Vorlagen, Templates & andere Tricks für das Abmischen

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Templates, Vorlagen, Presets für das Abmischen & Mixdown

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Abmischen/Mixdown mit Vorlagen & Templates?

Ab und an stellt sich die Frage, ob für das Abmischen von Songs eigene Vorlagen angelegt werden sollte. Generell ist es beispielsweise für das Recording eine gute Sache, mit solchen Templates zu arbeiten. Aber gilt das gleichermaßen für den Mixdown? Vielleicht kann ich bereits vorweg nehmen, dass ich selbst beim Mixing kaum bis keine Presets herannehme.

Der Grund hierfür ist, dass jeder Song, jede Aufnahme, jedes Instrument und jede Spur anders funktioniert. Eine Vorlage für das Abmischen würde schließlich auch dazu führen, dass jeder Song gleich klingen würde. Gut, nicht ganz genau. Aber es würden sich eben wiedererkennbare Muster ergeben, die schnell langweilig werden könnten. Zudem würde man dem Song nicht gerecht werden, wenn man sich auf diesen nicht gänzlich und von Grund auf einlassen würde.

Das ist allerdings meine eigene Herangehensweise, die für mich funktioniert, für dich aber nicht richtig sein muss. Deswegen habe ich hier noch einige weitere Gedanken für dich zusammengefasst. Und noch eines vorweg: So ganz eindimensional gehe ich dann doch nicht an die Sache.

Templates, Vorlagen, Presets für das Abmischen & Mixdown

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Track-Presets & Vorlagen für einzelne Spuren

Einige Produzenten greifen gerne auf fertige Track-Presets für bestimmte Spuren (Kick Drum, Snare Drum, etc.) zurück, um damit schneller ans Ziel zu gelangen und einen polierten Song zu erhalten. Unerfahrene Einsteiger greifen hier in den mitgelieferten Fundus ihrer DAW-Software. Diese Track-Presets bieten einen ersten Überblick, was machbar ist und wie sich der gewünschte Sound findet.

Ein Nachteil der Verwendung dieser generischen Spurvorlagen ist, dass sie das Ausgangsmaterial (die Aufnahme) nicht kennen und deswegen auch selten wirklich gut passen. Du kannst dir das in etwa wie einen Anzug von der Stange vorstellen. Manchen Männern passt er recht gut, aber die meisten Menschen sehen darin nicht gut aus. Weil er zu groß, klein, eng, weit oder einfach falsch proportioniert ist. Und dann gibt es diesen auch noch in zahlreichen Größen von S bis XXXL – wenn er also passt, ist es eher zufällig.

Im Gegensatz dazu steht der maßgeschneiderte Anzug oder der manuell angefertigte Sound. Hier wird jeder Audio-Plugin auf die jeweilige Spur angepasst und so der Sound perfektioniert.

Etwas erfahrenere Produzenten nutzen solche Track-Presets, um einen gewissen Sound zwischen verschiedenen Songs eines einzelnen Albums zu kopieren. Diese sollen in diesem Fall ähnlich zueinander klingen und werden dann auch nachträglich noch manuell angepasst. Was mir persönlich an dieser Herangehensweise nicht gefällt ist, dass die Songs sich eben doch sehr schnell ähneln und nah beieinander sind – ich bevorzuge, wenn jeder Song den Sound bekommt, den er verdient.

Worauf ich selbst manchmal zurückgreife ist auf fertig angelegte Effektketten, die in einem solchen Track-Preset gesammelt sind, aber nicht aktiviert und genullt. Das bedeutet, dass wenn diese auf eine Spur geladen werden, sie keinen Einfluss auf den Sound nehmen. Zwar ist dabei die Versuchung groß, zu viele Effektplugins zu nutzen (wenn sie schon einmal da sind), aber es erspart einiges an Zeit. Hier geht es mehr um bewährte Kombinationen von bestimmten Plugins für bestimmte Arten von Spuren.

 

DAW Templates zur Organisation

Eine andere Herangehensweise ist, ganze DAW-Vorlagen abzuspeichern und diese nur zur Organisation zu nutzen. Hier geht es ebenfalls um die Zeitersparnis gleich zu Anfang beim Mixdown. So könnten beim Laden einer solchen Vorlage bereits leere Spuren für die häufigsten Musikinstrumente bereitstehen: Kick Drum, Snare Drum, Hihat, Bass, etc.

Ich selbst organisiere meine Instrumentengruppen in bestimmten Farben, um mich besser in einem Projekt zurecht zu finden. Beispielsweise sind meine Schlagzeugspuren in brauner Farbe gehalten, während der Bass giftgrün ist und die Vocals in Blautönen gehalten sind.

In diesen DAW-Vorlagen können dann auch bereits Gruppen angelegt sein, beispielsweise alle Drums durch eine Gruppe, etc. Auch könnten alle Spuren bereits benannt sein und dir auch hier etwas Zeit ersparen.

 

Vorlagen, Templates und Presets für die Send-Effekte

Und jetzt kommen wir an die Stelle, an der ich tatsächlich sehr gerne zu Vorlagen greife: bei den Send-Effekten. Für diese Spuren nutze ich in der Tat festgelegte Effektketten, die in der Regel nur wenig von Song zu Song verändert werden. Hierzu zählen in meinen Projekten die Reverbs, Delays sowie einige Modulationseffekte.

Es kommt durchaus vor, dass die Einstellungen der einzelnen Plugins verändert wird. Wenn das aber nicht geschieht, läufst Du erneut Gefahr, dass sich deine Projekte alle gleich anhören und kurz nach der Entwicklung eines eigenen Stils bereits die Langeweile beginnt.

Ob Du in deinen Songs auf solche Track-Presets, Effekt-Vorlagen oder andere Templates zurückgreifst, hängt stark von deinen eigenen Präferenzen und deinem Workflow ab. Probiere doch alle Vorschläge aus und schreib uns dann in die Kommentare unter den Artikel, welche Herangehensweise für dich am besten funktioniert.

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Lesermeinungen (9)

zu 'Vorlagen, Templates & andere Tricks für das Abmischen'

  • Wolli   03. Jan 2014   09:05 UhrAntworten

    Das arbeiten mit abgespeicherten Effektketten, gerade bei Brot und Butter Spuren wie Kick, Snare usw. macht schon Sinn. Gerade um schnell einen Eindruck vom Material zu bekommen. Wichtig ist aber (!!!), dass man die Plugineinstellungen im nachhinein auch entsprechend dem Material anpasst. Hört sich zwar lapidar an, ich persönlich verdaddel das aber häufig aus Bequemlichkeit von wegen "... na hört sich doch gut an.

  • Marcel   03. Jan 2014   11:17 UhrAntworten

    Zu meinem Vor- oder auch Nachteil,
    habe ich mich bisher eher kaum bis gar nicht mit Templates und Presets auseinandergesetzt :-).
    Wobei gerade beim Mixdown es für für Gruppierung echt gut wäre, da ich häufig leider die erste Zeit damit beschäftig bin zu organisieren.

    Die Presets der Plugins kommen inzwischen auch immer seltener zum Einsatz, da ich immer wieder merke das diese eben alles andere als passen und ich eh wieder einstellen muss.

    Alles was Organisation angeht denke macht es Sinn sich entsprechende Templates an zu legen für alles andere würde ich eher einfach nur hinhören und mich nicht von Plugin Presets und Co verleiten lassen den Sound "08/15" zu formen.

  • Ecki   03. Jan 2014   12:03 UhrAntworten

    Na klar, funktionieren DAW-Presets. Wenn man eine saubere Aufnahme gemacht hat, passen die meisten Standard Presets deiner DAW sehr gut. Natürlich ist damit der Mix nicht getan, aber ein Rough-Mix nur mit Presets funktioniert, sofern das Recording gut ist.

  • Raphael   04. Jan 2014   11:07 UhrAntworten

    Ich persönlich habe bisher eher weniger auf vorgegebene Templates zurückgegriffen, auch wenn es - gerade bei ganzen Alben Produktionen - durchaus Sinn machen würde hier irgendwelche Templates zu benutzen um einen homogeneren Sound zu erzielen, bzw. um auch Zeit zu sparen.
    Bisher habe ich das alles immer alles von Hand gemacht ...

  • Franz – Hermann Schmidt   04. Jan 2014   11:45 UhrAntworten

    Halte da garnichts von, denn gerade dadurch entsteht die Einheitssuppe.

    Jeder Song sollte sich seine Individualität bewahren.

    Reicht doch, wenn die Tonleiter immer die gleichen Töne hat.

    Bei Effektketten sehe ich das etwas anders, und finde es schon gut, wenn man da auf gewisse Organisation zurückgreifen kann, und eventuell nur die Dosierung hier und Da verändern muss.

    LG Condor

  • Hirade   04. Jan 2014   12:33 UhrAntworten

    Vorlagen und Templates sind m.E. dasselbe.

    Ich finde Vorlagen für den WorkFLow sehr wichtig.

    Bei den Aufnahmen habe ich verschiedene Vorlagen die die Mikrofonierung, die Instrumente, Farbgebung, Spurbenennung, Standardeffekte (alle deaktiviert), Reverb und Delay Kanäle usw. alles bereits als Vorlage bereitstellt. Das erspahrt sehr viel Zeit und vor allem sehen alle Projekte gleich aus mit der Farbgebung Benennung usw.
    Natürlich ist eine Vorlage nicht 1:1 zu benutzen, sondern dient als Grundgerüst, welches dann an die Situation angepasst wird.

    Dasselbe habe ich für das Mastering. Verschiedene Templates für verschiedene Stilrichtungen, mit den nötigen wenigen Effekten (ein guter Mix braucht ja nicht mehr gross gemastert werden) Kompressor, Widener, EQ, Limiter und natürlich 16bit Dithering.
    Aber wie gehabt, als Vorlage und nicht Vorgabe, es wird natürlich jedes Plugin an den Song angepasst.

    Bei den Effekten selbst habe ich mit der Zeit ebenfalls Vorlagen erstellt, auf Basis einer DAW Vorlage (;), welche mir passt und ich auch kenne (was wo warum angehoben oder abgesenkt). Aber auch hier, auch diese werden jedem Song dann individuell angepasst.

    Also ohne Vorlagen verbrät man unnötig Zeit zum Erstellen der Grundlage, und eine nötige Qualitätskonsistenz kann nicht eingehalten werden (mal schlechter drauf, mal was vergessen, mal das Gehör nicht top usw.) - finde ich.

  • Hatti   04. Jan 2014   15:43 UhrAntworten

    Es ist eigentlich schon ganz richtig jeden Song zu individualisieren. Die Frage bleibt aber, warum dann vor der CD Pressung alle Songs wieder in ein einheitlich zu klingendes Album als ein Punkt in der Liste des Mastering in den kommerziellen Studios ansteht. Das ist als Vergleich ein wenig so, als hätte ich bei der Mülltrennung in die verschiedenfarbigen Tönnchen anschließend einen Mitarbeiter, der zum Abtransport alles wieder in nur einen Sack füllt!

    Also bei den Dawpresets, die als Vorlage nur organisieren ohne am Ton was zu machen, scheint hier einheitlich kein Veto anzuliegen!

    Bei den anderen Presets wird man wohl einen gewissen Vorrat angelegt haben müssen, der dann ständig durch folgende Produktionen noch angepasst und/oder auch erweitert werden muss. Auch Carlos benutzt fertige Effektketten, die aber noch angestellt bzw. individuell eingestellt werden müssen. Wer wird immer wieder das Rad neu erfinden wollen im Computerzeitalter? Oder genauer: Wer hat noch die Zeit dazu!

    Nur für Kontrollen lassen sich meiner Ansicht nach auch mal komplette z.B. einem Proberaum angepasste selbstgemachte 'Fertiggerichte' erfolgreich nutzen.

  • Peter C.   04. Jan 2014   23:49 UhrAntworten

    Ich benutze auch kaum bis nie vorgefertigte Presets.

    Andererseits- und da glaube ich machen das wie auch ich eigentlich doch wiederum viele so, das man in seinen individuellen Mixings auf Lieblingseffekte und doch immer recht ähnliche Parameter etc. zurückgreift, weil sie sich für die vielen Situationen im Produktionsprozess für einen einfach bewährt haben und man schon ganz genau weiß, wo man mit dem Effekt hin oder welchen man haben möchte.

    Im Grunde hat ein jeder so seine bewährten "im Kopf-Presets und Voreinstellungen", die mal mehr oder weniger stark, von Song zu Song im Grunde meist nur noch entsprechend anpasst.

    Ich finde daran auch nichts schlimmes, denn was bei einem Song sehr gut funktioniert hat, sollte dann auch bei einem anderen, ähnlichen Song eine gute Basis bilden können.
    Ich finde es auch nicht schlimm, wenn Songs auf einem Album mit der einen und anderen ambienten Abwechslung, aber dennoch wie aus einem Guss klingen.

    Wenn 12 Tracks auf einem Album untereinander völlig gegensätzlich und vollkommen unterschiedlich klingen, dann kann das zwar auch durchaus interessant sein, aber ich finde es dann auch etwas anstrengend oder es geht mir aber auch die Identifikation abhanden, wofür der Künstler mit seinem Sound eigentlich steht.
    Gegen Abwechslung hat wohl keiner etwas, aber ich glaube auch nicht, das man z.B. auf einer Party nun auch 12 verschiedene Getränke zu sich nimmt, ohne das es einem Bauch- oder Kopfschmerzen macht.
    Ich finde, mit der Musik- sei es das Mixing bis hin zur Zusammenstellung der Tracks auf einem Album, verhält es sich da vergleichsweise ähnlich.

    • Hirade   05. Jan 2014   10:46 UhrAntworten

      Schöner Vergleich : "auf einer Party nun auch 12 verschiedene Getränke zu sich nimmt, ohne das es einem Bauch- oder Kopfschmerzen macht" ;)

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