Songwriting Teil 3: Musikalische Gestaltungsmittel II

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Songwriting - Vollkommene Verbindung

Songwriting Teil 3: Gestaltungsmittel II

Tonhöhenebene (Fortsetzung)

 

Harmonien

Wie schon mit den Intervallen kannst Du auch mit Harmonien eine Stimmung erzeugen, die die Aussage deines Songs unterstützen. Um Harmonien schön miteinander zu verbinden, ist es ratsam, gemeinsame Töne in der gleichen Position im Akkord liegenzulassen. Dies bewirkt, dass sich die Akkorde gut auf dem Klavier greifen lassen und auch klanglich gut miteinander verschmelzen. Das folgende Beispiel zeigt anhand der Akkordverbindung zwischen C-Dur (C-E-G) und F-Dur (F-A-C), wie das gemeint ist:

Songwriting - Vollkommene Verbindung

 

Haben zwei aufeinanderfolgende Harmonien keine gemeinsamen Töne, dann probiere mal, den Basston in Gegenrichtung zu den anderen Harmonietönen zu führen – das balanciert die Akkordverbindung gut aus:

Songwriting - Unvollkommene Verbindung

 

Beides sind uralte Stimmführungsregeln, die heute nicht mehr unbedingt beachtet werden müssen, aber oft immer noch hilfreich sind, um zu gut klingenden Ergebnissen zu kommen. Apropos Harmonien: Im Buch findest Du auch eine Bauanleitung für einen »Harmony-Circle«, mit dem Du ganz leicht tolle Harmoniefolgen erstellen kannst.

 

Voicings

Voicings sind Akkordstrukturen. Beim closed voicing (enge Lage) folgen die Akkordtöne alle (ohne Lücken) aufeinander:

Songwriting - Enge Lage

 

Beim open voicing (weite Lage) wird immer genau ein Akkordton ausgelassen:

Songwriting - Weite Lage

Die weite Lage eignet sich besonders gut zur Begleitung von höhergelegenen Melodien/Passagen, da sie durch die großen Tonabstände auch mittlere/tiefere Frequenzen abdeckt, was den »piepsigen« hohen Melodietönen ein Fundament gibt und sie somit stützt. Natürlich gibt es auch Mischformen (z.B. sog. »Dropped Voicings«). Außerdem gibt es Voicings, die aus bestimmten Intervallen (z.B. Quarten, Oktaven) bestehen. Mit dem Voicing kannst Du u.a. steuern, wie »dicht« dein Arrangement klingen soll. Außerdem klingen manche Instrumente in bestimmten Voicings besonders gut.

 

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Tonbeugung (Bends, Slides)

Instrumentalisten bauen Tonbeugungen automatisch in ihr Spiel ein, sofern es ihr Instrument zulässt. Für dich als Songwriter wird das dann interessant, wenn Du Instrumente mit dem Keyboard/Computer nachahmen willst/musst. Spielst Du einen E-Bass beispielsweise mit dem Keyboard ein, so klingt dieser leicht künstlich, wenn eben solche instrumentenspezifischen Spieltechniken fehlen. Im folgenden Beispiel hörst Du ein 8-taktiges Basspattern erst ohne, dann mit Slides und Ghost-Notes (das sind geräuschhafte Schläge auf die Saiten):

Deshalb: Frage »richtige« Instrumentalisten, welche typischen Spieltechniken ihr Instrument so hergibt oder besorge dir in der Bücherei Schulen über dieses Instrument. So kommst Du an die entsprechenden Informationen.

 

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