Drum Bus komprimieren – delamar Mixdoc #001

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Drum Bus komprimieren - delamar Mixdoc #001

Den Drum Bus komprimieren mit allen Finessen - erfahre es hier im Video von delamar Mixdoc #001

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delamar Mixdoc #001 – Drum Bus komprimieren

Wenn Du alle Drums in einem Rutsch – also den Drum Bus – komprimierst, können sie mehr wie aus einem Guss klingen. Das wird im Englischen gerne mit »glue« bezeichnet – die Drums »zusammenkitten«, sozusagen. Und dank der reduzierten Pegel kannst Du später den Mix lauter machen.

Im folgenden Video erfährst Du von Thom Wettstein, wie Du den Kompressor richtig einstellen kannst, um Drums komprimieren zu können … mit Sinn und Verstand, abgestimmt auf das Timing und sonstige Aspekte, die dem Schlagzeug zueigen sind. Thom ist Mastering Engineer bei Mondstein Records und Moderator bei delamar Guitar.

Drum Bus komprimieren [Video] – delamar Mixdoc #001


1. Grundlagen

Kein gutes Lehrvideo kommt ohne eine Einführung aus, in der die Grundlagen des verwendeten Werkzeugs beleuchtet werden. So lernst Du von Thom etwas über die essentiellen Parameter jedes Regelverstärkers und damit auch jedes Kompressors.

Zunächst bestimmt der sogenannte Threshold, wann die Kompression einsetzen soll. Ergo: Wie hoch der Pegel mindestens sein muss, damit der Kompressor überhaupt »anspringt«. Weiter geht es mit den zum Drum Bus Komprimieren genauso wichtigen Parametern Ratio, Attack und Release sowie Make-up Gain. Alles dazu findest Du in unserem großen Ratgeber:

» Alles zum Audio Kompressor: Wie funktioniert der Kompressor?

2. Erste Schritte

Hier ist eine bewährte Methode, wie Du den Kompressor einstellen kannst und sofort hörst, was er mit deinem Drum-Sound macht:

  • Attack & Release – Minimalwerte
  • Ratio – hoher Wert (z.B. 8:1) bis Maximalwert
  • Threshold – langsam vom Maximum (±0 dB) herunterregeln (negativer Dezibel-Bereich)

Im Folgenden lassen wir diesen heftig zusammengestauchten Mix Schritt für Schritt natürlicher klingen. Los geht’s …

3. Anschlagsgeräusche durchscheinen lassen

Mit den oben empfohlenen Starteinstellungen lässt der Sound einen gewissen »Impact« vermissen – die schnellen, Transienten-reichen Anschlagsgeräusche werden gnadenlos mitkomprimiert, da das Attack am Kompressor auf einen sehr niedrigen Wert eingestellt wurde.

Die Lösung: Na klar, das Attack aufdrehen. Versuche es nach und in kleinen Schritten (oder bei gerasterten Einstellungen eben jeweils mit der nächsthöheren Stufe) und lausche, wie sich der Sound verändert – eventuell ist schon deutlich mehr »Kick« von der Kick Drum und ein deutlich zackigere Snare Drum zu hören.

Expermientiere nun mit noch höheren Attack-Werten, um einen noch zackigeren Sound einzustellen. Irgendwann wird aber der Sinn des Kompressors zunichtegemacht – die aggressiven Pegelspitzen werden bei einem zu trägen Attack-Einstellungen nicht mehr ausreichend abgeschwächt.

4. Zwischenfazit

Nun haben wir ein schönes, weitgehend natürliches Attack für knackige Anschläge eingestellt. So weit so natürlich im Vergleich zum Ursprungsklang, doch alle Klanganteile danach – bei Aufnahmen eines echten Schlagzeugs ist das nicht zuletzt der Raumhall der Trommeln – sind stark betont worden.

Der jetzt zu hörende, charakteristisch fette Sound kann sehr wohl gewollt sein und für bestimmte Drums/Genres/Songs passend klingen. In der Regel strebt man jedoch nach etwas mehr Natürlichkeit. Lies weiter …

5. Sustain & Nachhall bzw. Raumanteile zähmen

Der stark verdichtete Sound liegt auch am niedrigen Release. Dadurch wird der Kompressor angewiesen, nur die ersten wenigen Millisekunden des Raumanteils zu komprimieren und dann fast schlagartig die Pegelreduktion zurückzufahren. So rückt das Sustain in den Vordergrund – hier vor allem aus dem »Bauch« der Kick Drum und dem Snare-Teppich bestehend.

Wie erwähnt: In der Regel lohnt sich ein eher entspannter Sound. Dafür musst Du also das Release aufdrehen – und zwar so weit, bis ein Kompromiss aus angefettet-komprimiertem und natürlichem Sound hergestellt ist.

6. Tiefe Bässe durchscheinen lassen

Mit einem internen Sidechain-Filter kannst Du den Sound etwas befreiter, weicher, runder machen. Die Wucht der Bass Drum lässt den Kompressor nicht mehr so stark anspringen, weil durch den Hochpass- bzw. Low-Cut-Filter die tiefsten Frequenzen unbearbeitet durchgelassen werden.

7. Mehrere Kompressoren probieren

Jeder Kompressor klingt anders – die Unterschied sind teils drastisch, selbst wenn exakt die gleichen Parameterwerte eingestellt sind.

So lohnt es sich zweifellos, mehrere zu testen – im Reich der Plugins nichts leichter als das. Du brauchst nur etwas Geduld für Download & Installation von Demoversionen kommerzieller Produkte … oder gänzlich kostenlosen virtuellen Kompressoren, zum Beispiel jene in der Kategorie »Dynamikeffekte« von unserer Bestenliste:

» Free VST Plugins – Dynamikeffekte

Und jetzt …

Wie gefällt dir das Videoformat von delamar Mixdoc? Hast Du gut nachvollziehen können, warum und wie Du den Drum Bus komprimieren solltest? Welche Tipps hast Du als fortgeschrittener Nutzer für die delamari parat, wenn es ans Drums komprimieren geht?

Wir freuen uns auf dein Feedback gleich hier unten … und natürlich über eine Weiterempfehlung dieses Artikels bzw. des Videos auf unserem YouTube-Kanal in sozialen Netzwerken, in deinem Lieblingsforum, per Mundpropaganda & Co. Danke! :)

Ausblick – Die Folgen von delamar Mixdoc

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Lesermeinungen (2)

zu 'Drum Bus komprimieren – delamar Mixdoc #001'

  • Marco Scherer   21. Okt 2016   10:11 UhrAntworten

    Sehr cool! Professionell, gut erklärt und nicht langweilig. Mehr :)

  • PZ   30. Okt 2016   21:13 UhrAntworten

    Danke, wirklich sehr gut erklärt! Wieder ein bisschen mehr Licht ins Dunkel der Dynamikbearbeitung!

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