Kindergitarre: Welche Gitarren für Kinder geeignet sind

Kindergitarre

Die besten Tipps zum Kauf der richtigen Kindergitarre gibt es hier.

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Warum Gitarre spielen lernen?

Die häufigsten Fragen dabei sind: „Ist mein Kind schon alt genug für eine Gitarre? Ist Gitarre überhaupt das richtige Instrument für ihn? Wenn ja, wie finden wir die richtige Kindergitarre?“ Alle Antworten und andere wertvolle Informationen zum Thema Kindergitarre findest Du hier.

Es gibt viele Gründe, die für die Gitarre als Erstinstrument sprechen. Die Gitarre ist erschwinglich, transportabel und relativ leise. Im Gegensatz zu einem Klavier oder einem Schlagzeug kann mit einer Gitarre in einem Mehrfamilienhaus geübt werden, ohne dass der wohlverdiente Feierabend der Nachbarn gestört wird.

Auch die anfängliche Lernkurve ist nicht besonders steil. So sorgen schon nach kurzer Zeit die ersten Akkorde für schnelle Erfolgserlebnisse. Das motiviert zum Weitermachen.

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Flexibel im Musikgenre

Die Gitarre ist zudem ein sehr flexibles Instrument. Ändert sich im Laufe der Zeit der Musikgeschmack der Kinder – und das wird er – kann er mit den vorhandenen Grundlagen auf eine Westerngitarre, Jazz- oder E-Gitarre umsteigen.

Und dann wäre da noch der Coolness-Faktor, mit dem die Gitarre Kinder regelmäßig für sich gewinnt. Mal ehrlich: Welche Blockflöte oder Violine kann da bei Kindern schon mithalten?

Das richtige Alter für eine Kindergitarre

Bereits ab ca. 5 Jahren können Kinder Gitarre spielen lernen. Für den Anfang ist regelmäßiger Unterricht bei einem erfahrenen Gitarrenlehrer empfehlenswert.

Ist das Kind schon älter und bringt genug Eigenmotivation mit, kann auch online (zum Beispiel bei YouTube) auf unzählige Tutorials und Kurse zurückgegriffen werden.

Auch das gute alte Lehrbuch hat noch nicht ausgedient und ist immer noch ein beliebtes Medium für den Einstieg in die Gitarrenwelt. So können Kinder auch in jungen Jahren selbstständig und ohne Gitarrenlehrer starten.

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Welche Gitarren gibt es für Kinder?

Akustikgitarren lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen – die klassische Gitarre und die Westerngitarre. Die klassische Gitarre, auch Konzertgitarre genannt, wird mit Nylonsaiten bespannt. Bei der Westerngitarre werden hingegen Stahlsaiten verwendet.

Da Stahlsaiten bei gleicher Stimmung der Gitarre eine höhere Spannung aufweisen, sind Nylonsaiten für Kinderhände angenehmer zu greifen. Hier haben klassische Gitarren also die Nase vorn.

Auch bei der Vielfalt des Angebots kann die klassische Gitarre deutlich punkten. Nahezu jeder namhafte Hersteller bietet Konzertgitarren in verschiedenen Größen und Preisklassen an. Das Angebot an Westerngitarren in Kindergrößen ist hingegen sehr überschaubar. Dementsprechend bietet sich eine Konzertgitarre mit Nylonsaiten sprich Konzertgitarre an, sodass Akkorde leichter gespielt werden können.

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Die richtige Größe der Kindergitarre

Die Größe der Gitarre ist für den Spielkomfort entscheidend und ermöglicht dem Kind ein bequemes Greifen in jeder Saitenlage ohne ermüdende oder gar schmerzhafte Haltungen der Hand. Die Größe einer Erwachsenen Gitarre wird bei einer Saitenlänge von 650 mm mit 4/4 angegeben – eine Gitarre für Kinder entsprechend mit 1/8, 1/4, 1/2, 3/4 oder 7/8.

Eine grobe Einschätzung der richtigen Größe sieht folgendermaßen aus:

  • 1/8 – für Kinder bis zu einer Körpergröße von 110 cm
  • 1/4 – für Kinder bis zu einer Körpergröße von 130 cm
  • 1/2 – für Kinder bis zu einer Körpergröße von 140 cm
  • 3/4 – für Kinder bis zu einer Körpergröße von 150 cm
  • 7/8 – für Kinder bis zu einer Körpergröße von 160 cm

Selbstverständlich kann die richtige Größe sehr individuell ausfallen. Manch einer empfindet das Greifen einer zu seiner Körpergröße passenden Gitarre als zu unbequem und greift lieber auf die nächst kleinere Größe zurück.

Falls die neue Gitarre also nicht unbedingt ein Überraschungsgeschenk werden sollte, wäre es ratsam in einem Musikgeschäft verschiedene Kindergitarren in die Hand zu nehmen um gemeinsam zu vergleichen, welche Größe sich am besten anfühlt.

Tipps zum Kauf von Kindergitarren

Gerade wenn man als Elternteil keine Erfahrung mit Gitarren hat, ist es schwierig die Qualität eines Instruments zu beurteilen. Ein minderwertiges Instrument sorgt beim kleinen Gitarristen für Frust und führt nicht selten dazu, dass der Sprössling schon nach kurzer Zeit die Lust am Instrument, in unserem Fall am Gitarre spielen, verliert.

Damit die Begeisterung für die Gitarre nicht schnell verpufft, solltest Du auf folgende Kriterien beim Kauf einer Kindergitarre achten:

1. Saitenlage

Nicht nur bei ganz günstigen Modellen ist die Saitenlage einer frisch aus dem Karton geholten Gitarre oft zu hoch. Das Instrument lässt sich dadurch schwerer greifen. Abhilfe kann ein Nachfeilen der Saitenkerben im Sattel und ein Abschleifen des Stegs schaffen. Kulante Händler erledigen diese Arbeiten kostenfrei oder gegen eine geringe Gebühr. Ist die Verarbeitung der Saitenlage erst einmal angenehm, so wird das Kind ohne Verkrampfungen Gitarre spielen können.

2. Bünde

Besonders bei Kindergitarren im unteren Preissegment wird bei der Herstellung Zeit eingespart. So kommt es häufig vor, dass die Bundenden nicht ordentlich gefeilt werden. Die scharfen und über das Griffbrett hinaus ragenden Bundenden stören beim Umgreifen und können im schlimmsten Fall zu Verletzungen der Greifhand führen.

Am besten fährt man beim Antesten des Instruments mit der Hand an der Kante des Griffbretts entlang und achtet dabei auf scharfe Stellen. Als Referenz für eine gute Verarbeitung kann man im Musikgeschäft ein hochwertiges Instrument hinzuziehen.

3. Stimmmechaniken

Auch hier wird oft der Sparstift angesetzt. Entweder lassen sich die Mechaniken dann nur schwer bewegen oder sie sind zu locker und können die Stimmung der Gitarre nicht lange halten. Hier lohnt es sich genauer hinzuschauen: Die Stimmmechaniken müssen sich gleichmäßig drehen lassen ohne zu knarzen, dabei aber einen gewissen Widerstand bieten. Nach einigen Minuten des Testens kann man nochmal überprüfen, ob die Gitarre noch gestimmt ist, oder ob die Mechaniken dem Saitenzug nachgegeben haben.

4. Klang und Optik der Kindergitarre

Selbstverständlich wird ein Gitarren-Neuling noch kein geschultes Ohr haben, mit dem er jede Facette des Klangs eines Instruments beurteilen kann. Dennoch ist es sehr wichtig, dass die Gitarre in den Ohren des angehenden Musikers gut klingt.

Genauso verhält es sich mit dem Aussehen der Gitarre. Ein Instrument, das man optisch ansprechend findet und gern in die Hand nimmt, inspiriert und motiviert den jungen Gitarristen zusätzlich.

Was darf eine Kindergitarre kosten?

Man muss kein Gitarren-Experte sein, um zu ahnen, dass ein Starter-Set mit Gitarre und Zubehör für 39 € inklusive Versand nicht die Qualität eines fünf mal so teuren Instruments bieten wird. Jedoch muss man am Anfang auch nicht allzu tief in die Tasche greifen. Umso älter und größer das Kind wird und je öfter und besser die Gitarre zum Einsatz kommt, desto mehr Geld kann man dem entsprechend für die Gitarre ausgeben.

Brauchbare Modelle bekommt man schon ab ca. 120 €. Natürlich gibt es preislich nach oben so gut wie keine Grenzen, doch weit mehr als 250 € muss man nicht unbedingt in eine Kindergitarre investieren. Der Kauf eines nächst größeren Instruments wird nicht allzu lange auf sich warten lassen.

Bewährte Bestseller unter den Kindergitarren sind:

  • La Mancha – die Modelle Rubinito und Romero Granito (ca. 139 € bis 169 €)
  • Yamaha – die Modelle aus der CGS– und CS-Reihe (ca. 119 € bis 129 €)
  • Ortega – die Modelle R121 und R122 (ca. 139 € bis 169 €)
  • Cordoba – das Modell Requinto (ca. 169 € bis 259 €)

Sollte der nächstgelegene Musikladen nicht viele Kindergitarren im Sortiment führen, kann man ein passendes Modell auch online erstehen. Viele Online-Shops bieten eine 30-tägige Money-Back-Garantie an. So kann man das neue Instrument in Ruhe zu Hause testen.

Das passende Zubehör zur Kindergitarre

Neben den Kosten für die Gitarre und eventuelle Einstellarbeiten sollten unbedingt ca. 70 bis 100 € in sinnvolles Zubehör investiert werden. Auch hier gilt: Lieber ein wenig mehr ausgeben und auf qualitativ höherwertiges Zubehör setzen.

  • Gitarrentasche – empfehlenswert sind Modelle mit integrierter Rucksack-Garnitur und einer Polsterung von mindestens 20 mm. Praktisch ist auch ein Notenfach in A4-Größe.
  • Saiten – falls im Eifer des Gefechts mal eine Saite reißen sollte. Tutorials zur Aufziehen neuer Saiten gibt es reichlich bei YouTube.
  • Stimmgerät – für schnelles Stimmen des Instruments. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche gut funktionierende Apps für das Stimmen am Smartphone.
  • Plektren – für den Anfang empfehlen sich Probier-Packs mit verschiedenen Größen und Stärken.
  • Gitarrengurt – hierbei sollte die Länge verstellbar sein.
  • Fußbänkchen – für die klassische Gitarrenhaltung.
  • Gitarrenständer oder Wandhalterung
  • Notenständer

Kindergitarren: Fazit

Eine Kindergitarre ist ein tolles Instrument für den ersten Ausflug ins Musik-Universum. Sie ist günstiger als ein Klavier, leiser als ein Schlagzeug und um einiges cooler als eine Blockflöte.

Dabei ist es nicht wichtig, in welchem Alter man sich dazu entscheidet in die Saiten zu greifen – für jede Größe gibt es im Handel ein entsprechendes Instrument. Hier gilt: Probieren geht über Studieren. An einem sorgfältig im Musikhandel ausgesuchten Instrument wird sich der Gitarren-Neuling länger erfreuen als an einem Billig-Angebot von Amazon oder eBay.

Getreu dem Motto „wer billig kauft, kauft zweimal“ ist bei der Auswahl des ersten Instruments auf eine gute Bespielbarkeit zu achten, denn eine Gitarre, die dein Neuling nicht gern in die Hand nehmen mag, verdirbt ihm womöglich noch den Spaß am Musizieren.

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