurzer Zeit noch einmal Geld ausgeben.

In diesem Video habe ich dir die Top 10 Fehler beim Audio Interface kaufen zusammengestellt. Fehler, die ich selbst gemacht habe oder bei Freunden gesehen habe.

Hey, hey, delamari. Es gibt wohl tausende Audio Interfaces mit so vielen unterschiedlichen Features. Da verliert man gerne mal die Übersicht. Nicht wahr? So viele Modelle, so viele Funktionen. Damit Du deinen nächsten Kauf nicht bereust, steigen wir gleich ein…

#10 – Du hast zu viel Geld ausgegeben für Features, die Du nicht brauchst

Das ist ein Klassiker und ist mir auch schon passiert. Grundsätzlich gilt: Du brauchst pro Schallquelle einen Eingang. Es gibt unterschiedliche Eingänge, wie XLR für Mikrofone, Line-In, also Klinke für Synthesizer oder einen Klinke bzw. Hi-Z Eingang für Gitarren und Bässe.

Ich kenne ein paar Rapper, die lediglich ihre Vocals aufnehmen wollen, denen reicht ein Interface mit einem Eingang für ihr Mikrofon. Ich selbst hab’ als Singer/Songwriter angefangen und mein erstes Interface hatte deshalb noch einen zweiten Eingang für meine Gitarre.

In den beiden Fällen lohnt sich also kein Interface mit 8 Eingängen. Und ein Interface ist am Ende des Tages ein elektronisches Produkt. Das heißt zum einen, dass es mit der Zeit an Qualität verlieren wird und zum anderen, dass es in Zukunft bessere Modelle zu ähnlichen Preisen geben wird.

Ich finde es daher sinnvoll, ein Audio Interface zu kaufen, dessen Features du wirklich ausreizen kannst. Um auf meine Beispiele zurückzukommen – als Sänger wirst du keine 8 Inputs brauchen.

Wenn du aber eine Band aufnimmst, brauchst du diese Inputs natürlich. Viele Modelle haben mittlerweile eine virtuelle Mischpult Software, mit der du das Interface fernsteuern kannst. Das ist ziemlich praktisch und kann deine Arbeit erleichtern, gerade, wenn du mit vielen Eingängen arbeitest.

Als Rapper oder Sänger bist du vielleicht an einem Interface mit einem DSP, also einem digitalen Signalprozessor interessiert, das sind Interfaces, die in Echtzeit Effekte berechnen können.

So kannst du während der Aufnahme bereits Hall oder Autotune auf deine Stimme packen. Wenn du mehr zu den einzelnen Inputs eines Audio Interfaces wissen willst oder andere Fragen dazu hast, solltest du dir nach diesem Video meinen Audio Interface Ratgeber anschauen.

#9 – Du hast kein Budget für Zubehör

Ein Audio Interface ist ein wichtiger Teil eines jeden Studios, es kommt allerdings nicht ganz ohne Zubehör aus. Das wichtigste – ein USB-Kabel zum Verbinden mit deinem Laptop oder Computer ist in der Regel im Lieferumfang enthalten.

Aber ist das mitgelieferte USB-Kabel lang genug für dein Setup? Es gibt außerdem noch eine Reihe an Zubehör, das du unter Umständen gebrauchen wirst.

Wenn du Gesang aufnehmen willst, brauchst du natürlich noch ein Mikrofon, aber auch ein paar andere Dinge. Nämlich einen Mikrofonständer, einen Pop-Schutz, der Plosiv-Laute wie p, t oder k abmildert und natürlich ein XLR Kabel, um dein Mikrofon an das Interface anzuschließen.

Ähnlich ist es bei Synthesizern, hier brauchst du zwei Klinke-Kabel. Das klingt vielleicht offensichtlich, aber ich hab das tatsächlich immer mal wieder vergessen, deshalb gebe ich dir das nochmal mit.

Denn es gibt nichts nervigeres als nicht aufnehmen zu können, weil du nicht genug Kabel oder Zubehör da hast. Wie immer ist es wichtig zu wissen, was du aufnehmen willst, um das entsprechende Zubehör mit in dein Budget einzuplanen.

#8 – Nicht ausreichendes Vorverstärkungsniveau

Dynamische Mikrofone wie das Shure SM58 und leise Signale brauchen recht viel Vorverstärkung, damit das Signal gut hörbar wird. Hierbei ist es wichtig zu schauen, wie viel Power die Vorverstärker des Audio Interfaces deiner Wahl haben.

Das kannst zum Beispiel im Musikladen testen, indem du dort ein dynamisches Mikrofon an das Interface anschließt. Dann drehst du den Gain am Interface so weit auf, dass es gerade nicht übersteuert.

Wenn du jetzt ein Rauschen hörst, heißt das, dass die Vorverstärker nicht sonderlich gut sind. Dann würde ich ein anderes Modell kaufen, denn ich zumindest will kein Rauschen auf meinen Aufnahmen haben.

#7 – Falsche Art von Anschlüssen

Audio Interfaces haben wie schon erwähnt alle möglichen Anschlüsse für unterschiedliche Signale. Hier gibt es XLR-Anschlüsse für Mikrofone, Line-Eingänge für Synthesizer, Hi-Z Eingänge für Gitarren und Phono-Eingänge für Plattenspieler.

Es gibt auch digitale Eingänge wie ADAT oder S/PDIF, mit denen du andere Geräte mit dem entsprechenden Ausgang, wie zum Beispiel den Kemper, direkt mit dem Interface verbinden kannst.

Bei diesen digitalen Verbindungen hast du im Gegensatz zu XLR- und Klinke-Kabeln keinerlei Qualitätsverlust, aber du kannst es auch nur dann verwenden, wenn du ein Gerät mit einem entsprechenden Ausgang hast.

Und Mikrofone, Gitarren und Synthesizer kannst du darüber nicht anschließen. Anyway: Du siehst, es gibt alle möglichen Arten von Eingängen, die ein Interface so haben kann.

Verzichte auf Eingänge, die du nicht brauchst, sondern entscheide anhand dessen, was du aufnehmen willst, welche Eingänge dein Interface haben muss. Wenn ich jetzt Singer/Songwriter bin und mich mit Gitarre mit Gesang aufnehmen will, lohnt sich ein Interface mit einem Phono-Eingang nicht.

Und digitale Inputs sind zwar super praktisch, wenn du aber kein entsprechendes Gerät zum Anschließen hast, lohnt sich das nicht.

Übrigens: Die meisten Interfaces sind flexibel und kommen mit einer Kombination aus verschiedenen Anschlüssen, so wie das Audient iD4 MkII, das mit einem Gitarren-, einem Mikrofon- und einem Line-Eingang kommt.

#6 – Zu wenig Eingänge

Ich rede die ganze Zeit davon, nichts zu kaufen, was du nicht brauchst. Und das ist natürlich wichtig. Und dennoch ist es auch sinnvoll, zukunftsorientiert zu denken, wie ich schon in Punkt 1 erwähnt habe.

Denn vielleicht brauchst du aktuell nur einen XLR-Eingang für dein Mikrofon, in einem halben Jahr kaufst du dir dann aber deinen ersten Synthesizer und brauchst dementsprechend dann zwei Line-Eingänge.

Oder wenn du auf einmal mit deinen Freunden Musik machen willst und dein Kumpel seine E-Gitarre anschließen will, brauchst du einen Eingang mehr.
Ein Interface ist nicht ewig haltbar.

Das hab ich ja vorhin schon angesprochen und natürlich musst du jetzt noch nicht planen oder wissen, was du in drei oder gar fünf Jahren aufnehmen wirst, aber natürlich sollte es dir schon eine gewisse Zeit ausreichen.

Als Beispiel: Mein erstes Interface hab ich ungefähr drei, drei ein halb Jahre lang benutzt. Dann gab’s ein neues, mit mehr Funktionen.
Wenn du dir sicher bist, dass du nur deine Vocals aufnehmen willst, kannst du natürlich ein Interface mit einem XLR-Eingang kaufen.

Wenn du aber zum Beispiel einen Podcast aufnimmst und nicht sicher bist, ob du in der Zukunft einen oder zwei Gäste haben wirst, solltest du ein Interface mit 3 Eingängen kaufen, damit du die Möglichkeit hast, mal einen Gast mehr aufzunehmen.

#5 – Das Audio Interface ist zu kompliziert für dich

Uff, das kenne ich zu gut von früher. Da wollte ich immer die teuren Dinger haben. Aber das ist nicht unbedingt der richtige Weg. Denn teurere Audio Interfaces können komplexer sein als günstigere.

Das kann einfach schon an der Menge an Funktionen liegen. Komplexerer Interfaces haben mehr Ein- und Ausgänge und sie haben ganz verschiedene Eingänge. Sie unterstützen eine höhere Sample Rate und Bit-Tiefe.

Das ist zwar praktisch, weil dadurch die Aufnahmequalität verbessert wird, allerdings kostet eine höhere Auflösung dich mehr Speicher und in der Pop-Musik wird in der Regel gar nicht mal mit der höchsten möglichen Auflösung gearbeitet.

Außerdem haben komplexere Interfaces häufig flexible Routing-Funktionen, um die verschiedenen Ein- und Ausgänge so zu legen, wie du sie brauchst. Das ist alles cool, aber wenn du bei dir in deiner Studentenbude hockst und ein Gitarrencover von Nirvana aufnimmst, brauchst du das nicht. Und es kann auch störend sein.

Ich hab mir mit 16 mal ein Mischpult gekauft, das ich voll geil fand. Relativ groß und viele Funktionen und sah gut aus. Als ich es dann benutzen wollte, habe ich 3 Stunden gebraucht, bis ich überhaupt was gehört hab.

Denn wenn das Modell zu komplex für einen ist, braucht man auch mehr Zeit, um das Gerät kennenzulernen und zu verstehen, wie es funktioniert. Und es ist wichtig, mit seinem Equipment richtig umgehen zu können.

Und es gibt natürlich Unterschiede zwischen Einsteiger und Profi Modellen. Profis, also Leute, die mit Musik Geld verdienen, brauchen die oben genannten Funktionen eher als ein Anfänger.

#4 – Du hast zu wenig Geld ausgegeben

Wer billig kauft, kauft zweimal. Du solltest nicht zu wenig Geld ausgeben. Wir leben ja in einer Welt, in der es online extrem viele günstige Angebote gibt, egal in welchem Bereich. Und natürlich ist es cool, nicht viel Geld ausgeben zu müssen, allerdings sollte man nie den Preis über den Klang zu stellen.

Hierbei kannst du beim Kauf im Laden auf mehrere Dinge achten, um festzustellen, ob das Audio Interface qualitativ was taugt. Da ist zum einen die Verarbeitung interessant. Liegt das Modell fest auf deinem Tisch?

Sitzen die Knöpfe fest? Und natürlich sind auch Umfang und Klangqualität wichtig. Ist ein USB-Kabel dabei? Rauschen die Mikrofonvorverstärker, wenn du sie laut aufdrehst?

Wie hoch ist sind Lebensdauer und Latenz? Darauf komme ich gleich nochmal zurück. Ist das Interface überhaupt kompatibel mit deinem Betriebssystem? All diese Dinge solltest du unbedingt abchecken, bevor du dir ein Audio Interface zulegst, damit das Modell dir auch wirklich Freude bereitet.

#3 – Nicht ausreichendes Budget

Nicht ausreichend Budget zu haben, ist echt nervig. Glaub’ mir, mir passiert das immer wieder. Aber nicht verzagen, Vincent fragen! Früher habe ich, wenn ich nicht genug Budget für das Modell meiner Wahl hatte, einfach ein günstigeres gekauft.

Das ist aber nicht wirklich sinnvoll, da ich dann immer noch das eigentliche Modell haben wollte. Seit einiger Zeit versuche ich, mir wirklich nur das zu kaufen, was ich auch wirklich kaufen will.

Und wenn ich es mir aktuell nicht leisten kann, spare ich, bis ich den Betrag habe. Das dauert dann natürlich eine Weile, dafür hast du dann am Ende aber das Modell deiner Wünsche in der Hand. Bis dahin überbrücke ich dann die Zeit, indem ich mir manchmal Equipment von Freunden ausleihe.

#2 – Unzureichende Monitoring-Optionen

Nicht nur die Eingänge, sondern auch die Ausgänge eines Audio Interfaces sind beim Kauf zu beachten. Ich erzähl’ dir einfach mal, worauf ich bei den Ausgängen achten würde, wenn ich mir ein neues Audio Interface kaufen will.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Ausgängen: Line-Out für deine Lautsprecher und Kopfhörerausgänge. In der Regel braucht man nur ein Paar Line-Ausgänge brauchen, gerade, wenn man erst mit dem Musik Machen loslegst.

Mit diesem Stereo Ausgang lassen sich die Lautsprecher an das Interface anschließen und Musik abhören. Dieser Ausgang kommt in der Regel mit zwei Klink-Anschlüssen, manchmal aber auch mit Cinch- Ausgängen.

Wenn du am Überlegen bist, dir in Zukunft noch ein zweites Paar Monitore zuzulegen, lohnt sich für dich ein Modell, das zwei Stereo-Line-Ausgänge hat.

Bei den Kopfhörerausgängen solltest du dich vor dem Kauf fragen, ob du alleine Musik machen wirst, oder ob vielleicht noch andere Leute dabei sein werden. Je nachdem wirst du mehr als einen Kopfhörerausgang brauchen.

Manche Audio Interfaces haben außerdem ein Feature, das sich Direct Monitoring nennt. Damit hast du eine Latenz von fast 0 Millisekunden, mit der du dein Signal über die Kopfhörer und deine Lautsprecher also direkt abhören kannst.

Mit der Funktion Monitormix lässt sich dann das Verhältnis zwischen der Lautstärke des Eingangssignals und der des Playbacks von deinem Laptop einstellen.

Das ist beim Aufnehmen wichtig, damit du das Eingangssignal gut auf deinen Kopfhörern hören kannst und das Playback von deinem Laptop nicht zu laut ist. Ohne diese beiden Funktionen komme ich beim Aufnahmen nicht aus.

Wenn du dir bei dem Thema Audio Interface noch unsicher bist oder noch weitere Fragen hast, solltest du dir nach diesem Video meinen Audio Interface Ratgeber anschauen. Link in der Beschreibung.

#1 – Ignorieren der Latenzzeit

Der vermutliche wichtigste Punkt in diesem Video – die Latenzzeit! Die Latenz ist die zeitliche Verzögerung eines Audio Interfaces, die beim Wandeln von Schall entsteht.

Denn beim Aufnehmen eines Mikrofones werden zunächst die akustischen Schallwellen in elektronische Spannung gewandelt. Diese wird wiederum im Interface in digitale Daten gewandelt. Das gleiche passiert, wenn du Musik über dein Interface abspielst.

Dann wandelt das Interface die Musik in Spannung um und gibt das an deine Lautsprecher weiter. Und dieser ganze Prozess braucht Zeit. Und eine zu hohe Latenz kann stören.

Wenn du Gesang aufnehmen willst und die Latenz zu hoch ist, hörst du dich auf den Kopfhörern verzögert. Das kannst du nur mit einer niedrigeren Latenz oder mit Direct Monitoring umgehen.

Und wenn du einen virtuellen Synthesizer spielen willst, brauchst du auch eine niedrige Latenz. Denn sonst drückst du eine Taste deines Midi-Keyboards und der Sound erklingt erst kurz danach.

Eine Latenzzeit von unter 10 Millisekunden reicht in der Regel aus, um diese Probleme nicht zu haben. Das ist eine ziemlich kleine Latenz und dabei spielt die Schnittstelle eine Rolle.

USB3- und Thunderbolt-Interfaces sind schneller als Modelle mit USB2, aber auch teurer. Und dein PC spielt da auch eine Rolle. Je schneller er ist, desto niedriger kann die Buffer Size deiner DAW sein, die sich direkt auf die Latenz auswirkt.

Also: Eine Latenz von unter 10 ms ist schon super und reicht den meisten Musikern aus. Eine Latenz unter 5ms ist dann Next Level und 2-3ms Latenz können nur die besten Interface auf dem Markt.

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