Sprich dich aus: Back to the Roots vs. Bleeding Edge

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Sprich dich aus

Sprich dich aus! Und zwar jeden Donnerstag mit verschiedensten Themen rund um Musik und Musikproduktion.

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Was der Bauer nicht kennt…?

Wie schwingst Du zwischen diesen beiden Polen? Es gibt fĂĽr beide Praktiken viele gute GrĂĽnde, fangen wir mal beim Altbewährten an – was ich kenne, beherrsche ich, kann ich zähmen und bis in seine Extreme ausreizen. AuĂźerdem konnten alte Technologien ĂĽber die Jahre stetig verfeinert werden.

Erst das ermöglicht wirklich zuverlässige, bis ins letzte Detail durchdachte Hardware und Software. Auf der anderen Seite haben wir die brandneuen Technologien frisch aus den Laboren findiger Entwickler, die dir als Musiker im besten Fall Dinge ermöglichen, von denen andere vielleicht nicht einmal zu träumen wagen.

Aus meinem Nähkästchen

Meine Haltung ist diese: Traditionalist bin ich zum Beispiel, weil ich immer noch kein Smartphone oder Tablet fĂĽr die Musikprodukiton nutze. Ich sehe sehr wohl, dass z.B. mit BeatMaker und anderen groĂźen Apps tolle Musiksoftware am Start ist, die den Kauf eines Tablets schmackhafter machen … aber das reicht fĂĽr mich nicht. AuĂźerdem will ich »echte« physische Knöpfe, Potis und Fader.

Ab und zu teste ich aber gerne neuartige Software, es ist ja auch superbequem, Demo- oder Betaversionen herunterzuladen. Was Hardware betrifft, bin ich auch sehr angetan von Geräten wie dem ROLI Seaboard Rise [Test]. So fasziniert von den unbestritten tollen musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten, die es eröffnet, bin ich dann aber (noch) nicht, dass ich so viel Geld dafür ausgeben würde.

Und Du?

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Lesermeinungen (9)

zu 'Sprich dich aus: Back to the Roots vs. Bleeding Edge'

  • Patrick   02. Okt 2014   10:12 UhrAntworten

    Das Beste aus altem und das Beste aus Neuem ...
    Und auf jeden Fall 64bit!!! Alleine schon wegen des Ram-Zuwachses :)

  • ORI$ON TIDE   02. Okt 2014   10:49 UhrAntworten

    Hm... Ich denke, ich mische "Traditon" und "Moderne" relativ gut. Allerdings je nach Einsatzgebiet: Während ich auch mal mit analogen Pulten, Kassettendecks, Bandmaschinen und Schränken voller externer Klangerzeuger, Effektgeräte und Kompressoren etc. angefangen habe, steht bei mir mittlerweile nur noch ein schneller, leiser PC mit RME-Interface als "Bandmaschine", Mischpult und multiples Klang- und Effektgerät.
    "Echt" sind nur noch die Stimmen und einige Instrumente: Akustikgitarre, Saxofon, E-Gitarre - wobei die wiederum über Interface direkt in den PC geht und dort mit Guitar Rig u.ä. klanggeformt wird.
    Traditionell gehe ich mit dem PC insofern um, als ich meine Aufnahmen meist linear durchfĂĽhre, die DAW also als "Bandmaschine" nutze und nicht mit Pattern, Loops etc. arbeite.

    @Felix: Warum nutzt du nur 32 Bit?
    Ich habe vor nicht all zu langer Zeit einen neuen, leistungsstarken Audio-PC gekauft. Um dessen Fähigkeiten und RAM voll nuten zu können, habe ich darauf nur noch die 64-Bit-Versionen meiner Programme und Plugins installiert.
    Einige, die es nur als 32-Bit-Vrsion gibt, habe ich dann tatsächlich entsorgt! Ein ganz liebgewonnenes allerdings (X-Phraze) habe ich mit JBridge "umgebogen" - und das läuft komplett problemlos!
    FĂĽr manche anderen (z.B. The Grand 2) habe ich einfach 64-Bit-Ersatz gekauft. Im Fall von The Grand bin ich dabei auch gleich komplett von Sample-Libraries weg und habe mir Pianoteq 5 gekauft, was unglaublich gut klingt und nur 40 MB auf der Platte braucht...

  • DJ Ossi   02. Okt 2014   12:28 UhrAntworten

    Den berühmten "Königsweg"gibt es ohnehin nicht.
    Es kommt auf die Umstände an. Ich will damit zum Ausdruck bringen, dass das Eine das Andere nicht automatisch ausschließt.

  • P.Chris   02. Okt 2014   14:42 UhrAntworten

    Ist das nicht im Grunde nun ein gleicher Artikel zu dieser Thematik ("Hast Du den Sprung auf 64-Bit gemacht ?") eben nur mit anderer Ăśberschrift ?

    So dann gehe ich etwas anders ran, da dieser Artikel eigentlich ja schon an anderer Stelle debattiert wurde.

    Ich denke, in welcher Hinsicht auch immer- ob aus technischer oder geschmackliche Sicht, reine Neugier oder nostalgischen GrĂĽnden... sich in Richtung back to the roots
    zu bewegen, ist fĂĽr jedermann auch eine Weiterentwicklung und vor allem gute Schule profunder Einsichten und dem Verstehen lernen, insbesondere mit Hinblick auf technische Aspekte gerade in der Musik.

    - Wie hat man die Dinge damals ohne die Möglichkeiten von Heute bewerkstelligt ?
    - Warum ist es trotzdem so gut ?
    - Warum bekomme ich das mit den Möglichkeiten von Heute dennoch nicht so hin wie mit den Mitteln von damals ?
    - Was steckt eigentlich dahinter usw. ?

    Ich glaube, wenn man sich mit diesen Dingen back to the roots näher befasst (und ich glaube irgendwann macht das jeder Musiker vor allem aus Neugier), entwickelt man auch ein besseres Grundverständnis für Dinge und Zusammenhänge- insbesondere technischer Natur, mit denen man heute arbeitet und entwickelt sich in der Gegenwart einfach weiter.
    Man erfährt z.B. (aber nicht nur), wie man damals die wenigen technischen Mittel und Elemente (oder was auch immer) wie und warum eingesetzt hat und weswegen man Ziele erreichen konnte und und und.

    Es ist einfach ein Fundus an echtem Basiswissen und besseres Grundverständnis vielerlei Dinge die man im vergangenen finden kann und die man für sich auch stets in die Gegenwart mitnimmt.
    Heute gibt es (fast) nichts, was man nicht irgendwie bewerkstelligen könnte und wenn einem die gerade modernste Technologie gerade nicht zur Verfügung steht, wird man auf Grund eines besseren Grundverständnisses und angehäuften Wissensschatz andere Wege und Mittel finden, um etwas in zumindest ähnlicher Weise umzusetzen zu können, wofür andere zwar nur einen Knopfdruck brauchen- aber meist auch nur den Knopfdruck kennen und verstehen !

    Daher denke ich, das ein Schritt zurück zu den Wurzeln- oder dem sich entledigen von Ballast, ganz gleich welcher Hinsicht, für einen persönlich immer ein Schritt der Weiterentwicklung ist.
    - Der Eine sagt sich, er brauche gar nicht mehr den ganzen technischen Krimskrams und der Verzicht dessen wäre seine persönliche Entwicklung zur endgültigen Meisterschaft gewesen.
    - Der Andere sagt sich, er habe mit der Zeit der "Schule" so viel in Erfahrung bringen können und wisse, das es immer auch einen anderen Weg zum umsetzen seiner Ziele gebe und er nicht auf ein Update 2.0 warten müsse oder angewiesen wäre.

    Moderne Technik soll die Dinge ja auch vereinfachen und möglichst unkompliziert sein und dabei ein kreatives und unterstützendes Werkzeug sein.
    NUR- modernste Technik soll DICH als kreatives Werkzeug nicht ersetzen... denn das was schlussendlich ein Programm oder Werkzeug kann und somit einem jeden zur Verfügung steht, bremst uns leider nicht selten auch in unserer Kreativität und Neugier aus, weil wir die Dinge dann einfach nur noch "benutzen", anstelle zu "erfahren", mit ihnen entweder wirklich gekonnt oder ungewöhnlich (zweckentfremdend) kreativ umzugehen.

  • fatman   03. Okt 2014   12:02 UhrAntworten

    Ich unterscheide nicht zwischen Traditon und Moderne, sondern zwischen "gefällt mir" oder "gefällt mir nicht". So verbinden sich Traditon und Moderne von ganz allein zu einer Mischung in meinen kleinen Studio.

  • ripley   04. Okt 2014   03:37 UhrAntworten

    back to the roots: Ich verwende meine DAW wie ein Bandgerät. Möglichst wenig Schnitte, kein Copy & Paste. Wenn Sachen Scheiße eingespielt sind, bitte nochmal. Ich muß damit kein Geld verdienen und wenn es Leute nervt sollen sie woanders hingehen.(-: Ich hasse Autotunes und friemel auch nicht an irgendwelchen Gesangsschnipseln rum. Dann wird halt so lange gesungen, bis es passt...
    FĂĽr mich heiĂźt Recording immer noch "aufnehmen" und nicht "am Rechner editieren".Was man nicht hinbekommt, sollte man sein lassen.
    back to future: Es war noch nie so einfach wie heute, soundmäßig geile Aufnahmen zu machen. Ich habe hier einen Roland GR-55 stehen und meine 300€ Epiphone-Dot klingt über dieses Teil besser als die 2000€ Gibson meines Kumpels. Rickenbacker, Strat oder Tele? Kein Problem. Das gleiche gilt für Drums. Selbst EZ-Drummer klingt für die meisten Hörer besser als "echt".

  • SoundStrom   24. Aug 2017   12:33 UhrAntworten

    Ich liebe es neue Instrumente aufzunehmen. Das erweitertet den Erfahrungsschatz ungemein (kann ich nur empfehlen). Und sagt es nicht meiner Frau :D aber ich kaufe gerne neue Plugins und probiere sie direkt in dem nächsten Mix aus. Ich nehme zwar schon 15 Jahre Tracks auf, aber das richtige Mischen ist noch eher frisch und neu. Hab gerade meinen Audio Engineer bestanden und jetzt erst die Kunst dahinter für mich entdeckt. Daher ist in jeder Session etwas neues zu entdecken. Seit neustem auch gerne mal externe Hardware mit einbinden... Ich finde, schränkt euch nicht ein, aber wenn ihr euch sicher fühlt, bei dem was ihr macht und wie ihrs macht, dann macht ruhig so weiter!

  • Patrick   25. Aug 2017   02:01 UhrAntworten

    Ich bin auch so einer, der ganz altmodisch an Produktionen rangeht. Soll heißen: ich hasse dieses Copy-and-paste-Getue. Zwar bin ich - wenn ich was abmische - hin und wieder dazu genötigt, die besten Sachen irgendwie zu etwas Gutklingendem zusammenzustöpseln, aber mein eigentliches Credo ist es nicht. Ich liebe es, bandmaschinen-like die Sachen aufzunehmen, und wenn's nicht geklappt hat, dann alles zurück auf 0 und probieren wir's noch einmal, bis es passt.

    Auf diesem Wege - wenn ich einen Piano-Take nicht so hinbekomme, wie er sollte - sind schon mal an die 170 (wir haben mitgezählt) Takes entstanden, aber dann hat's auch endlich mal gefruchtet.

    Ich bin ein Perfektionist, und Fehler durch Stöpseln, Stückeln und Kleben auszugleichen, halte ich in 90% der Fälle für keine gute Lösung. Das verlangt zwar jede Menge an Zeit ab, die dann in die Produktion reinfließt, aber mir ist lieber, ich mach es richtig als ich mach es halbherzig.

  • Reverend Love   30. Aug 2017   12:07 UhrAntworten

    Ich sehe da kein vs. (versus == gegen), eher sehe ich es als Evolution. Das Neueste könnte es ohne das Alte gar nicht geben und wer neueste Techniken adaptiert, ohne sich um die Grundlagen gekümmert zu haben, produziert bestenfalls Einheitsbrei.
    So gesehen bin ich extrem moderner Traditionalist.

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