USB für die Musikproduktion optimieren

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USB für die Musikproduktion optimieren

Vor einigen Jahren noch wurde die USB-Schnittstelle unter Musikern als untauglich belächelt. In der Zwischenzeit ist klar, dass sie auch im professionellen Lager nicht mehr wegzudenken ist und aller Voraussicht nach sogar FireWire ablösen wird. Der USB-Anschluss ist also inzwischen der Standard für den Anschluss von Peripherie am Computer zu der auch Audio Interfaces gehören.

Und obwohl das USB Protokoll besonders benutzerfreundlich und für Plug-&-Play entwickelt wurde, kommt es ab und an zu Problemen. Hier sind also einige Tipps, die dir helfen können, deine Probleme mit USB am Audio Computer zu lösen.

 

1. Updates und Service Packs für das Betriebssystem

Zu allererst sollte das Betriebssystem (gleich ob Mac oder PC) auf den neuesten Stand gebracht werden. Bei Windows heisst es ja oft, dass man zum Musikmachen am besten ohne Service Pack auskäme. Das ist nicht so. Mindestens das Service Pack 1 bei Windows XP sollte installiert sein.

Für den Mac gilt eigentlich dasselbe. Die Implementierung von USB ist mit den Updates immer besser geworden (mal von den anderen Verbesserungen abgesehen).

 

2. Updates der Treiber

Ein weiterer Punkt, der eigentlich offensichtlich ist, dennoch aber gerne vergessen wird, sind die Updates der Gerätetreiber. Angefangen mit den neuesten Chipsatz-Treibern für das Motherboard über die Treiber für das Audio Interface und der sonstigen Peripherie.

 

3. Ungenutzte Geräte abstöpseln

Wenn es zu Problemen mit einem USB-Gerät kommt und die vorhergehenden Schritte noch nicht haben helfen können, dann gibt es ein weiteres effektives Mittel. Manchmal kommt es zu Wechselwirkungen zwischen unterschiedlicher USB-Peripherie am selben Port. Hier hilft, einfach mal alle ungenutzen Geräte zu entfernen.

 

4. Nicht genug Ports?

Obwohl die meisten Mainboards heutzutage mehr als genug USB-Ports mitbringen, kann es bei aller Vielfalt an USB-Geräten zu einem Mangel kommen. In diesem Fall hast Du zwei Möglichkeiten.

Entweder Du baust eine zusätzliche PCI-Karte mit weiteren Ports ein oder Du erweiterst einen deiner Slots mit einem so genannten USB-Hub. Bei diesem handelt es sich um ein weiteres USB-Gerät, das in einen USB-Slot gesteckt wird und dann 2-8 weitere Ports zur Verfügung stellt.

Ganz wichtig ist es hierbei einen zu kaufen, der eine eigene Stromzufuhr bekommt. Ansonsten könnte es zu Problemen mit der Stromzufuhr aus dem urspünglichen Port geben. Ich selbst nutze einen solchen USB-Hub um die vielen Dongles an den Audio Computer anzuschliessen und die eigentlichen Anschlüsse für die wichtigen Geräte freizuhalten.

 

5. Das richtige Kabel

Wie der ein oder andere wohl schon am Preisetikett im nächsten Laden festgestellt haben dürfte, gibt es sowohl teure als auch billige Varianten von USB-Kabel. Ich selbst habe beide Varianten im Einsatz und habe, ehrlich gesagt, noch nie einen Unterschied feststellen können. Die teureren Varianten halten sicherlich länger als die billigen, aber in Sachen Datentransfer gibt es wohl keine Unterschiede.

 

6. Und wenn es doch noch Probleme gibt?

Tja, wenn Du unlösbare Probleme mit deinen USB-Anschlüssen hast, dann kann ich dir nur noch einen letzten Tipp geben, der sich für mich schon einige Male als wahr herausgestellt hat. Und das, obwohl es auf den ersten Blick keinen Zusammenhang geben kann: Die Grafikkarte ist schuld!

In diesem Sinne wünsche ich noch gutes Gelingen und bin gespannt auf deine Tipps in Bezug auf das Optimieren von USB für die Musikproduktion, die Du mir und allen anderen delamari hoffentlich in die Kommentare schreibst.

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Lesermeinungen (8)

zu 'USB für die Musikproduktion optimieren'

  • mister_pure   14. Jun 2010   16:00 UhrAntworten

    Noch ein weiterer Tipp: Kurze Kabel für's Audiointerface. Hatte mal ein langes für mein 16 Kanal Audio und immer wieder abstürze. Seit ich ein kurzes benutze, habe ich kein Problem mehr.

    Zudem plädiere ich dafür die gleichen Geräte immer in den gleichen Steckplatz zu setzten: Keine neuzuweisung für midifernsteuerung nötig. (Automatische erkennung z.b. bei ableton)

    Wenn usb hub, dann empfehle ich über diesen nur midi daten und am besten kein audio zu schicken. Zudem am besten midi geräte, die einen eigenen Stromanschluss haben.

  • aLf   15. Jun 2010   00:37 UhrAntworten

    Ich würde trotzdem immer (noch) Firewire gegenüber USB bevorzugen.

    Die Datenbus-Auslastung bei einem Firewireport ist geringer, da der FW-Port sich kaum mit keinem anderen Gerät die Datenleitung teilen muss. Der USB-Bus muss allerdings viele Geräte wie z.B. Maus, Tastatur, Drucker, Dongles, USB-Stick, Scanner e.t.c. verwalten und der Datendurchsatz ist daduch dementsprechend geringer.

    Hängen die Geräte alle an einem Hub, der an einem USB-Anschluss eines Computers angeschlossen ist, wird immer das langsamste Gerät an der Kette die Geschwindigkeit drosseln (der kleinste gemeinsame Geschwindigkeitsstandard entscheidet).

    Wie mein Vorredner schon erwähnte - am besten (gar nicht!) kein Audio-Interace, oder eine externe Festplatte an den Hub hängen.

    Für mich ist bei Audio & Videobearbeitung die Verbindung über den FW-Port schon immer der erste Wahl.

  • Carlos (delamar)   17. Jun 2010   11:10 UhrAntworten

    Ich war bisher eigentlich auch immer auf der Seite von FireWire. Aber in letzter Zeit hatte ich tierische Probleme nach dem Einbau einer neuen Grafikkarte. Die hat die Wiedergabe, aber vor allem auch die Aufnahme mit meiner FireFace extrem gestört.

    Das war ein Problem, das ich auch zu anfangs hatte und damals mit dem Kauf einer bestimmten FireWire-Controllerkarte lösen konnte. Wenn ich mir nun im Vergleich die USB-Audio Interfaces anschaue und hier teste, dann muss ich neidlos zugestehen, dass die dick aufgeholt haben und dass auch USB heute absolut gangbar ist.

    • fatman   08. Nov 2016   20:18 UhrAntworten

      Muß Dir Recht geben. Hatte ein t.c.electronic Konnekt an einem FW Anschluß betrieben. Jetzt habe ich ein audient iD22 am USB hängen. Hatte bei beiden keine Probleme. Das Konnekt hatte minimal bessere Lantenzzeiten. Ob das was mit dem Anschluß zu tun hat. Ich vermute mal, das eher die Treiber eine Rolle spielen, wie man an RME ja erkennen kann. Inzwischen habe ich auch die Grafikkarte gewechselt und glücklicherweise keine Probleme bekommen. Allerdings setzte ich auch nur Karten ohne Lüfter ein, da meine graphischen Ansprüche am Audio-PC nur klein sind.

  • alexander   26. Nov 2011   11:50 UhrAntworten

    grüß euch. danke vorerst für deine mühen (carlos) und natürlich auch ein danke an die vielen lesermeinungen!
    hab das steinberg ci1 audiointerface und hab ein nervendes, störendes signal im audiosignal! auch wenn ich die maus bewege verstärkt sich das signal. wenn ich über die onboard soundkarte abhöre habe ich kein proplem, sobald ci1 angeschlossen: nervendes geräusch. könnt ihr mir vielleicht weiterhelfen, danke und weiter so

  • Eric   09. Mai 2012   13:34 UhrAntworten

    Hallo Carlos!
    Kommt vielleicht etwas spät - aber hier noch ein Tipp. Ich hatte bei meinem Usb-Audiointerface immer ein Störgeräusch auf der Aufnahme. An 3 verschiedenen PCs! Lösen konnte ich das Problem mit einem USB-Kabel mit Ferritkern. Diese sind zwar etwas teurer, aber das Störgeräusch war komplett weg.
    Gruß - Eric

  • Andreas Albrecht   06. Sep 2012   14:30 UhrAntworten

    ich muss immer wieder staunen...selbst mit meinem uralten M-audio OZONE Audio / Midi controller von 2003 ! mit USb 1.1 nie Probleme gehabt( 2,3ms Latenz). Als Tip habe ich mal gelesen, das man mal auf seinem Motherboard schauen sollte wieviel Controller für die ganzen USB Ports eigentlcih zur verfügung stehen.. Zwei getrennte sollten es schon sein.Den Vorrednern schließe ich mich an. An dem Port wo das Audiointerfae hängt....nicht ein einziges weiteres Gerät mit anschliessen. Noch was: Um USB-Traffic zu reduzieren: Am Audio -PC habe ich ganz old school Maus und tastatur am PS/ 2 Port...nicht am USB. Es gibt sogar Adapter von USB auf PS/ 2...Gruß Andreas

  • Egon Schmidt   28. Feb 2013   13:08 UhrAntworten

    ... und keinenfalls zeitgleich am USB-Bus Festplatten betreiben, ..

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