Referenz-Tracks: Die geheime Zutat beim Mixen und Mastern

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Mixing & Mastering

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Referenz-Tracks beim Mixen & Mastern

Den Grund, andere Songs oder Tracks als Referenz und zum Vergleich heranzuziehen, kennst Du bereits: Nachdem Du am Vorabend noch lange an deinem Mixdown gesessen hast und vollends zufrieden warst, hat es dich ins Bett verschlagen und nach dieser Pause hörst Du am nächsten Tag mit frischen Ohren wieder in deine Produktion rein. Doch ‚Oh, Graus!‘ es klingt nicht so wirklich gut, geschweige denn so großartig wie Du den abgemischten Song in Erinnerung hattest.

Es ist wie beim Autorennen auf der Konsole und der langgezogenen Kurve. Du driftest immer weiter ein kleines Stück in Richtung Straßenrand, bemerkst es allerdings erst, wenn dein Wagen sich im Straßengraben überschlägt. Das Videospiel macht dann einen Reset und setzt dich wieder in die Mitte der Fahrbahn.

Und genau einen solchen Reset benötigst Du auch beim Mixen und Mastern in regelmäßigen Abständen. Das menschliche Ohr gewöhnt sich viel zu schnell an das sich stetig wiederholende Audiomaterial und gibt daher keine verlässliche Auskunft mehr an das Gehirn weiter. Ein Referenz-Track hilft dir dabei, eben die Perspektive wiederzuerlangen.

Mixen und Mastern

Referenz-Tracks beim Mixen und Mastern

Was sind Referenz-Tracks?

Nun, hinter dem etwas sperrigen Begriff versteckt sich eine ganz einfache Sache. Mit Referenz-Tracks sind schlicht professionell abgemischte und/oder gemasterte Songs gemeint, die Du als Meßlatte zum Vergleich deiner eigenen Produktion heranziehst. Wir sind so tief in unseren eigenen Produktionen gefangen, dass wir nur noch auf die Details achten und das große Ganze nicht mehr hören. Indem wir kurzzeitig in einen anderen (professionell erstellten) Song reinhören und unseren damit vergleichen, schaffen wir es, uns einige Schritte wieder vom eigenen Werk zu entfernen dieses wieder aus gewisser Entfernung als Ganzes wahrzunehmen.

Dazu kommt noch, dass es gerade im Bereich Homerecording nicht unüblich ist, dass ein Mixdown auf der eigenen Abhöre sehr gut, auf anderen aber unausgewogen oder gar schlecht klingt. Und auch hier kann das Vergleichshören dabei helfen, den Mixdown von Anfang an ausgewogen zu gestalten.

 

Die richtigen Referenz-Tracks aussuchen

Wenn wir uns schon eine Meßlatte auflegen, dann sollten wir diese auch entsprechend hoch legen. Du solltest nur Songs hernehmen, von deren Mix und/oder Mastering Du gänzlich überzeugt bist. Nur dann hast Du die Chance, an der Aufgabe zu wachsen und selbst einen großartigen Mixdown zu erschaffen. Nimmst Du hingegen einen unperfekten Mix, so läufst Du Gefahr, dieselben Fehler bei deiner Produktion zu wiederholen.

Wichtig ist, dass Du keine MP3s oder andere Dateien nutzt, die mit verlustbehafteten Kompressionsverfahren encodiert wurden. Beim Encodieren könnten wichtige Informationen verloren gegangen sein, die dir dann nicht mehr zum Vergleich bereitstehen. Zudem sind in MP3s häufig Artefakte zu hören. Ich empfehle daher, selbst ein WAV aus der (vorher gekauften) Audio-CD zu erstellen, das Du später in deiner DAW-Software importieren kannst.

Beim Aussuchen eines Referenz-Tracks solltest Du natürlich auch darauf achten, dass er der vorliegenden Produktion ähnelt. Es liegt auf der Hand, dass keine zwei Songs gleich instrumentalisiert wurden oder wirklich gleich sind. Andererseits kannst Du beim Abmischen auch darauf achten, dass der Vergleich aus demselben Musikgenre stammt und einen ähnlichen Vibe aufweist.

Zwar kannst Du jeden beliebigen Song zum Vergleich heranziehen, selbst wenn Du diesen gar nicht so richtig kennst. Das volle Potenzial schöpfst Du allerdings erst dann aus, wenn Du den Vergleichstrack in- und auswendig kennst. Denn dann weisst Du gleichzeitig auch, wie dieser auf anderen Anlagen klingt.

Im Übrigen macht es nichts aus, wenn Du deinen Mix mit einem fertig gemasterten Song vergleichst. Ein Mastering sollte im Idealfall nämlich nicht wesentlich anders als der Mixdown zuvor klinge – nur eben etwas perfekter, ausgewogener und vielleicht auch etwas lauter. Apropos Lautheit: Als Vergleich eignen sich zu Tode limitierte Songs eher nicht.

 

Auf was achten?

Zunächst einmal solltest Du deine Referenz auf eine eigene Spur in der DAW-Software ziehen und deren Output auf einen Ausgang legen, der an allen (!) Effekten vorbeigeht, die Du für deine Produktion verwendest. Im nächsten Schritt wird das Volumen der Referenzspur so eingepegelt, dass beim A/B-Vergleichshören beide Mixe gleich laut erklingen.

Wenn das passt, kannst Du beispielsweise vergleichen, wo im Panning des professionellen Mixes die Rhythmusgitarren sitzen, wo das Vocal, die Drums, und so weiter. Auch die Lautstärkenverhältnisse von Vocal zu Gitarre, Drums zu restlichen Instrument und dergleichen kannst Du mit deinem eigenen Song vergleichen.

Hier sind einige Fragen, die Du dir stellen kannst:

  • Wie breit ist der Mix im Stereopanorama verteilt?
  • Ist der Mix einseitig oder symmetrisch aufgebaut?
  • Wie laut sind die einzelnen Instrumente im Vergleich?
  • Wie stark wurden Instrumente voneinander separiert?
  • Klingen einzelne Instrumente sauber oder eher mumpfig?
  • Wie viel Hall und Delay wurde auf einzelnen Spuren genutzt?
  • Wie viel Bass ist im Mix?
  • Wie verändert sich der Mix im Verlauf der Songstruktur?
  • Wurden Effekte moduliert oder bleiben alle statisch?

 

Aktuell gehaltene Referenzliste auf Spotify:

 

Letzte Gedanken zu Referenz-Tracks

Halten wir noch einmal fest: Referenz-Tracks helfen dir, dich nicht in den Details deiner eigenen Produktionen zu verlieren, sondern den Blick auf das Ganze zu erhalten. Professionell produzierte Musik legt die Messlatte sehr hoch, was für dich unter dem Strich bessere Produktionen beschert.

Die richtigen Songs aussuchen bedeutet, einen ähnlichen Song zu finden, der in derselben Musikrichtung spielt und dabei exzellent abgemischt und gemastert wurde. Durch den Vergleich einzelner Aspekte deiner Produktion und der professionellen Referenz, findest Du einen guten Anhaltspunkt für deine Entscheidungen.

Es geht beim Nutzen von Referenz-Tracks beim Mixen und Mastern nicht darum, andere Mixe oder Masterings zu kopieren. Sie dienen lediglich als Vorbild und Entscheidungshilfe. Du kannst dich, was die Angst vor dem „Klauen“ angeht, aber auch zurücklehnen: Du müsstest es schon von Anfang an beim Recording darauf anlegen, exakt so zu klingen wie das Original, um eine reelle Chance zu haben.

Jetzt musst Du nur noch heute damit anfangen, professionelle Songs zum Vergleich in deiner DAW beim Abmischen heranzuziehen.

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Lesermeinungen (22)

zu 'Referenz-Tracks: Die geheime Zutat beim Mixen und Mastern'

  • Indenanus   01. Apr 2013   11:27 UhrAntworten

    Die perfekte Anleitung um 0815 zu produzieren...

    • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   02. Apr 2013   00:44 UhrAntworten

      Hallo!

      Ach, das seh' ich nicht unbedingt so.

      Es besteht zweifelsohne die Gefahr, dass man nur einen Abklatsch des Originalsounds produziert - wenn man dem Original blind folgt und alles ohne Überlegung nachbaut.

      Ich sehe es eher als Ideengeber: Man weiß dann, wie es andere Leute gemacht haben (und zwar _gut_ gemacht haben) und kann lernen, welche Möglichkeiten es gibt - Möglichkeiten, auf die man von selbst womöglich nicht gekommen wäre. Das kann also den eigenen Horizont erweitern.

      Künstlerisch gesehen, verbietet es sich, den Originalklang 1:1 nachzubauen - da geb' ich Indenanus recht.
      In manchen Musikrichtungen gibt's allerdings einen sehr engen Erwartungshorizont, was den Klang und die Produktion eines Stücks angeht. Da muss man dieser Klangerwartung entsprechen, wenn man Erfolg haben will (oder man muss mutig sein, wenn man's anders machen will - Mut lohnt sich ja manchmal).
      Ich denke an Clubmusik (Lautheit, Bass), an Schlager (Hallfahnen, Begleitautomatik-Klänge), Metal (Doublebass) - da muss man sich entscheiden, ob man der Klangerwartung entsprechen will oder ob man etwas Eigenes machen will, das womöglich nicht ankommt.

      Kurzum: Inspirationshilfe ja, Abkupfern nein - das ist meine Meinung.

    • watsonknows   03. Apr 2013   10:53 UhrAntworten

      Du hast aber schon gemerkt, dass es hier in erster Linie um die Produktionstechnik, als um die Idee ansich geht oder?

      Lies dir einfach nochmal den vorletzten Absatz durch und überleg nochmal.

      • Indenanus   05. Apr 2013   10:32 Uhr

        Schonmal drüber nachgedacht, das die Produktionstechnik bei vielen Genres heutzutage zwangsläufig den selben Sound erzeugt???
        Um eine Idee zu klauen, brauch man sich keine Referenz ins Projekt laden...

  • Christoph   01. Apr 2013   13:18 UhrAntworten

    Sehr hilfreicher Artikel, Carlos!
    Werde das gleich beim Abmischen unseres neuen Songs beherzigen.

  • colophon   01. Apr 2013   13:27 UhrAntworten

    Referenz-Tracks können sicher ein mächtiges Tool sein, wenn man beim mixen gefühlt im luftleeren Raum schwebt und nicht mehr so ganz weiß, wohin man von hier an mit seinem Track noch kommen will. Vielen Dank für diese strukturierte Übersicht der Gedanken die dabei wichtig sind - ich glaube den A-B Vergleich mit Referenzmaterial sollte man auch sehr bewusst hören und sich ein Stück weit festlegen, was genau einem an dem jeweiligen Referenz-Song als positives Beispiel dient. Man muss sich ja nicht immer an allen Merkmalen eines Songs orientieren, ich picke mir gerne auch einzelne, gelungene Elemente aus guten Tracks heraus.

  • Skellington   01. Apr 2013   14:13 UhrAntworten

    Sehr guter Artikel, danke! Ich nutze oft Referenz-Tracks, zB für einzelne Elemente im Mix (sagen wir Lautstärke / Klang der Snare).

    Den Hinweis auf "ach so verlustbehaftete" MP3s kann ich allerdings nur theoretisch nachvollziehen:

    1. kann man selbst aus einem 128er-MP3 noch eine Menge lernen (und auch dann muss man es selbst erstmal selber besser hinbekommen als die Spitzenleute);
    2. habe ich in vielen Versuchen bereits bei 192 keinen nennenswerten Unterschied mehr gehört;
    3. liegt vieles ja heutzutage sowieso nur als (immerhin mind. 192er) MP3 vor. Ich kaufe mir nicht das ganze Album als CD, nur weil ich einen Titel gut finde. Jedenfalls meistens nicht. Da bezahle ich lieber nur einen Titel, und den gibt es dann eben nur als Download.

  • CDP   01. Apr 2013   16:41 UhrAntworten

    schöner artikel, währe noch hinzuzufügen, das es immer sinnvoll ist, ein zweites referenz boxenpaar zu rate zu ziehen. ich kann da nur aktive studiomonitore in verbindung mit normalen hifi boxen(+ sub) empfehlen.

    • Tomtom   22. Okt 2014   17:04 UhrAntworten

      Ich empfehle da das eigene Autoradio als Gegencheck gegen die Studioabhöre. Das ist knallhart, kann ich nur sagen.

      • Skellington   22. Okt 2014   17:23 Uhr

        …und manche Autoradios /-anlagen klingen erstaunlich gut! Eine Bekannte von mir hat einen Opel Astra, und als ich da mal meine Sachen abgehört habe, habe ich gedacht "wow". Und das war einfach das serienmäßige. Aber grundsätzlich, auch mit weniger tollem Sound, ist das natürlich ein guter Rat.

  • colophon   01. Apr 2013   17:10 UhrAntworten

    @ indenanus

    Ich schätze du hast Recht, sobald man 0815 als Referenz nutzt. Das Ganze macht natürlich wenig Sinn, wenn kein passender Referenztrack da ist. Es kann nur dabei helfen, einen Sound den man auch hinkriegen will, nahe zu kommen. Oder?

    • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   02. Apr 2013   01:00 UhrAntworten

      Hallo!

      Ich finde, es geht nicht nur darum, einem vorgebenen Klang zu folgen (was in reines Kopieren ausarten kann, wie ich oben schon geschrieben hab').

      Ich seh' noch folgende Möglichkeit, Referenzen zu nutzen: Dadurch, dass man die Referenz sehr gut kennt, kann man damit abschätzen, wie bestimmte Abhörsituationen klingen.
      Dazu ein Zitat aus dem Text: "Das volle Potenzial schöpfst Du allerdings erst dann aus, wenn Du den Vergleichstrack in- und auswendig kennst. Denn dann weißt Du gleichzeitig auch, wie dieser auf anderen Anlagen klingt."

      Den zweiten Satz (dem ich mal an richtiger Stelle ein "ß" gegönnt habe ;-) ) find' ich gut und wichtig. Gerade wenn man die Referenz gut kennt, weiß man, wie beispielsweise die High-Hats klingen, wie Bassdrum und Bass klanglich zusammenpassen, wie das Stereopanorama genutzt wurde usw.
      Damit kann man abschätzen, wie bestimmte Abhörsituationen klingen.

      Ein Beispiel: Du vergleichst den Referenztrack und Deinen eigenen Song auf Deiner Abhöranlage zuhause, und beide klingen gut - sehr schön. :-)
      Dann hörst Du Deinen eigenen Song übers Autoradio und stellst womöglich fest, dass er dort nicht gut klingt. Jetzt hör' Dir den Referenzrack übers Autoradio an: Wenn er dort (im Gegensatz zu Deinem Song) akzeptabel klingt, heißt das, dass Du Deinen Song in der Abmischung noch verbessern kannst; wenn übers Autoradio auch der Referenzrack schlecht klingt, liegt's wohl am Autoradio (und nicht zwangsläufig an Deiner Abmischung).

  • IrgendeinThomas   01. Apr 2013   23:36 UhrAntworten

    @ Indenanus + colophon : Soll ja auch kein Referenztrack sein um sich vollinhaltlich anzupassen, sondern nur um gewisse Details im Mix zu überprüfen und ggf. etwas anzupassen, zum. ist das mein Verständnis von Referenztrack - wer darüber hinaus bzgl. der Musik selbst nicht inhaltlich kreativ ist, ist dann sowieso nur eine billige Kopie. Aber darum gehts hier auch nicht.

  • Condor   02. Apr 2013   09:54 UhrAntworten

    Jau, ein 1:1 kommt nicht zustande, durch einfaches Referenz Hören.
    Da müßten dann schon noch analytische Werzeuge zur Hilfe genommen werden, wie zum Beispiel gibt es den musikalischen Finger Abdruck, den ich dann auf meine Songs entsprechen dem Typ der Musik per EQ übertragen kann.
    Ich müsste MS Verfahren anwenden, um genau die Mitten und Seiten Signale zu hören. Nur dann kann ich einigermassen einschätzen, wo die Profis was hinpacken.
    Das Einfache Gegenhören glaube ich ist eine Sache, die sich mehr auf das Frequenzverhalten ausrichtet.
    Warum klingt ein Handels üblicher Song von jeder Wiedergabe Quelle gleich gut, und warum klingt meiner im Studio gut, Im Auto geht noch, auf der Pa muss nachgeregelt werden und im kleinen Küchenrecorder grauenhaft.
    Deswegen kann man versuchen sich auf einer gewissen Vergleichsebene mit einem oder auch mehreren Referenz Tracks einzulassen, um Faktoren weitestgehend auszuschliessen, die ein Professionelles Klangbild verhindern.
    Dazu gehören auch Hörgewohnheiten, Raum, Abhöre und einen Aspekt möchte ich hinzufügen, nämlich so kann eine gewisse Voreingenommenheit schon sehr viel killen.
    Natürlich muß ich auch ein gutes Gehör haben und auch wissen, was tue ich auf der XY Achse im Stereo Panorama.
    Wenn die Kenntnis darüber fehlt, kann ich Tagelang Referenz Hören, und es wird nur verschlimmbessert.

    LG Condor

  • Indenanus   05. Apr 2013   10:40 UhrAntworten

    Das Problem hier ist, das man überhaupt vergleicht!
    Da ist Angleichung und Angleichung erzeugt zwangsläufig langeweile, da die Tracks sich klanglich immer ähnlicher werden...das ist fakt !

    Keine hat mehr Eier einfach was zu machen, was keiner vorher gemacht hat...
    Das hat mit Kunst nicht mehr viel zutun,..

    • Skellington   05. Apr 2013   11:14 UhrAntworten

      Du hast Recht damit, dass heutzutage vieles ziemlich gleich klingt (abgeseheh jeweils von einem "Gimmick", das den Song irgendwie interessant machen soll).

      Das kommt aber nicht zwangsläufig daher, dass Referenztracks benutzt werden. Es liegt, wie gesagt, teilweise daran, dass sich niemand wirklich was traut, wenn es um kommerzielle Musik geht (und an dem entsprechend verflachten und gleichgeschalteten Massengeschmack) –

      – aber auch daran, dass es fast alles schon einmal gegeben hat. Da ist es halt auch viel schwieriger, noch etwas (sinnvolles) Neues zu machen als in den Zeiten der Beatles.

      Die Idee bei Refernztracks ist doch nur, dass man ein bisschen auf Verhältnisse etc. achtet. Das heißt nicht unbedingt, dass man dann "genau so" klingt wie der Referenztrack.

  • Condor   05. Apr 2013   11:45 UhrAntworten

    @ Indenanus Schreibt:
    Das Problem hier ist, das man überhaupt vergleicht!

    Es gibt ein Urkilopond, das lagert in Paris, und es gibt ein Urmeter als Referenz, Dieses Urmeter 10 Mal hintereinander gelegt ergeben 10 Meter.
    Was nun? 10 Meter Stoff, oder Strasse, oder Seil und und.

    Es sind immer 10 Meter mit einem gänzlich anderen Inhalt.
    So kann man das auch in der Musik sehen. Die Töne verlaufen alle in einem Bestimmten Frequenzbereich.
    Es sind immer die Gleichen Töne auf verschiedene Art dargestellt. Um möglichst den Freqenzbereich herauszuarbeiten in dem Diese Töne am Besten klingen, darum geht es hier und nicht um das Nachmachen.
    Das haben Profis vor uns schon besorgt mit dem nötigen
    Know-how, der nicht jedem zu eigen ist.
    Das, was sie klanglich im Frequenz Spektrum zum Wohlklang bringen, und davon nur ein bisschen wird übertragen auf unsere eigenen Tracks.
    So wie der User über mir schon schreibt:

    @Skellingtown
    Die Idee bei Refernztracks ist doch nur, dass man ein bisschen auf Verhältnisse etc. achtet. Das heißt nicht unbedingt, dass man dann “genau so” klingt wie der Referenztrack.

    LG Condor

  • IrgendeinThomas   05. Apr 2013   22:10 UhrAntworten

    Wie Condor schon geschrieben hat, hier haben anscheinend Manche ein ganz falsches Verständnis von Referenztrack - es soll lediglich dazu dienen dass euer Mix nicht unausgewogen klingt, der Bass oder die Snare oder irgendwas Anderes im Vergleich dazu unangenehm heraussticht (und nein das ist dann nicht sonderlich originell oder kreativ weils keiner so macht sondern die meisten Hörer werden Unzulänglichkeiten im Mix auch als solche heraushören) denn was das anbelangt sollte man nunmal Leuten vertrauen die davon mehr Ahnung haben. Welche Noten, Instrumente, Sounds,...man darin verwendet ist wieder eine komkplette andere Sache und hat nichts mit Referenztrack zu tun. Und ich denke wie kreativ ein Song inhaltlich ist wird vorwiegend NICHT durch anpassen von Mixverhältnissen entschieden und bei denen das der Fall ist die sollten lieber mal in ihrem Songwriting und bei der Soundauswahl etwas kreativer sein. Das sich viele auch inhaltlich anpassen ist zwar auch wahr aber ein komplett anderer Schuh der mit Referenztrack nichts mehr zu tun hat.

  • Sogyra   05. Apr 2013   22:17 UhrAntworten

    Ich weiß nicht ob meine Sachen so klingen wie sie klingen sollen, auf jeden Fall mach ich eigene Sachen auch wenn ich damit nicht kommerziell erfolgreich sein werde.

    Auf Soundcloud hab ich ein paar Demos oben. Bisher hat sich noch keiner beschwert-aber besonders gut hats auch keinen gefallen gg

    soundcloud.com/sogyra

    Aber ich werde aufgrund dieses Themas hier, mal einen Vergleich machen. Lernen kann ich ja sicher noch was (hoffentlich).
    Kann ich die Referenzsongs irgendwo legal runterladen? Würd sie gern in eine eigene Audiospur laden...

  • Daniel   09. Mai 2013   22:46 UhrAntworten

    Hier meine Herleitung, warum Referenztracks grundsätzlich im Mixing Process förderlich sind:
    Spätestens(!!) nach Abschluss des Recordings stelle ich mir die Frage, wie der Song am Ende klingen soll. Dabei gehe ich zunächst auf die Wünsche des Interpreten ein, andererseits kommt spätestens hier mein musikalischer Geschmack zum Tragen, und das find ich überhaupt nicht schlimm, Subjektivität macht Musik aus und lebt dadurch.
    Mein musikalischer Geschmack ist und wird durch die Musik anderer geprägt. Das ist obligatorisch, "Musikalische Sozialisation" hört man ja ab und zu mal als Begriff. Genauso obligatorisch ist es, sich den eigenen Geschmack durch Referenztracks vor Augen zu führen und, durch die richtige Wahl des Genres, ihn auf den Mix zu übertragen. Man wächst Stück für Stück von Mix zu Mix, und Referenztracks sorgen dafür, dass man, wie eben im Artikel gesagt, sich nicht im Mix verliert und die Übersicht behält.

  • Triple-U   10. Mai 2013   14:14 UhrAntworten

    Ich denke, dass Mixen einerseits zwar ein Gestaltungsmittel ist und mit einem individuellen Mix einem Track die besondere Note verpasst werden kann. Andererseits geht es auch darum die einzelnen Elemente/ Spuren so voneinander abzuheben, dass man im finalen Mix die klanglichen Details immer noch hören kann - und zwar von jedem einzelnen Element. (z.B. Anschlaggeräusche einer Gitarre, subtil eingesetzte FM bei einer Kick Drum, der Pianist, der bei der Improvisation die Melodie mitsummt, usw. ...) Auch dieser Herangehensweise MUSS man nicht folgen, aber ich finde es ganz gut den Mix eben auch als das Hervorheben dieser Idee-Details zu sehen, sodass der Hörer das Stück eben auch mehrmals anhören kann und immer wieder Neues entdeckt. Oft liegt es eben auch daran, dass man Radiomixe schnell einfach nicht mehr hören kann, weil solche Details fehlen. Da sind dann zwar gelayerte Sounds dabei, die eigentlich vielschichtig und tief klingen sollten. Aber sie klingen dann halt das ganze Stück durch gleich, sodass die feinen Nuancen fehlen. Vielleicht wurden die einzelnen Layer dann noch durch Kompressoren zusammengeklebt und schon nimmt man gar nicht mehr wahr, dass der Sound aus mehreren Schichten besteht. Klingt zwar vielleicht fetter, aber eben auch uninteressanter. Kommt drauf an, was man als Künstler will. Beim Mixing geht es meiner Meinung nach auch darum, die Ideen eines Stückes zu unterstützen und an den Hörer heranzutragen und das ganze evtl. auch so transparent zu gestalten, dass er sich in den Details "verlaufen" kann - also immer wieder hören und immer wieder Neues entdecken.

  • Krischkros   08. Jul 2015   10:02 UhrAntworten

    @Indenanus: was soll ich sagen?
    Ich habe momentan nur eine 2.1 HiFi-Anlage als Abhörmonitor.. kannst du dir vorstellen wie verdammt schwer das ist einen Track auf einen "qualitativ hochwertigen" Stand zu bringen, den jeder Zuhörer gewohnt ist.. welcher auch in der kommerziellen Ebene 'Standard' ist?

    Wie willst du denn etwas auf die breite Masse verteilen, wenn deine Produktionen im Vergleich zu Anderen (im Mix) scheiße klingt?

    ..anfangs habe ich oft mir anhören müssen, dass die Idee zwar ganz gut ist, aber die Qualität mehr oder weniger angenehm ist.. seit dem ich mehr und mehr auf den Mixdown achte, verbesserte sich das immens.

    Ich muss zugeben.. ich bin ebenfalls ein Skeptiker was Referenz-Tracks betrifft, aber mit den Argumentationen von Carlos habe ich meine Sichtweise komplett überdacht und ich werde zukünftig in meinen Workflow Referenz-Tracks mit einbeziehen. Ob ich das gut oder schlecht macht steht fraglich aus.

    Die Thematik mit den MP3s ist zum Teil Geschmackssache. Natürlich hebt sich eine unkomprimierte WAVs stark von MP3s ab.. musst aber nur bedenken das die Messlatte ohnehin schon groß ist und die (bildlich gesehen) paar Meter machen da auch keine Weltunterschiede aus. Und es fällt mir außerdem sehr schwer als Produzent, welcher sich mit der experimentellen Schiene befasst, die richtigen Referenz-Tracks zu finden.. und dann auch noch als WAV.
    Man muss abwägen was man erreichen will.. und eine Produktion klingt nicht scheiße nur weil sie komprimiert wurde.. sie hört sich IM VERGLEICH zu WAVs nicht gut an.

    Mit freundlichen Grüßen
    Kris

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