Top 5 Fehler beim Verwenden von Hall / Reverb bei der Abmischung
Top 5 Fehler beim Verwenden von Hall / Reverb bei der Abmischung
In diesem Artikel habe ich für Euch eine Liste der fünf häufigsten Fehler bei der Verwendung von Hall im Mischen zusammengestellt, damit Ihr diese in Euren Produktionen umschiffen könnt. Und wenn ich mir gerade so durchlese, was alles hier steht, dann solltest Du diesen Artikel mit den häufigsten Fehlern in der Verwendung von Reverb und Hall unbedingt an deine Freunde und Bekannten weiterempfehlen.
Noch immer höre ich viele dieser Probleme in den Produktionen von jungen Musiker, dabei wäre es so einfach…
- Zu viel Hall
Je länger man an einem Mix arbeitet und je tiefer man sich hineinproduziert hat, desto mehr verliert man an Perspektive. Und da kann es schnell passieren, dass man den Hall-Effekt übertreibt und sich das Ergebnis plötzlich nach Rex Gildo anhört. Es empfiehlt sich immer wieder andere (kommerziell produzierte) Musik im A/B-Vergleich zu hören und dort auf die Verwendung des Halls und der Effekttiefe und deren Details zu achten.
Kurze, dafür aber regelmässige Pausen helfen die Ohren frisch zu halten und die Perspektive nicht zu verlieren.
- Der falsche Hall
Menschen sind an den Klang von Hall gewöhnt, in jeder Situation nehmen wir ihn als Rauminformation wahr. In der Musikproduktion wird Hall eingesetzt, um die Instrumente im Mix zu positionieren und / oder Ihnen zum Beispiel einen gemeinsamen Raumeindruck zu verschaffen.
Da wir Menschen, wie oben erwähnt, jeden Tag den unterschiedlichsten Hällen und Rauminformationen ausgesetzt sind, bekommen wir eine gewisse Vorstellung davon, wie Dinge zu klingen haben. Das führt dazu, dass man in der Musikproduktion den Hall geschickt aussuchen muss: Es macht wenig Sinn ein Kammerorchester in einem Bad zu positionieren. Natürlich könnte man dies als kreativen Effekt einsetzen, aber eine solche Verwendung von Hall würde von den meisten Hörern “falsch” empfunden werden.
- Hall auf den falschen Sounds
Beim Mischen von Songs verwendet man Hall gerne dazu, um Sounds in verschiedene Tiefen-Ebenen einzuteilen und damit deren Präsenz im Mix zu gewichten. Sounds mit viel Hall und langen Pre-Delay Zeiten wirken für den Zuhörer weiter weg, tiefer im Mix. Im Gegensatz dazu wirken Sounds mit wenig Hall und kurzen Pre-Delay Zeiten näher am Zuhörer. Es lohnt sich, die Band auf einer Bühne zu visualisieren, und sich bereits im Vorfeld des Mischens Gedanken über die zu verwendenden Hall-Effekte zu machen.
In der Regel befindet sich ein Sänger vor der Band auf der Bühne und sollte deswegen auch im Mix relativ weit vorne stehen. Sounds, die bereits von Haus aus viel Hall haben (Pads zum Beispiel) benötigen oftmals keinen weiteren Hall bei der Abmischung.
- Hall auf tieffrequenten Instrumenten
Hall auf tieffrequenten Instrumenten wie Kicks oder Bass kann zu einer unnötigen Dichte von Audioinformationen im unteren Bereich des Frequenzspektrums führen und den Mix zu einem breiartigem Einerlei machen. Ausserdem verkleinert man sich damit den Headroom und dadurch auch die mögliche Lautheit des Mixes.
Es ist in vielen Musikrichtungen nicht ungewöhnlich gar keinen Hall auf Kick oder Bass zu geben.
- Schlecht klingender Hall
Da Hall ein akkustisches Phänomen unserer Umwelt nachbildet, das der Mensch schon aus Überlebensgründen seit frühester Kindheit gelernt hat richtig zu interpretieren, werden schlechte Hall-Effektgeräte schnell als solche erkannt und als billig empfunden.
Eine einfache Regel ist hier: je schlechter der Hallalgorithmus, desto weniger Hall verwendet man im Mix. Der Umkehrschluss ist deswegen übrigens nicht gleich automatisch richtig ;)
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05. Nov 2007 | 16:53 Uhr
Gute Hall-Effektgeräte sind leider sehr sehr teuer, gibt es vielleicht etwas günstiges UND gleichzeitig Gutes?
11. Nov 2007 | 13:59 Uhr
Ein sehr guter, dafür aber kostenloser Hall-Effekt für die VST-Schnittstelle ist der SIR von Christian Knufinke auf knufinke.de/sir/
13. Nov 2007 | 14:33 Uhr
Ich hab immer das Problem mit Hall, dass man den Rap nicht gut versteht. Auch wenn ich nur wenig Hall verwende?
Hast Du ein Tip?
27. Okt 2010 | 12:10 Uhr
hey toni!
kann es sein das du vielleicht den reverb als insert effekt laedst?
denn dann hast du keine chance auf ein klares abbild.
immer als sendeffekt, vielen anfaengern ist das nicht bewusst.
13. Nov 2007 | 19:50 Uhr
Ohne etwas gehört zu haben wird es schwierig, Dir einen guten Tipp zur Verwendung von Hall zu geben.
Mein Tipp ins Blaue wäre mal das Pre-Delay hoch genug anzusetzen, damit der trockene Anteil der Stimme genug Zeit hat, um sich durchzusetzen gegenüber der Hallfahne. Und vielleicht hilft auch ein Filter, der die tieffrequenten Anteile des Halls wegschneidet.
Aber vielleicht kannst Du ja mal einen Link zu einer Deiner Aufnahmen posten.
18. Jan 2008 | 22:27 Uhr
Hallo Jungs,
ich hab mir eben mal euer Tutorial durchgelesen und bin da auf einen kleinen aber entscheidenden Fehler gestoßen:
kurzes Pre- Delay wirkt diffuser und indirekter und somit weiter weg, während langes PD das Direktsignal vom Raumsignal entkoppelt, wodurch das Direktsignal präsenter und weiter vorne erscheint. Pegeldifferenzen zwischen Direktsignal und Reflexionen tun ihr Übriges zur Vorne/ Hinten- Positionireung im Mix.
18. Jan 2008 | 22:53 Uhr
@ Toni:
Vielleicht solltest du ersteinmal versuchen, deine Vocals richtig zu EQen, d.h. schau mal ob die Sprachverständlichkeit (Formantenidentifizierbarkeit) gegeben ist, ohne dass irgendein Send- Effekt drauf ist. Wichtig ist auch, alle nervigen oder mulmenden Resonanzfrequenzen zu entzerren- selektiv abzusenken. Mehr Sprachverständlichkeit erreichst du, indem du vorsichtig und selektiv mit Anhebungen zw. 2 und 10 kH.z experimentierst. Pauschal kannst du des weiteren alles unter 100 Hz komplett cutten, oder sogar unter 150 Hz. Dann sind schonmal alle Tiefen Fr., die nur unnötig Energie im Mix verbrauchen und die VUMeter ärgern weg. Und nochwas: viele Hip Hopper haben die Angewohnheit, das Mic beim Rappen in der Faust verschwinden zu lassen und die letzte sichtbare Zone mit dem Mund so dicht zu maltretieren, dass der Sound nur noch scheiße und mulmig sein kann. Hier kommt der sog. Nahbesprechungseffekt zum Tragen. Dazu findest du mehr Nützliches im Netz.
Zuletzt das richtige Pegeln nicht vergessen und etwas Kompressorenarbeit kann auch nicht schaden um die Stimme fetter und gefühlt lauter zu machen.
15. Okt 2008 | 16:46 Uhr
Was ich erwähnenswert finde, ist dass externe Hallgeräte – auch in der Einstiegspreisklasse – meist besser klingen als VSTs oder AUs!
Also auch mal damit liebäugeln vllt. doch ein günstiges Hallgerät einer verhassten Firma mit dem “B” am Anfang zu verwenden, als die in Cubase, etc. mitgelieferten Effekte! Einen Unterschied hört man auf jeden Fall!
Und wer nen bissl Geld hat – nehmt das Lexicon dass in eurem Preisrahmen liegt – da habter mehr von! ;)
Beste Grüße, Czebo
15. Okt 2008 | 17:27 Uhr
Woher nimmst Du die Gewissheit, alle VST und AU Halleffekte über einen Kamm zu scheren?
Das Behringer Gerät, das besser als der Oxford Reverb, Altiverb und Konsorten klingt möchte ich mal hören…
:)
15. Okt 2008 | 23:08 Uhr
Ich habe nie behauptet, dass ALLE VSTs oder AUs einheitsbrei sind und alle schlechter klingen als externe Effektgeräte!
Das stimmt keinesfalls – aber es geht hier ja größtenteils um Homerecording – und da wird nunmal nicht auf teuren Macs mit Logic Pro oder fetten Pro Tools etc. gearbeitet, sondern eher mit Freeware Programmen oder günstigen DAWs.
Cubase hat z.B. von Haus aus keinen sehr flexiblen Hall… klar mit dicken VST Bundles geht das wieder – aber wer hat schon für Homerecording das Oxford Bundle etc. für >1000€
Also klar – jeder muss für sich entscheiden, welcher Hall ihm besser gefällt – es gibt sicherlich auch ganz gute Free-VSTs – aber ich finde so ein externes Gerät macht schon ne Menge her – zumndest im Homerecording ;)
Beste Grüße, Czebo
15. Okt 2008 | 23:24 Uhr
Achso, ich hatte Deine Aussage dann wohl fehlinterpretiert. Natürlich gibt es im Low-End Bereich auch gute Hall-Effekte. Der SIR sei mal genannt: kostenlos und ziemlich gut.
Und die Spanne im Homerecording ist schon immens groß von Amateur bis Semi-Pro oder Pro, der zuhause arbeitet…
27. Okt 2010 | 12:19 Uhr
Carlos eine Frage,
du als Cubaseuser muesste da am besten bescheid wiessen.
was haelst du von den cubase5.5 reverbs? wie gross ist der unterschied wirklich zu anderen?
und was gibt es fuer guenstige alternativen?
27. Okt 2010 | 12:43 Uhr
Der REVerence ist gut, aber ich verwende immer andere Hall-Plugins. Das ist aber rein subjektives Empfinden und auch Gewohnheit. Aus einem fertigen Mix würde das keiner heraushören.
Der Knackpunkt ist “günstig”. Die preiswerteste Alternative ist sicherlich der Hall in Cubase.
15. Okt 2008 | 23:30 Uhr
Klar… ich hab ja auch dazugeschrieben, dass ich jedem der das Geld hat eher nen Lexicon empfehle – ich dachte das genügt als Relativierung!
Ich bin gewiss niemand, der Behringer Produkte in den Himmel lobt – eher im Gegenteil ^^
Aber besser als einige mitgelieferte Plugins in günstigen DAWs finde ich die Gerätschaften dann doch! Großer Vorteil ist für Einsteiger und Amateure vor allem auch, dass man die meisten Outboard Gerätschaften per Hand und nach Gehör einstellt – und nicht nur ein Preset abruft und sich damit zufrieden gibt!
Grüße, Czebo
15. Jan 2009 | 10:39 Uhr
Carlos schreibt:
….” Sounds mit viel Hall und langen Pre-Delay Zeiten wirken für den Zuhörer weiter weg, tiefer im Mix. ”
Janne schreibt:
” ich hab mir eben mal euer Tutorial durchgelesen und bin da auf einen kleinen aber entscheidenden Fehler gestoßen:
kurzes Pre- Delay wirkt diffuser und indirekter und somit weiter weg, während langes PD das Direktsignal vom Raumsignal entkoppelt, wodurch das Direktsignal präsenter und weiter vorne erscheint ”
binbegeistert schreibt:
Der Fehler ist mir auch sofort aufgefallen und ich kann Janne daher nur recht geben!
13. Feb 2011 | 20:15 Uhr
ne ne .. carlos hat recht !
15. Jan 2009 | 11:03 Uhr
Also noch einmal zur Veranschaulichung:
PreDelay ist die zeitliche Verzögerung bis die Erstreflexionen beim Hörer eintreffen. Wenn ich in einem kleinen Raum stehe und rede, treffen in kürzester Zeit die Erstreflexionen von den Wänden ein und danach die Hallfahne.
Stehe ich hingegen ein einer großen Halle, so dauert es deutlich länger bis mich die Erstreflexionen erreichen. Sie erreichen mit praktisch gleichzeitig mit der Hallfahne – der Eindruck eines großen Raums.
Auf den Mix bezogen gibt es jetzt eine Unzahl an Möglichkeiten, einen Sound mit Hilfe der Einstellung von Hallfahne und PreDelay zu positionieren.
Wähle ich einen sehr großen Wert für das PreDelay, z.B. mehr als 40ms so kann ich natürlich, wie Ihr schon richtig bemerkt, den Direktschall von den Erstreflexionen merklich trennen und trotz einer langen Hallfahne weit vorne positionieren.
Wähle ich einen mittleren Predelaywert und richte die Hallfahne so ein, dass sie zum selben Zeitpunkt eintrifft, so wird das Ergebnis eher verwischt und im Mix begraben.
19. Feb 2009 | 12:41 Uhr
Gibt es einen hochwertigen Reverb, kostenlos, für Linux (Ubuntu), der als Plugin für die Software Ardour verwendet werden kann?
DANKE
19. Feb 2009 | 19:52 Uhr
Mir ist jetzt keiner bekannt.
05. Apr 2009 | 13:07 Uhr
In dem Artikel heißt es unter Punkt 3: “Sounds mit viel Hall und langen Pre-Delay Zeiten wirken für den Zuhörer weiter weg, tiefer im Mix. Im Gegensatz dazu wirken Sounds mit wenig Hall und kurzen Pre-Delay Zeiten näher am Zuhörer.”
Das ist genau falsch herum. Je größer die zeitliche Distanz zwischen dem Eintreffen des Direktschalls und dem Eintreffen des reflektierten Schalls, umso näher scheint die Klangquelle am Hörer zu sein. Kurze Pre-Delay-Zeiten bedeuten, dass Direktschall und Reflexion ähnlich lange zum Hörer unterwegs sind, die Klangquelle also weiter weg sein muss. Trifft der Direktschall deutlich früher als die Reflexion ein, bedeutet das, dass der Direktschall eine kürzere Distanz als die Reflexion zu überwinden hat, die Schallquelle also näher dran ist.
22. Mai 2009 | 12:06 Uhr
Hey ich wollte einfach mal mein Lob aussprechen das hier vom Autor auf jede Frage eingegangen wird das ist fast einzigartig und zusätzlich werden die Fragen auch noch mit fachlicher Kompetenz beantwortet.
*Daumen Hoch*
03. Jun 2009 | 15:58 Uhr
Bezugnehmend auf die Kommentare zu Punkt 3 im Artikel. Am Ende hat jeder ein wenig Recht ! Die unterschiedlichen Aussagen kommen zustande, da die gewählten Perspektiven unterschiedlich sind.
1. Verzögerung entsteht durch Distanz.
2. Betrachtet wird nur der “Empfänger” also der Hörer.
3. Das “Direkt Signal” vom Sender ist die Referenz für alle weiteren Betrachtungen. D.h. die Verzögerung zwischen dem direkten Signal und der ersten Reflektion (Wände/Böden/Decke) gibt dem Ohr die Raumgröße.
Bei 40ms bis zur ersten Reflektion bedeutet dies ca. 13 zusätzliche Meter die das Schallsignal zurück gelegt hat. Wird dieser Wert größer so erscheint der Raum akustisch tiefer und der Sender weiter entfernt vom . Dies ist Grundlegend die Eigenschaft vom Echo (1 Reflektion mit großer Verzögerung). Der Abstand zwischen der ersten Reflektion und der “Hallfahne” gibt dem Ohr die Information über Beschaffenheit und Raum breite.
4. Signal im gesamt Kontext. Bei mehreren Signalquellen die in einem Raum positioniert werden sollen muß bereits der vom Sender kommende direkt Schall verzögert werden, da das Signal seine Raumposition relativ zu den anderen Signalen erhält. Z.B. der Sänger steht 2m vor seiner Band. Daraus folgt, das der Sänger 6ms vor seiner Band beim Hörer “ankommt”. Kurz um die Relationen ins rechte Licht zu rücken. Das Ohr erkennt an der Laufzeitdifferenz des Schalls ob das Signal eher von Links oder Rechts kommt. Lautstärke spielt in der Ortung von Signalquellen eher eine untergeordnete Rolle.
05. Jun 2009 | 01:57 Uhr
@SFx (Kommentar 19)
Thema Laufzeitdifferenzen: Stimmt zwar in der realen Welt, was Du schreibst, ist aber beim (künstlichen) Mix nur begrenzt umzusetzen aus Gründen der Monokompatibilität.
In Stereo funktioniert L/R-Positionierung mittels ms-Delay wunderbar (interessantes Experiment übrigens!), aber in Mono gibt das ernsthafte Probleme mit Kammfiltereffekten. Deshalb wird idR über Lautstärke gepannt.
08. Feb 2010 | 00:48 Uhr
Hallo,
welche Effekte hat z.B. Jason Mraz alles auf seiner Stimme?
Die klingt immer sehr klar und sauber und sehr stark im Vordergrund… und sehr weich..
Vielen Dank
Grüße
Christian
10. Sep 2011 | 11:45 Uhr
Tolle Guides usw. aber es nervt TIERISCH, dass man die nicht vernünftig drucken kann. Ich habe keine Lust alles auf dem PC zu lesen, aber wenn ich eine Seite drucken will kann ich etwa 6 Seiten unsinnige Kommentare mitdrucken, weil die Copy n Paste Funktion blockiert ist … ziemlich schade.
10. Sep 2011 | 12:36 Uhr
Copy & Paste ist gar nicht blockiert, zumindest nicht absichtlich.
10. Sep 2012 | 02:53 Uhr
Einen kleinen zusätzlich Tipp habe ich auch noch. Bei sehr Beat-lastigen, schnelleren perkussiven Songs, sollte man ohnehin besser auf gut getimte (etwas leisere) Delays zurückgreifen. Die Stimme klingt verständlicher und hat eine suggeriert angenehme (Hall)Tiefe, wenngleich sie dennoch auch schön “trocken präsent” im Vordergrund klingt. Bei langsamen Songs, wie z.B. Balladen, sollte man jedoch besser auf Hall zurückgreifen- oder auch in Kombination mit (sehr leisem) Delay. Räumliche Tiefe wird auch dadurch suggeriert, ob man Hall in breitem Stereo oder doch besser “enger” (evtl. in Mono) fährt.
Je enger (je monophoner), umso weiter weg klingt auch ein Ereignis. Für Vocals würde ich eher “engeren” Hall (kein zu großes Stereobild) empfehlen, um die Präsenz der Stimme in der Mitte und die räumliche Position der Instrumente im Stereobild des Song auch besser zu separieren. Im Vorteil ist man beim Arbeiten mit Hall, wenn man ein Gerät/Plug-In besitzt, bei dem die Parameter für die Frequenzbänder gezielt bestimmt werden können (z.B. für die Höhen und/oder Bässe), damit diese nicht nicht vom Hall berührt werden und es ansonsten zu Zischlauten und unangenhemen Hallfahnen oder dumpfer Basslastigkeit käme, was ja mitunter die typischen Fehler bei einsteigenden Musikern&Mixern sind. Ein kostenloses Hall Plug-in hierfür ist mir leider nicht bekannt. Ich persönlich arbeite gerne mit “True Verb” aus dem Hause Waves, das eine solche Bearbeitungsmethodik der stufenlos gezielten Modifikation von Frequenzbändern erlaubt.
17. Okt 2012 | 17:38 Uhr
Hallo,
erst einmal ein schönen Gruß an alle Leser.
Zum Thema Hardware und Plug-Ins möchte ich gerne etwas loswerden. Meiner Meinung nach werden Plug-Ins in Zeitschriften bzw. im Internet oft auch nur zu Werbezwecken hochgelobt.
Sicherlich gibt es Plug-Ins, die hinsichtlich Hall-Algorithmen (AudioEase Altiverb, Sonnox usw.) sehr gute Arbeit leisten und gut klingen. Oft ist von Plug-Ins mit guten bis sehr guten Klangeigenschaften zu lesen. Doch was ist mit „gut klingen“ gemeint? Geht es dabei ausschließlich um die Qualität der Hall-Algorithmen?
Die Klangeigenschaft eines Plug-Ins ist im Wesentlichen auch vom verwendeten Audiointerface abhängig. Mit welchem Audiointerfaces die Plug-Ins getestet werden wird selten bis nie berichtet.
Ich habe in der Vergangenheit die Möglichkeit gehabt AudioEase Altiverb 6 und andere Plug-Ins gegenüber meinem Lexicon MX400 zu vergleichen. Als Audiointerface habe ich ein MOTU 24 I/O verwendet. Alle als „professionell“ hochgelobten Plug-Ins klangen etwas dumpf und leblos gegenüber dem semiprofessionellen Lexicon MX400. Die getesteten Hall-Effekte wurden im PC digital verarbeitet und über die DA-Wandler des MOTU-Interfaces in meinem analogen Mischpult geroutet. Die Signale aus dem Lexicon MX400 wurden ebenfalls intern in der Hardware digital verarbeitet und anschließend über die DA-Wandler des Lexicon-Gerätes analog zum Mischpult geroutet. Wie bereits erwähnt bezweifle ich nicht, dass die Hall-Algorithmen oder die Impulsantworten von Plug-Ins schlechter sind. Im Gegenteil, das Lexicon MX400 wird bezüglich Algorithmus und Parameter-Verstellmöglichkeiten nicht besser als das eine oder andere Plug-In sein. Trotzdem waren die Klangeigenschaften der DA-Wandler des Lexicon MX400 um einiges besser als die der Plug-Ins über die DA-Wandler des MOTU-Interfaces. Ob ein Altiverb über ein Audiointerface wie z.B. Avid Pro Tools HD MADI, Apogee Rosetta 800 usw. besser klingt als ein Lexicon MX400 würde mich sehr interessieren. Leider werde ich das nicht bzw. nie testen können. Vielen User wir suggeriert, dass es ausreicht, sich ein teures oder ein kostenloses gutes Plug-In anzuschaffen, um mit professioneller Hardware mithalten zu können. Dem stimme ich nicht zu. Falls ich dennoch unrecht habe, dann würde mich interessieren, wo ich einen Denkfehler mache.
[...] Ohr ist darauf spezialisiert, Geräusche im Raum wahrzunehmen. Wenn es also darum geht, ein Reverb für das Studio einzukaufen, sollte man hier nicht am falschen Ende [...]