Synthesizer Sounds aus Sample erstellen – delamar Kompakt #007

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Synthesizer Sounds aus Samples erstellen

Synthesizer Sounds aus Samples erstellen im Video Workshop: Mike zeigt dir mit seinem SUB37 wie Du aus einem Sample ordentlich Sound rausholen kannst.

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Sounddesign: Synthesizer mit Sample

Du brauchst zunächst einmal einen (Software-)Sampler, der eine geladene Audiodatei im Loop abspielen kann. Wenn deine DAW keinen (guten) Sampler mit sich bringt, kannst Du dir den CWITEC TX16Wx » oder den One Small Clue Grace » anschauen – beide sind kostenlos und richtig, richtig gut. :)

Jetzt lädst Du ein Sample. Nimm für den Anfang einfach irgendeins … Du wirst sehr schnell herausfinden, ob es für die hier vorgestellte Methode geeignet ist. Wenn nicht, lädst Du fix ein anderes Sample. Jetzt zeigt dir Mike alles Weitere:

Sound Design – Synthesizer [Video] – delamar Kompakt #007

1. Bereich wählen

Der grundsätzliche Kniff beim Synthesizer Sounds aus Sample erstellen: Wir verwenden nur einen winzigen Ausschnitt des Samples. Also zoomen wir weit hinein, bis einzelne Schwingungsdurchgänge (Perioden) in der Wellenform klar zu erkennen sind.

Wähle einen Bereich aus, am besten mit mindestens einer Periode darin. Stelle sicher, dass die Loop-Funktion im Sampler aktiviert ist, denn wir wollen bei den Anschlägen einen kontinuierlichen Sound erzeugen. Hör dir jetzt an, wie der gewählte Bereich klingt, wenn Du einen Akkord spielst.

Justiere bei Bedarf die Grenzen des Auswahlbereichs oder verschiebe ihn an eine andere Stelle im Sample, bis dir der Sound gefällt.

2. Hall verwenden

Natürlich klingt der Sound noch ziemlich »nackt«. Ein erster Schritt für mehr Musikalität ist ein Halleffekt (Reverb). Hier gibt es zunächst keine Regeln – gut ist, was gefällt. Wie sich dein Halleffekt mit seinen Einstellungen im Gesamtmix deines Stückes einfügt, soll hier nicht das Thema sein.

Bist Du auf der Suche nach guten kostenlosen Halleffekten? Dann schau mal in die entsprechende Kategorie auf unserer beliebten Liste mit Free VST Plugins » auf delamar.

3. Filter

Jeder bessere Sampler – natürlich auch die eingangs verlinkten Gratis-Plugins – bietet ein Filter, den Du zur Erstellung eines Synthesizer Sounds aus Samples verwenden kannst. Damit kannst Du das Timbre deines Sample-Schnipsels modellieren. Schon eine statische, dauerhaft wirkende Filtereinstellung kann passen. Etwa um Cembalo-artige Sounds per Tiefpassfilter mehr wie ein smoothes E-Piano klingen zu lassen.

4. Hüllkurven

Richtig interessant wird es, wenn Du eine Hüllkurve (»envelope«) für das Filter benutzt. Damit bestimmst Du den Verlauf der Filterfrequenz, die bei jedem Tastenanschlag von neuem moduliert wird. Schau dir im Video an, wie das funktioniert – es lohnt sich.

Auch für die Lautstärke bietet sich eine Hüllkurve an, etwa um den Klang beim Anschlag sanfter klingen zu lassen.



Wie gefällt dir dieses Videoformat? Ist dir noch etwas unklar, was die Bedienung des Samplers angeht? Brauchst Du weitere Tipps für die Nutzung des Filters? Fragen über Fragen – immer her damit, wenn Du noch mehr hast! Wir werden versuchen, sie zu beantworten. :)

So freuen wir uns auf dein Feedback gleich hier unten … und natürlich über eine Weiterempfehlung dieses Artikels bzw. der YouTube-Videoseite auf sozialen Netzwerken, in deinem Lieblingsforum, per Mundpropaganda & Co. Danke! :)

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Lesermeinungen (3)

zu 'Synthesizer Sounds aus Sample erstellen – delamar Kompakt #007'

  • Tom   09. Sep 2016   17:04 UhrAntworten

    Hallo Maik,

    das mal ein Cooler Trick. Werde ich gleich mal ausprobieren.
    Das einzige was mich so bissi stört ist, das sich beide, ich sag mal Auschnitte, trotz verschiedener Samples irgendwie doch bissi gleich anhören.

    Hast vielleicht noch Tipps welche Samples sich für welche Synth Sounds eignen?
    z.B. Vocals für String Sounds oder wenn mal was bassiges machen möchte dann eignet sich eher Sound X/Y. Da hätte mann so kleine Anhaltspunkte, womit man anfangen könnte.

    Danke Dir und Lg Tom

    • Sound&Music   10. Sep 2016   18:24 UhrAntworten

      Hallo Tom,
      das Sampling an sich hat immer etwas überraschendes und daher ist es wie beim Ü-Ei schwerlich ganz genau vorherzusagen, welches Ergebnis man bekommt.
      Es gibt jedoch ein paar "Rezepte", mit denen man in eine bestimmte Richtung hinarbeiten kann.

      - Je kürzer ein Loop ist, so wie hier im Video mit einer Schwingung sehr sehr kurz, wird man zumeist, im positiven Kontext "nervig", "Säge" bis "metallisch Perkussiv" ähnliche Klänge erzielen, die oftmals nach Vintage Synthie-Orgel oder nach typischen Lead&Syncsounds klingen.
      - Je länger ein Loop, um so schwebender und "natürlicher" das Ergebnis.

      - Abgesehen von sehr kurz perkussiven Schlagwerk wie z.B. Hihats, Klopfgeräusche o.ä. (sind jedoch gut für metallische Leads und FM-Sounds), eignet sich aber ziemlich alles für Bass Sounds, ob bauchig wuchtig oder warm schwebend. Man muss sie halt nur auf der Tastatur in den unteren Regionen spielen, daher kann auch insbesondere ein in einer sehr hohen Tonlage gesampelter Ton in den unteren Lagen gespielt als Bass hergenommen werden.
      Je mehr tiefe Frequenzen ein Ton schon an sich hat, also von sich aus schon relativ "voluminös bauchig" klingt, um so Sub-frequenter (also ziemlich fett) wird ein zu erwartendes Bass Sample sein.

      - String Samples, Sweeps und vor allem Chöre, erreicht man mit "Lush" artigen Klängen und vor allem Glocken ähnlichen Tönen, wie z.B. Töne mit einer längeren Hallfahne und man dann in der Hallfahne seine Loop-Punkte setzt.
      Je höher dabei der Grundton (Obertöne), wird man mehr zum Streicher kommen, je dunkler der Ton, wird man mehr hin zum Chor und Orgel gelangen.
      Z.B. kannst du einmal in der hohen Lage auf der E-Saite einer A oder E-Gitarre anschlagen und dann im letzten Drittel der schwebenden Schwingung loopen und du wirst z.B. mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen typischen Sinus-artigen Yamaha CS-80 Synthiestreicher erreichen.

      - Klopf und Schlaggeräusche, z.B. das Herunterfallen eines Füllers oder leeren Plastikflasche, ergeben in den auf dem Keyboard unteren Lagen abgespielt, wunderbare Industrie und Maschinenklänge für z.B. die Geräuschvertonung.

      - Mit Glasgeräuschen, z.B. mit einer Gabel gegen ein Trinkglas trippeln, wird man Glockenklänge und Tiny E-Pianos zaubern können.

      Mit dem Sampling und setzen eines Loops ist es aber alleine nicht getan, denn erst die Modulationen der Hüllkurven und das Filtern eines Samples ermöglichen dir neue und überraschende Klangwelten.

      Viel Spaß beim Experimentieren, es wird sich lohnen.
      Viele Grüße

      • Tom   11. Sep 2016   19:10 Uhr

        Hallo Sound&Musik,

        WOW, Ich bin grad echt Baff was du dir hier für eine Mühe gegeben hast meine Frage Sachlich und mit sehr guten Beispielen zu beantworten.
        Krass das muss ich mir mal echt im einzelnen auf der Zunge zergehen lassen in Tagen von Unkreativität (wasn Wort). Bei deiner Beschreibung kann man echt mal Punkt für Punkt testen und sehen was dabei raus kommt.

        Hab das Thema mit dem Direkt Wave von FL-Studio mal ausprobiert. Und ja das Ergebnis war annähernd wie im Video. Fand ich klasse. Leider ist das Fenster für die Loop Auswahl etwas sehr klein. Aber es funktioniert.

        Ich werde die Sache mal derbe im Auge behalten und rum experimentieren.
        Das ist etwas was mich sehr interessiert.

        Vielen Dank noch mal für deine ausführliche Antwort. Hab ich echt nicht erwartet.

        greez T

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