Stimme aufnehmen: Recording Tutorial Gesang aufnehmen
Tutorial Stimme aufnehmen im Tonstudio
Häufig erreichen uns in der Redaktion Anfragen, wie sich die gemachten Aufnahmen beim Abmischen eines Songs noch verfeinern ließen. Nicht selten geht es hierbei um die Vocals, die einfach nicht so recht wie die der großen Vorbilder klingen wollen. In fast allen Fällen liegt des Pudels Kern jedoch wesentlich tiefer als beim Mixing: Die Fehler passieren bereits beim Stimme aufnehmen.
Was die wenigsten dabei realisieren: Eine falsche Positionierung des Mikrofons beim Gesang aufnehmen kann das gesamte Recording so prägen, dass sich die Konsequenzen nicht mehr nachträglich zufriedenstellend bereinigen lassen.
Und genau hier greift unser Tutorial Stimme aufnehmen die Grundlagen auf und erklärt dir, wie Du in deinem eigenen Homerecording-Studio beim Sprache oder Gesang aufnehmen vorgehen kannst. In einfachen Worten wirst Du auf prägnante Weise durch die wichtigen Schritte geführt.
Video: Stimme aufnehmen/Gesang aufnehmen
Das hier ist ein schneller Mix des Songs mit den Aufnahmen vom Miktek CV4, das in den Höhen etwas seidiger auflöst.

Stimme aufnehmen Sprache aufnehmen Gesang aufnehmen
Details zum Video Sprache, Stimme, Gesang aufnehmen
Damit die Grundlagen zum Stimme aufnehmen einfach zu verdauen sind, haben wir die ganze Prozedur in drei Schritte aufgeteilt. Erfahre mehr darüber,
- wie Du das Mikrofon auswählst (Röhre oder nicht),
- wo im Raum die Aufnahmen am besten gemacht werden und
- wie das Mikrofon zum Sänger oder Sprecher gerichtet wird.
Die kompletten Informationen gibt es natürlich im Video selbst. Die verwendeten Mikrofone waren das Miktek CV4 (Röhre) sowie das Miktek C7, die uns freundlicherweise vom deutschen Vertrieb Sound Service zur Verfügung gestellt wurden. Vielen Dank auch an Isabelle Fichtner, die diesen Song für uns eingesungen hat.

19. Feb 2013 | 18:11 Uhr
Schöne Stimme und schöner Track.
Kann es sein das die Stimme nicht Syncon mit dem Bild läuft ??
20. Feb 2013 | 08:51 Uhr
Ja guten Morgen
Vocals aufnehmen ist sicherlich ein Thema, welches viele Fragen entstehen lässt.
Ich halte mich immer ein wenig bedeckt bei diesen im vorne herein definierten Aufnahme Ketten.
Das ist gewiss auch nicht so gemeint, dass man dieses so tun muss.
Bei mir und auch auch wenn ich andere Sänger aufnehme gibt es nur den kürzesten Weg in den PC ohne Zwischenstationen.
Im Höchst Fall einen leichten Reverb auf ausdrücklichen Wunsch.
Ich will doch die Natürlichkeit der Stimme einfangen mit den ihr eigenen Facetten. Das kann ich doch nicht schon im vorne herein bekämpfen mit einer Kette von Plugs.
Und den Raum, damit sich die Vocals schön vordergründig einbetten, schaff ich durch Freiräume im Freqenzbreich.
Ausserdem kann man dann noch mit Automatisierungs Kurven und Ducking Methode ein durchsetzen der Vocals erreichen.
Das ganze Brimborium EQ, Comp, Multi, DeEsser und und und, sind doch alles nur Hilfsmittel und wenn es nicht anders geht, sind diese äußerst sparsam einzusetzen.
Meine Erfahrungen sind hier sicherlich nicht das non plus ultra und auch nichts Neues. Aber hört mal wie schön eine Amsel singt, ganz ohne Compressor und so weiter.
Vielleicht liegt es daran, dass sie von der Natur gegeben auch gut singen kann.
Franz – Hermann Schmidt
20. Feb 2013 | 17:56 Uhr
@Franz: das siehe ich etwas anders wie Du. Das Ziel einer Vocalaufnahme sollte es glaube ich immer sein, das beste Signal aufzunehmen was man auch bekommen kann. Und da die menschliche Stimme den gesamten Frequenzbereich 20Hz – 22KHz abdeckt und natürlich dynamisch ist, sind Hilfswerkzeuge wie Micscreens, Popschutz, De-Esser, Limiter notwendig. Und um das Optimum an Durchsetzungskraft und Transparenz aus dem Signal herauskitzeln zu können ist der Einsatz des EQ´s und des Kompressors notwendig. Und der kürzester Weg ohne Zwischenstationen bedeutet auch, dass das Signal nach der Aufnahme quasi “gefixt” werden muss. Wo aber keine Frequenzen aufgezeichnet wurden, können auch keine dazugezaubert und gefixt werden. Das Signal klingt nach der Bearbeitung mit diversen Plugin´s zwar anders aber nicht unbedingt besser.
Um die Stimme im Mix zu positionieren und sie mit dem Mix zusammen zu kleben, kommst Du um den Einsatz von Effekten wie Delay, Hall nicht herum. Und Hall oder Delay schon in der Recordingkette zu verwenden ist auch nicht unbedingt gut. Hall dazu geben kannst Du mit jedem Plugin. Hall entfernen geht nicht oder nur durch cutten oder gate´n der Hall-Fahnen, was sehr häufig mit Artefakten im Signal verbunden ist. Somit bekommst Du sehr häufig Probleme bei der richtigen Position im Mix wenn Hall schon mit aufgenommen wurde. Es gibt für mich nur ein Argument was dafür sprechen würde. Das wären hochklassige Analoggeräte die einen eigenen Charakter haben und die nicht durch VST zu ersetzen sind.
@Carlos: Wer ist denn der Arrangeur des Songs? Melodisch ist er sehr schön aber auf die technische Umsetzung möchte ich jetzt nicht näher eingehen ;) Natürlich steht der Song nur im Hintergrund und Ziel des Tutorial ist es die Recording-Basics zu zeigen. Da ihr aber eine aufstrebende Webseite seid, die sich mit Musikproduktion befast, hätte ich hier etwas mehr erwartet was den Klang betrifft.
Gruß
20. Feb 2013 | 18:01 Uhr
PS: ich hätte hier im Video evtl. noch die Funktion eines Preamps erklärt und den Unterschied mit und ohne aufgezeigt. Viele Sänger wissen auch nicht was der Unterschied zwischen einem Preamp und einem Audiointerface ist. Hätte sich hier angeboten und auch gepasst glaube ich.
20. Feb 2013 | 19:05 Uhr
Ja Hallo Herr Gast
Ist ja auch voll in Ordnung, wenn Du das anders siehst.
Nur fischst Du ein wenig im Trüben. Natürlich nehme ich den Reverb nicht mit auf, sondern der erscheint nur im Monitoring.
Das kann man mit fast jedem Audiointerface bewerkstelligen.
Alles was unter 40 Hz Herz geht kannst Du ganz getrost vernachlässigen, ebenfalls frage ich mich was Du im 22Khz Bereich noch hörst ? Da kannst Du ja fast schon Fledermäuse mit verscheuchen.
Und ich klebe die vocals auch nicht mit dem Mix zusammen, sondern bette sie ein. An einer guten Stimme brauchst Du nicht kitzeln, und an einer nicht so guten auch nicht.
Der Gesang wird trocken aufgenommen und dann kann man immer noch Hand anlegen.
Franz
23. Feb 2013 | 04:59 Uhr
Der bei tontechnischen Tutorials immer wiederkehrende Satz man solle doch alles ausprobieren ist läßt meine Federn sträuben. Da ist ja das Problem – wenn wir alles ausprobieren sollen, brauchen wir keine Tutorials. “Nimm das, was am besten paßt”, “schau wos am besten klingt”. Das sind Anweisungen die in der Sendung mit der Maus vielleicht ihre Berechtigung haben, da Kinder sich zuviel von den Älteren sagen lassen, eine Anweisung zum selbständig Denken lernen. Know-how heißt Wissen WIE und nicht nur Wissen daß, deshalb Wunsch: Ein wenig Begründung könnte diesen jugendlich gehaltenen Tutorials nicht schaden – WARUM z.B. ein Mikro geneigt besser klingt, dann könnte man auch das übergeordnete Prinzip verstehen.
23. Feb 2013 | 10:45 Uhr
Im Tutorial wird übrigens gesagt, warum das Mikrofon beim Stimme aufnehmen geneigt wird. Schau noch mal rein :)
23. Feb 2013 | 12:11 Uhr
Naja – weil es besser klingt – ist halt etwas dürftig da gebe ich dem Peter schon recht.
Was mich aber auch einmal interessieren würde ist: Wie mache ich denn aus einer richtig schlechten Stimme (nicht Aufnahme) noch was brauchbares, am besten mit einem Beispiel. Ihr habt natürlich immer die super Sänger bzw. Sängerinnen – aber wer hat denn da schon die Möglichkeit? Der Wohnzimmerschrauber der die Tutorials am nötigsten braucht sicher nicht. Ich bin auch manchmal schwer überrascht wenn man manche Sänger live hört wie schlecht diese sind. Im Studio aber brauchbare Stimmen haben. Da muß es doch noch ein wenig mehr geben.
23. Feb 2013 | 17:05 Uhr
Wir haben noch so einige weiterführende Artikel rund um das Aufnehmen von Stimmen, die alles etwas vertiefen.
Was aus der Aufnahme gemacht werden kann, erfährst Du unter anderem in dem verlinkten Artikel unterhalb des Videos.
23. Feb 2013 | 11:22 Uhr
Super Video!
Echt klasse, dass ihr so viele Informationen für uns zusammenstellt!
23. Feb 2013 | 17:02 Uhr
@anderer gast
wenn du nicht zufrieden bist, kannst du doch einfach dein geld zurückverlangen
04. Mrz 2013 | 15:03 Uhr
Vielen, vielen Dank zu diesem Thema!
Da ich eh gerade am suchen bin, hat mir dieses Tutorial sehr sehr geholfen!
Danke !
Wie immer Spitze von seiten Delamar!!
BG Frank
alias Uncommerce
05. Mrz 2013 | 16:00 Uhr
Vielen Dank, Frank. :)
25. Mrz 2013 | 09:45 Uhr
Mir fehlen auch ein wenig die konkreten Begründungen.
Das einzige, was ich mir für die Praxis mitnehme aus dem Video, ist der Abstand zum Mikro, der Abstand des Popp-Killers zum Mikro und die Möglichkeit, Backing Vocals so aufzunehmen, dass man ein wenig vom Mikro zurücktritt und die Raumtiefe mehr nutzt.
Das sind auch gute Tipps, finde ich. Aber mit der Aussage “positionier Dich da, wo es besser klingt” oder “das Mikrofon wirkt geneigt, weil es besser klingt”, kann ich wenig anfangen, außer es auszuprobieren, ohne das Prinzip zu verstehen. Da wären Erläuterungen hilfreich gewesen.
25. Apr 2013 | 22:05 Uhr
Was haltet ihr denn davon: Tutorial mit Aufnahmen von diversen Sängern? Eher etwas dokumentarischer als nur demonstrativ. Dieses Vorher/Nachher herauskristallisieren. Zuschauen wie solch eine Session ablaufen kann.Ich stöber mir hier im Internet die Finger wund und muss jedesmal festellen das es immer nur um die Grundlagen geht. Wollen die mir was vorenthalten? Oder wissen die einfach nicht mehr? Diese Grundlagen habe ich schon x-mal gelesen und gesehen. Wo ist denn die Studioarbeit? das kann doch nicht schon alles gewesen sein.das ist doch hier eine Recording-Webseite,oder etwa nicht?
08. Mai 2013 | 23:49 Uhr
Praxisnahe Tipps sind für die Meisten eigentlich immer mit der Frage “Was kostet das” verbunden. Der Anfänger tendiert dazu zu glauben, dass prinzipiell gilt, je teuerer, desto besser, denn warum sollte wohl sonst jemand 4000 Euro z.B. für ein Neumann Mikrofon ausgeben.
Tatsächlich bekommt man auch für 300 Euro ein brauchbares Mikro, und mit brauchbar meine ich nicht nur das Hobby-Demo oder so. Den wirklichen Unterschied zwischen Budget und Superprofi-Mikrofon hört man nur, wenn alle Komponenten (Vorverstärker, Raum, etc.) aufeinander abgestimmt, bzw. in einer ähnlichen Preisklasse liegen. Nicht zu verkennen: ein/e wirklich guter Sänger/in hört sich auch mit billigem Equipment gut an. Meist kann der Anfänger gar nicht unterscheiden welche Faktoren (Equipment, Gesangskünste, Erfahrung, Tontechnik) eigentlich der Hauptgrund sind warum’s nicht so klingt wie man will.
In der Profiklasse gilt: hier findet man für’s (viele) Geld meist gute Allrounder so dass meist fast jede Stimme passt. Im Budget-Bereich ist die Streuung viel ausgeprägter, so dass auf dem einen Mikro alles schrottig klingt und auf dem anderen alles viel besser. Hat man aber einmal das passende Mikro gefunden, kann man auch im Budget-Bereich Recordings machen die auch profitauglich wären. Wer keinen großen Raum hat, kann sich auch eine Gesangs-Box bauen (Tipp: Wände nicht parallel um Resonanzen zu vermeiden ). Der Vorverstärker ist sehr wichtig. Meiner Erfahrung nach geht da unter 400 Euro gar nix. Besser ist auch einen dafür spezialisierten Vorverstärker extern an die DAW (wenn’s geht, digital) anzuschließen anstatt den im Soundinterface verbauten (Daher beim Soundinterface darauf achten, dass man den dort verbauten Vorverstärker umgehen kann).
Last but not least: Das richtige EQ-ing eines Vocal-Recordings ist ebenso wichtig wie das Equipment. Wer aus Platzgründen keine Raumakustik hat, kann dies leicht nachträglich mit Convolution-Plugins wettmachen.
Fazit: Im Budget-Bereich kommt man/frau ab 700 Euro eine brauchbare Einheit aus Mikrofon und Vorverstärker. Damit’s dann wirklich so schön klingt und alles scheinbar so easy ist, wie in dem Video oben, ist einiges an Erfahrung, Übung und Geduld möglich, aber es geht, garantiert!