Aufnahme im Proberaum (mit Video): Demo aufnehmen mit dem Mischpult

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Aufnahme im Proberaum

Eine Aufnahme im Proberaum geht heute einfacher denn je - etwa mit dem Mischpult unserer Wahl ( mehrspurig via USB oder die Stereosumme direkt auf eine SD-Karte). Was Du als Einsteiger beim Band Recording im Proberaum beachten musst, erfährst Du hier ...

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So einfach gelingt dir die Aufnahme im Proberaum

Kennst Du das? Du probst mit Deiner Band und alles flowt gerade so richtig gut und dann sagt einer »Hey, wir sollten das gleich so aufnehmen«. Normalerweise wird dann das Handy oder ein Field Recorder gezückt, doch zum Gegenhören oder für ein Demo eignet sich eine solche Aufnahme nicht.

Das kannst Du aber mit ein paar kleinen Vorbereitungen vermeiden und vielleicht gerade den Moment festhalten, der deinen Track zu etwas Besonderem macht.

Video
Aufnahme im Proberaum machen – So geht’s …

 

Das Setup

Neben der Band, ihren Instrumenten und dem Equipment inklusive Mikrofonen brauchen wir ein Gerät, das alle Quellen unkompliziert einspielen kann.

Wir haben uns für das Presonus StudioLive AR16 USB [Testbericht] entschieden. Das Gute an diesem preisgünstigen Mixer ist, dass man bis zu 16 Spuren auf einmal einspielen und die Stereo-Summe direkt auf SD-Karte aufnehmen kann.

Mit dem PreSonus StudioLive AR16 USB ist die Aufnahme im Proberaum ein Leichtes

Zur Aufnahme im Proberaum ist das PreSonus StudioLive AR16 bestens ausgestattet

Richtig klasse ist aber die mehrspurige Aufnahme in deinen Rechner. Mit dem Mischpult als Audio Interface und »Capture« als Software kannst Du die Instrument auf eigene Spuren getrennt aufnehmen. Und diese Aufnahmen können in der mitgelieferten Musiksoftware »Studio One Artist« weiter verarbeitet und gemischt werden.

Von der Stereo-Summe auf SD-Karte bis zur Mehrspuraufnahme in der DAW hast Du also alle Möglichkeiten, die perfekte Proberaumaufnahme zu erstellen.

Wie Du sehen kannst, sind alle Mikrofone angeschlossen und führen in das Mischpult. Bevor Ihr überhaupt anfangt zu Proben, solltest Du alles angeschlossen und vorgepegelt haben, damit im Falle der Aufnahme einfach nur noch auf Record gedrückt werden kann und das Momentum nicht verloren geht.

Einpegeln

Beim Einpegeln sollte jedes Signal einzeln mit dem Gain-Regler des entsprechenden Kanals verstärkt werden. Orientiere dich beim Aufdrehen der Regel an der mit »Sig« beschrifteten LED links daneben. Sie kann bei ankommenden Signalen in unterschiedlichen Farben aufleuchten:

  • GRÜN = die Verstärkung ist noch nicht zu hoch
  • ROT = Die Verstärkung ist zu hoch

Wenn die LED rot leuchtet, entsteht Clipping – das Signal übersteuert und es entstehen klangliche Verzerrungen. Das musst Du auf jeden Fall vermeiden. Zum Testen spielst/singst Du daher beim Einpegeln kurzzeitig sehr laut. Wenn die LED währenddessen trotzdem die ganze Zeit grün bleibt, ist alles in Ordnung.

Alles zum Thema: Richtig einpegeln bei der Aufnahme »

EQing

Mit diesem Mischpult kannst Du auch erste Equalizer-Einstellungen vornehmen. Hier sind die wichtigsten Grundsätze zum EQing:

  • Stell zuerst alle EQ-Regler auf 12 Uhr
  • Senke eher ab (Regler nach links drehen), als zu verstärken
  • Anhebungen könnten das Signal übersteuern (siehe »Einpegeln« oben)
  • Betone die klangfarblichen Kontraste zwischen den Instrumenten/Stimmen
  • Weiterführende Infos: Equalizing nach Instrument »

Tipp: Bei einer Mehrspuraufnahme solltest Du ohne EQ aufnehmen – die Klangfarben der einzelnen Spuren kannst Du auch später in der DAW-Software noch bearbeiten. Bei einer Aufnahme auf SD-Karte solltest Du allerdings bereits mit den EQs auf den Kanalzügen des Mischpults arbeiten.

Lass nun die Band zusammenspielen und regle die Pegel bei Bedarf noch einmal nach, siehe voriges Kapitel.

Die Aufnahme

Jetzt ist also alles für ein Recording vorbereitet. Wenn Du loslegen willst, hast Du bei unserem Mischpult folgende Optionen:

1. Stereomix auf SD-Karte

Der Stereomix ist der Gesamtklang mit der Mischung aller Spuren inklusive etwaiger Equalizer-Klangformung und Panning (Links/Rechts-Verteilung der Spuren im Stereopanorama). Diese Mischung wird etwa auch über den Hauptausgang an die PA-Anlage oder via Kopfhörerausgang an den Kopfhörer ausgegeben.

Wann reicht es aus, »nur« den Stereomix aufzunehmen und keine Mehrspuraufnahme (siehe unten) zu machen? Immer dann, wenn keine weiterer Feinschliff im Ausmaß einer Studioproduktion erfolgen soll. Beispiele:

  • Kurze musikalische Skizzen festhalten
  • Einen Song proben, gegenhören und dann an Verbesserungen arbeiten
  • Eine ganze Session mitschneiden
  • Eine rohe Demo produzieren – für die Website, Social Media, Veranstalter, …

Um die Stereo-Summe auf SD aufzunehmen, drücke einfach den Aufnahmeknopf [ • ]. Nach der Aufnahme kannst Du mit deiner Band das Ergebnis direkt über die beiden Monitoring-Ausgänge abhören.

2. Mehrspurig in den Computer

Wie bereits erwähnt, hören die Fähigkeiten des PreSonus-Mischpults aber hier nicht auf, denn die Aufnahme kann über die Software »Capture« auch mehrspurig geschehen. Dabei fungiert das AR16 USB als Audio Interface.

Eine mehrspurige Aufnahme ist immer dann von Nutzen, wenn Du deine Aufnahme gezielt weiterbearbeiten, auf Hochglanz bringen, eben produzieren willst – siehe nächstes Kapitel. Denn weil alle spuren separat vorliegen, können sie auch einzeln bearbeitet werden – bei einer Stereomischung ist eine Bearbeitung bestimmter Instrumente und Klänge nicht oder zumindest nur sehr, sehr eingeschränkt möglich.

Nachbearbeitung

Ebenso bietet sich die Möglichkeit, die Aufnahmen in der hauseigenen DAW-Software Studio One Artist weiterzuverarbeiten. Damit kannst Du einen Mix fix und fertig produzieren – der Unterschied zur schnellen Mischung am Pult ist gewaltig, wie Du ↑ im Video hören kannst.

Die mitgelieferte Software kommt mit einer umfangreichen Preset-Bibliothek. Presets sind Voreinstellungen für die integrierten Audio-Effekte, die nach Instrumenten kategorisiert sind. Wähle für den Anfang einfach mal ein nach dem jeweiligen Instrument/Vocal benanntes Preset aus und ziehe es per Drag & Drop auf die entsprechende Spur.

Achtung: Betrachte diese Presets als Vorschläge und Empfehlungen. Sie können inspirieren und einen Startpunkt zur weiteren Bearbeitung über die einzelnen Effektparameter in Equalizer, Kompressor & Co. liefern. Erwarte aber nicht, dass sie den Sound in jedem Fall sofort besser und interessanter machen – dafür sind die Instrumente, Mikrofone und musikalischen Ausdrucksformen von Band zu Band zu verschieden.

Fazit zur Aufnahme im Proberaum

Wie Du also gesehen hast, kannst Du Aufnahmen im Proberaum mit einem Mixer wie dem Presonus StudioLive AR16 USB und ein wenig Vorbereitung sehr einfach realisieren. Deine Band und Du können durch Gegenhören in Echtzeit an euren Songs feilen, ein schnelles Stereo-Summen-Demo aufnehmen oder ein gut vorproduziertes Mehr-Spur-Demo erstellen.

Stehst Du noch ganz am Anfang? Dann vergiss nicht, in unseren großen Ratgeber rund um den Proberaum zu schauen:

Proberaum einrichten: Ausstattung, Schalldämpfung & Co. »

Welche Tipps hast Du rund um die Aufnahme im Proberaum? Mit welchem Mischpult machst Du eine Bandaufnahme bei deinen Übungs-Sessions? Wie grob oder ausgefeilt sind dabei deine Eingriffe per Equalizer & Co.? Wir sind sehr gespannt auf dein Feedback und freuen uns wie Bolle, wenn dir das Video ein paar neue Perspektiven eröffnet hat. :)

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Lesermeinungen (2)

zu 'Aufnahme im Proberaum (mit Video): Demo aufnehmen mit dem Mischpult'

  • Frank Thomas   27. Mrz 2017   08:55 UhrAntworten

    Die Band ist witzig. Gibt es die in "echt"? Wenn ja, wie heißt sie?

    Das Video selbst würde ich mal als "Presonus Werbevideo" einstufen. Es gibt durchaus Alternativen,
    wie zum Beispiel das UFX 1604 von Behringer, das mit einer externen USB-Festplatte auch ohne
    Computer 16 Spuren separat aufnehmen kann.

  • Markus T.   12. Mai 2017   13:13 UhrAntworten

    das Mischpult ist ja ganz nett. Wir benutzen ein 12-Kanal Analog-Mischpult, welches es auch für 16-Kanäle gibt: Behringer UFX1204 Xenyx. Der Clou; Für eine Multitrack-Aufnahme braucht man nur einen USB-Stick, denn das Mischpult bietet auch ein Bedienfeld für die Aufnahme, mit der sich Aufnahme und Wiedergabe bequem steuern lassen. Daher gelingen auch Multitrack-Aufnahmen in 24-Bit auf einen Stick. Wirklich eine eierlegende Wollmilchsau, das Teil. Wir haben schon einige Probemitschnitte fabriziert.

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