Song Arrangement: Druckvoll & durchsetzungsfähig

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Song Arrangement

Wie sieht ein gutes Song Arrangement aus? Worauf Du achten solltest und wie Du deinen Song richtig arrangierst, erfährst Du hier.

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Tipps & Tricks zum Song Arrangement

Wenn ein Song mit Vocals und Begleitung wie Piano oder Gitarre bestens funktioniert, als ganze Band mit voller Besetzung aber nicht mehr, dann solltest Du das Song Arrangement nochmals gut durchdenken. Häufig liegen hier die Dinge im Argen und können mit einigen Handgriffen deutlich verbessert werden.

Nicht ohne Grund gibt es im Musikbusiness einen eigenständigen Beruf hierzu: den Arrangeur. Und genau wie in allen anderen Bereichen des kreativen Prozesses gehört auch hier eine Menge Talent und Erfahrung dazu. Die offensichtlichsten Stolperfallen kannst Du aber auch so umgehen.

Der Rhythmus bestimmt

Ein gutes Song Arrangement ist fast immer in der Anzahl der vorhandenen Motive bzw. Elemente limitiert, die simultan laufen. Diese Motive bzw. Elemente können Gesang, (Lead-)Gitarre, die Rhythmusgruppe (mit Bass und Drums) oder Keyboards sein. Als unterschiedlich können die einzelnen Spuren dann eingestuft werden, wenn sie nicht denselben Rhythmus spielen.

So sind die gedoppelten Gesangsspuren oder eine oktavierte Synthline als ein einziges Element zu bemerken, zwei Rhythmusgitarren mit verschiedenen Riffs aber als unterschiedliche Motive einzustufen.

Song Arrangement: Druckvoll & durchsetzungsfähig

Typische Elemente im Song-Arrangement

Nachstehend findest Du die Elemente bzw. Spuren, die in den meisten Song Arrangements zu finden sind.

Rhythmus-Sektion

In Liedern, die von Bands gespielt werden, handelt es sich hier üblicherweise um Drums und Bass. Je nach Song können hier aber auch Rhythmusgitarren oder Keyboards gezählt werden. Bei elektronischer Musik könnten auch ganz andere Musikinstrumente mit zur Basis gezählt werden. Wie weiter oben beschrieben kommt es darauf an, ob der Rhythmus gemeinsam gespielt wird.

Fläche

Bei diesen Klängen handelt es sich um lange, gehaltene Töne, die von einer Orgel, einem Synthesizer oder einem Rhodes stammen können. Je nach Song könnten auch gehaltene Power-Chords auf der Gitarre oder die Streicher zur Fläche hinzugezählt werden.

Erweiterter Rhythmus

Auf der Basis spielen weitere Musikinstrumente andere Rhythmus-Parts. Dazu gehören vielleicht eine Rhythmus-Gitarre, ein Tambourine oder andere Percussion-Instrumente. Diese rhythmischen Elemente werden meistens dazu genutzt, einem Song etwas mehr Abwechslung und Spannung zu verleihen.

Lead-Spuren

Bei diesen Spuren kann es sich um das Lead-Vocal, ein Lead-Instrument oder das Solo handeln. Also Spuren, die eine Melodie spielen, das Hauptmotiv. In deren Pausen kommen manchmal so genannte Fills, die zwischen den Hauptmotiven als Antwort oder zum Auffüllen genutzt werden.

Die »Gesetze« der Genres

Dies sind also die Elemente eines klassischen Songs aus Pop, Rock und anderen etablierten Genres. Für Free Jazz, experimentelle elektronische Musik & Co. verschwimmen die Grenzen zwischen den genannten Grundbausteinen natürlich. Zudem ist die Instrumentierung eine ganz andere und das Spontane, Improvisierte tritt eher in den Vordergrund.

Dennoch kann es sinnvoll sein, sich auch in diesen Richtungen am gestalterischen Nutzen solcher Elemente zu orientieren, um eine gewisse Dramaturgie im Verlauf eines Stückes zu schaffen den Sound nicht zu überladen.

Herausforderung Song Arrangement

Wenn ein Song in der kompletten Besetzung nicht so recht funktionieren will, obwohl er es mit einer einfachen Begleitung getan hat, dann sind meistens zu viele Elemente simultan am Tönen. Der Gesamtmix wird dadurch zu voll und es entsteht zu viel Bewegung für das Ohr, so dass sich nichts wirklich durchsetzen kann.

Auf der anderen Seite kann das menschliche Gehirn bestens mit einfachen Strukturen umgehen und bleibt hier mit seiner Aufmerksamkeit dabei. Als gute Faustregel hat sich erwiesen, nicht mehr als vier bis fünf Elemente simultan spielen zu lassen. Auch wenn in modernen Produktionen mehr als 50 Spuren keine Seltenheit mehr sind, so spielen doch viele Spuren denselben Rhythmus.

Song Arrangement: Druckvoll & durchsetzungsfähig

Nimm beispielsweise ein Sinfonieorchester, das mit über 100 Instrumenten ausgestattet ist. Wenn Du in die Partitur schaust, so lassen sich die Elemente auf vier, vielleicht fünf herunterbrechen.

So viel zur Theorie. Am einfachsten überprüfst Du das mal selbst an einem eigenen Song, der bisher nicht so recht funktionieren möchte. Finde vier Elemente, die übrig bleiben dürfen und schalte die anderen Spuren stumm. Überprüfe nun, wie der Song mit dem neuen Arrangement wirkt (im Übrigen hilft das auch und gerade beim Mixdown).

Du willst mehr? » Songstruktur in den Charts – die ewige Zauberformel

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Lesermeinungen (2)

zu 'Song Arrangement: Druckvoll & durchsetzungsfähig'

  • NeMsY   23. Jul 2013   07:29 UhrAntworten

    Danke. Ein kleiner aber feiner Tipp :)

  • C Dur P-O   27. Jul 2016   13:06 UhrAntworten

    Ich weiß niemand mag Klugschei* aber wat mut dat mut :)
    Hier im Artikel wird nämlich Instrumentierung mit Arrangement verwechselt.
    Final ergibt es zwar den fertig gemischten Salat aber trotzdem sind das zwei unterschiedliche paar Schuhe.
    Summa summarum geht es also um die Instrumentierung, auch Orchestration genannt und um dessen Reduzierung und nicht um das Song Arrangement, was im Prinzip dann auch etwas ganz anderes wäre, wenn man ein Arrangement reduziert.
    Arrangement ist nicht gleich Instrumentation ;-)
    Okay, vom Klugschei*modus zum Tipgebermodus:

    Selbst wenn ein Song schon auf das Nötigste reduziert ist kommt es ja auch öfters vor, das er trotzdem schwammig und gar nicht so autark durchsetzungsfähig rüber kommt.
    Woran das liegt ?
    (Folgendes ist generell auch bei einer übervollen Instrumentierung A und O).

    Bevor es überhaupt ans Schichten wie Panoramaverteilung, Tiefenstaffelung, EQing usw. geht und es damit auch nicht so recht funktioniert, sollte man sich einmal mit dem Fundament seines Liedguts befassen, die da
    a) RHYTHMIK
    und b) HARMONIK heißen.

    RHYTHMIK
    Zu viele rhythmische Elemente im Groove durch z.B. perkussive und rhythmisch gespielte Sounds tragen schnell zu einem kleineren Chaos bei.
    Wenn man nicht gerade Afro Latin Samba Slam o.ä. macht, dann gilt es zunächst einmal die Rhythmik in allen ihren Elementen wie Drums, Percussions und andere rhythmisch gespielte Elemente wie Soundmelodien usw. auf Transparenz hin zu überprüfen und zu reduzieren.
    Zu viele Rhythmuselemente verderben wie zu viele Köche den Brei.
    Eine klare Rhythmusstruktur mit dem Erhalt der perkussiven Anteile eines Beat lastigen Songs wird schnell verloren gehen, je mehr Sounds und kleine Spielerchenmelodien und Komplexität, oder Wirrwar, hinzukommen.
    Der übermäßige Einsatz eines Kompressors bis zum Anschlag kann dahingehend schon entgegengewirkt werden, wenn man sich etwas gezielter mit der Rhytmik seines Songs beschäftigt und eruriert, welch zusätzlich rhythmisches Beiwerk überflüssig ist.

    HARMONIK
    Akustikgitarre und Klavier können einen mit anderen Elementen alleine schon vor große Probleme im Song stellen, wobei wir beim Thema sind, warum eine schon stark reduzierte Instrumentierung immer noch nicht klingen will !?

    Harmonik ist eines der grundlegendsten Dinge im Umgang mit vielen Instrumenten.
    Zusammenfassend lässt es sich so erklären, das ähnlich klingende Instrumente wie z.B. jetzt Gitarre und Klavier, immer zwangsläufig überlagernd einen diffusen Sound ergeben werden, wenn sie auch noch in der selben Lage/Oktave gespielt werden.
    Vor allem, wenn dann noch weitere Sounds wie Flächensounds usw. hinzukommen.
    Sofern aus Ambience artigen oder auch diffus unartigen Gründen dies nicht gewollt ist aber immer wieder auftaucht, sollte man sich schnell mit der Harmonik in seinem Song befassen, welches Instrument was in vor allem WELCHER Lage spielt. (Das Piano beispielsweise von C3 auf C4 transponieren, während Gitarre und Streicher auf C3 bleiben).
    Die Harmonik zu, ja, ARRANGIEREN, wird enorm dabei helfen, Transparenz und Separierbarkeit in seinen Mix zu bekommen und in der Bearbeitung mit Panaromaverteilungen, Tiefenstaffelungen, EQing usw. kann dann druckvolle Durchsetzungsfähigkeit gezielt erfolgreicher ausgearbeitet werden.

    Diese Tips sind natürlich "alles kann, nix muss und probieren geht über stupieren".

    Euer
    C Dur P-O & Darth Moll

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